Das Artik öffnet im September mit neuem Namen in der ehemaligen Katze – was sich noch ändert

Felix Klingel

Lange Zeit war es ruhig um das Artik: Nun soll es im September unter dem Namen Freizeichen weitergehen. Außerdem verlässt der langjährige Geschäftsführer Konstantin Rethmann das Projekt. Warum die Eröffnung so lange gedauert hat.

Vor sieben Monaten ist das Jugendkulturzentrum Artik in die Räume des ehemaligen Clubs Schmitz Katze gezogen. Seitdem war es ruhig um das Projekt. Auf Facebook waren einige Umbauarbeiten zu sehen, außerdem das Open Air-Event Freiluftmusik. Jetzt gibt es Neuigkeiten: Ab Mitte September soll es weitergehen – und zwar unter dem neuen Namen Freizeichen.


Maria Mena Aragon, 1. Vorsitzende des Trägervereins Artik e.V., kann verstehen, dass sich viele gefragt haben, ob denn überhaupt noch etwas passiert. "Aber wir haben uns die Zeit genommen, die Sache richtig zu machen", sagt Aragon. Sie seien vor allem mit Arbeiten beschäftigt gewesen, die nach außen hin nicht sichtbar sind. Nach Angaben des Vereins mussten Konzessionen und Versicherungen einholt, eine neue Betriebsorganisation aufgestellt und die Räume renoviert werden.

Der harte Kern des Artik besteht aus 15 Personen

Außerdem mussten das Vereinsleben wiederbelebt werden. Seit Dezember 2015 fanden keine regulären Veranstaltungen mehr statt. "Im ADAC-Gebäude hatte wir dazu keine Möglichkeit", sagt Aragon. Veranstalter und Vereinsmitglieder mussten wieder zusammengebracht werden. "Wir sind glücklich, dass viele alte Leute zurückgekommen sind, aber es auch neue Gesichter gibt", sagt Aragon. Aus etwa 15 Personen bestehe der harte Kern des Teams, im Vorstand sitzen 7. Der Verein selbst hat 80 Mitglieder.

Zuallererst habe nach dem Umzug aber Geld gefehlt. "Wir mussten bis Mai warten, bis der Gemeinderat unseren Mietzuschuss genehmigt", sagt Aragon. Auch die Umbaumaßnahmen bezuschusst die Stadt, Gelder die jetzt langsam beim Artik ankommen. Die Umbauphase gehe jetzt in die heiße Phase: Anlage, Licht und andere Veranstaltungstechnik kommen bald in die Räume in der Haslacher Straße. Darum geht der Verein davon aus, dass es ab Mitte September wieder mit dem Programm losgeht.

Der Name Freizeichen kommt nicht von den gesammelten Vorschlägen

Mit den neuen Räumen kommt auch der neue Name Freizeichen. Der Trägerverein bleibt aber bei seinem Namen Artik. Auch die Namenssuche war ein komplizierter Prozess, so Aragon. Über hundert Vorschläge gingen nach einem öffentlichen Aufruf über Facebook ein. Die Vorschläge besprach der Vorstand mehrmals auf Mitgliederversammlungen.

Am Ende des Prozesses war der Name dann aber doch nicht unter den eingegangenen Vorschlägen: Freizeichen kam spontan auf einer Versammlung als Namensidee zustande und fand Zustimmung. "Das Freizeichen ist der Raum, den wir jungen Menschen anbieten, um etwas zu verwirklichen", sagt Aragon. Nicht der Verein fülle das Artik mit Leben, sondern die Leute die zum Artik kommen. Der Verein bleibe also bei seinem offenen Konzept: Im Freizeichen sollen vor allem Veranstaltungen von Externen stattfinden. Aktuell sind acht Abendveranstaltungen im Monat geplant.

Warum Konstantin Rethmann das Artik verlässt

Es gibt auch eine personelle Änderung: Konstantin Rethmann, seit über vier Jahren Geschäftsführer des Artik, will die Führung zum Ende des Jahres abgeben. "Es ist ein kleiner Generationswechsel – neuer Ort, neue Leute und ich habe Lust mich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln", sagt Rethmann zu seiner Entscheidung. Die Aufgabe das Artik über die letzten Jahren trotz der fehlenden Räume am Leben zu erhalten, sieht er als geschafft und möchte nun eine ordentliche Übergabe machen.

Bisher gibt es keinen Nachfolger oder Nachfolgerin für Rethmann. "Wir suchen gerade noch intern, möglicherweise gibt es aber auch eine Stellenausschreibung", sagt Aragon. Der Geschäftsführer ist die einzige bezahlte Stelle im Freizeichen, alle anderen arbeiten ehrenamtlich. "Es war eine schöne Zeit und das Artik ist immer schon ein persönliches Baby", sagt Rethmann zu seinem Abschied und freut sich drauf, was noch kommt. Im Freizeichen steigt bald eine Wohnzimmerwahlparty zur Bundestagswahl, außerdem eine Fachtagung über Islamismus und Radikalisierungsprävention. Und dann soll bald das Programm mit Konzerten und Tanzveranstaltungen starten – so wie man es vom alten Artik gewohnt war.

Mehr zum Thema: