Dachswanger Mühle: Bio-Produkte aus Umkirch

Alina Ganter

Zwischen Umkirch und Gottenheim, inmitten von Pferdekoppeln, kleinen Wäldchen und Ackern, liegt der Bioland-Hof Dachswanger Mühle der Familie Schneider. Wer jetzt glaubt, dass da jemand ganz schlau gewesen und auf den Bio-Boom-Zug aufgesprungen ist, liegt falsch. Vor über zwanzig Jahren haben die Brüder Lebrecht und Reinhard Schneider ihren Betrieb bereits auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Alina war auf Hofbesuch.



Zu dem Hof, den die Brüder von ihrem Vater gepachtet haben, gehören inzwischen 150 Hektar Ackerfläche, die in geregeltem Fruchtwechsel und ohne künstliche Düngemittel bestellt werden. Dabei handelt es sich um Getreide für Lebensmittel und Tierfutter, aber auch um Kartoffeln oder Soja.


Wichtig sei aber vor allem, so erklärt Lebrecht Schneider, der An- und Verkauf von Produkten regionaler Bauern. „Zuerst kommen wir, dann die regionalen Erzeugnisse und erst danach die überregionalen.“

Die Hauptkunden der Dachswanger Mühle sind der Rinklin Naturkostladen in Eichstetten und der Tofuhersteller Taifun. „Eine ganz tolle Firma.“, sagt Schneider und zeigt das Kartoffellager, in dem garantiert Gen- und Kunstdüngerfreie Knollen vom Halben-Zentner-Sack bis zum handlichen Kleinfamilienbeutel lagern.



Auf die Frage, wer die rein biologische Herstellung überprüft, nennt Schneider die Bioland-Vereinigung, die strenge Lizenzen verteilt und dafür scheinbar ordentlich kassiert. „Allerdings hat die Dachswanger Mühle mittlerweile einen so guten Ruf, dass wir die Bioland-Lizenzen nicht mehr nötig hätten.“

Überhaupt ist das Thema „Biologische kontra Kommerzielle Landwirtschaft“ sein Ding. Auf die Frage, ob der Bio-Boom der letzten Jahre noch weiter anhalten wird, antwortet Schneider bestimmt: „Der wird noch stärker werden. Spätestens, allerspätestens in zwei Jahren bekommen wir einen neuen Skandal.“ Man könne im Laden keine Produkte unter ihrem Wert verkaufen, ohne dass die Qualität darunter leidet. „Und die Bonzen fahren in ihren dicken Autos und wollen kein Geld für Qualität ausgeben. Da könnt’ ich die Krise kriegen.“

Dann ist er mit seinem Bio-Betrieb ja fein raus, sage ich. Er schüttelt den Kopf. Es tue ihm leid für die anderen Bauern, die konventionell wirtschaften, antwortet er. Man habe ja gute Kontakte zueinander.

Einer der größten Unterschiede zur kommerziellen Landwirtschaft ist wohl, dass auf eine künstliche Düngung der Äcker verzichtet wird. Stattdessen pflanzen die Schneiders so genannte Ackerbohnen an, die schnell wachsen und deren Knollen den Stickstoff im Boden binden. Die untergepflügten Wurzeln dienen als Dung-Ersatz, schließlich gibt es auf dem Dachswanger Hof keine Tiere. Auch wenn er den Vergleich scheut: „Mit künstlicher Düngung ist das an Effektivität nicht zu vergleichen.“ Wer vor dem Bio-Boom trotzdem überleben wollte, der hatte es sicherlich schwer.

Anfangs habe auch der Vater nicht an einen Erfolg auf der Bioschiene geglaubt, erzählt er. Alle rechneten damit, dass die beiden Brüder bald wieder zur konventionellen Landwirtschaft zurückkehren würden. „Wer heute umstellen will, hat’s leichter.“

Deswegen ist es Lebrecht Schneider auch wichtig, zwei Dinge an seinen Auszubildenden weiterzugeben: Der Bio-Gedanke, dass es auch ohne Spritzen geht, aber auch der Bezug zur Vermarktung: „Die Produkte probieren und kennen, damit man weiß, was man verkauft.“



Mehr dazu:

Web: Dachswanger Mühle


Dachswanger Mühle

Lebrecht und Reinhard Schneider
79224 Umkirch
Telefon 07665/940160
Biolandhof@Dachswangermuehle.de

Öffnungszeiten des Hofladen
Freitag 16 bis 18:30 Uhr
Samstag 9:30 bis 13 Uhr
 
Angebot des Hofladen:
Gemüse, Äpfel, Eier, Apfelsaft, verschiedene Weinsorten, Bioland Bier, Müslis, Honig, Dinkel- und Weizenpops, Nudeln, Reis, Kaffee und Gewürze.