Cross-Triathlet Martin Schädle hat im Oktober Bronze auf Maui geholt

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Die Xterra-Weltmeisterschaften auf Maui sind der Ironman der Cross-Triathleten. Der Freiburger Martin Schädle hat im Oktober Bronze auf der Kurzdistanz geholt. Wie ihn der Wettkampf an seine Grenzen gebracht hat:



"Die 1,5 Kilometer Schwimmen waren die härtesten 25 Minuten im Wasser, die ich je hatte. Am Wettkampftag nahm der Seegang bis zum Startschuss deutlich zu. Alle waren sich bewusst, dass es kritisch wird, gesund durch eine zwei Meter hohe Brandung zu kommen. Kräftige Wellen warfen mich mehrmals wieder auf den Strand", erzählt Martin Schädle. Der 28-jährige Memminger und Wahl-Freiburger hat im Oktober an den Xterra-Weltmeisterschaften auf Maui teilgenommen, dem Ironman für Cross-Triathleten.


Anders als beim klassischen Triathlon sind die Sportler auf unwegsamem Gelände unterwegs. Sie schwimmen im offenen Meer, fahren mit dem Mountainbike über Schotterpisten und auf schmalen Bergpfaden und schließen den Wettkampf mit einem Lauf abseits befestigter Wege ab. Wer sich für die Xterra-Weltmeisterschaft auf Maui qualifizieren will, muss zuvor die Altersklasse eines Xterra-Rennens gewinnen - oder mindestens Zweiter werden.



2014 war ein gutes Jahr für Martin Schädle. Der studierte Medizintechnik-Ingeniuer hatte sich sowohl für den Wettbewerb des kommerziellen Anbieters Xterra als auch für die Weltmeisterschaft der Internationalen Triathlon Union (ITU) qualifiziert. Bei der Cross-Triathlon-WM der ITU, ausgetragen im August 2014 im sächsischen Zittau, holte er den ersten Platz in seiner Altersklasse (25 - 29). In einer Zeit von 2:46:36 Stunden brachte er die 1,5 Kilometer im Wasser, 36 Kilometer auf dem Rad und einen 9,6 Kilometer langen Crosslauf ins Ziel.

Zurück nach Maui Island. "Ich kam mit etwas Rückstand aus dem Wasser. Doch ich beschloss, in meinen beiden Paradedisziplinen Mountainbike und Laufen wieder Boden gut zu machen. Über schmale, verwinkelte Pfade schlängelten wir uns steil bergauf, gefolgt von kurzen Downhills, dann ging es wieder steile Rampen hoch. Auf diesen schmalen Trails gab es kaum Gelegenheiten, langsamere Athleten zu überholen", sagt Schädle. Zu allem Überdruss verlor er in einem schnellen Downhill seine Trinkflasche - bei 28 Grad und knapp 100 Prozent Luftfeuchtigkeit eine zusätzliche Erschwernis. Die Gefahr besteht, dass der Körper unterwegs dehydriert.

Unter diesen Bedingungen war auch der abschließende Trailrun eine Herausforderung. Fast vier Kilometer mussten die Teilnehmer des Wettkampfs bergauf rennen. "In der zweiten Hälfte habe ich gemerkt, dass ich noch Kraft in den Beinen hatte. So ließ ich es krachen und kam nach einem langen Schlussspurt über den weichen Sand als Drittplatzierter meiner Altersklasse ins Ziel. In 2:59:47 Stunden."



Das harte Training hat sich für Schädle, der sonst bei einem Freiburger Medizintechnik-Unternehmen arbeitet, ausgezahlt. "Übers Jahr variiert mein Trainingsvolumen. Im Winter komme ich auf 12 bis 18 Stunden pro Woche. Im Frühjahr und Sommer sind es rund fünf Stunden mehr", so Schädle. An Wochenenden stünden längere Trainingsblöcke an, so zum Beispiel drei Stunden Grundlagenausdauer auf dem Rennrad und danach 45 Minuten Dauerlauf. Zum Ausgleich und zur Verbesserung der Kraft-Ausdauer geht's auch schon einmal in die Kletterhalle. "Am liebsten bin ich aber unter freiem Himmel, auch wenn es regnet. Denn so bin ich für jede Wetterkonstellation im Wettkampf vorbereitet."

Für 2015 hat sich Martin Schädle erste Ziele gesetzt. Er will mit dem Team Quattro-Folio TV Memmingen in der 2. Triathlon-Bundesliga starten, bei nationalen Meisterschaften im Triathlon und Cross-Triathlon im Namen des HumanSpeed-Endurance-Teams antreten und sich auf die ITU Europameisterschaft in Rimini und ITU-Weltmeisterschaft auf Sardinien vorbereiten.

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[Aufgezeichnet von: Bernhard Amelung // Fotos: Martin Schädle]