Crash und Drifters sollen der IHK weichen - jetzt will das Grethergelände das Grundstück einfach kaufen

Sina Gesell

Haben die Freiburger Szeneclubs Crash und Drifters doch noch eine Chance? Eigentlich sollen Büros entstehen, wo heute DJs auflegen. Doch nun gibt es einen neuen Rettungsplan.



In die Diskussion um die Zukunft der Schnewlinstraße 7, in der die Szeneclubs Crash und das Drifters beheimatet sind, kommt Bewegung. In einem offenen Brief an die Gemeinderats-Fraktionen bringen sich mit dem Grethergelände und dem Grünhof zwei Nachbarn als Kaufinteressenten für das Gelände ins Spiel. Damit wollen sie vermeiden, dass die Industrie- und Handelskammer (IHK) das Grundstück kauft und dort neue Büroräume entstehen.


Bereits im Sommer hatte der Grünhof Interesse an Gesprächen geäußert. Noch ist nicht geklärt, ob das städtische Grundstück an die IHK verkauft wird, damit diese eine Erweiterung realisieren kann. Ebenso wenig, ob die Mietdauer für Crash und Drifters verlängert wird. Derzeit läuft der Vertrag bis 2019.
Nun hat sich das links-alternative Grethergelände offiziell eingeschaltet und erklärt gemeinsam mit dem Grünhof seine Kaufabsicht. „Als mitgestaltender Teil des Viertels wollen wir, dass eine Debatte entsteht“, sagt Matthias Möller vom Grethergelände, der den entsprechenden Arbeitskreis initiiert hat. „Wir brauchen nicht noch mehr leerstehende Büros“, sagt Möller. Er zweifle daran, dass die IHK wirklich Raumnot habe. Die Kammer will sich nach BZ-Anfrage zu den  Gesprächen mit der Stadt nicht äußern. Ähnliches ist vonseiten der Stadt zu hören.

Jetzt will sich der rund zehnköpfige Arbeitskreis im Grethergelände an die Planungen machen. Nach dessen Konzept soll in der Schnewlinstraße eine Mischung aus Wohnen und Kultur entstehen: „Clubs und Wohnungen in einem Gebäude – das funktioniert“, ist sich Möller sicher. Denn Crash und Drifters sollen bleiben. „Eventuell ändert sich nur das Konzept“, sagt Möller, „wir sind mit den Clubs in engem Kontakt.“ Das bestätigt auch der Betreiber des Crash, Mario Held: „Wir unterstützen die Grethers.“

Der Kaufpreis für das Gelände, der aus einer Informationsvorlage für den Gemeinderat hervorgeht, liegt bei 1,3 Millionen Euro. „Das sind keine Zahlen, die uns schrecken“, sagt Möller. Hinter dem Grethergelände steht das Mietshäusersyndikat. Dessen Konzept: selbstorganisierte Hausprojekte so zu verknüpfen, dass die Mieten günstig gehalten werden. Die Finanzierung läuft zu einem großen Teil über Kredite.

Nach Auskunft des städtischen Pressesprechers Toni Klein spielt die Kaufabsichtserklärung des Grethergeländes vorerst keine Rolle, da die Stadt derzeit noch mit dem Crash über die Laufzeit des Mietvertrags verhandle. „Wir sind zuversichtlich, dass wir uns bald einigen können“, sagt Klein. Ist das geklärt, wolle man das Gespräch mit dem Drifters suchen. Erst dann soll die Debatte über die Zukunft der Schnewlinstraße 7 auf die Tagesordnung im Gemeinderat – laut Klein in der ersten oder zweiten Sitzung 2016.

Die ganze Geschichte, inklusive der Reaktionen der Gemeinderatsfraktionen, lest Ihr bei den Kollegen der Badischen Zeitung:

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[Foto: Ingo Schneider]