Pläne

Crash-Anwohner wollen keine Büros auf dem Areal

Petra Völzing

Die Anwohner-Initiative "Flurstück 277" hat zwei Entwürfe fürs Crash-Areal in der Disco beim Freiburger Hauptbahnhof vorgestellt. Basis dafür war eine Umfrage in der Nachbarschaft.

Die Katze ist aus dem Sack. Zwei Entwürfe fürs Crash-Areal stellte die Anwohner-Initiative "Flurstück 277" in der Disco vor. Mit den Plänen wollen die Akteure etwas der Industrie- und Handelskammer entgegensetzen, die auf dem Grundstück ihre Räumlichkeiten erweitern will.


Die Initiative hat eine Umfrage im Sedanquartier gemacht. "Grundlage der Entwürfe sind die Ideen und Bedürfnisse der Anwohner des Areals", sagt Karin Zamorano, als "Flurstück 277" die Entwürfe am Samstag im Crash präsentierte. 300 Fragebögen waren ausgeteilt worden, was herauskam, stellte Christine Bosch den etwa 50 Interessierten vor, darunter vier Stadträtinnen und -räte.

Die Nutzung soll vielfältig, die Anwohner beteiligt werden

Ganz oben auf der Wunschliste: das Crash erhalten. Ebenfalls wichtig war den Befragten, Wohnraum zu schaffen, auch in alternativen Modellen, zusätzliche Veranstaltungsflächen und möglichst viel Grün. Insgesamt solle die Nutzung vielfältig und die Anwohner bei dem Projekt beteiligt werden. "Niemand will Büros", fasste Uli Armbruster vom Bürgerforum Sedanquartier zusammen.

Auf der Grundlage dieser Vorgaben entwickelte das Architekturbüro Amann, Burdenski, Munkel, Preßer zwei Modelle für eine Bebauung des Areals. Kern beider Modelle ist der Keller, in dem seit 1985 das Crash zu Hause ist. Darüber spannt sich ein weiterer Veranstaltungsraum der gleichen Größe. Den ermöglicht eine Tragwerkkonstruktion, mit der auch keine weiteren Stützen im Crash eingezogen werden müssten.

Favorisiert wurde der zweite Entwurf

Der erste Entwurf sieht über diesem Kern eine große Grünfläche vor, umschlossen von einem fünfstöckigen Gebäude zur Schnewlinstraße und einem dreistöckigen im hinteren Bereich. Favorisiert wurde bei der Veranstaltung aber der zweite Entwurf, bei dem der Kern mit einem geschlossenen Gebäude überbaut wird, das nach hinten treppenförmig abfällt. Auf den Dachflächen sind begrünte Terrassen vorgesehen.

"Beide Entwürfe sehen mit je 3200 Quadratmetern Geschossfläche eine maximale Ausnutzung der baulichen Möglichkeiten vor", erläuterte Architekt Max Munkel. Wie die Flächen genutzt würden, soll der weitere Beteiligungsprozess entscheiden. "Gespräche mit der IHK hat es im Laufe der Planung nicht gegeben", sagte Matthias Möller, Sprecher der Initiative, auf Nachfrage von SPD-Stadträtin Renate Buchen. Man habe sich erst auf den Beteiligungsprozess konzentriert.

Acht Millionen Euro Kosten

Die Kosten für das Projekt sind mit acht Millionen Euro für Gebäude und Grundstück veranschlagt. Die Initiative will nach dem Modell des Mietshäusersyndikats vorgehen: ein Drittel aus Direktkrediten, die als Ersatz für Eigenkapital dienen, der Rest aus Förderprogrammen und von der Bank. "Das Projekt des Syndikats in Gutleutmatten zeigt, dass auch die Umsetzung teurer Neubauten möglich ist", meinte Möller.

Die Akteure wollen das Projekt bei den Ratsfraktionen und im Rathaus vorstellen. Sie sei, bei aller Vorsicht, gespannt auf den weiteren Prozess, sagt Grünen-Fraktionschefin Maria Viethen.

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