Chez am Samstag in der Mensabar: Keine Partys mehr im E-Werk?

Bernhard Amelung

Nach einer Party ist Schluß mit 'Chez' im E-Werk. Die zweite Ausgabe der Clubveranstaltung am morgigen Samstag, 14. Januar 2012, wird in der Mensabar stattfinden. Warum es zu der Änderung kam, und ob es weiterhin Partys im E-Werk geben wird:

Die Gründe für den Umzug von Chez in die Mensabar seien "logistisch-organisatorischer Natur", sagen Laila Koller, Verantwortliche des E-Werks für Öffentlichkeitsarbeit, und der stellvertretende Geschäftsführer Wolfgang Herbert. "Nachdem wir im November erste Veranstaltungen dieser Art bei uns stattfinden ließen, haben wir festgestellt, dass wir damit an unsere räumlichen Kapazitätsgrenzen stoßen.“ 'Ultima Ratio' und 'Chez' hatten damals jeweils weit über 400 Gäste angelockt.  Mehr Menschen hätten im Foyer des E-Werks nicht Platz.


Als weitere Gründe für das vorläufige Ende von Clubveranstaltungen im E-Werk nennen Koller und Herbert die Abnutzung, die solche Parties mit sich brächten, sowie die hohe betriebliche Auslastung des E-Werks insgesamt. „Wir bieten Veranstaltungen in den Sparten Tanz, Theater, Musik und bildende Kunst an, sehr oft auch in den Räumlichkeiten, in denen wir Events mit elektronischer Musik stattfinden lassen wollten.“

Der "Testlauf" habe aber gezeigt, dass Parties eine hohe Abnutzung der Infrastruktur und einen hohen Pflegeaufwand mit sich brächten. Das sei in Anbetracht der hohen Investition in die Renovierung des E-Werks nicht zu rechtfertigen. Außerdem führe der parallele Betrieb von Gastronomie und Veranstaltungen am Wochenende auf lange Sicht zu Überschneidungen zweier unterschiedlicher Szenen. „Die Gäste des Restaurants und Besucher von Events mit elektronischer Musik haben unterschiedliche Bedürfnisse“, so Koller.

Wie wird es mit Clubveranstaltungen im E-Werk weitergehen? Für eine konkrete Aussage sei es noch zu früh, so Herbert. Er will noch nicht ausschließen, dass das E-Werk auch in Zukunft Abende in seinem Programm habe, bei denen elektronische Musik im Mittelpunkt stehe - dann jedoch außerhalb eines Partyreihenkonzepts. Auch eine Zusammenarbeit mit Dominik und Fabian, den Machern von „Chez“, will er für die Zukunft nicht völlig ausschließen. „Ihr musikalischer Anspruch ist hoch“, so Herberts Fazit.

Die Veranstalter selbst halten sich mit einer Reaktion auf die kurzfristige Änderung und die Entscheidung des E-Werks zurück. Sie mahnen jedoch an, dass bis zu dem Beschluss des E-Werks kein Dialog zwischen ihnen als Veranstalter und den Betreibern stattgefunden habe. „Unserem Wunsch nach einer direkten Aussprache wurde erst stattgegeben, als es ernst wurde. Da ging es dann auf einmal von einem Tag auf den anderen“, sagt Dominik. „Immerhin haben wir mit der Mensabar ganz kurzfristig eine Ausweichlocation erhalten, in der unsere Party stattfinden kann."

Mehr dazu:

Was: Chez mit Manaré, Leon Vynehall, Mehmet Aslan
Wann: Samstag, 14. Januar 2012, 23 Uhr
Eintritt: 6 Euro


[Bild: Chez]