Bürgerverein Mooswald will keinen Skate-Spot im Seepark

Manuel Lorenz

Im Dezember sah alles noch nach Happy End aus: Nach Jahren der Diskussion um einen neuen Skate-Platz fand sich endlich ein Sponsor - und ein Ort: der Seepark. Wenn da nicht noch der Bürgerverein Mooswald wäre. Dem gefällt die Idee von jungen Skatern in ihrem Stadtteil nämlich gar nicht.



143 Skater hatten im Dezember 2012 im Haus der Jugend über den Standort des zukünftigen Skate-Spots abgestimmt. Zur Wahl standen fünf Orte, die das Garten- und Tiefbauamt vorgeschlagen hatte: jeweils einer in Zähringen und St. Georgen, der Seepark, der Eschholzpark und der Karlsplatz. Das Ergebnis: die große Mehrheit der Skater wünscht sich eine Kombination aus einer Skate-Anlage im Seepark und einer auf dem Karlsplatz.


Als nächstes sprach das Garten- und Tiefbauamt mit dem Bürgerverein des Stadtteils Mooswald, in dem der Seepark liegt. Die Reaktion: Zumindest Horst Bergamelli, der erste Vorsitzende des Bürgervereins, verlautbarte in den 'Stadtteilnachrichten für die Freiburger Stadtteile Mooswald und Landwasser, Nr. 49, Februar/März 2012':

Keinesfalls können die Westquartiere [...] als Nutzungsgebiet für alles Mögliche verwendet werden. Dazu gehört auch die Einrichtung einer Skateanlage, wie sie bereits von der Verwaltung diskutiert wird.

Gleichzeitig bittet Bergamelli die Stadtteilbewohner, "auf den z.Zt. in vielen Geschäften ausgelegten Unterschriftslisten der Bürgerinitiative Seepark mit Ihrer Unterschrift gegen den Bau einer Flutlicht- und Skateanlage den Bürgerverein und die Bürgerinitiative zu unterstützen". Und: Er druckt nachfolgend einen 'Brief an die Stadt' in Person des Ersten Bürgermeisters Otto Neideck ab, den er als Stadtrat (SPD) unterschrieben hat. Bergamelli beendet den Brief mit folgenden Worten:

Wir hoffen deshalb, dass die Vorstellung, im Schulsportstadion Seepark eine Flutlichtanlage zu errichten sowie eventuell eine Skateanlage zu bauen, schnellstens ad acta gelegt wird und kündigen andernfalls unseren stärksten Widerstand an.

Die Initiative Skatement und das Jugendbüro haben darauf am 22. Februar 2012 mit einem 'Offenen Brief' an den Bürgerverein Mooswald reagiert. Darin schildern sie, wie der Beteiligungsprozess der jugendlichen und jungerwachsenen Skater entstanden ist, "weil wir glauben, dass diese Hintergründe im Bürgerverein kaum bekannt sind", wie der Website von Skatement zu entnehmen ist. Außerdem steht dort:

Auf der anderen Seite haben wir von Skatement und im Jugendbüro sehr positive Reaktionen von Familien mit Kindern bekommen, die im Stadtteil Mooswald leben und sich über einen Skatepark dort sehr freuen würden.

"Wir wollen mit dem Bürgerverein ins Gespräch kommen", sagt Jürgen Messer vom Jugendbildungswerk Freiburg.

Ein positives Zeichen erhielten Skatement und das Jugendbüro indes hinsichtlich des Karlsplatzes. Auf der Zukunftwerkstatt Innenstadt am 10. und 11. Februar sprach sich die Gruppe 'Freiräume' für eine Umsetzung eines Skate-Spots an jenem Standort aus. Dass man an einer so zentralen Stelle Jugendliche und Jungerwachsene haben wolle, sieht Jürgen Messer als ein "total geniales Zeichen der Stadt."

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[Bild: Sebastian Hartung]