Brunch in Freiburg (14): St. Ottilien

Brunch-Guru

Wo kann man in Freiburg brunchen? Wer bietet die leckersten Croissants? Wie sind die Preise? Welche Lokalitäten eignen sich für Kinder? Die fudder-Redaktion hat ausgewählte Brunchlokale getestet. Unsere Nummer 14: St. Ottilien.



Speisen und Getränke

Ähnlich wie im Paradies arbeitet man im Waldrestaurant St. Ottilien mit einem Zelt: Hier sind allerdings nicht die Gäste, sondern die Speisen untergebracht. So sind sie vor Sonne und Regen geschützt und klauen keinen Platz vom Gastraum. Die Auswahl ist überschaubar, das heißt: Es ist alles da, was der Otto-Normal-Bruncher braucht. Sonderwünsche wie Toasts, Bircher Müsli oder warmes Mittagessen kann man hier getrost für sich behalten oder probeweise extra ordern.
  Anders ausgedrückt: Das St. Ottilien bietet ein klassisches Frühstücksbuffet von hoher Qualität. Was hier auf den Tisch kommt, ist mindestens einwandfrei, wenn nicht gar 1A. Das Rührei zum Beispiel ist perfekt: nicht zu trocken, nicht zu feucht. Ansonsten wird der warme Speisenanteil dem Etikett Brunch nicht ganz gerecht, denn lediglich Nürnberger Rostbratwürstchen und Baconstreifen flankieren das gerührte Ei.



Das Zelt-Buffet besteht außerdem aus Brötchen, Croissants, Wurst, Käse, Räucherlachs, Tomaten-Mozzi und einer Art Cocktailsalat mit Shrimps. Nebenan thront das „Triple M“: Drei Marmeladen, drei Müsli, drei Milchspeisen – und ein Riesenobstsalat – zusammengewürfelt aus frischem Obst wie Ananas und Apfel, Nektarine und Trauben, Johannisbeere und Heidelbeere, alles tiptop. Der Brötchenkorb hält alle Facetten des Backbaren bereit: kleine Rosenbrötchen, mittelgroße Laugenweckle, auch mit Mohn, „normal große“ Sesamweckle und so weiter.

Neben klassischen Croissants finden sich auch kleinere Croissants mit Schokofüllung, perfekt für den Nachwuchs. Alles ist sehr schön und appetitlich angerichtet, aber nicht verschwenderisch überdekoriert. Das unterscheidet den Fauxpas vom Comme il faut. Um noch einen draufzusetzen: Man hat sofort Lust, alles zu probieren. Und dann ist es Liebe auf den ersten Biss.



 

Spezialitäten

Tja, da tut sich der Brunch-Guru diesmal etwas schwer: Was für Spezialitäten? Hier bleibt die Kirche im Dorf, einem Bilderbuchdorf, ganz klar. Heraus sticht auf alle Fälle die Käseauswahl: Neben dem Schnittkäse tummeln sich etliche Weichkäse.

Wie war der Kaffee?

Die Schale Milchkaffee war sehr gut, ebenso der Cappuccino: fein aufgeschäumt und cremig der Milchschaum, darunter schlummert ein Espresso, der es in sich hat: geschmackvoll, kräftig, rassig. Note: Eins, setzen.

Preise

Pro Nase kostet der Brunch 11,50 Euro: Darin enthalten sind ein Glas O-Saft sowie ein Heißgetränk, wie es so schön – Achtung – heißt. Der Kaffee schlägt auf der Karte mit 2,40 Euro (Cappuccino) bzw. 2,60 Euro zu Buche (Milchkaffee). Happige zwo Euro latzt der Espresso. Wie gesagt, einmal hot stuff ist im Preis enthalten. Wer Kaltes vorzieht, der bekommt stattdessen problemlos eine Schorle. Die kostet sonst 2,20 Euro (0,2l) und in größerer Ausführung (0,4l) 3,50 Euro. Tafelwasser gibt’s schon ab 1,40 Euro und eine 0,75-Liter-Flasche Apollinaris für 4,50 Euro. Kids zahlen fürs Brunchen 7 Euro – na ja, deren Eltern halt.

Brunchzeit

Sonn- und feiertags von 10 bis 14 Uhr.

Reservierung

Bei schönem Wetter und frühem Eintreffen – das Lokal öffnet sonn- und feiertags um 10 Uhr – dürfte es kein Problem sein, einige der insgesamt über 300 Sitzplätze zu ergattern. Innen stehen ca. 85 Plätze zur Verfügung, draußen weit über 200. Es empfiehlt sich in der Regel zu reservieren, und das geht nur telefonisch. In unserem Fall war es kein Problem, nur wenige Tage vorher zu reservieren.



Wie ist die Atmosphäre?

Es gibt derer zwei: innen stilvoll-rustikal, mit Kunstwerken und Holztäfelung, außen locker entspanntes Wald- und Biergarten-Feeling. Nette Blumen- und Kerzendeko allenthalben, am Buffet, an jedem Tisch – und selbst auf den Toiletten.

Personal

Leicht verpeilt nur bei der Tischzuweisung, ansonsten glatte Eins: sehr freundlich, stets aufmerksam, hilfsbereit, nett und adrett. Und bei großem Ansturm wird flugs Zusatzpersonal gechartert. Pluspunkte konnte die Bedienung sammeln durch die nette Ansprache der Kinder.

Frequentierung

Innen meistens voll, schätze ich. An diesem Traumsonntag im Oktober mittel bis hoch. Dennoch verteilen sich die Gäste gut im großen Biergarten. Wenn das St. Ottilien öffnet, gibt es weder Gedränge noch Gerenne. Doch sobald sich alle sortiert haben, so ab 11 Uhr, füllt sich der Laden rasch.



Publikum: Wen trifft man dort?

Viele Familien mit kleinen Kindern und ähnliche Altersklassen – grob zwischen 30 und 40 – ohne Kinder. Einige radeln rauf, auch mit dem Nachwuchs, die meisten verlassen sich aufs Auto, um die gut drei Kilometer lang bergauf führende Kurvenfahrt zu meistern.

Familienfreundlichkeit

...wird hier groß geschrieben. Kinderhochstühle, Wickeltisch im Vorraum zum WC, sodass beide ran können – Männlein wie Weiblein, kleiner Spielplatz direkt auf dem Gelände sowie als großer Abenteuerhort für die etwas Größeren: der Wald.

Adresse

Waldrestaurant St. Ottilien
Kartäuser Str. 135
79104 Freiburg
Tel. 0761 - 632 30
Fax. 0761 - 69 66 809
Email: service@st-ottilien.com (keine Reservierung per Mail möglich!)
Website: St. Ottilien
Standort: GoogleMaps

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