Borrowed Identity: "Beim Auflegen im Berghain fühle ich mich frei"

Bernhard Amelung

Wie es war, als der Freiburger DJ Borrowed Identity zum ersten Mal im Berliner Techno-Club Berghain aufgelegt hat – dem vielleicht besten Club der Welt.



„Musik bringt Menschen zusammen. Ganz besonders spüre ich das in der Berliner Panoramabar. Seit ich House und Techno auflege, wollte ich in diesem Club spielen. Dieser Traum ist im Januar 2014 wahr geworden.


Am Anfang meines Sets war ich sehr zurückhaltend. Die erste halbe Stunde habe ich auf Nummer sicher gespielt. Als ich mich sicherer gefühlt habe, habe ich einen kitschigen Remix eines Madonna-Songs aus meiner Plattentasche geholt. Ich fing an, so eklektisch aufzulegen, wie ich das schon bei meinen ersten Erfahrungen bei Schulpartys gemacht habe. Funk, Soul, Disco.

Die Panoramabar ist für mich ein Freiraum, in dem ich mich musikalisch ausleben kann. In keinem anderen Club traue ich mich, so viel experimentelle, aber auch kitschige Musik zu spielen. Die Menschen auf der Tanzfläche geben mir das Gefühl, dass ich in diesem Raum ich selbst sein kann. So pathetisch das vielleicht auch klingt, aber dort kann ich aufhören, zu denken. Dort kann ich auch als DJ die Musik mit allen Sinnen  erleben.

Schon als Kind wollte ich die Welt entdecken. Ein Poster in meinem Schallplattenzimmer erinnert mich heute noch an diese Zeit. Es zeigt die Erde vom Weltall gesehen. Durch meine Reisen als Disc Jockey hat sich der Traum erfüllt. Wochenende für Wochenende spiele ich in einer anderen Stadt.

Seit drei Jahren habe ich 30 Länder bereist und  so gut wie jede europäische Hauptstadt gesehen. Im Herbst 2014 führte mich eine Tour sogar durch mehrere Länder Asiens, nach China, Thailand und Vietnam. Ich lebe meinen Traum. Ich bin sehr glücklich.“

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[Foto: Borrowed Identity/Fionn Grosse; aufgezeichnet von Bernhard Amelung]