Bombenfund: 1600 Freiburger müssen für die Evakuierung ihre Wohnung verlassen

Sina Gesell

Wenn am Sonntag die Fliegerbombe auf einer Baustelle im Klinikviertel entschärft wird, müssen rund 1600 Freiburger ihre Wohnungen verlassen. Bis zu 80 Patienten der Uniklinik werden verlegt.



Die Bombe, die am Donnerstagnachmittag auf einer Baustelle im Stühlinger gefunden wurde, wird nun am Sonntag entschärft. Dazu gaben Polizei und Stadt am Freitag neue Details bekannt. Per Mitteilung im Briefkasten werden die rund 1600 Anwohner ab Freitagnachmittag über die Evakuierung informiert, wie es in einer Mitteilung der Stadt heißt. Sie müssen Sonntag bis acht Uhr ihre Wohnungen verlassen haben.


Von da an gehen Polizeibeamte von Wohnung zu Wohnung, um nachzusehen, ob alle Bewohner das Gebäude verlassen haben, wie Polizeisprecherin Yasmin Bohrer sagt. Wer nirgends anders unterschlupfen kann, für den besteht die Möglichkeit, sich in der Kantine des Technischen Rathauses aufzuhalten.

Der Gefahrenradius befindet sich im Umkreis von 250 Metern um die Bombe, die gegen elf Uhr entschärft werden soll. Wie lange dies dauern wird, kann man laut Bohrer nicht sagen.

Patienten werden bereits am Samstag verlegt

In der Uniklinik sind voraussichtlich bis zu 80 Patienten von der Evakuierung betroffen, wie Kliniksprecher Benjamin Waschow mitteilt. Bereits am Samstagnachmittag sollen die Patienten auf andere Stationen des Uniklinikums verlegt werden. Eine Verlegung in andere Krankenhäuser sei nicht notwendig.

Geräumt werden müssen laut Waschow die Klinik für Strahlenheilkunde, Teile des Departments für Chirurgie, Teile der Frauenklinik (nicht der OP-Bereich, der Kreißsaal und die Neugeborenenstation), das Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, die Klinik für Thoraxchirurgie sowie die Transfusionsmedizin und die Apotheke.

Straßensperrungen rund um das Klinikum

Welche Straßen genau gesperrt sind, gibt die Polizei am Nachmittag bekannt. Die Zufahrt zum Universitätsklinikum ist der Mitteilung zufolge vorerst uneingeschränkt möglich. Ab etwa 10 Uhr am Sonntag sind sämtliche Zufahrtsstraßen im Südosten des Klinikums sowie Teile der Breisacher Straße gesperrt. Das Klinikumsgelände kann dann ausschließlich über die Killianstraße erreicht werden. Die Breisgau-S-Bahn fährt, doch ein Ausstieg an der Haltestelle "Klinikum" ist ab 10 Uhr bis zur Beendigung der Entschärfung nicht möglich.

Neue Patienten werden gebeten, auf das St. Josefskrankenhaus, das Diakoniekrankenhaus, das Lorettokrankenhaus sowie umliegende Krankenhäuser in der Region auszuweichen. Die Zuweisung von Notfallpatienten innerhalb und außerhalb des Klinikums erfolgt wie üblich über die Rettungsleitstelle, wie es in der Mitteilung weiter heißt.
Hintergrund

Im Klinikviertel an der Robert-Koch-Straße zwischen Hugstetter und Barbarastraße wird derzeit für das sogenannte Uni-Carré neben dem Universitätsklinikum gebaut. Dort fanden Bauarbeiter die Bombe, bei der es sich um eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, wie es sich später herausstellte. Um das Fundstück zu sichern, rückten Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes aus Stuttgart an.

Vor allem im Freiburger Westen werden regelmäßig Weltkriegsbomben gefunden. Während des Bombenangriffs auf Freiburg am 27. November 1944, bei dem weite Teile der Innenstadt zerstört wurden, wurde auch das Klinikviertel stark beschädigt.

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[Foto: Polizei Freiburg]