Bombendrohung: Polizei räumt Bank am Rotteckring

Carolin Buchheim

Das Gebäude der Deutschen Bank am Rotteckring in der Freiburger Innenstadt ist von der Polizei geräumt worden. Es wurde ein Koffer mit der Aufschrift "Sprengstoff" entdeckt. Der Rotteckring ist beidseitig gesperrt. Der Polizei liegt mittlerweile ein Bekennerschreiben vor; sie hat die Beschreibungs eines Verdächtigen veröffentlicht. [Letztes Update: 20:57 Uhr]

[15:25] Die Kollegen der Badischen Zeitung berichten aktuell:


"Etwa 150 Leute stehen im Colombi-Park und harren der Dinge.

Nach ersten Berichten soll der Koffer mit der Aufschrift "Sprengstoff" und einem Bekennerschreiben auf einem Beraterplatz in der Schalterhalle abgestellt worden sein. Zeugen sahen einen Mann aus der Bank rennen.

Die Freiburger Polizeidirektion hat das Sondereinsatzkommando (SEK) aus Stuttgart angefordert. Noch nicht ist nicht sicher, ob die Spezialeinheit mit dem Hubschrauber nach Freiburg kommt, oder über den Landweg, was rund zwei Stunden dauern würde."


[15:28]
Die Polizei hat soeben folgende Pressemitteilung verschickt:

"Am Freitagnachmittag, gegen 14.30 Uhr, wurde die Polizei darüber informiert, dass eine bislang unbekannte männliche Person in einem Bankgebäude am Rotteckring einen Koffer abgestellt habe. Am Koffer war ein Zettel angebracht, dass der Koffer Sprengstoff enthalten würde. Forderungen wurden keine erhoben.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen; ein Delaboriererwurde angefordert. Das Gebiet rund um den Rotteckring ist sicherheitshalber gesperrt.

Der Mann, der den Koffer abstellte, wird wie folgt beschrieben:
  • circa 50 Jahre alt,
  • circa 175 Zentimeter groß,
  • dunkelblaue Bekleidung, dunkle Sonnenbrille mit dunklen Gläsern,
  • trug eine Mütze in Form eines "Franzosenkäppis".
Er soll über die Eisenbahnstraße geflüchtet sein.

Hinweise bitte an die Kriminalpolizei Freiburg, Telefon 0761.882-4884 oder das anonyme Telefon 0761.41262."

[15:52] Das angeforderte Sondereinsatzkommando aus Stuttgart wird nach fudder-Informationen per Hubschrauber nach Freiburg eingeflogen.

Um die Beeinträchtigungen in der Innenstadt gering zu halten, allerdings nicht direkt zum Tatort, sondern zu einem Landeplatz außerhalb der Stadtmitte. Von dort soll das SEK per Auto zum Rotteckring gebracht werden.



[16:10] Das Sondereinsatzkommando mit den Delaborierern wird am Flugplatz landen, und mit einer Polizei-Eskorte in die Innenstadt gebracht. Wann das genau passiert, ist zur Zeit noch nicht abzusehen.

Der Straßenbahnverkehr wird durch die Sperrung übrigens nicht beeinträchtigt. Wie es mit den Bussen der Linie 27 (Wiehre - Herdern) aussieht, wissen wir noch nicht.

[16:27] Die Deutsche Bank hat gegenüber fudder erklärt, dass der Verdächtige von den Überwachungskameras aufgezeichnet wurde, und er auf diesen von einer Mitarbeiterin identifiziert worden sei.

[16:32] Die VAG teilt mit, dass die Busse der Linie 27 zur Zeit über den Bahnhof anstatt über den Rotteckring fahren.

[16:35]



[16:52] Die Delaborierer sind seit einigen Minuten vor Ort. fudder-Redakteur David, der vor Ort ist, berichtet, dass die beiden Spezialisten ohne jegliche Schutzkleidung in die Bank gegangen sind. "Das war reichlich unspektakulär."

[17:33] Update der Kollegen bei der BZ:

"Sprengstoffexperten des Landeskriminalamts Stuttgart wurden mit dem Hubschrauber eingeflogen. Sie sind in das Gebäude vorgedrungen und haben den Koffer von außen inspiziert. Es soll sich um einen rund 40 mal 50 Zentimeter großen Metallkoffer handeln.

Aufgrund der Größe und der möglichen Menge an Sprengstoff, die darin enthalten sein könnte, haben die Experten den Absperrring um das Bank-Gebäude vergrößern lassen – als reine Vorsichtsmaßnahme. Mit speziellen Geräten wollen sie nun messen, ob es am Koffer Ausdünstungen von Sprengstoff gibt."

[17:40] Der Koffer, der heute Mittag in der Deutschen Bank abgestellt wurde, ist nach Aussage der Polizei nicht leer. Harry Hochhuli, Leiter des Polizeirevier-Nord, der den Einsatz leitet sagte gegenüber fudder: "Es könnte etwas drin sein, das uns Sorgen bereitet."

Der Koffer wird in wenigen Minuten geöffnet: dann wird auf jeden Fall ein Knall zu hören sein. "Bleibt es bei einem Knall, dann ist alles okay."

Die Feuerwehr ist vor Ort.

[18:07] Der Koffer wurde geöffnet. Der Inhalt wird im LKA von Experten jetzt näher untersucht. Es kann noch nicht ausgeschlossen werden, dass der Inhalt gefährlich ist.

[20:57] Die Polizeidirektion hat heute Abend folgende Pressemitteilung zu diesem Fall veröffentlicht:

"Wie bereits berichtet, wurde die Polizei am Freitagnachmittag, gegen 14:30 Uhr, darüber informiert, dass in der Schalterhalle eines Bankgebäudes am Rotteckring von einem bislang unbekannten Mann ein Koffer abgestellt worden sei. Gleichzeitig wurde von dem Unbekannten ein Schreiben an eine Bankangestellte ausgehändigt, mit auf den ersten Blick diffusen Handlungsanweisungen und dem konkreten Hinweis auf Sprengstoff, der sich in dem Koffer befinden soll.

Das Bankgebäude wurde umgehend und zügig geräumt; der nähere Bereich um den Rotteckring vorsichtshalber abgesperrt.

Durch die zwischenzeitlich eingetroffenen Spezialisten vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg wurde der Koffer nach vorheriger Überprüfung mit technischem Gerät geöffnet. Hierbei entstand offensichtlich eine leichte Folgereaktion, die auf den Inhalt des Koffers zurückgeführt werden kann.

In der Schalterhalle entstand geringer Sachschaden, der noch nicht näher beziffert werden kann. Personen kamen keine zu Schaden.

Eine Löscheinheit der Berufsfeuerwehr und Rettungskräfte waren ebenfalls vor Ort, mussten aber nicht eingesetzt werden.

Gegen 18 Uhr wurde die Absperrung aufgehoben.

Die Kriminalpolizei Freiburg hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen, insbesondere bezüglich des Täters, dessen Motivationslage und dem Inhalt des Koffers.

Der Tatverdächtige wird wie folgt beschrieben: Etwa Mitte 50 Jahre alt, circa 165 cm groß, westeuropäisches Aussehen; dunkelblaue Bekleidung, dunkle Sonnenbrille mit auffallend dunklen Gläsern; trug eine Mütze, ähnlich einer Baskenmütze, mit Schild. Der Mann sprach kein Wort. Er verließ das Gebäude durch den Eingang in der Eisenbahnstraße.

Sachdienliche Hinweise bitte an die Kriminalpolizei  Freiburg  unter 0761.882 4884 oder das anonyme Telefon 0761.41262 oder an kripo.freiburg@pdfr.bwl.de."

Einen aktuellen Bericht und eine Foto-Galerie gibt es außerdem auch bei den Kollegen von der BZ: Bombenalarm in Freiburg - Polizei gibt Entwarnung und Fotos: Bombendrohung in Freiburg.