Biosk-Betreiber wollen Kiosk am Stühlingerpark übernehmen

Julia Dreier

Die Rollläden sind geschlossen, die Fassade ist vollgesprüht, an den Ecken sammelt sich Müll: Seit Jahren bietet sich Passanten das gleiche Bild, wenn sie am "Kiosk am Park" an der Wiwili-Brücke vorbeigehen. Jetzt bemühen sich die Betreiber des Biosk an der UB1, den Kiosk wiederzubeleben.



Julien Röslen und Lars Millentrup haben Erfahrung darin, einen alten Kiosk aufzupolieren: Seit 2008 betreiben sie den "Biosk" am Alten Messplatz. Das ehemals heruntergekommene Objekt haben die beiden Jungunternehmer nicht nur äußerlich aufgemöbelt. Mit regionalen Bioprodukten sprechen sie zudem eine jüngere Zielgruppe an. Der Clou: Es werden weder Alkohol noch Tabakwaren verkauft.


Auch der "Kiosk am Park" müsste generalüberholt werden, um im Stühlinger das richtige Publikum zu erreichen, meint Röslen. "Um den Kiosk neu aufzumachen, wäre natürlich eine 180 Grad Wendung nötig." Schließlich habe es im Bereich des Stühlinger Parks früher immer wieder Probleme gegeben, was Alkohol oder Drogen angehe.

Zum Rundumschlag will auch ein Bürger aus Denzlingen ausholen. Dieser träumt davon, den alten Kiosk wiederaufzumachen und ausschließlich Obst und Gemüse zu verkaufen.

Pläne und Träume sind reichlich vorhanden. Ob sie sich verwirklichen lassen, ist allerdings ungewiss. So berichten die Biosk-Betreiber, die Stadtverwaltung habe laut werden lassen, dass der alte Kiosk abgerissen werden soll. "Wenn das so ist, wäre das schade," sagt Röslen, "wir hätten uns gut vorstellen können, den Kiosk im Stühlinger wiederzueröffnen."

Als der "Kiosk am Park" vor einigen Jahren noch im Betrieb war, trafen sich dort vor allem Obdachlose – ein ernstes Thema für den Bürgerverein Stühlinger. Deshalb sagt Daniela Ullrich vom Bürgerverein zur Zukunft des Kiosks folgendes: "Wir wollen keine Wiedereröffnung forcieren. Dass der Kiosk abgerissen werden soll, kommt uns eher gelegen."



Ob der Kiosk im Stühlinger bleiben wird oder nicht, entscheiden kann das letztendlich nur der Eigentümer. Julien Röslen und Lars Millentrup haben bei ihrer Suche jedoch niemanden ausfindig machen können. Wem gehört der Kiosk denn nun?

Offensichtlich weiß das keiner auf Anhieb so genau. Die Stadtverwaltung geht davon aus, der Kiosk gehöre der Freiburger Verkehrs AG, diese will den Kiosk aber nicht haben. Das Grundbuchamt hat die Übersicht über alle Freiburger Grundstücke und ihre Eigentümer, verweist aber ans Vermessungsamt. Ein Mitarbeiter recherchiert dort die Grundstückslagernummer – und mit dieser findet eine Mitarbeiterin des Grundbuchamts dann heraus, wer der Kioskbesitzer ist: Das Grundstück gehört der Firma Unmüssig.

Ob der Kiosk wirklich eine Zukunft hat oder nicht, hängt also von der Freiburger Bauträgerfirma ab. Geschäftsführer Peter Unmüßig hat sich auf wiederholte Nachfrage bisher nicht zu dem Thema geäußert.

Die Interessenten hoffen und träumen also weiter – so lange der Kiosk noch steht.

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  [Bild 1: Ingo Schneider; Bild 2: Thomas Kunz]