Bildungsstreik Freiburg: Wie geht's weiter?

Robert Hotop

Seit acht Tagen und Nächten ist das Audimax der Uni Freiburg besetzt. Bachelor-Studentin Laura, 21, vom AK (Arbeitskreis) Info/Presse und Lehramtsstudent Marius, 25, vom AK Aktion über die Pläne der Besetzer für die nächsten Tage.



Ein erster Höhepunkt ist für die beiden die Nachsitzaktion im Friedrich-Gymnasium: Vor einer halben Stunde machte sich ein Solidaritätskommitée auf den Weg zur Herdermer Schule, um gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, die sich verbotenerweise an der Bildungsstreik-Demo am vergangenen Mittwoch beteiligt hatten, die aufgebrummte Arreststunde abzusitzen, die um 18 Uhr begonnen hat.


Der nächste Programmpunkt ist morgen geplant: am Mittwoch, 25. November 2009, soll die „Öffentliche Übergabe der Forderungen der Audimax-BesetzerInnen an Rektorat, Rathaus und CDU-Geschäftsstelle“ stattfinden. Die Übergabe soll im Rahmen der Demonstration vonstattengehen, die um 13 Uhr vor dem KG 2 auf dem Platz der Alten Synagoge startet.

Eine „bildungspolitische Diskussion“ am Freitag, 27. November 2009 um 10 Uhr mit Dieter Salomon ist Auftakt für den „Vorlesungsmarathon“ der nächsten Tage: Der AK „Alternatives Vorlesungsverzeichnis“ hat nach Herausforderer Uli von Kirchbach, der schon am Freitag zu den Besetzern sprach, nun auch den Amtsinhaber für seine Vorlesungsreihe gewonnen. Allerdings wurde die Einladung an den OB „sehr kontrovers“ diskutiert.

Schon am Freitagabend können die Besetzer mit Claus Kleber, dem Moderator des heute-Journals, den nächsten Promi aufbieten. Die Veranstaltung findet nach Absprachen mit dem Journalisten und dem Carl-Schurz-Haus als Mitveranstalter wie geplant um 20 Uhr im Audimax statt.

Aber auch viele Dozenten und Professoren der Uni Freiburg werden kommen, um sich zu solidarisieren oder zu diskutieren. Weitere Gespräche mit der Unileitung selbst können nach Ansicht der Besetzer sinnvoll erst nach der offiziellen Forderungsübergabe am morgigen Mittwoch stattfinden. Insofern weisen Laura und Marius auch Vorwürfe von Prorektor Schanz zurück, der sich von den Besetzern nicht ausreichend informiert sah: "Wir mussten uns erst organisieren und die entsprechenden Beschlüsse fassen. Da wir basisdemokratisch organisiert sind, hat das seine Zeit gedauert.“

Die Plenumssitzungen finden übrigens nicht mehr bis in den frühen Morgen hinein statt: "Wir haben uns mittlerweile darauf verständigt, Beschlüsse zunächst im 20-köpfigen AK Inhalt vorzubereiten, so dass die Antragsflut im Plenum etwas eingedämmt werden konnte.“

Für Studentinnen und Studenten, die an den alternativen Vorlesungen teilnehmen möchten, aber sich sorgen wegen parallel stattfindender regulärer Lehrveranstaltungen, haben die Besetzer ein „Attest wegen der Bildungsgrippe“ vorbereitet und das Audimax zur „Quarantänezone“ erklärt.

Weitere Informationen und aktuelle Termine auf der Website der Besetzer.

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