Bermuda-Dreieck: Wir brauchen einen Alkoholführerschein

Manuel Lorenz

Vor zwei Jahren wurde das Alkoholverbot im Bermuda-Dreieck aufgehoben, jetzt soll es wieder eingeführt werden. Manuel findet es halbherzig. Und fordert lautstark und augenzwinkernd einen Alkoholführerschein.



Vorbeugen statt unterdrücken, hieß es im Sommer noch bei den Grünen. Jetzt überlegen sie, das Alkoholverbot in den Brennpunkten mancher baden-württembergischer Kommunen wieder einzuführen. Man wolle damit gegen Alkohol- und Gewaltexzesse vorgehen. Betroffen wäre auch das Bermuda-Dreieck in Freiburg. Nur: Bei näherem Hinsehen offenbart sich diese Maßnahme als halbherzig und verschiebt die Probleme nur anstatt sie zu beheben.


Denn: Wer nicht mehr im Bermuda-Dreieck trinken darf, tut dies zuhause – Stichwort: Vorglühen – oder in den umliegenden Bars und Diskotheken. Alkohol- wie Gewaltexzesse finden dann nicht mehr Open Air statt, sondern auf dem Weg zum Zielort oder daselbst. Konnte man Alkoholisierten, Gewaltbereiten bisher ausweichen, indem man berüchtigte Brennpunkte wie das Bermuda-Dreieck umgeht, würde man sie nun überall auf sie treffen.

Gezielt gegen Alkohol- und Gewaltexzesse vorgehen, ist anders. Gezielt hieße: einen Alkoholführerschein einführen. Dieser müsste zuerst im Rahmen einer theoretischen und praktischen Prüfung erlangt werden. Theorie: Woraus besteht ein Long Island Iced Tea? In welcher Reihenfolge konsumiert man Zitrone, Salz und Tequila? Praxis: Findet man mit sechs Maß Bier intus noch nachhause? Wie reagiert man mit zwei Promille, wenn jemand einen "Hurensohn" oder "Schlampe" nennt?

Ohne den Alk-Führerschein bekommt man keinen Alk. Und wer sich daneben benimmt, bekommt Punkte in Offenburg. Im Suff 'nem Mädel an den Hintern gelangt? Ein Punkt. Schlägerei? Drei Punkte. Mit vier Promille mitten auf der Straße eingeschlafen? Sofortiger Alk- und Alk-Führerscheinentzug.

Man könnte noch weitergehen: Wenn es so problematisch ist, alkoholisiert am Fußverkehr teilzunehmen, sollte man dies vielleicht allgemein verbieten - jedenfalls ab einem gewissen Pegel. Fußgänger würden von Ordnungkräften stichprobenartig kontrolliert. Die Dame, der Herr: Einmal blasen, bitte. Prügelprinzen und Pinkel-Depardieus würden aus der Öffentlichkeit verschwinden, der Alkoholkonsum gänzlich ins Private verbannt.

Nein. Wenn die Grünen in Sachen Alkohol Gesetz und Ordnung walten lassen wollen, dann richtig. Denn: Alle Wege führen nach Rom – außer dem Mittelweg.

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