Schnell und hart

Beim Dreisamcup in Freiburg spielten Lacrosse-Mannschaften aus ganz Deutschland

Julia Dagg

In Deutschland ist Lacrosse noch relativ unbekannt, wird aber immer beliebter. Beim Dreisamcup in Freiburg traten acht Herren- und Damenmannschaften aus ganz Deutschland gegeneinander an.

Zum fünften Mal haben am Wochenende die Freiburger Pumas, die Lacrosse-Mannschaft des PTSV Jahn, den jährlichen Dreisamcup veranstaltet. Bei dem Turnier traten acht Herren- und Damenmannschaften aus ganz Deutschland gegeneinander an. Gwendolyn Engelhardt und Max Reyer spielen beide selbst bei den Freiburger Pumas Lacrosse und haben das Turnier mitorganisiert.


Wenn Gwendolyn Engelhardt und Max Reyer über Lacrosse reden, sind sie kaum zu stoppen. Beide haben vorher andere Sportarten gemacht, sind aber froh beim Lacrosse gelandet zu sein. Lacrosse sei der älteste Mannschaftssport der Welt, erzählt Max Reyer. Ureinwohner Nordamerikas hätten die Ballsportart schon vor langer Zeit erfunden, um Streitigkeiten ohne Gewalt zu schlichten. Auch heute ist der Sport in den USA und Kanada sehr beliebt, beide Länder gehören zur internationalen Spitze. In Deutschland ist Lacrosse noch relativ unbekannt, wird aber immer beliebter.

Studierende haben Lacrosse nach Deutschland gebracht

Vor allem in Studentenstädten wie Freiburg, Tübingen, Göttingen oder Heidelberg spielen viele Lacrosse. Das liege daran, dass der Sport über Studierende nach Deutschland gekommen sei, insgesamt gebe es hier inzwischen rund 3000 aktive Spieler und Spielerinnen, so der 25-jährige Max Reyer. In Freiburg sind die Pumas der einzige Verein. Sie haben eine Herren-, eine Damen- und eine kleine Jugendmannschaft. Die beiden Erwachsenenmannschaften spielen sogar in der ersten Bundesliga. Trotz wachsender Beliebtheit sind die Pumas auf Nachwuchs angewiesen. "Wir wollen neue und vor allem junge Leute zu dem Sport bringen", so Engelhardt.

Der Spaß steht im Vordergrund

Finanzielle Unterstützung bekommen Lacrossevereine nur wenig, auch deshalb ist der Dreisamcup sehr wichtig. "Mit den Einnahmen finanzieren wir große Teile des Spielbetriebs im restlichen Jahr", berichtet Gwendolyn Engelhardt. Hoffnung auf mehr finanzielle Unterstützung gibt es, wenn Lacrosse, wie angestrebt, 2024 olympische Disziplin wird. Reyer und Engelhardt finden, dass ihr Sport für Olympia gut geeignet wäre: Lacrosse sei eine dynamische und sehr strategische Sportart mit viel Geschwindigkeit. Außerdem würden häufig die Regeln geändert und neu angepasst: "So bleibt der Sport in Bewegung und stagniert nicht." Erst vor kurzem wurde die Spielzeit verkürzt.

Lacrosse verbindet Körpereinsatz mit strategischem Stellungsspiel

Max Reyer fasziniert außerdem die Vielseitigkeit des Sports: "Lacrosse verbindet verschiedene Elemente von Eishockey, Basketball, Handball und vielen anderen Sportarten." Wie beim Handball sei zum Beispiel strategisches Stellungsspiel von großer Bedeutung. Und ähnlich wie beim Eishockey höre das Spielfeld nicht hinter dem Tor auf. Außerdem sind Körpereinsatz und sogenannte "Checks" erwünscht. Dadurch bekomme das Spiel viel Härte, aber auch Geschwindigkeit.

Gwendolyn Engelhardt gefallen vor allem die positive Stimmung und die familiäre Atmosphäre in dieser Sportart. "Lacrosse ist ein sehr kleiner Sport. Dadurch wächst man mit allen Spielern automatisch schnell eng zusammen. Auch mit Spielern aus anderen Vereinen", erzählt sie. So ist das Turnier in Freiburg, bei dem ohnehin der Spaß im Vordergrund steht, für viele eine Möglichkeit, Freunde und bekannte Gesichter aus dem Sport wiederzutreffen.
Lacrosse-Spielregeln

Ziel ist es, mehr Tore zu erzielen als die gegnerische Mannschaft. Gespielt wird mit zehn Spielerinnen und Spielern pro Team auf einem Spielfeld, welches von der Größe her einem Fußballplatz ähnelt. Lacrosse ist eine Ballsportart: Mit langen Schlägern, die am Kopfende ein taschenartiges Netz haben, wird der Ball aus Hartgummi getragen, gepasst und geworfen. Im Gegensatz zum Männer-Lacrosse ist bei den Frauen ein starker Körpereinsatz nicht erlaubt.