Beef zwischen Fler und Malik: Jetzt mischt sich der AfD-Nachwuchs ein

Daniel Laufer

"Wir ertränken dich im Bächle", hatte der Freiburger Rapper Malik seinem Berliner Kollegen Fler gedroht. Dann folgte die Rechtfertigung: alles Ironie! Jetzt schießt die Junge Alternative gegen Malik:



"Der Deutschrapper und SPD-Politiker Malik aus Freiburg hat seine Kompetenzen überschritten", schreibt der Bezirksverband der Jungen Alternative Südbaden auf Facebook. In einem YouTube-Video hatte Malik dem Berliner Rapper Fler gedroht. "Du hast Freiburg-Verbot. Sollten wir dich hier zu Gesicht bekommen, ertränken wir dich im Bächle oder füttern dir so lange Alnatura-Biokost, bis du platzt."


Dafür erntet Malik nun herbe Kritik von Seiten der Jungen Alternative. "Es gibt im menschlichen Miteinander Grenzen, die man nicht überschreiten darf", sagt der Bezirksvorsitzende André Ott. Dass sich nun ausgerechnet die Jugendorganisation der AfD äußert, dürfte einen Grund haben: Unter anderem bezeichnete Malik Fler als "Fler Lucke" und stellte so einen Vergleich zu dem AfD-Parteisprecher Bernd Lucke her.

Sein Video nahm Malik auf, nachdem Fler einen offenen Brief an den marokkanisch stämmigen Rapper Farid Bang veröffentlicht hatte. "Deutschland meint es gut mit Leuten wie dir und deswegen lassen wir auch noch mehr Asylanten in unser Land", schrieb Fler. "Ich finde, ein bisschen mehr Dankbarkeit könnte man erwarten."

Ironie – Humor oder Missstand?

Das Video, in dem Malik Fler scharf, wenn auch stark überspitzt angeht, endet mit dem Hinweis: "Ich spreche eine Sprache mit sechs Buchstaben." Malik wollte damit klarstellen: Bei der Botschaft handele es sich um Ironie, um Satire – tatsächlich kommunizieren Rapper immer wieder mit oft absurden Video-Botschaften. Fler zumindest scheint das verstanden zu haben. In einem YouTube-Kommentare lud er Malik – wohl spaßeshalber – zum Essen ein.

"Ich habe viele heftige Reaktionen gekriegt – vornehmlich von Leuten, die deutscher Herkunft sind und sich echt krass beleidigt gefühlt haben", sagt Malik nun. Dass er seine Botschaft nicht ernst gemeint habe, sei ersichtlich gewesen. "Wir ertränken dich im Bächle – was soll das denn? Das Ding hat im Hochstand zehn Zentimeter Wasser, da passt ja nicht mal ein Kopf rein!"

Doch der Jungen Alternative reicht diese Rechtfertigung nicht: "Bei dieser Drohung kann ich um Gottes Willen keine Ironie erkennen", sagt Ott. "Es ist ein Missstand, dass die Menschen zunehmend Dinge mit Ironie tarnen. Die Grenze zwischen Ironie und Wirklichkeit verschwimmt."

Malik, der mit bürgerlichem Namen Ismael Hares heißt und im Kommunalwahlkampf für die SPD angetreten ist, macht der JA nun wiederum Vorwürfe: "Die wittern jetzt eine Chance, SPD-Politik glaubhaft zu beschädigen." Viele könnten nicht zwischen der Kunstfigur des Rappers Malik und ihm als SPD-Politiker unterscheiden. Doch mit der Argumentation gibt sich die JA nicht zufrieden: "Es gibt gewisse Grenzen, die man nicht antasten darf – ob als Parteifunktionär oder als Rapper", so Ott.

Um den Inhalt der Debatte über Flers Aussagen gehe es der JA nicht. "Wenn Einwanderer hier geboren sind, müssen sie sich in keiner Weise dankbar zeigen", sagt Ott. Sein Bezirksverband hat den Berliner Rapper nun trotzdem zu einer Podiumsdiskussion eingeladen – auch wenn man nicht glaube, dass Fler daran teilnehmen wird. Malik höhnt: "Fler wird einen Teufel tun, bei so einer Veranstaltung aufzutreten. Die könnten die Gage eh nicht bezahlen."

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[Foto: dpa, Screenshot]