Bayern könnte jetzt schon Meister sein, wenn...

Lorenz Bockisch

Der 21. Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga ist vorbei und an der Tabellenspitze ist es nach wie vor spannend. Wie fast immer führt der FC Bayern München – wenn auch nur recht knapp. Doch in einer speziellen Situation könnte der Deutsche Meister seit gestern schon feststehen, jedenfalls rein rechnerisch. In diesem Szenario wäre aber das Rennen um die Plätze in den internationalen Pokalen nicht nur genauso spannend wie der Abstiegskampf, sondern sogar das gleiche!

Der 21. Spieltag ist in der Fußball-Bundesliga mit 18 Mannschaften der frühestmögliche Zeitpunkt, zu dem der Meister feststehen kann. Wie diese so frühe Idealsituation möglich wäre, kann man einfach ausrechnen.


Natürlich muss der zukünftige Meister, nennen wir ihn Bayern München, alle Spiele gewonnen haben. Somit haben die Bayern 63 Punkte gesammelt. Das kann vorkommmen, jedoch ist die Situation der restlichen Tabelle in diesem Szenario deutlich unwahrscheinlicher.

Alle anderen 17 Vereine müssen gegeneinander ständig unentschieden spielen und kassieren somit pro Spieltag nur einen Punkt. Natürlich hätten die Verfolger weniger Punkte, würden sie auch mal verlieren, doch dann bekäme ein anderes Team drei Punkte – und schon ist der Abstand zum Tabellenführer wieder zu klein. Also hat der schärfste Verfolger, nennen wir ihn Werder Bremen, am 21. Spieltag 20 Punkte gesammelt (inklusive einer Niederlage gegen die Bayern) und steht punktgleich mit fast allen anderen Mannschaften auf dem 2. Platz.

Bis zum Saisonende bleiben noch 13 Spieltage; Bremen kann jetzt – bei einer unglaublichen Siegesserie (z.B. nach dem Einkauf von Ronaldinho, Ballack und Drogba) und einer ebenso konstanten Niederlagenserie der Bayern (z.B. durch das Weglassen des Torwarts) – nur noch 39 Punkte aufholen. Das reicht aber gegen die 43 Punkte Vorsprung nicht mehr: Bayern wäre Meister.

Einen Spieltag zuvor wäre noch nichts entschieden: Bayern (60) läge "nur" 41 Punkte vor den Verfolgern (je 19). Werder könnte also an den letzten 14 Spieltagen noch insgesamt 42 Punkte holen und am Rekordmeister vorbeiziehen.

So spannend diese Situation auch wäre für Abstiegskampf und die Verteilung der internationalen Plätze, so unwahrscheinlich ist sie. Aber rein rechnerisch möglich – ebenso wie in der Zweiten Liga mit ihren ebenfalls 18 Mannschaften. Der SC Freiburg könnte also schon als Aufsteiger feststehen. Aber an dieser mathematischen Idealsituation darf man keine Mannschaft messen.