Basler Polizei will Frau und Kind eines Freiburgers als Pfand behalten

Carolin Buchheim

Ein Freiburger Autofahrer kollidiert in Basel mit einer Straßenbahn. Weil er die verlangte Kaution von 1000 Euro nicht zahlen kann, will die Polizei Frau und Kind als Pfand – ein ganz normaler Vorgang?



Als die Kreditkarte von Sorin Brebeanu nicht funktioniert, werden die Beamten der Kantonspolizei Basel kreativ. 1000 Euro wollen sie an einem Samstagabend Anfang November von dem 48-jährigen Freiburger. "Zuerst schlugen sie mir vor, Freunde sollten mir das Geld bringen. Sonst könne ich auch mein Auto stehen lassen", sagt Brebeanu. "Schließlich rieten sie mir, meine Frau und meine neun Monate alte Tochter als Pfand zurückzulassen und zu einer Bank nach Deutschland zu fahren." Ganz zuletzt hätten die Beamten sogar damit gedroht, für die Familie eine Zelle vorzuhalten.


Eigentlich wollten die Brebeanus in Basel Freunde besuchen. Doch nachdem am Mittag eine Tram der Linie 11 das Heck ihres Mercedes auf dem Aeschenplatz gerammt hatte, verbringt die Familie den Tag mit der Unfallaufnahme und auf dem Autobahnstützpunkt der Kantonspolizei. Die 1000 Euro Kaution soll Brebeanu zur Sicherung der zu erwartenden Strafkosten zahlen, schließlich wohne er nicht in der Schweiz.

Obwohl der 48-Jährige sich als Unfallopfer und nicht als dessen Verursacher sieht, ist er zahlungswillig. Aber Freunde behelligen oder Frau und Baby in Stich lassen, das will er auf keinen Fall. 90 Minuten seien sie bedrängt worden, sagt der Rumäne, der seit 25 Jahren in Freiburg lebt, dann habe er seine Familie doch nach Hause zurückfahren dürfen. Danach habe er vergeblich versucht, das Geld an einem Geldautomaten abzuheben: "Miete und alles waren gerade weg." Mit einem Kontoauszug als Beleg wird er am späten Abend auf der Wache vorstellig, wieder drohen die Beamten erst, das Auto zu behalten, lassen ihn dann doch ziehen.

Die unfreundliche Behandlung der Familie will man bei der Polizei Basel nicht kommentieren, das tue man im Einzelfall grundsätzlich nicht. Zudem könne Brebeanu ja den offiziellen Beschwerdeweg gehen. Zur hohen Kautionsforderung heißt es nur: "Das ist bei Nicht-Schweizern ein ganz normaler Vorgang nach dem Strafgesetzbuch."

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[Foto: Daniel Gramespacher/Symbolbild]