Bänderer-Sympathisanten hängen in der Freiburger Mensa Protest-Memes auf

Johanna Wagner

Die Bänderer aus der Mensa an der Rempartstraße sind zu einem Medienhighlight geworden. Sie haben Ruhm und Ehre erhalten - jetzt soll eine Trennwand sie von ihrer Berufung abhalten! Doch auf die Freiburger Protestkultur war schon immer Verlass:



Dass der Bau einer Mauer am besten kritisch zu betrachten ist, weiß Deutschland ja seit Beginn der 60er-Jahre. Trotzdem versuchen es ein paar Tapfere immer wieder – jetzt auch in der Mensa. Zum Semesterstart begrüßt sie die Studierenden mit Trennwändchen, die Bänderer von ihrem Drang abhalten soll, Essen zu essen, das sonst im Mülleimer landet.


Jemand hat kurzerhand eine Protestpinnwand daraus gemacht. Es ist ein Krieg auf amüsantem Kleingärtner-Niveau. Allerdings ein unterhaltsameres Gesprächsthema für die Mittagspause als die übliche "Dieses Semester starte ich voll durch"-Lüge.

Die Autorität schreitet ein

Mit Sprüchen wie „I Want Your Leftovers“ oder „Make Bändern Great Again“ liegt an diesem Dienstagmittag ein Hauch von Revolution in der Köttbullar-Luft. Die Protestplakate wecken das Interesse der meisten Mensabesucher - vermuten sie deren Ursprung doch direkt in der aufregenden und turbulenten Untergrund-Szene der Bänderer.

Dem Mensapersonal gefällt der Aufstand der Hungrigen wohl nicht so gut. Nach der Mittagspause sind die Kampf-Memes verschwunden. Der Protest: niedergeschlagen im Hinterhalt des allgemeinen Mittagstiefs.



Macht kaputt, was euch kaputt macht!

Man trinkt Tee, reibt sich die wundgetippten Hände und wartet auf die Gründung einer Gegenbewegung. „Mr. Mensa – tear down this wall!“

Selbstverständlich werden wir das Schlachtfeld des Kleinkrieges im Auge behalten. Keine Mittagspause soll mehr vergehen, ohne dass wir in Trenchcoats mit Armyprint um die Essensausgabe schleichen und Informationen per Walkie-Talkie austauschen!

So viel Protest und Maßregelung - da fühlt man sich ja fast wie '68. Die anderen großen Medien des Landes werden sicher bald über die von fudder publik gemachten Vorkommnisse berichten. Wie Spiegel Online, Deutschlandradio Wissen oder die Süddeutsche Zeitung.