Eilige Geburt

Baby kommt auf dem VAG-Gelände zur Welt – Mutter: Amelie ist fit

Sina Gesell

Bis zum Krankenhaus wollte das Mädchen nicht warten: Die Mutter brachte ihr Baby auf dem Gelände der Freiburger Verkehrs-AG (VAG) zur Welt. Den beiden geht es gut.

Am Freitagmorgen gegen halb acht brachte Martina Willmann ihre Tochter auf dem Gelände der Freiburger Verkehrs-AG (VAG) auf die Welt. "Ich bin glücklich und erleichtert", sagt die 31-Jährige. "Und das wichtigste: Amelie ist auch fit."


"Ich hatte überhaupt keine Angst, dass etwas schiefgehen könnte." Martina Willmann
Die werdende Mama war mit ihrem Schwiegervater – ihr Freund war bei der Arbeit – auf dem Weg zur Entbindung, erzählt sie. "Dass ich es nicht einmal mehr von Opfingen ins Diakoniekrankenhaus schaffe, hätte ich nicht gedacht." Als es wirklich nicht mehr ging, ist ihr Schwiegervater aufs VAG-Gelände eingebogen. "Er hat super reagiert und gleich Hilfe geholt." Einige Mitarbeiter haben dann Decken und Wasser gebracht. "Ich hatte überhaupt keine Angst, dass etwas schiefgehen könnte", sagt Willmann. Selbst ins Gebäude habe sie es nicht mehr geschafft. Amelies Geburtstermin wäre nächste Woche gewesen. Am Freitag schaffte es die Mutter nicht mal mehr ins VAG-Gebäude.

Also habe ihr Schwiegervater einen Teppich, den er zufällig im Auto hatte, auf dem Parkplatz ausgebreitet, die werdende Mutter daraufgelegt. Während ein Mitarbeiter deren Kopf hielt, hat der 62-Jährige seine Enkelin aufgefangen. "Das ging so schnell", sagt der frischgebackene Opa Emil Weimer und lobt die VAG-Mitarbeiter: "Das lief super!" Das Gefühl, als er seine Enkelin im Arm hielt und an seine Schwiegertochter übergab, könne er nicht beschreiben. Den Morgen fasst er als "Action pur" zusammen.

Als Andreas Töpfer dazustieß, war die Kleine schon auf der Welt. "Wir haben die beiden in Decken eingewickelt", erzählt der VAG-Mitarbeiter. Er sei zwar schon zum zweiten Mal zufällig Zeuge einer überraschenden Geburt gewesen, findet aber: "Das ist immer wieder ein freudiges Ereignis." Die VAG anzusteuern, sei jedenfalls eine gute Idee gewesen, so Sascha Zorn von der Pressestelle. "Das soll jetzt aber kein Aufruf an werdende Mütter sein", scherzt er.

Die VAG gratuliert – mit lebenslanger Freifahrt

Wenige Minuten, nachdem Amelie auf der Welt war, seien Notarzt und Krankenwagen eingetroffen, die Mutter und Kind ins Krankenhaus brachten. Das konnte die Familie am Nachmittag aber bereits wieder verlassen. "Uns geht’s soweit gut, die normalen Strapazen nach einer Geburt eben", sagt Martina Willmann. Jetzt will die Familie erst mal die Zeit genießen. "Ich hätte nicht gedacht, dass eine Geburt auf dem Parkplatz so einen Trubel auslöst." Ein besonderes Geschenk für die Kleine gibt es von der VAG: Sie bekommt lebenslange Freifahrt.