Aus für die Freiburger Skatenights

Julia Littmann

Zehn Jahre lang hat es in Freiburg die Skatenights gegeben, nun werden die beiden letzten Jedermann-Sporttreffs auf Rollen eingeläutet: heute und am Freitag, 17. Juli können Inlineskaterinnen und -skater zum letzten Mal in großen Runden durch die Stadt rollen, dann ist Schluss.



Polizeichef Amann habe an einem Runden Tisch in Sachen Skatenight bereits im vergangenen Jahr angemeldet, er habe das Personal für solche Veranstaltungen nicht mehr, erklärt Petra Zinthäfner, Pressesprecherin der Stadt. Mit Heiner Amann saßen Vertreter des städtischen Sportreferats an jenem Runden Tisch, so Petra Zinthäfner, und Vertreter der Skatenight-Organisatoren.


Die Teilnehmer einigten sich darauf, berichtet Veranstalter Jens Hoffmann von der Inline-Abteilung der Freiburger Turnerschaft (FT), dass die Skatenights nicht sofort eingestellt würden, sondern sowohl im vergangenen als auch in diesem Jahr noch stattfinden könnten. Dann aber solle Schluss sein mit den Massenläufen, die in insgesamt 35 Skatenächten in den vergangenen Jahren an die 30000 Menschen in Freiburg in Bewegung brachten.

Flyer, Musik und Sanitäter müssen bezahlt werden

Ermöglicht wurden die gemütlichen großzügigen Runden nicht nur dank der beweglichen Absperrungen, die jeweils etwa ein Dutzend Polizisten vornahmen. Zu jedem Lauf musste die FT außerdem 30 Ordner  stellen. Die kamen aus den eigenen Reihen und unterstützten den geordneten Ablauf ehrenamtlich. Dennoch kosteten die beliebten Skatenächte: Flyer, Musik und Sanitäter mussten – Hoffmann spricht von einer „vierstelligen Summe“ – bezahlt werden, und dafür fanden sich treue Sponsoren.

Tatsächlich habe man von Veranstalterseite auch angeboten, zusätzlich einen Teil der Kosten für die Polizeibegleitung zu übernehmen, sagt Jens Hoffmann, „aber da war nichts zu machen: Für die Polizei ist das mangels Personal eben nicht mehr zu leisten.“ Schade, findet der Inliner-Mann: „Gerade für eine Sportart, die keine festen Hallen oder Trainingsstätten hat, war eine solche Veranstaltung so wichtig.“ Die nennt Hoffmann „eine Plattform für ambitioniertes Skaten ohne Leistungsdruck als wunderbares Gemeinschaftserlebnis.“

Von Polizeiseite stünde einer abgespeckten Fortführung der Skatenächte ohne Unterstützung durch die Polizei offenbar nichts im Wege. Polizeisprecher Ulrich Brecht wird in einer Pressemitteilung der Veranstalter mit folgendem Satz zitiert: „Die Polizei geht davon aus, dass mit privaten Ordnern, die der Veranstalter aus seinen Reihen gewinnt oder über eine geeignete private Institution beauftragt, die Skatenight zu einem guten Verlauf geführt werden kann.“

Für die langen Strecken, die den Reiz des Stadtlaufs ausmachten, bräuchten die Veranstalter jedoch die Polizei zur Sicherung und Absperrung: Lediglich kleine Parcours von einem oder zwei Kilometern wären in Eigenregie ohne Polizei zulässig, erklärt Hoffmann. Das hieße dann ein Dutzend Mal im Kreis fahren – und habe sich bei Testläufen und auch andernorts nicht bewährt.

Ausdrücklich lobt Hoffmann die gute Zusammenarbeit mit der Polizei über all die Jahre – und betont: „Wir hören nicht auf, weil wir keine Lust mehr haben, sondern weil sich die Rahmenbedingungen so geändert haben, dass wir nicht weitermachen können.“

Mehr dazu:

Was: Freiburger Skate-Night
Wann: Freitag, 12. Juni 2009 und Freitag,16. JUli 2009; jeweils 20:30 Uhr
Wo: Karlsplatz [Dieser Artikel ist heute ebenfalls im Freiburger Lokalteil der Badischen Zeitung erschienen; Bild: Ingo Schneider.]