50 Jahre Mundenhof (3)

Auf dem Mundenhof gab es mal Luchse – und Pumas

Christian Engel

Heute leben auf dem Mundenhof Kamele, Erdmännchen und Esel – doch auch Raubkatzen hatten im Freiburger Tierpark ihr Zuhause. Wir zeigen Tierarten, die in 50 Jahren kamen, blieben – und auch wieder gingen.

1968: Ein Esel zieht ein



Der damalige OB Eugen Keidel eröffnet 1968 den Tierpark – und bringt das erste Tier gleich selbst mit: einen mazedonischen Esel mit Namen Moritz. Das Tier wird zum Symbol des Mundenhofs – und ist es heute immer noch, obwohl es 1995 verstorben ist. Moritz wird 35 Jahre alt und die BZ titelt damals in einem Nachruf: "Moritz, der greise, ging still und leise."

1968 - 1988: Wilde Zeiten



Heute leben 30 Tierarten auf dem Mundenhof: Mit denen von der Anfangszeit haben sie nicht mehr viel zu tun. Damals nimmt der Mundenhof alles auf, was er irgendwo herkriegt, vornehmlich Exoten und Raubkatzen: Luchse, Pumas, Geparde, Dingos oder Hyänen. Meistens sind keine adäquaten Gehege vorhanden – die wilden Zeiten sollen aber bald Geschichte sein...

1988: Konzept für die Zukunft



Ein wissenschaftlicher Beirat und zahlreiche Tierexperten sollen den Mundenhof neu aufstellen, ihm mehr Struktur verleihen. Sie erstellen ein Konzept, das bis heute Leitlinie des Tierparks ist: "Haus- und Nutztiere beheimaten". Bisons, die bis zu einer Tonne wiegen, verkörpern den Neubeginn.

1993: Erstes Jubiläum



25 Jahre ist der Tierpark nun alt. Ein Grund für OB Rolf Böhme und Umweltbürgermeister Peter Heller, ein paar Runden auf den Kamelen Suleika und Fatima zu drehen. Das Kamel wird zum Aushängeschild des Mundenhofs und im Logo verewigt. Und ein Kamel ist es auch, dass zum teuersten Tier der Mundenhofgeschichte wird. Ein privater Spender überweist 4500 Euro, damit sich der Park die Kamelstute "Marketa" leisten kann.

1996: Kontiki und Schmadtke



Eines Nachts bindet jemand ein Schaf an einen Torpfosten im SC-Stadion. Der Sportclub übergibt es an Kontiki, die Bildungseinrichtung für Kinder auf dem Mundenhof. Die Kinder taufen es "Schmadtke", nach dem damaligen SC-Torhüter. Als Schmadtke (das Schaf) Zwillinge bekommt, übernimmt Schmadtke (der Fußballer) die Patenschaft. "Nachdem ich von Fans schon als Kamel bezeichnet wurde, amüsiert es mich, wenn ein Schaf meinen Namen trägt", sagt Jörg Schmadtke – und bekommt zum Dank warme Stutzen aus der Wolle von Schaf Schmadtke.

2007: Die Affen rasen



Äußerst beliebt auf dem Mundenhof: Javaner-Affen. Im Jahr 2007 bekommen sie endlich ein neues Gehege, nachdem sie mal hier, mal dort gewesen sind. Ein Jahr zuvor ereignet sich allerdings noch eine schreckliche Geschichte. Zu den bisherigen Affen kommt eine neue Truppe aus Basel dazu. Nun gibt es zwei Chefs – es kann aber nur einen geben. Beim Duell verletzt sich "Jimmy" derart, dass er eingeschläfert werden muss.
Übrigens: Das älteste Tier auf dem Mundenhof ist derzeit Javaner-Affendame "Mega". Sie ist 35 Jahre alt.

2012: EM, Emma, Orakel



Eine Zeit lang ist es modern: ein Orakel, das den Sieger von Fußballspielen voraussagt. Auch die BZ legt sich einen tierischen Hellseher zu. Während der Fußball-EM 2012 erschnuppert ein Wollschwein des Mundenhofs ein ums andere Mal den richtigen Sieger. Lange hat es keinen Namen, bis die BZ eine Umfrage auf Facebook startet. Danach heißt das Wollschwein Emma.

Die Serie "50 Jahre Mundenhof":