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Fake-Interview: Wie der Rapper Cro versuchte, fudder für dumm zu verkaufen

Cro wollte fudder verarschen: So einfach lässt sich zuammenfassen, was der Rapper am Donnerstag versuchte. Denn das Telefoninterview, das Cro angeblich mit fudder-Redakteur Marius Buhl führte, war ein Fake. Was passierte:



"Hallo, sprech' ich mit Cro?"

Stille...

"Ja, hier ist Carlo."

So beginnt das Interview, das ich am Donnerstag mit Deutsch-Rapper Cro führe. Das Interview war vorab über den Konzertveranstalter Koko vereinbart worden. Als ich um 15 Uhr die mir gegebene Nummer wähle, nimmt Cros Manager Steffen Posner ab. Dann übergibt er an Cro.

Rund eine halbe Stunde spricht der Mann am anderen Ende der Leitung über Coolness: was er unter Coolness versteht, wen er cool findet, wie cool Freiburg ist.

Mir fällt auf: Der sonst so gesprächige Cro antwortet heute einsilbig, geht auf kaum eine Frage lange ein, gibt sich ungewohnt arrogant.

Als ich mir das Interview später anhöre, um es abzutippen, fällt mir sofort die Stimme auf. Sie ist dünn, scheint aus dem Hals zu kommen, hat einen hessischen Klang. Ganz anders die Stimme Cros: Zahlreiche Interviews mit dem Panda-Rapper im Netz zeigen: Cro klingt eher nasal, seine Stimme ist deutlich voller - sie klingt nach schwäbischer Herkunft. Die einsilbigen Antworten wirken außerdem, als wollte jemand ja nicht zu lange reden.

Alles nur ein Fake?

Freitagmorgen. Ich rufe die Kollegen der Stuttgarter Zeitung an. In der Onlineredaktion der StZ hat Cro früher als Webdesigner gearbeitet, Onlineredakteur Jan-Georg Plavec hat im Sommer ein langes Live-Interview mit Cro geführt, er kennt die Stimme bestens. Sein Fazit: "Das war nicht Cro". Auch eine weitere Mitarbeiterin bestätigt das.

Anruf bei Cros Manager Steffen Posner, er ist der Geschäftsführer des Labels Chimperator. Drei Mal werde ich weggedrückt, dann nimmt Posner ab. War das ein Fake-Cro, Herr Posner?

Stille ... Der Manager zögert, ringt hörbar mit sich, überlegt, was er sagen soll. Schließlich gibt er zu: "Ja, das Interview war ein Fake, wir fanden das lustig, es war ein Hirn-Furz." Angeblich sei es aber das erste Mal gewesen, das ein anderer sich als Cro ausgab.

Interessant ist, was der Fake-Cro im Interview im Namen des Panda-Rappers erzählte: "Rappende Mädchen sind uncool, die Sportfreunde Stiller sind die uncoolsten Deutschen, Schwaben sind uncool, auf Cro-Konzerten sind uncoole Leute."

Richtig verrückt wird es am Ende des Interviews: Der Fake-Cro kriegt einen Anruf seines Vaters, durch ein Versehen entsteht eine Dreier-Schaltung. Der Fake-Cro stellt nun seinen eigenen Vater als Cros Vater vor, der legt schnell wieder auf.

Warum erlaubt sich ein großes deutsches Label wie Chimperator solche rufschädigenden Tricks? Die Antwort des Managers: "Die BILD-Zeitung hat uns kürzlich auch schlecht behandelt. Die haben ein Interview gebracht, das sie gar nicht geführt haben. Außerdem wollten wir dich eigentlich nochmals anrufen. Haben wir dann irgendwie vergessen." Eine Entschuldigung folgt nicht.

Wer war jetzt aber wirklich am Apparat? Posner bestätigt, was ich davor schon vermutete; Cros Vor-Rapper DCVDNS war am Hörer. Der hatte vermutlich noch etwas Promo nötig, schließlich sagte er in Cros Namen: "Der coolste Deutsche, das ist DCVDNS. Das ist so mein Mittelfinger an die Fans."

Wir finden: Nice try, Panda. But you gotta try a little harder next time. Vielleicht hast du ja Lust - als kleine Entschuldigung - in unserer Redaktion vorbeizukommen, um das Interview nachzuholen? Wir freuen uns auf dich!

Hier findest du uns:







[FOTO: Red Bull Media House]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 9
Freitag, 28.11.14 15:33
 

Sympathischer Typ.



:|




Naja, sein Output ist so scheisse und belanglos, dass es fast schon traurig ist. Gute Songs nehmen, die laufen lassen und grausig-langweilige Texte darüber rappen. Pick-Up-Artist 2.0

Freitag, 28.11.14 16:46
 

Was für ein Kindergarten... Hoffentlich versinkt der schnell wieder da wo er hergekommen ist...
Geistiger Hirnfurz... Die sagen es ja sogar selbst!

Freitag, 28.11.14 16:54
 

Haha, das ist ja derbe lustig, Cro. Oder auch nicht.

Fudder sollte sich eine geeignete Strafe überlegen. Vielleicht das nächste Album zerreißen. Einfach mal so aus Spaß, als Hirnfurz.

Freitag, 28.11.14 17:30
 

als Alternative empfehle ich CRO mags https://www.youtube.com/watch?v=_g0-LEukUH8 ;-)

Freitag, 28.11.14 17:52
 

Albern und dümmlilch - bin erstaunt das ein namhaftes Label wie Chimperator grad sowas nötig hat....

Freitag, 28.11.14 20:13
 

@fudder:

der einzige, der hier verarscht wird, das ist der leser! durch die irreführende schlagzeile.

Freitag, 28.11.14 21:04
 

Das einzig peinliche ist doch, dass der angebliche Rap-Szenekenner der Fudderredaktion DCVDNS nicht sofort an der Stimme erkannt hat.

Montag, 01.12.14 00:45
 

fudder hat nix druff außer Zahnbelag !

Montag, 01.12.14 09:08
 

Ein Fall für "Blaulicht"!

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