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Das ist meine Kunst: HKDM-Studierende zeigen ihre Ateliers

Klebeband-Konstrukte, Sperma-Kunst und Schaumstoff-Menschen: Fünf Kunststudierende der Freiburger Hochschule für Kunst, Design und Populäre Musik zeigen fudder in ihren Ateliers ihre Kunst:


Evgenij Gottfried, 23



Evgenij Gottfrieds Atelier ist ganz oben. Er teilt sich einen geräumigen Dachboden mit vier weiteren Studierenden; neben seinem Holztisch steht eine Kiste mit schwarzen zwei Zentimeter breiten Klebebandrollen. Über ihm, an der schrägen Decke, haften schwarze Klebeband-Linien, die ein geometrisches Gebilde ergeben. "Der Eindruck von Symmetrie täuscht", sagt Evgenij. "Ich ziehe das Klebeband freihand über die Wände; der Abstand der Linien ist dadurch nicht überall gleich breit." 

Evgenij nennt seine Arbeit 'raumbezogen'. "Ich entwerfe Klebeband-Konstrukte an Decken, Zimmerwänden und in Hausfluren. Irgendwann möchte ich auch draußen kleben; an Außenwänden zum Beispiel."

Evgenij muss jede Kante eines Raumes vermessen, um festzustellen, wie viele Rollen schwarzes Klebeband er brauchen wird. "Jedes meiner Bänder ist 2,5 Meter lang. Ich beginne in einer Ecke des Raumes, und so entsteht ein Klebeband-Konstrukt, das ich nicht manipulieren kann. Ich muss, wenn ich einmal angefangen habe, das Klebeband durch den Raum zu ziehen, konsequent sein und die Freiflächen, die entstehen, als Zufallsprodukt hinnehmen."

Julien Fettkötter, 24



Schicht um Schicht durchsichtiger Folie wickelt Julien umeinander, bis daraus ein voluminöser Körper entsteht. "Ich finde es spannend, wenn man als Betrachter nicht sofort weiß, was da vor einem steht. Die Überlegung der Leute, deren Kreativität möchte ich herausfordern." 

Julien fertigt Menschen in verschiedenen Positionen, vergrößert hier einen Arm, dort ein Bein. Daraus entsteht schon mal eine 'Künstlerin auf einem Stufenbarren'. "Mich hat schon immer das Volumen und die Ausdehnung interessiert. Das fing damit an, dass ich zuerst fette Banker zeichnete; mittlerweile bin ich bei der plastischen Darstellung angekommen." Auf die Folie malt er rote, beige und braune Farbe, die dem menschlichen Hautton ähnlich ist, und trägt dann Lack auf, sodass der Körper glänzt.

Es sind organische, runde Körper, die Julien in seinem Atelier-Bereich des Dachbodens erschafft. Eine Staffelei für Zeichnungen hat er sich besorgt, eine plakatgroße Leinwand hängt an der Wand, ein Körbchen für seinen Hund liegt unter dem Maltisch. 

Jikke Ligteringen, 37



Jikke sitzt auf einem zusammengerollten Teppich am Boden und beugt sich über einen schwarzen Bogen Tonpapier. Mit gelben, grünen und blauen Wachsmalstiften hat sie begonnen, eine Waldlandschaft zu malen. “Wir bekommen nicht vorgeschrieben, woran wir arbeiten sollen. Jeder Künstler sucht sich sein Thema selbst aus”, sagt Jikke. Die Rolle des Menschen in der Landschaft interessiert sie. Sie zeichnet, dreht kleine Videos - malt sich selbst in ihre Landschaften hinein. “Ich finde es spannend, zu überlegen: Was ist mit dem Leben in der Landschaft geschehen, das vorher da war.” Sie interessiert die Einsamkeit dort.

Vor einer leeren Leinwand zu stehen und nicht zu wissen, was sie malen soll, das kennt Jikke nicht. Sie kommt mit einer Bild-Idee in ihr Atelier und arbeitet meist an vielen Projekten gleichzeitig. Wenn sie an einem nicht weiterkommt, widmet sie sich einem anderen.

Jede Noppe eines Schaumstoffkissens hat sie mit einer Nagelschere in eine Menschen-Figur geschnitten. Jede Person sieht anders aus: Frauen, Kinder, Männer - mit langen und kurzen Haaren; mit Jacken an und Kleidern.

"Über die Weihnachtsferien war die Schule geschlossen. Ich habe die meisten meiner Arbeiten mit nach Hause genommen, um weiter arbeiten zu können", sagt sie. "Ich kann keine Pause machen, wenn ich mitten in einem Schaffens-Prozess stecke."

Oliver Drescher, 30



Oliver: "'Alles hält sich selbst zusammen' - diese Überzeugung möchte ich mit meiner Kunst zeigen. Diese Entwicklung erlebe ich selbst, wenn ich hundert Einzelteile aneinanderhefte, -klebe oder -binde. Ich finde den Weg dahin spannend; aber er ist auch eine Quälerei."

Oliver hat einen eigenen Raum, in dem er arbeiten kann. Er sammelt, was auf der Straße herumliegt - Kronkorken, Schlüssel, Büroklammern, Gürtel, Turnschuhe, Dioden - und verbindet die Einzelteile zu einem Gegenstand. In seinem Raum stehen Plastiktüten mit Gummihandschuhen; leere Nasensprays liegen herum.

Bevor er anfängt, über Wochen und Monate an einem Kunstwerk zu arbeiten, einzelne Widerstände aneinanderzudrahten, weiß er nicht genau, wie es am Schluss aussehen wird. "Ich arbeite überall: Abends vor dem Fernseher binde ich noch die Gummifinger, der Hanschuhe aneinander. Ich versuche alles mit Kunst zu verbinden", sagt Oliver. "Ich sehe Gegenstände, und aus ihnen manifestiert sich dann ein Bild."

Florian Thate, 30



Auf Florians Arbeitsplatte liegt eine Deutschlandkarte. Mit einem Kohlestift hat Florian angefangen, die Autobahnen, Flüsse und Städte zu übermalen. "Wenn man genau hinsieht, kann man die Karte noch erkennen", sagt er.

Sein Atelier-Bereich auf dem Dachboden ist langgezogen. Steine und zwei Meter lange Stahlplatten liegen auf dem Boden; die Steine hat er immer wieder auf die Stahlplatten geworfen. Florian arbeitet aber gerade an seinem Landkartenprojekt: "Ich übe viel Druck auf den Kohlestift aus und male auch mehrere Schichten übereinander." Es kann vorkommen, dass dabei das Papier reißt und Löcher in der Karte entstehen. "Das Zerstören der Oberfläche gehört dazu", sagt er. "Die Arbeit an den Maps bedeutet für mich: einen Weg gehen. Und dazu gehört, dass Dinge kaputt gehen können."




Florian Thate und Evgenij Gottfried präsentieren am 18. Januar 2013 ihre erste Ausstellung "Introducing;:" im Kulturwerk T66. Der Eintritt ist frei. 

Was: Ausstellung "Introducing::"
Wann: Vernissage am 18. Januar 2013, 20 Uhr; danach 20. Januar bis 17. Februar 2013, immer donnerstags, freitags und sonntags zwischen 14 und 18 Uhr
Wo: T66 kulturwerk (Google Maps)


Fotogalerie: Florian Forsbach

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 16
+om
Mittwoch, 16.01.13 15:04
 

julians stuff, gefällt!

Mittwoch, 16.01.13 15:41
 

wo is das sperma!?

mza
Mittwoch, 16.01.13 15:45
 

Ja wo isses???

Mittwoch, 16.01.13 15:52
 

habe "sperma" gelesen und konnte nicht schnell genug klicken

edit: scheiiiße das ding auf bild 8 ist geil. 19, 20 auch.


Schwarzkommando hat den Kommentar am 16.01.2013 um 15:55 bearbeitet
mza
Mittwoch, 16.01.13 16:08
 

Foto 6 ist Sperma

Mittwoch, 16.01.13 16:15
 

ich habe evtl schlechte neuigkeiten re: dein sperma

+om
Mittwoch, 16.01.13 16:19
 

"wo ist das sperma"? > hilfestellung hier > http://steffen030.wordpress.com/2007/07/23/hier-gibts-einige-tipps-fur-manner-rund-ums-thema-onanier[..]

Mittwoch, 16.01.13 17:05
 

hurtz ...


Vor Jahren war auf dem Tuniberg mal ein Steinbildhauer-Workshop.
An einem der noch in Arbeit befindlichen tonnenschweren Kunstwerke hing ein Schild:
"Bitte stehen lassen !
(Oder wenigstens nach dem Spielen wieder hinstellen!)"


Biber hat den Kommentar am 16.01.2013 um 17:05 bearbeitet
Mittwoch, 16.01.13 17:19
 

Ich find die Klebeband-Geschichte cool. :) Ne Idee für die neue Wohnung reift.

Mittwoch, 16.01.13 22:05
 

mir gefällt fettlkötters (...) kunst sehr gut.
könnte ich einen dieser glitschigen deformierten penisse käuflich erwerben?

Mittwoch, 16.01.13 23:40
 

Ich weiß nicht, was genau alles in und auf Bild Nummer 6 so passiert ist, aber ich würde mal zu einem guten Arzt gehen. Zu einem sehr guten Arzt!

Donnerstag, 17.01.13 08:25
 

Der Begriff "Kunst" scheint sehr ausdehnbar zu sein......Nun ja. Allerdings finde ich Bild 9 und Bild 18 wirklich nicht übel.

Donnerstag, 17.01.13 14:31
 

also hm...
die nasenspraysammlung auf bild 5 erinnert schon sehr an den französischen künstler arman.
erinnert mich aufjedenfall daran. abgesehen davon was soll das eigentlich? naja die Kunst... nun gut...

und dann soll mir jetzt bitte mal jemand sagen dass diese skulptur auf Bild 7 nicht von nikki de saint phalles nanas abgekupfert ist.

und meiner meinung nach muss man nicht auf eine kunsthochschule gehen um karten zuzukritzeln.
wenn die künstler ne gute erklärung dafür haben, hab ich n offenes ohr aber die meisten künstler heutzutage langweilen mich extrem. ich hab das alles schonmal gesehen.


Griptape hat den Kommentar am 17.01.2013 um 14:33 bearbeitet
Donnerstag, 17.01.13 15:25
 

Habe ich eigentlich meine Spiegeleier-Collagen schon erwähnt ?


Biber hat den Kommentar am 17.01.2013 um 15:25 bearbeitet
Donnerstag, 17.01.13 15:47
 

miss_amused.warte auf private nachricht von dir.zum austausch von...

Donnerstag, 17.01.13 15:51
 

Also irgendetwas stinkt hier seit 4 Posts gewaltig zum Himmel.

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