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Schiller in der Rothaus-Arena: Eine Reise durch Synthesizer-Welten

Grelle Lichtblitze, orangefarbene Lichtschwaden, dazu zuckersüße Pop-Balladen und treibend groovige Skizzen - das Konzert von Schiller in der Rothaus-Arena bot ein spektakuläres Schauspiel aus Licht und Klang. fudder-Autor Bernard Amelung war vor Ort und hat Eindrücke mitgebracht.



"Guten Abend Freiburg. Jetzt machen wir gleich weiter mit Musik." Christopher von Deylen, Gründer und Kopf des Musikprojekts Schiller, begrüßt das Publikum in der Freiburger Rothaus-Arena mit kurzen, knappen Worten. Schnell zurück zum Wesentlichen, zur Musik, will er kehren, denn er hat sich für seinen Auftritt viel vorgenommen. Sein neues Studioalbum "Sonne" - es ist sein siebtes in 14 Jahren - will er vorstellen und außerdem noch zwei, drei Crowdpleaser für die Konzertbesucher spielen.

Diese kommen aus Freiburg, Lörrach, Breisach und Colmar, von kleinen Schwarzwalddörfern genauso wie von Winzerorten am Kaiserstuhl und in der Ortenau. Wer an diesem Konzertabend allerdings Teenager und Anfangzwanziger beim Abhotten erwartet, wird enttäuscht. In der Rothaus-Arena finden sich vielmehr Ehepaare, Pärchen und kleinere Freundesgruppen im gesetzten Alter ein. Sie haben ihren Schiller gelernt, treten textsicher auf und stimmen munter in die Refrains von Songs wie "Velvet Aeroplane" ein.

Wieder zurück zum Wesentliche, zur Musik. Das Album "Sonne" ist 29 Stücke stark. Darauf enthalten: düstere, melancholische Instrumentalpassagen, zuckersüße Pop-Balladen und treibend groovige Skizzen, die unmittelbar auf die Tanzflächen großer Clubs zielen. Für diese verarbeitet von Deylen elektronische Tanzmusiken wie Eurodance, Trance und Techno. So erschüttern ein ums andere Mal tiefe Bassfrequenzen und dissonante Harmonien die Rothaus-Arena. Aufsteigende Arpeggi toben und brechen über den Besuchern herein. Scharfe Rimshots und stahlharte Snareclaps, gespielt von Cliff Hewitt (elektronisches Schlagzeug) und Ralf Gustke (akustisches Schlagzeug) fräsen sich in die Gehörgänge ein. Und immer wieder im Mittelpunkt: die Synthesizer aus den Häusern Roland und Clavia. Ihnen entlocken von Deylen und sein Band-Kollege Christian Kretschmar zarte Flächen, die sie zu Klangbilder mit orchestraler Dichte auftürmen. Sie schwellen an und ebben ab. Sie bauschen sich auf und fallen in sich zusammen.

Passend dazu: die Lightshow. Grelle Lichtblitze jagen durch die Konzerthalle. Langsam formen sie sich zu leuchtenden Bildern, zu Würfeln, Dreiecken, Kegeln, Kreisen und Ellipsen. Mal wird der Raum in ein frostiges, weißes Licht getaucht. Dann wieder durchwehen ihn orangefarbene Lichtschwaden. Sie ballen sich zu kosmischem Nebel oder Sonnennebel zusammen. Die opulente Bühnenshow bietet viel Raum für Assoziationen. "Lichtermeer" und "Sonnenwelten" heißen die entsprechenden Passagen auf dem Album "Sonne". Hier möchte man die Augen schließen, sich davontragen lassen und eine kurze Auszeit vom Alltag nehmen. Dieses Vorhaben gelingt beinahe, wären da nicht die wenigen Konzertbesucher, deren unerträgliches Gegröle die fast schon andächtige Stimmung trübt.

Was bleibt zum Schluss? Die Erinnerung an eine Reise durch Synthesizer-Welten, eine perfekt aufeinander abgestimmte Band im Spannungsfeld zwischen akustischer und elektronischer Musik und ein spektakuläres Schauspiel aus Licht und Klang.








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