zur Startseite
Passwort vergessen?
 

 

Phänomen Bubble Tea: Bunt, ungesund, trendig

Freiburg ersäuft in bunten Kugeln. Bald eröffnet der sechste Bubble-Tea-Laden. In futuristischen Plastikschänken mit dem Charme einer Frauenarztpraxis mischen hippe Verkäufer Glibberkügelchen mit verdünntem Sirup. Auch McDonalds serviert seit einer Woche das taiwanesische Modegetränk. Aber weshalb hat es dieser zuckrige Tee überhaupt zum Hype geschafft?



Die Schlange reicht bis zur Tür. Teenager, viele übergewichtig, drängen sich um die bunt leuchtende Menükarte. „Princess-Bubble-Tea klingt gut“, findet ein Mädchen im engen Neon-Top, und wenige Minuten später hält es das Kunstwerk in der Hand: Erdbeermus, Milch, gefrorener Joghurt, Zuckersirup, Schlagsahne, Erdbeer-Gelee-Perlen und pinke Marshmallows. Willkommen im Bubble-Tea-Paradies.

Hier, im „Mylicious“ im Untergeschoss der Schwarzwaldcity, hat vor einem Jahr alles angefangen. Besitzerin Mey Von hat damals das Suppekochen gegen Tee-Blubbern ersetzt und damit einen Hype losgetreten, der eigentlich nicht so recht in die deutsche Bio-Hauptstadt passte.



Überzeugt hat wohl vor allem die Hauptattraktion: Im Mylicous kreiert der Bubble-Fan sein Getränk selbst. Er wählt Teesorte, Geschmacksrichtung, Aggregatzustand, Temperatur, Bubble-Konsistenz, deren Geschmack und die Größe des Bechers. Der Bubble-Tea war also kreativ, neu, bunt, lustig - und gefiel vor allem einer sehr jungen Zielgruppe zwischen 8 und 16 Jahren. Heute, mit sechs Mal mehr Konkurrenz als vor 12 Monaten, ist bei Mey Von noch immer volles Haus, denn die Kids bringen längst ihre Eltern mit zum Teeschlabbern.

Zwei Mal Steak mit Pommes im Plastikbecher

Einer der treuesten Mylicious-Stammkunden ist der Freiburger Trendsetter und Fun-Food-Spezialist Fabian 'Cruel' Baur. Er lässt ganz Freiburg via Twitter wissen, wenn es ihn mal wieder nach den bunten Kugeln gelüstet. Als er an diesem Abend ins Mylicious stolziert, fragt Besitzerin Mey Von ihn fast besorgt: „Du warst aber schon lange nicht mehr hier. Hab mich schon gefragt, was los ist.“

Cruel lächelt. Er habe die ganzen neuen Bubble-Tea-Läden in Freiburg testen müssen, deshalb. Dann bestellt er zwei Mal Steak mit Pommes im Plastikbecher – das brennwerttechnische Äquivalent eines halben Liters Joghurt-Shake mit Oreo-Keks-Krümeln und Glibber-Schokoperlen.

 
Bis auf 500 Kalorien bringt es ein 0,2-Liter-Becher Bubble Tea im Schnitt, rund ein Drittel des Tages-Energiebedarfs eines Kindes. Die Milchshakes und Frozen-Joghurt-Mixgetränke übersteigen diesen Wert noch um ein Vielfaches. Mey Von weiß, dass ihr Produkt nicht besonders gesund ist. „Wir versuchen aber immerhin, so viele natürliche Produkte zu verwenden wie nur möglich: Also echten aufgebrühten Tee, richtige Kokosmilch und kein Milchpulver“, sagt die Unternehmerin.

Schön bunt und ungesund

Dass die bunten Mix-Getränke Lebensmittelskeptiker auf den Plan rufen, befürchten auch die anderen Bubble-Tea-Geschäfte. Das „Kxuio“ im Bursengang will diese potentiellen Spielverderber durch schöne Informationen auf den Thekenschildchen beruhigen: Man verwende ausschließlich „natürliche Aromen“ und im Joghurt drehten sich jede Menge „gesunde Kulturen“.

„Das ist totaler Quatsch“, sagt Ernährungsberaterin und Sommelière Silke Nolden. Tatsächlich muss man die gesunden Zutaten im Bubble Tea mit der Lupe suchen. „Da sind sicher ein paar Spurenelemente drin, aber der Zucker und das putschende Teein machen daraus ein ganz gefährliches Getränk.“ Die Putschwirkung sei nicht zu unterschätzen, warnt Nolden, vor allem was die Volumen angeht. In die größten Portionsbecher passen 0,7 Liter Zucker-Teein-Mix. „Wenn ein 11-Jähriger sich drei Mal am Tag einen Latte Macchiato kauft, würden sich die Leute auch wundern.“



Den Inhalt der Tee-Getränke zu kontrollieren, ist derzeit unmöglich. „Das Problem ist, dass es sich um lose Ware handelt“, sagt Sabine Partheymüller von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Deshalb müssen die Becher keine Zutatenlisten tragen, in denen angegeben wird, welche Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe genau darin enthalten sind. Auch für die Nährwerte gibt es keine Kennzeichnungspflicht.“

Auch die Techniker Krankenkasse warnt mittlerweile vor dem Getränk und schreibt in einer Mitteilung: „Das Teegetränk wird nicht nur mit kalorienreichem Fruchtsirup versetzt, die kaugummiähnlichen Kügelchen sind ebenfalls noch gesüßt.“ Im Februar hatte bereits der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands in Köln die Eltern alarmiert: Kleinkinder könnten sich leicht an den Kügelchen verschlucken, die Kügelchen gelangen über die Luftröhre in die Lunge und können zu einer Lungenentzündung oder sogar zu einem Lungenkollaps führen.   Noch dazu ist der trendige Tee fünfmal so teuer wie Wassereis (im Durchschnitt kostet ein kleiner Becher zwischen drei und vier Euro) und verbraucht dreimal so viel Plastik (Becher plus Deckel plus Strohhalm plus Serviette).

Frühe Form der Triebbefriedigung


Bubble-Fan Cruel Baur sind all diese Negativ-Faktoren egal: „Es ist einfach ein Geschmackserlebnis der besonderen Art“, schwärmt er und rührt verzückt in seinem Shake. „Dafür trinke ich jetzt weniger Kaffee.“ Der Freiburger Unterhaltungs-Wissenschaftler und Trendforscher Sacha Szabo vermutet einen Bezug zum Kaffeehaus-Ketten-Trend. „Wir sehen beim Bubble-Tea wie eine neue Kultur eine alte, nämlich die hoch ausdifferenzierte Tee-Kultur, überdeckt“, sagt der Soziologe. „Der Aufwand des Teekochens, der zum Genuss ja dazugehört, wird gekappt und durch ein irritierendes Erlebnis ersetzt. Nachdem bei Starbucks bereits Kaffeekultur popularisiert wurde, wird nun das Teeprozedere durch Bubble-Teas ersetzt und zwar durch einen besonderen Attraktor: die Boba-Kugeln.“

 
Der Bubble-Tea erlaube ein lustvolles Trinken – und das durchaus im mehrdeutigen Sinne. Dies geschehe einerseits durch den Zucker, „da Süße vom Menschen als angenehm empfunden wird“, so Szabo. Der Forscher geht in seiner Analyse noch weiter: „Unsere Vorstellung vom Paradies als Land, in dem Milch und Honig fließt, wird ja auch durch die Grundzusammensetzung des Bubble-Tea angesprochen.“ Zum anderen sei die Konsistenz ein essentieller Lust-Faktor. „Es ist ein Hybrid zwischen Essen und Trinken, eigentlich ist es eine Art Lutschen. Und das Lutschen ist nun psychologisch eine sehr frühe Form der Triebbefriedigung.“

Der Anfang vom Ende?

Die geradezu inflationäre Eröffnungswelle der Bubble-Tea-Läden lässt ihr baldiges Ende bereits erahnen. McDonalds dürfte das nur noch beschleunigen. Doch Mey Von vom Mylicious bringen die neuen Läden nicht aus der Ruhe. „Ich habe vorausgedacht und von Anfang an auf Kreativität und Persönlichkeit gesetzt“, sagt Mey Von. Mit ihren rund 500 verschiedenen Sorten seien Bubble-Tea-Ketten für sie keine Konkurrenz.



Glaubt man dem Trendexperten Sacha Szabo, dürfte sie mit dieser Strategie Erfolg haben. „Süßigkeiten-Trends sind wenig nachhaltig. Man probiert noch ein paar Variationen aus und dann sucht man den nächsten Kick. Aber wenn Bubble Teas immer weiter Abwechslung leisten können, dann haben sie das Zeug zum Kult-Getränk.“

Was ist Bubble Tea?

Der vor 25 Jahren in Taiwan erfundene klassische Bubble Tea besteht aus Schwarz-, Kräuter- oder Früchtetee, an dessen Boden erbsengroße Kugeln schwimmen, deren Konsistenz an Götterspeise und Kaugummi erinnert. Diese glibberigen Tapioka-Kugeln bestehen aus der geschmacklosen Stärke der Maniokwurzel, die gesüßt, aromatisiert und einfärbt wird. Alternativ gibt es Bubble Tea auch mit den an Badeperlen erinnernden Geleebällchen, die so genannten Boba-Perlen aus Fruchtsaft: Sie zerplatzen beim Draufbeißen spektakulär auf der Zunge. Bubble-Tea-Trinker und Trinkerinnen saugen Tee und Perlen durch einen überdimensionalen Strohhalm aus verschweißten Plastikbechern.




[Foto 1: dpa; Rest: Fabienne Hurst]




Artikel als E-Mail verschicken Artikel auf Facebook weiterempfehlen Artikel twittern Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen Diesen Artikel bei del.icio.us bookmarken
 



Kommentare
Anzahl der Kommentare: 97
Mittwoch, 20.06.12 10:08
 

Für dicke Kinder. Und solche, die es werden wollen.

Mittwoch, 20.06.12 10:12
 

Gehört eindeutig zu den Dingen die die Welt nicht braucht!

Und die ganzen übergewichtigen Menschen die sowas in sich hineinschaufeln schädigen das Gesundheitssytem nachhaltig. Und der doofe, brave Beitragszahler darf dafür auch noch mit seinen Beiträgen die Überfettungstendenzen finanzieren!

Wünsche mir so wie bei Zigaretten/Tabakwerbung eine deutlich les- und sichtbare Warnung auf jedem Becher und großflächig auf der Auswahlkarte.

Vorallem verlernen die BubbleTeaTrinker die Reinheit von Aromen und Geschmack.
Und die Stadt Freiburg sollte wie bei Spielhallen eine erhöhte Gewerbesteuer von den Läden verlangen. Das ist Gesundheitsgefährdung in Reinkultur!

Mittwoch, 20.06.12 10:23
 

schon mal dran gedacht, coca-cola zu boykottieren?

Mittwoch, 20.06.12 10:29
 

@ja/nein,

ich persönlich trinke Coca-Cola nicht.
Apfelsaft von heimischen Streuobstwiesen, St. Leonhardsquellwasser und Wein bzw. Bier aus heimischer Produktion sichern meine Flüssigkeitszufuhr.
Und meine morgendliche Kanne Schwarztee ist durch keinen Bubble-Tea der Welt ersetzbar.
Natürlich ungesüßt für bessere Geschmacksentfaltung der Teesorten.

Mittwoch, 20.06.12 10:29
 

Und die ausgelutschten Becher bitte nicht gerade da fallen lassen, wo man gerade steht oder geht, sondern wenigstens in die Mülleimer.

Mittwoch, 20.06.12 10:32
 

"Coca-Cola-Chef: Sind nicht schuld an Fettleibigkeit" http://is.gd/wGuR4n

Mittwoch, 20.06.12 10:35
 

@ vdp

Das berühmte Wasser, das bei Vollmond abgefüllt, und dann hergekarrt wird ?

@ christianhauck

hat er ja auch recht, muß doch jeder selbst wissen, bzw. bereits von den Eltern erzogen werden.
Sagt ja auch keiner, der Jack Daniels, der Herr Kornmark, das Fräulein Liebfrauenmilch oder der Krombacher Braumeister seien daran schuld, wenn einer Alkoholiker wird.


gedoens hat den Kommentar am 20.06.2012 um 10:43 bearbeitet
Mittwoch, 20.06.12 10:38
 

war nur ein hinweis darauf, dass es zuckerwasser mit weiteren schädlichen zutaten schon seit vielen jahren an jeder straßenecke gibt. große konzerne sorgen dafür, dass getränkeautomaten an schulen nur noch von ihren aufputschenden und fettmachenden antigesundheitsflüssigkeiten befüllt werden dürfen und fastfoodketten bieten zu diesen standardgetränken abgestumpfter bevölkerungsmassen das nährstoffvermissende material an, das runtergespült werden will.
ist also nix neues, nur die empörung ist ganz ungewohnt.


ps: ich finde den ständigen vergleich tee/bubble tea sehr mühsam, weil das trinken von echtem tee nun mal nix mit bubble tea-trinken zu tun hat und die jeweiligen fans sich doch gar nicht in die quere kommen. die einen ersäufen sich in teuren trendgetränken und die umwelt im kunststoff, die anderen trinken weiterhin unbehelligt tee.

Mittwoch, 20.06.12 10:41
 

@gedoens,

Nöö - auf so Vollmondgeschichten verzichte ich. Das Wasser kommt aus einer Quelle die nur ganz wenige Meter neben meinem Geburtshaus entspringt und ich bin mit dem Wasser quasi aufgewachsen.
Schmeckt gut und ist verträglich, mehr muss nicht sein. Und dank zunehmendem Bewußtsein ob der Herkunft des Wassers wird die Leonhardsquelle in Flaschen abgefüllt und europaweit verkauft.

Gutes Wasser ist wichtig und ich benutze es sogar um meinen Tee zuzubereiten und für Kochaufgaben in der Küche.

Mittwoch, 20.06.12 10:43
 

hmmm - da gibt es diese Uebergangszone, all die aromatisierten Beuteltees mit dem Wohlfühlnamen, "Sommerbrise", "zarte Liebe" und so weiter.

Mittwoch, 20.06.12 10:50
 

...und genau die Tees (aromatisiert bis zum Abwinken) verbinde ich persönlich NICHT mit Teegenuss.

Für mich bedeutet Genuss reine Blätter aus Assam, Darjeeling, Sikkim usw. und die ganzen Kräutervarianten aus heimischer Produktion.

Einzigartiger, intensiver und besonderer Geschmack.

Mittwoch, 20.06.12 10:50
 

@vdp

ah so, dachte halt nur, weil das Mondwasser-Vollmondabfüllung auch von dort kommt.
http://www.st-leonhards-quelle.de/ha_Wasser.html?current_mp=6
;-)


gedoens hat den Kommentar am 20.06.2012 um 10:51 bearbeitet
Mittwoch, 20.06.12 11:01
 

"standardgetränke(n) abgestumpfter bevölkerungsmassen"

omg

Mittwoch, 20.06.12 11:04
 

@aromatisierte beuteltees: die sind für verklemmte zeitgenossen, die ihre umwelt durch verschiedene signale (einkaufswagen, aus dem es schreit: "heiße liebe-tee" (vanille-himbeer), zutaten, die auf kochunfähigkeit schließen lassen, produkte mit den logos menschenfeindlicher konzerne drauf bzw spießermarken für das kleine bisschen sicherheit im dschungel des lebens und noch ne tafel "alles wird gut-schokolade" - die heißt im idealfall echt so und die kaufende person nimmt sich vor, heute abend höchstens eine reihe davon zu essen, beichtet aber morgen, wie "maßlos" sie war, was wiederum mehr dem zweck dient, der umwelt mitzuteilen, welche erwartungen man an sie hat...) über die eigenen verfassung und weltanschauung (wobei "welt" impliziert, sie umfasse viel, gedreht wird sich in diesen kreisen aber mehr im kleinen) informieren. letztendlich also ein service an den aufmerksamen teil der bevölkerung, hätte man wahlfreiheit, also: man könnte dann einfach nen großen bogen drum machen, würde man dann nicht mit 5 weiteren von der "sorte" zusammenstoßen.

Mittwoch, 20.06.12 11:07
 

omg was?
es bot sich grad an

Mittwoch, 20.06.12 11:08
 

@vdp
mach das mit deinen Getränken und deinem Lebensstil doch bitte so wie du es für richtig hälst, aber gesteh das anderen auch zu!
Wenn du alles was "zu viele" Kalorien hat gleich besteuern oder verbieten willst, dann ist z.B. dein Bier und Wein auch mit von der Partie.... (und weißt du wie viel Zucker in einem Apfesaft ist?
aber achso, das ist ja natürlicher Fruchtzucker das ist was gaaaaaaaanz anderes als böser Industreizucker!)
Jeder soll wissen was er tut und ich komme leider einfach nicht mit Leuten klar, die versuchen ihr Weltbild anderen aufzwingen zu wollen!

Und: ich trinke gern mal Bubble - tea. Er hat vom Geschmack her meist noch deutlich mehr mit Tee zu tun, als jeder Eistee, den man so im Laden kaufen kann!

Mittwoch, 20.06.12 11:12
 

haha, wie kann man einen satz wie "aber achso, das ist ja natürlicher Fruchtzucker das ist was gaaaaaaaanz anderes als böser Industreizucker!" an einer stelle einbauen, an die was ironisches gehört?!

Mittwoch, 20.06.12 11:14
 

vielleicht ist der hype ist dadurch entstanden, das viele sich in ihre kindheit zurück wünschen, ohne arbeitsstress,alltagssorgen etc. und da das zeug an hipp gläschen oder multi sanustol erinnert.....

Mittwoch, 20.06.12 11:19
 

vanille im tee ist schlimmer als hitler

Mittwoch, 20.06.12 11:55
 

@tastefully: Ich bin dafür das du diese These dem Zentralrat der Juden genauer erläuterst. Ich vermute, die sind nicht mit dir einer Meinung.

@Bubbletea: Noch nicht getrunken, reizt mich auch nicht so richtig. Ist halt mal was andere, im übrigen macht die Dosis das Gift.

Mittwoch, 20.06.12 11:58
 

Meine Fresse, ihr seid mir ja alle schöne Moralaposteln.
@vdp: Schön, dass du regionale Produkte kaufst, kann man nur unterstützen. Aber: sich hier groß aufspielen aber Bier und Wein trinken? Großartig. Ich trink ab und zu nen Becherovka, sind ja nur Kräuter. Ich lebe so gesund.

Jetzt mal im Ernst: Alles ist schädlich in großen Mengen. Und natürlich ist es furchtbar, wenn elfjährige Kinder sich jeden Tag 0,7 l Bubble Tea reinziehen, vor allem wenn se eh schon Schwimmringe haben. Aber da sind vor allem auch die Eltern verantwortlich zu machen in ihrer Erziehung und Versorgung der Kinder. Ich glaube nämlich nicht, dass die Ernährung zuhause dann großartig besser ist. Wenn man mit richtiger Ernährung aufgewachsen ist, dann hat man selbst ein Gefühl dafür wann gut ist. Ich trinke sehr gerne Bubble Tea, am liebsten mit Joghurt, aber es reicht dann auch mal einer alle zwei Wochen wenn man grad am bummeln ist. Da habe ich nicht die Sorge dass ich jetzt aufgehe wie ein Kugelfisch. Denkt mal dran, wie viele Kalorien ne Fertigpizza hat und wie viele Studenten sich alle 3 Tage eine reinschieben. Wenn man aber weiß wie man damit umzugehen hat, wird man davon auch nicht dick. Jetzt den Bubble Tea zu verteufeln nur weil viele nicht wissen wie sie damit umgehen sollen, ist so als wenn man sagt, "reißt die Dönerbuden ein, die Deutschen ernähren sich immer ungesünder auf die Hand...".
Übrigens ist es beim Frozen Yoghurt zumindest in den USA so, dass das Zeug kaum Kalorien hat, weil es aus no Fat Yoghurt und Süßstoff hergestellt wird. Das dann mit Obst und ich sehe ehrlich gesagt kein Problem (man darf dann nur nicht dem typischen Süßstoffhunger nachgeben).

Mittwoch, 20.06.12 12:03
 

Tugendrepublik Deutschland.

Mittwoch, 20.06.12 12:07
 

@mila,

Gefahren die von übersüsstem Bubble Tea ausgehen sind groß. Wenn Fachleute davor warnen sollte eine öklogisch orientierte Stadtverwaltung mit Massnahmen für eine Eindämmung der Gefahrenquelle sorgen.

Schließlich kann durch ungesunde Lebensführung die Allgemeinheit beeinträchtigt (höherer Kostenaufwand) werden.

Mittwoch, 20.06.12 12:15
 

"perfectionism is one of the plagues of our society" (http://www.cnbc.com/id/47144218/)

Mittwoch, 20.06.12 12:17
 

ersteinmal, weaslette, ging es hier doch an keiner stelle um moral.
und dann hinkt auch der vergleich zur klischee-ernährung bei studierenden, da bubble tea ja sehr gezielt menschen in einem alter anspricht, in dem man von erährung idr wenig ahnung hat und den wert der gesundheit noch nicht voll erfasst hat, da die wenigsten kinder schon bewusst "ungesundheit" (hat ja viele formen) erlebt haben. da zu sagen, die zielgruppe könne das schon regeln (und wenn nicht, sind es bestimmt die eltern, die ja - erzähl das deinem meerschwein - mit guten argumenten und geschälten karotten dagegenhalten könnten, wenn klassenkameradInnen mit verheißungsvollen bechern kichernd um einen herumtanzen oder - auch sehr beliebt - den strohhalm zum spuckrohr für die sich als munition anbietenden kugeln umfunktionieren und man selbst unbewaffnet ist. dass, abegesehen vom geschmack, der konsistenz und der action (spiel, spaß, spannung - kennste, oder?) das bloße mitsichführen eines bechers schon eine sehnsucht sein kann, sollte seit starbucks jeder wissen), ist, freundlich ausgedrückt, naiv.

edit, weil es für dich daran zu entscheiden scheint: kalorien sind das kleinste problem.


ja/nein hat den Kommentar am 20.06.2012 um 12:25 bearbeitet
Mittwoch, 20.06.12 12:22
 

@vdp:

"Schließlich kann durch ungesunde Lebensführung die Allgemeinheit beeinträchtigt (höherer Kostenaufwand) werden."

Kommt natürlich immer ein bisschen drauf an, aber oft stimmt diese Aussage nicht. Auch wenn's zynisch klingt: Die Jahre, die ein ernsthaft ungesund lebender Mensch vor einem ernsthaft gesund lebendem Menschen stirbt, gleichen das wieder aus.

Mittwoch, 20.06.12 12:24
 

#liberalität
hat halt schon eine üblen Nachgeschmack wenn Industrievertreter einerseits gegen Regulierungen (oder gar Verbote) sind mit dem Argument "jeder soll tun tun und lassen können was er will", und wenn die gleichen Leute dann anderen Leuten gerichtlich verbieten wollen ihren Geschmack, Zusammensetzung, das Firmenlogo oder die Schrift zu kopieren (Coca Cola). Der Bubble Tea Markt ist ja zur Zeit noch sehr fragmentiert, da ist die Klagefreudigkeit noch nicht so weit - wird aber bestimmt noch kommen wenn der Trend anhält.
#Süssstoff - wieder ganz eigene Problematik.
#Fruchtzucker - nach einer Variante der momentanen Theorien von Diabetes / Fettleibigkeits ist Fruchtzucker (Fruktose) weit schädlicher als Glukose (Traubenzucker) oder Saccharose (Rüben/Rohrzucker). Wobei das mehr ein Problem in USA ist, wo sehr stark mit Maissirup gesüsst wird.

Mittwoch, 20.06.12 12:30
 

Die Marge scheint eucht top zu sein.

http://www.bubbletea-delicious.de/grosshandel/zutaten/toppings/index.php

Direkt über Alibaba bestellt sicherlich noch günstiger.

Ist auf Bubbletea 7 oder 19% UST ?

Mittwoch, 20.06.12 12:40
 

"genmais" muss das der vollständigkeit heissen, oder?
ich hab neulich mal ein bisschen recherchiert und es hat sich letztendlich so dargestellt, dass so ziemlich alle bubble tea-anbieter von einem großhändler/produzenten beliefert werden. mit zutaten, geräten, allem. ich finde die seite gerade nicht mehr, jedenfalls scheinen die fäden auch hier letztendlich nur von wenigen gezogen zu werden @klage.

Mittwoch, 20.06.12 12:57
 

es geht natürlich um moral. nüsse haben gramm für gramm zwei drittel mehr kalorien als zucker, aber komischerweise sieht man keine kinder, die sich säcke voll nüsse reinpfeifen. diese lebensmittel sind gezielt darauf ausgerichtet, menschliche nahrungsmittelpräferenzen auszunutzen und fehlzusteuern. der körper schmeckt "süß" und denkt "obst, vitamine, mineralstoffe, ballaststoffe, her damit" und kriegt leeren zucker. und dann merkt er, dass irgendwie die vitamine ausbleiben und fordert mehr.

wir lassen leute aus dumpfer profitgier eine umwelt für uns bauen, in der unsere normalen reflexe zur nahrungspräferenz uns ins verderben locken, und dann kriegen die opfer noch ein schlechtes gewissen eingeredet, weil sie fett und folglich angeblich undiszipliniert und willensschwach sind, kriegen depressionen und fressen noch mehr - jetzt auch noch zum lustgewinn, weil sie sonst keine freuden mehr kennen - und bewegen sich noch weniger.

genau dasselbe ist mit dem bewegungsmangel, die leute waren früher nicht weniger fett weil sie lieber sport gemacht haben und disziplinierter waren, die umwelt hat sich geändert - rolltreppen, autos. ein und derselbe mensch wird heute fetter als früher. es führt völlig ins nichts, an die willenskraft der leute zu appellieren, das ist in keinster weise ein problem der "willenskraft". wir sind keine rationalen wesen, und um in einer welt mit bubble tea an jeder ecke nicht fett zu werden kostet mehr willenskraft als an jedem beliebigen anderen punkt der geschichte. für die meisten leute ist es de facto unmöglich oder zumindest sehr aufwendig - man zwingt sich zum sport, stellt listen zusammen, was man kaufen und essen "darf", das ist alles von vorne bis hinten künstlich und unnatürlich.

die lösung ist nicht, den leuten einzuhämmern, sie sollen weniger essen, sondern die lösung ist, durch regulierung eine umwelt wiederherzustellen, in der man wieder essen kann soviel man "will" - der mensch kann nunmal nicht wollen was er will - und dabei weniger kalorien zu sich nimmt und mehr verbraucht. und deshalb ist es amoralisch, diese scheiße zu verkaufen und gehört verboten. wie man diese regulierung letztlich umsetzt - höhere mehrwertsteuer auf zucker, whatever - ist lösbar.

der liberalismus ist eine bankrotte scheißideologie, die den schlimmsten elementen einer gesellschaft freie hand gibt und dann den opfern schuld gibt weil sie es ja so "wollten". bringt die leute vom auto aufs fahrrad und sorgt dafür dass in den supermärkten unverarbeitete primärlebensmittel - obst, gemüse, fleisch - am billigsten sind und alle sind ganz von allein gesünder und glücklicher, ohne selbstkasteiung, ohne diättipps, ohne den ganzen bullshit. kein schwanz wird in zwei wochen bubble tea und schokoriegel vermissen, wenn sie verboten sind und man sie nicht mehr im supermarkt an der kasse / in der fussgängerzone überall sieht.


tastefully arranged hat den Kommentar am 20.06.2012 um 13:04 bearbeitet
Mittwoch, 20.06.12 12:58
 

"Erst kommt das Fressen, dann die Moral" scheint nur in Ländern zu gelten, die echte Probleme haben. Hier muss man sich eben welche suchen. "natürlich ist es furchtbar, wenn elfjährige Kinder sich jeden Tag 0,7 l Bubble Tea reinziehen..."
Meine Schwelle für die Verwendung des Wortes "furchtbar" liegt etwas höher.
Ich esse nach wie vor fast ausschließlich bei Burger king, Mc Donald´s und am Pommesstand, weil Fett und Zucker high machen und weil es mir egal ist, ob ich 55 werde oder 80. Sterben ist einfach und ich muss keinen Wettbewerb gewinnen.

Mittwoch, 20.06.12 13:06
 

"der liberalismus ist eine bankrotte scheißideologie, die den schlimmsten elementen einer gesellschaft freie hand gibt und dann den opfern schuld gibt" unterschreib ich so (würde aber das erste "gibt" streichen ;P )

Mittwoch, 20.06.12 13:10
 

"Wünsche mir so wie bei Zigaretten/Tabakwerbung eine deutlich les- und sichtbare Warnung auf jedem Becher und großflächig auf der Auswahlkarte.

Vorallem verlernen die BubbleTeaTrinker die Reinheit von Aromen und Geschmack.
Und die Stadt Freiburg sollte wie bei Spielhallen eine erhöhte Gewerbesteuer von den Läden verlangen. Das ist Gesundheitsgefährdung in Reinkultur!"

"Gefahren die von übersüsstem Bubble Tea ausgehen sind groß. Wenn Fachleute davor warnen sollte eine öklogisch orientierte Stadtverwaltung mit Massnahmen für eine Eindämmung der Gefahrenquelle sorgen."

hardliner-mässiger geht es ja gar nicht. Welche Gefahren gehen denn von Bubble-Tea aus?
Habe die Dinger noch nicht probiert und habe es auch nicht vor. Aber verstehe jetzt nicht ganz, warum die Läden anders als Eisdielen, Fruchtgummiläden u.ä. behandelt werden sollten.

Mittwoch, 20.06.12 13:38
 

Ein anständiger Eisbecher hat ca. 700 kcal (erster Google-Treffer: http://diaet.abnehmen-forum.com/naehrwerte-und-sonstiges/23463-kcal-eisbecher.html )

Ein anständiger Halbliter-McDonalds-Milchshake 500 kcal (http://www.kalorientabelle.org/kalorien_mcdonalds/kalorien+tabelle+mc+donalds+desserts+mcflurry+mcs[..] Plastikverbrauch hat man bei jedem Getränk.

Von daher kann man gerne darüber diskutieren, ob es schmeckt oder nicht, aber den Untergang des Abendlands zu beschwören, nur weil das Zeugs ordentlich Zucker enthält... da gibt es Dinge, für die es sich eher lohnt zu kämpfen.

Mittwoch, 20.06.12 13:41
 

"Plastikverbrauch hat man bei jedem Getränk" not.

Mittwoch, 20.06.12 13:58
 

niemand mag pedanten janeinichen

giiiiiiiiiiiiiibt

Mittwoch, 20.06.12 14:03
 

http://is.gd/JHRePl

Mittwoch, 20.06.12 14:15
 

wenn das ganze "gesüsstes blubberndes teeinhaltiges aufgussgetränk " heissen würde, dann würde es keine sau kaufen...

Mittwoch, 20.06.12 14:18
 

"gesüsstes blubberndes teeinhaltiges aufgussgetränk " Ich finde das klingt schon interessanter als bubble-tea.

Mittwoch, 20.06.12 14:27
 

Tut mir Leid, dass ich es schön finde ein breites Angebot zu haben und selbst zu bestimmen was für mich gut ist und was nicht. Ich bin nämlich sehr wohl der Meinung, dass jeder selbst weiß, was gut für ihn ist, man kann sich ja überall informieren und wird, wie im Fall Bubble Tea ja sogar zwangsweise von allen Seiten informiert wie böse das Zeug ist. Dann kommt es auf den eigenen Umgang damit an. Und von wegen Gruppenzwang unter der Zielgruppe. Der Mensch ist kein Schaf, und diejenigen die sich trotzdem der Herde fügen, müssen sich dann halt nicht wundern, dass sie dick werden. Ich persönlich kam ganz gut damit zurecht, dass sich alle meine Klassenkameraden beim Bäcker ungesundes Zeugs geholt haben und ich brav mein Pausenbrot von zuhause gegessen habe. Bin dann halt so mitgegangen, habe mir vielleicht ab und zu auch was geholt. Aber das heißt noch lange nicht, dass man sowas jeden Tag macht und sich deshalb ungesund ernährt.
Man kann doch nicht alles verbieten, nur weil manch einer damit nicht umgehen kann. Wenn man einfach mal ein bisschen lernt auf seinen Körper zu hören dann kommt es nicht zu einer solchen Fehlernährung. Und ich meine wirklich auf ihn zu hören und nicht einfach dem nächstbesten Gelüst nach Zucker nachzugeben.

Mittwoch, 20.06.12 14:27
 

Tut mir Leid, dass ich es schön finde ein breites Angebot zu haben und selbst zu bestimmen was für mich gut ist und was nicht. Ich bin nämlich sehr wohl der Meinung, dass jeder selbst weiß, was gut für ihn ist, man kann sich ja überall informieren und wird, wie im Fall Bubble Tea ja sogar zwangsweise von allen Seiten informiert wie böse das Zeug ist. Dann kommt es auf den eigenen Umgang damit an. Und von wegen Gruppenzwang unter der Zielgruppe. Der Mensch ist kein Schaf, und diejenigen die sich trotzdem der Herde fügen, müssen sich dann halt nicht wundern, dass sie dick werden. Ich persönlich kam ganz gut damit zurecht, dass sich alle meine Klassenkameraden beim Bäcker ungesundes Zeugs geholt haben und ich brav mein Pausenbrot von zuhause gegessen habe. Bin dann halt so mitgegangen, habe mir vielleicht ab und zu auch was geholt. Aber das heißt noch lange nicht, dass man sowas jeden Tag macht und sich deshalb ungesund ernährt.
Man kann doch nicht alles verbieten, nur weil manch einer damit nicht umgehen kann. Wenn man einfach mal ein bisschen lernt auf seinen Körper zu hören dann kommt es nicht zu einer solchen Fehlernährung. Und ich meine wirklich auf ihn zu hören und nicht einfach dem nächstbesten Gelüst nach Zucker nachzugeben.

Mittwoch, 20.06.12 14:33
 

Zu fordern, den Bubble-Tea seitens der Stadt "bekämpfen" zu lassen, halte ich für das komplett falsche Mittel. Bubble-Tea trinken ist eine selbstschädigende Handlung und da ist jeder selbst dran schuld, wenn er davon fett wird. Es ist ja nicht so, dass man es nicht einfach lassen kann. Hier kommt das so rüber, als ob Bubble-Tea irgendein tödlicher, unabwendbarer Virus wär, der uns früher oder später alle töten wird. Das ist genauso hirnrissig wie der Verbot von Cannabis.
Verbieten grenzt uns nur weiter in unserer Entscheidungsfreiheit ein. Oder wollt ihr den guten alten Eisbecher oder das Stück Schwarzwälder verbieten, "weil da soviel Zucker drin ist"?

Aufklärung sollte hier das Mittel der Wahl sein!

Mittwoch, 20.06.12 14:47
 

Schön das die Bevölkerung immer vor sich selbst geschützt werden muß...

ich halte nix von bevormundungen des Ottonormalverbrauchers. Eher bin ich dafür ihn zu informieren (Energieeffiziens, Kalorienanzeiger, etc.). Aber grundlegend muß jeder wissen ob er nun ein Bubble-Tea oder eine (Achtung das ist kein Vergleich und wenn dann hinkt es nicht sondern ist das Bein schon ganz ab!! ;) Zigarette ansetzt ;o)

Früher wurde MC Doof und Co. auf von Mammi und Pappi verpönnt. Un jetzt?! Jetzt gibt schon Salate dort!
Vielleicht gibts auch mal Bubble-Tea mit "Zero"-Zucker und natürlichen Kräutern :)

Mittwoch, 20.06.12 14:47
 

aufklärung bringt gar nichts. macht lieber voodoo, dann habt ihr wenigstens nen placeboeffekt. eure argumentation geht von einem nachweislich falschen rationalen menschenbild aus. der homo oeconomicus ist wahrscheinlich die destruktivste fiktion unserer zeit.


tastefully arranged hat den Kommentar am 20.06.2012 um 14:47 bearbeitet
Mittwoch, 20.06.12 15:08
 

Die Diskussion erinnert ein wenig an die Forderung nach süßwarenfreien Kassen aus vergangenen Jahren.

Da hier mit Bubble Tea gezielt Menschen in sehr jungen Lebensjahren (einhergehend mit noch wenig eigenständiger Lebenserfahrung und Wissen um gesunde Ernährung) umworben werden halte ich das Getränk für sehr gefährlich.

Sicher - nun werden andere Menschen einwerfen das gerade die verbotenen Dinge einen ganz besonderen Reiz auf die Heranwachsenden ausüben.

Bei Bubble Tea ist die Grundlage so gut wie komplett überarbeitet und mit Aromen versetzt die eine gesunde Geschmacksentwicklung verhindern. Einführung von einem massenkompatiblen Grundgeschmack durch die Hintertür - und gerade dagegen wehre ich mich mit Nachdruck!

Zucker gehört zur Ernährung dazu, eine vernünftige Dosierung verstärkt bzw. ermöglicht es natürliche Aromen wahr zu nehmen. (Hier Erdbeeren und andere Früchte aus dem Garten schmecken mit einem Hauch Zucker besser)
Die Dosierung muss erlernt werden - und Bubble Tea ist so dermassen eklig süss das die feinen Nuancen gar nicht mehr wahrgenommen werden können.

Je süsser das Volk sich ernährt - desto höher ist die Quote der Diabetiker. Ist doch besorgniserregend wenn immer mehr Kinder unter 14 Jahren Typ II Diabetes bekommen. Hervorgerufen durch einseitige, ungesunde Ernährung.
Wenn selbst in normalen Gerichten (vom Fastfood Hersteller) Zucker zugesetzt wird dann dient das nur der Vereinheitlichung des Geschmacks!

Vor wenigen Tagen einem 7-jährigen Nachbarbuben ein paar Erdbeeren frisch aus dem Garten angeboten: der hat probiert und festgestellt das ihm die Früchte nicht schmecken. Waren ihm nicht süss genug.....da ist in der frühkindlichen Geschmacksprägung deutlich was schief gelaufen.

Wenn die Menschheit will das nur noch Geschmackskrüppel aufwachsen sollen - dann ist die Entwicklung hin zu einheitlichen Aromen zu begrüßen.

Solange ich aktiv bin werde ich mich gegen solche Tendenzen wehren und den Grundgedanken von Slow Food unterstützen.

Mittwoch, 20.06.12 15:12
 

@tastefully arranged
Die "Aufklärung", die heute so an den Schulen getrieben wird bringt sicher nichts, da stimm ich dir zu. Einfach zu sagen, "Zucker macht dick und ist ungesund", macht die Kinder auch nicht zu besseren Menschen. Nach der Stunde gehen sie dann zum Getränkeautomat und ziehen sich wieder ne Cola.
Die Informationen sollten deutlich tiefergreifender sein, warum es so ist, was die Folgen sind und blabedibliblubb. Und es den Kinder auch vorzuleben und ihnen nicht wie beim Rauchen zu sagen, es wäre schlecht zu rauchen, aber sich dann in der Mittagspause selber eine anzustecken, "weil man ja grad so viel Stress um die Ohren hat". Die Kinder lernen das bei den Erwachsenen, auch wenn man das nicht wahr haben will.


ponyfleisch hat den Kommentar am 20.06.2012 um 15:13 bearbeitet
Mittwoch, 20.06.12 15:25
 

okay, tastefully arranged.

"der mensch kann nunmal nicht wollen was er will (...) und deshalb ist es amoralisch, diese scheiße zu verkaufen und gehört verboten. wie man diese regulierung letztlich umsetzt - höhere mehrwertsteuer auf zucker, whatever - ist lösbar."

ich paraphrasiere noch einmal. der mensch ist irrational, weiß nicht was er will (soweit so gut) und deshalb müssen andere (wer sind diese anderen?) entscheiden, was dem irrationalen volk schadet oder auch nicht und die freie wahl (eben auch eine ungesunde wahl zu treffen) eindämmen?

du hast also bereits erkannt, dass der mensch in vielerlei hinsicht irrational handelt.
deshalb schlägst du vor, dass irrationale menschen andere irrationale menschen vor sich selbst schützen sollten?

just asking.

Mittwoch, 20.06.12 15:49
 

mensch a sitzt am schreibtisch und nerdet in seinen papierchen rum, bis er ausgeknobelt hat, wie man wohl am besten das supermarktangebot regulieren könnte, so dass die leute die bestmögliche schnittmenge von zufriedenheit und gesundheit erreichen. mensch b marschiert tagein, tagaus, im supermarkt, in der mittagspause, in der freizeit, an einer batterie schokoriegel und bubble-tea-klitschen vorbei. das zeug ist bunt, sofort verfügbar, von der rezeptur her auf sein reptiliengehirn maßgeschneidert - zucker ist letztlich eine indirekt psychoaktive substanz mit suchtpotential - und spottbillig. er wurde aber "aufgeklärt", dass es ungesund ist, wenn er "zu viel" davon ißt. wer hat wohl die besseren voraussetzungen, sich rational zu entscheiden, und wer wird mittelfristig für die volksgesundheit bessere ergebnisse erzielen?

nice try.


tastefully arranged hat den Kommentar am 20.06.2012 um 15:52 bearbeitet
+om
Mittwoch, 20.06.12 16:22
 

ja, das zeug wollte ich auch schon probieren, leider kam mir beim betreten des ladens nähe bermuderdreieck ein lauwarmer kotzegeruch entgegen und den bekomm ich in verbindung mit dem getränk nicht mehr aus dem kopf. ich hoff, ich verpass nichts all zu weltbewegendes....

Mittwoch, 20.06.12 16:52
 

"Erdbeermus, Milch, gefrorener Joghurt, Zuckersirup, Schlagsahne, Erdbeer-Gelee-Perlen und pinke Marshmallows."

Allein von der Vorstellung krieg ich schon Karies und Diabetes...

Mittwoch, 20.06.12 17:14
 

die vorstellung all der in zukunft dicken menschen macht mich betroffen.

Mittwoch, 20.06.12 19:01
 

mir ging es weniger um die art und weise, wie eine solche regulation durchzuführen ist. mein eigentliches anliegen war, dir die probleme deines ansatzes aufzuzeigen.
und deshalb sehe ich es nach wie vor kritisch - und wiederhole mich gern selbst - wenn irrationale menschen sich über andere irrationale menschen stellen und deren (kauf-)verhalten durch verbote einschränken, selbst wenn es "rumnerden" und das noble anliegen der volksgesundheit beinhaltet. deine mittelfristig positiveren ergebnisse für die volksgesundheit durch diese methode sind dabei außer frage gestellt.

allerdings begehst du m.e. einen denkfehler, wenn du - um o.g. restriktionsansatz zu rechtfertigen - behauptest, dass "kein schwanz in zwei wochen bubble tea und schokoriegel vermissen [wird], wenn sie verboten sind und man sie nicht mehr im supermarkt an der kasse / in der fussgängerzone überall sieht." in deutschland erscheinen etliche konsolen/pc spiele geschnitten. person a, findet blut und exzessive gewalt aber besser als geschnittene versionen. wird sie durch diese restriktion des staates also ihr interesse an blut und abgetrennten körperteilen in ihren videospielen verlieren? in der mehrheit der fälle kann ich dir sagen: nein. wird sie nicht. person a wird ihre spiele dann eben in england kaufen (und im falle eines globalen verbots würde ein schwarzmarkt dafür entstehen). sicherlich, exzessive gewalt schadet der mentalen volksgesundheit und kann negative folgen haben. aber manche spielen eben gern solche spiele unzensiert und haben dadurch keine nachteile. genauso wie manche menschen hin und wieder bubble tea trinken oder schokoriegel essen können, ganz ohne davon gesundheitlich beeinträchtigt zu werden. das bedürfnis nach solchen mehr oder weniger "schädlichen" dingen wird sicherlich durch werbung und hohe verfügbarkeit begünstigt, aber das verlangen danach sicherlich nicht durch ein verbot gedrosselt. oder führte die prohibition etwa zu einem verminderten verlangen nach alkohol?

allerdings fehlen mir nun wahrlich interesse und zeit, unsere konträren politischen ideologien hier auf fudder zu diskutieren und gegeneinander abzuwägen.

Mittwoch, 20.06.12 19:26
 

ich sehe keinerlei problem mit dem ansatz vOv

der punkt ist nicht die verfügbarkeit per se, klar wäre alles ok wenn die leute einmal die woche nen bubble tea bubbleten, der punkt ist die permanente allgegenwart zu extrem niedrigen preisen. convenience-prinzip. klar holt sich irgendein freak dann nen container original ami-schoko auf amazon, das ist auch gut und schön, aber otto normalverbraucher sieht das zeug nicht mehr alle 30 sekunden - konsum geht runter - nettowohlfahrt steigt.

mit den computerspielen ist es genauso, klar holen sich leute die blutpatches und hakenkreuzmods von allem, das können sie ja auch gerne, wenn sie auf so scheiß stehen, aber das ist ein bruchteil der leute verglichen mit der zahl, die es sich holen würden, wenn hakenkreuzblutbäder der normalfall wären. du argumentierst ad absurdum - und dann gibts nen schwarzmarkt und in zwei wochen haben wir dann die geheime schokopolizei - während es einfach um eine conveniencereduktion geht.

Mittwoch, 20.06.12 20:56
 

Staatlich gelenkten Konsum gab es schonmal, zumindest in einem Teil von Deutschland. Die Idee war dann doch nicht so gut.

Mittwoch, 20.06.12 21:28
 

und das letzte mal als wir laissez-faire-liberalismus in verbindung mit kapitalismus ausprobiert haben wurden kleinkinder in kohlebergwerken eingesetzt und luft und wasser wurden in einen zustand versetzt der ungeeignet war menschliches leben aufrechtzuerhalten. schon scheiße dass es nur die alternativen stalinismus und fickdichundstirb-manchesterliberalismus gibt, jetzt müssen wir uns wohl alle umbringen oder so.

Mittwoch, 20.06.12 21:44
 

Stevia statt Zucker!

Mittwoch, 20.06.12 22:20
 

Sonst wird doch in Deutschland nahezu jeder Lebensbereich mit vorauseilender Vorsorgementalität überreguliert - und nun darf die Bubble Tea Mafia ohne weitere Vorgaben ihre Übersüssung und Übersättigung der Geschmacknerven frei verkaufen?

So langsam glaube ich nicht mehr an die fürsorgende Lenkung vom Staat.
Jeder Raucher muss mit Hinweisen auf ein mögliches Krankheitsrisiko leben, Alkohol darf nur an über 18-jährige verkauft werden und innerlich schädigens Zeug (Diabetes, Überfettung usw.) darf einfach frei verkauft werden?

Spielhallen und Wettbüros werden durch horrende Extraabgaben gezügelt - und bei Bubble Tea Läden wird auf jede Lenkung verzichtet?

....sonst wird doch in Freiburg jede Veranstaltung, Geschäftsöffnung mit zig Vorgaben kontrolliert bzw. verhindert - da muss wohl mal der Herr Rübsamen aktiv werden...*feix*


vdp1100 hat den Kommentar am 20.06.2012 um 22:21 bearbeitet
Mittwoch, 20.06.12 22:21
 

Noch nie probiert. Habe es auch nicht vor. Wer es braucht....

Donnerstag, 21.06.12 00:10
 

tastefully arranged... darf ich dich aufklären?
Das Ideal des liberalismus hat uns überhaupt erst die Demokratie gebracht... und damit die ausbeuterischen kinder in kohlebergwerken" beendet.
Das Ideal des Liberalismus ist in erster Linie "Die Freiheit des einen endet da, wo die Freiheit des anderen beginnt!"
Und genau da ist der Punkt.. lasst die Leute machen was sie wollen, solang sie anderen nischt schaden.
Genau Menschen, die alles Regulieren wollen greifen jedoch zu tiefst in die Freiheit des anderen ein.
Ich gehe auch davon aus, dass Kindern ein übermäßiger Konsum, den sie in der Regel noch nicht selbst bestimmen können, da Sie ja auch noh nicht mündig sind, nicht gut tut. Das ist dann jedoch die Aufgabe der Eltern diesen zu regulieren und da gibt es ein ganz einfaches mittel....... Der Geldbeutel! Bubble Tea ist eben nicht spottbillig sondern kostet so knappe 3€... das ist meiner Meinung und meiner Erziehung nach so etwa das was ein elfjähriger in der Woche zur freien Verfügung haben sollte, und ein Bubble Tea die Woche sollte nun wirklich keinem Schaden.

Außerdem sind die Risiken von hohem Zuckerkonsum einfach nicht mit denen von Alkohol gleich zu setzten.... irgendwo muss in Regulierung eine Grenze gesetzt werden. Ich bin zwar auch jetzt schon der Auffassung, dass es viel zu viel Regulierung gibt, aber meine schlussfolgerung daraus ist nicht weiter zu regulieren.

kus
Donnerstag, 21.06.12 00:15
 

überhaupt nicht mein Ding

Donnerstag, 21.06.12 01:51
 

@mila
danke, ich kenne die geschichte des liberalismus. sein hier und heute wird dadurch nicht besser, nur tragischer.


tastefully arranged hat den Kommentar am 21.06.2012 um 02:05 bearbeitet
Donnerstag, 21.06.12 09:34
 

"und nun darf die Bubble Tea Mafia ohne weitere Vorgaben ihre Übersüssung und Übersättigung der Geschmacknerven frei verkaufen?"

OMG. Das ist nun wirklich arg übertrieben,vdp. Wer oder was sollte denn Deiner Meinung nach die BT Mafia(btw:ist das im kriminellen Zusammenhang gemeint?????) verbieten können/dürfen. Und dann danach erstmal den Weingummishop dicht machen, Eiscafes auf den Index und Süßgebäck aus den Ladentheken beim Bäcker!? Ich glaube, Du vergaloppierst Dich da in Deinem Feldzug gegen den Bubble Tea.

Donnerstag, 21.06.12 09:53
 

Habe nach dem ganzen Hype jetzt auch mal einen probiert, ist wirklich mal ne lustige Abwechslung der Bubble Tea

B
Donnerstag, 21.06.12 11:12
 

leben und leben lassen

Donnerstag, 21.06.12 15:10
 

@B
entweder diese diskussion hat garnichts mit britischen geheimagenten zu tun, oder du hast dich verschrieben. der titel des achten james bond filmes (der erste mit roger moore), heißt "leben und STERBEN lassen"
aber so ein fehler kann schonmal passieren ;)

Donnerstag, 21.06.12 17:47
 

Ach, waren das noch Zeiten, als wir uns voller Begeisterung auf unsere tägliche Ration ach so gesunden Lebertran stürzten.

Und die Gefahr von Überdosierung bzw. Mißbrauch war nicht wirklich so groß - leider waren die kindlichen Geschmacksnerven damals noch bedeutend sensibler ...

;-))

Bubble-Tee macht einen Bubble-Bauch !

Übrigens: "Natürlich" heisst: Kommt in der Natur auch vor
Künstlich: Designerprodukt, was es in der Natur so nicht gibt
und
"Erdbeer-Geschmack" heisst: Es hat geschmackliche Ähnlichkeit mit den bekannten Früchten, hat aber nichts damit zu tun!


Biber hat den Kommentar am 21.06.2012 um 17:48 bearbeitet
Donnerstag, 21.06.12 18:12
 

Freiburg hat einen Trendsetter und Fun-Food-Experten?
WTF is Cruel Bauer?

Donnerstag, 21.06.12 20:50
 

Wenn Kinder zuhause vernünftig ernährt werden wird ihnen das Zeugs auf Dauer gar nicht schmecken, weil zu süß und zu künstlich. Leider ist es aber inzwischen so, dass die künstlichen Aromen derart ubiquitär sind, dass die Kinder gar nicht mehr wissen wie eine Erdbeere schmeckt weil sie vor allem Erdbeeraroma aus der Chemiefabrik gewohnt sind.

Ach und danke an ja/nein! Du ersparst mir mit Deinen postings immer sehr viel Schreibarbeit :) .

Donnerstag, 21.06.12 20:50
 

http://www.youtube.com/watch?v=PlgxqFnNci4

Donnerstag, 21.06.12 22:21
 

Es gibt soviel Nahrung, die nicht gut für uns ist... da kommts auf das Zeug auch nicht mehr drauf an.
Bei ausreichend Bewegung, spielt der Konsum von dem Zeug keine Rolle. Probleme gibts doch, wie immer, wenn nur konsumiert und keine körperliche Aktivität zustande kommt.

Donnerstag, 21.06.12 22:38
 

In Erdbeerkäse sind auch Vitamine drin!!!!!!

:D

Donnerstag, 21.06.12 22:53
 

in china ist grad wieder ein sack reis umgefallen.....

Freitag, 22.06.12 08:47
 

Gebt den Indianern ihre Felsen wieder !!!


http://www.spiegel.de/panorama/stein-im-berliner-tiergarten-pemonen-indianer-fordern-fels-z[..]

Freitag, 22.06.12 11:16
 

Als Alternative: Wie wärs mit schimmligem Brot?
http://tinyurl.com/y8lufrj

Freitag, 22.06.12 13:18
 

Hieß das Zeug früher nicht mal Blasentee, gabs nur in der Apotheke und keiner hat sich aufgeregt?

Samstag, 23.06.12 23:59
 

Dieser Artikel hat mich fast ein bisschen traurig gemacht. Ich wohne jetzt seit zehn Monaten in Kanada und komme übermorgen ins schöne Freiburg zurück. Vorhin hatte ich mit ein paar Freunden einen Bubble Tea hier - zum ersten Mal. Hat mir ganz gut geschmeckt. Wir hatten die nur leicht gesüßte nur-Tee-Variante. Natürlich ist es offensichtlich, dass das Zeug in etwa so gesund ist wie Cola - also komplett ungesund - aber muss man Leuten deswegen ausreden, es zu trinken? Müsste man Leuten dann nicht allgemein vorschreiben, was sie zu essen und zu trinken haben?
Wenn ihr euch um euern Körper sorgt, Jesus Christus, dann tut euch bitte den Gefallen und trinkt das Zeug nicht. Es ist nicht so schwer. Himmel. Als wären Teenager irgendwie debil und wüssten nicht, warum sie fett werden.
Aber am schlimmsten finde ich eigentlich, wie himmelschreiend tendenziös der ganze Artikel geschrieben ist. Das finde ich viel gefährlicher für die "Jugend" - Artikel, die nicht mit "Kommentar" oder "Glosse" oder *irgendwas* gekennzeichnet sind, die sich so ausgeben als enthielten sie tatsächliche Information, und dann einfach daher labern. Joa, bild dir deine Meinung. Warum steht im Text "viele übergewichtig" - aber im Bild ist nur ein übergewichtiges Mädchen zu sehen? Die eine Person wurde dann aber natürlich noch schön in den Mittelpunkt des Bildes gestellt. Und warum werden irgendwelche vermeintlichen - wie bitte - "Trendsetter", irgendwelche Hipsterverschnitte die Sonnenbrillen drinnen tragen um ihre Meinung befragt? Was haben die denn mit *irgendwas* wichtigem zu tun? "Freiburg ersäuft in bunten Kugeln" - nope, es haben sechs Läden aufgemacht, die Bubble Tea verkaufen, ein ungesundes Getränk. Das wäre verwertbare Information für mich.

Ach ja, und wer mir hier erzählt, er oder sie würde ja so unheimlich kultiviert sein, weil ich ja "jeden morgen meinen Pot ungesüßten Schwarztee koche" - ne richtige Teekultur gibt es in Taiwan, China, Japan und einigen weiteren Gegenden, aber nicht in Mitteleuropa.

Sonntag, 24.06.12 12:23
 

Rookie, im englischen Cornwall wird auch Tee angebaut... gut, ist nicht Mitteleuropa und Hochgebirgstee ist es auch nicht, aber immerhin ein Teeanbaugebiet, wie auf den Azoren St. Miquel.
Türkei und Georgien? Schon zu asiatisch, trotz Westorientierung, oder?

Sonntag, 24.06.12 16:41
 

@rookie, wenn nicht teekultur, was ist uns dann von jahrhundertelangem kolonialismus geblieben? (uns bezieht sich auf europa und somit auch aufs empire)
stimmt, da wäre noch gin tonic.

und bezüglich der dicken teenager, ich glaube wirklich dass die debil sind und nicht wissen warum sie fett sind. der umkehrschluss würde ja bedeuten sie sind absichtlich fett und dass willst du mir ja nicht weißmachen wollen oder?

Sonntag, 24.06.12 18:25
 

yeah!

Sonntag, 24.06.12 21:13
 

@NYHC: Und jetzt ist jeder, der raucht, unangeschnallt Auto fährt, Alkohol konsumiert oder jeden Tag zwei Kannen Kaffee trinkt automatisch debil? So einfach ist das glaube ich nicht. Nur, weil Menschen was tun, was nicht gut für ihre Gesundheit ist, heißt das nicht, dass sie nicht zurechnungsfähig sind. Vielleicht ist ihnen der "Genuss" (inwiefern der auch immer vorhanden sein mag) wichtiger als ihr leibliches Wohlergehen?

Jetzt könntest du natürlich sagen - die Kiddies wissen es nicht besser, die können nicht erahnen, dass es so ne Art Konstante zwischen Zuckerzeug und Übergewicht entsteht. Aber sich dann über das Produkt lustig zu machen ist mE echt der falsche Ansatz. Ein Teenager, der das hier liest, wird nicht einfach weniger Bubble Tea trinken. Der wird eher in eine Abwehrhaltung fallen. Hier in Nordamerika ist das ziemlich gut an dem riesen Hype um Bacon zu sehen. So eine Art "so-wrong-yet-so-right"-Einstellung.

EDIT:
@Tatoocheck: Habe mich mit dem Seitenhieb eher auf vdp1100s Kommentar bezogen, bei dem ich irgendwie an English Breakfast Tea denken musste, der im Normalfall etwa so viel "Geschmacksentfaltung" wie ein Cuvée-Wein. Mit georgischer Teekultur kenne ich mich jetzt tatsächlich gar nicht so gut aus, bin aber für alle offen was schmeckt :)
In der Türkei, hm, ich dachte immer die hätten so ne Art arabische Teekultur, das einzige Mal, dass ich damit in Kontakt gekommen bin war in Marokko - normalerweise Gunpowder mit Minze und 'nem faustgroßen Stück Zucker pro Kanne - Ich liebe das Zeug, bloß gibt es keine sonderlich subtile "Geschmacksentfaltung", imho.


rookie hat den Kommentar am 24.06.2012 um 21:21 bearbeitet
Sonntag, 24.06.12 21:23
 

es geht nicht um "nicht zurechnungsfähig", es geht um völlig banale, alltägliche, punktuell vermeidbare aber tagein, tagaus im durchschnitt automatisch durchschlagende denkstrukturen wie "einmal wird schon nicht schaden", "eh, wie schlimm kann es kommen", "andere saufen viel mehr bubble tea, ist schon noch im rahmen bei mir", "wird schon alles gutgehen", "och noch einer macht den kohl auch nicht fett". ich meine leute schaffen es sich einzureden dass vierjährige mit ihnen ficken wollen, ich finde es atemberaubend dass leute annehmen, dass mensch sich bei seinen kippen und seinem bubble tea jetzt aber wirklich der konsequenzen seiner handlung absolut bewußt ist und beep boop ich bin ein roboter bei jeder einzelnen konsumeinheit eine güterabwägung vornimmt re: der momentane standpunkt auf der genuß vis-a-vis risiko-kurve. das ist was ich weiter oben meinte re: liberale sind idioten. NIEMAND, wirklich niemand, entscheidet sich in einem brauchbaren sinne des wortes "bewusst" für ein lungenemphysem oder altersdiabetes mit 33.


why this world hat den Kommentar am 24.06.2012 um 21:25 bearbeitet
Sonntag, 24.06.12 21:51
 

Rookie, grad egal ob türkisch, V.A.E, Oman, tunesisch oder ägyptisch.... der Zuckeranteil ist gigantisch. Vom eigentlichen Teearoma bleibt da nicht viel. So toll die Gastfreundlichkeit ist, Tee wird immer serviert, es ist einfach zuviel, aber man will ja nicht unhöflich sein.

Sonntag, 24.06.12 21:53
 

@whythisworld: Und wer soll den Leuten dann erlauben, was "gut" für sie ist, und verbieten, was "schlecht" für sie ist? Du?

EDIT:
@Tatoocheck: Für einen richtig guten Oolong lasse ich so ziemlich alles stehen, aber diesen Zucker-schock Tee kann ich trotzdem ab und an ganz gut trinken. Ist eben eine völlig andere, weniger, hm "subtile"(?) Art von Genuss.


rookie hat den Kommentar am 24.06.2012 um 21:58 bearbeitet
Sonntag, 24.06.12 22:37
 

wir haben eine regierung, um auf gesamtgesellschaftlicher ebene probleme zu lösen, die anders nicht lösbar sind. dazu gehört nunmal auch marktversagen. wenn die regierung nicht regiert und sagt "pfjoah, die leute wollen das wohl so", dann ist das idealistisch befeigenblattete feigheit vor dem feind, arbeitsverweigerung &c

Sonntag, 24.06.12 23:14
 

@whythisworld: Befeigenblattete Feigheit ist ein geiler Ausdruck, das muss ich dir lassen, aber wer soll denn der "Feind" sein? Die bösen Kapitalisten?
Wahrscheinlich sind wir aber sogar halbwegs gleicher Meinung, ich glaube es ja auch: Wenn Leute sich wirklich nicht darüber im Klaren sind, dass viel Zucker in Bubble Tee drin ist, und dass Zucker dicke macht, dann ist es Aufgabe des Staates die Bürger vor ihrer Dummheit zu schützen, indem er ihnen diese Information - meinetwegen in Form von obligatorischen Nährwerttabellen, Hinweisschildern oder sonstwie - klar ersichtlich übermittelt.

Sonntag, 24.06.12 23:25
 

der feind sind die unperfektheit der welt und die unmöglichkeit des genauwissens. der einen muss man sich stellen und die andere muss man tragen. oder so.

Montag, 25.06.12 00:56
 

"unmöglichkeit des genauwissens" PERFORMATIVER SELBSTWIDERSPRUCH!!!! jippiiiieeeeeeeee

Montag, 25.06.12 01:02
 

jokes on you, ich habe keine ahnung was performativer selbstwiderspruch ist. könntest du das für uns nichtakademiker nochmal neu formulieren prof. laberarsch

edit: also gut, wie auf skype besprochen, gemeint ist "die unmöglichkeit des genauwissens, von der ich ungefähr weiß, dass sie besteht" nach björn björnewitz, und danke für die erklärung des konzepts des performativen selbstwiderspruchs

edit: studenten in die produktion!


why this world hat den Kommentar am 25.06.2012 um 01:08 bearbeitet
Montag, 25.06.12 11:00
 

@ rookie: willkommen zurück in freiburg, dem kleinen gallischen , ähh badischenm dorf, das sich hartnäckig den einflüssen des ungebildeten,ungesunden,von nationalsitischen tendenzen ( es ist em ) durchzogenen restdeutschlands entgegenstemmt.
hier darfst du zwar überall deinen eigenen alkohol trinken, denn das ist ja ein wichtiger bestandteil deiner persönlichen freiheitsentfaltung, aber was gut für dich und deine gesundheit ist, das musst du schon die ortsansässige bildungselite entscheiden lassen.

Dienstag, 26.06.12 14:56
 

Vorschlag: Warnhinweise wegen Zuckergehalt (gibt´s doch schon in Frankreich) und 8€ der Becher- davon 4€ direkt an die Krankenkasse.

Mittwoch, 27.06.12 06:25
 

@wayne: Naja, 8€ der Becher tut aber nichts anderes, als den Verkäufern ihr Geschäft kaputt zu machen. Und die Krankenkassen hätten davon auch nichts. (Aber kA, so in die 10ct-Richtung könnte man uU schon gehen?)

Und bei den Warnungen wäre es halt wichtig sehr sachlich zu bleiben. Am besten noch sachlicher als bei den Zigarettenpackungen. (Rauchen kann tödlich sein - leben ist es ausnahmslos.) So lange weder pro- noch contra-Bubble-Tea-Lobby sich für unvoreingenommene und eindeutige Information einsetzen, zieht der Verbraucher immer den Kürzeren.

Mittwoch, 27.06.12 12:55
 

Zum Beispiel so:
Der Hersteller des Getänks warnt: Putzen Sie sich nach dem Genuss dieses Bubble-Tea *...Sokrates.Lullaby...* unverzüglich die Zähne, suchen Sie die nächste Dialyse-Station auf und/oder informieren Sie Ihren Seelsorger.

Mittwoch, 27.06.12 13:10
 

Für Christen an jedem Bubble Tea Laden eine Glasvitrine mit Kreuz und Totensalbe anbringen? Verstehe…

Montag, 09.07.12 23:10
 

Wie man mit Anglizismen aus Scheiße Gold machen kann: http://bit.ly/Or2VJm

Donnerstag, 02.08.12 13:41
 

http://www.focus.de/panorama/welt/essen-und-trinken-ministerium-moechte-warnhinweis-fuer-bubble-tea_[..] Verbraucherschutzministerium möchte Bubble Tea einem Zeitungsbericht zufolge mit einem Warnhinweis versehen. Beim Verkauf des Modegetränks seien „Hinweise zur Verschluckungsgefahr bei Kindern erforderlich“.

Freitag, 07.09.12 01:28
 


Chemiker finden Giftspuren in Bubble Tea

http://bit.ly/O6Drow

Um einen Kommentar zu verfassen, benötigst du ein fudder-Profil. Registriere dich kostenlos oben rechts auf fudder.






Diese Funktion steht nur für eingeloggte fudder-User zur Verfügung.

» fudder-Netiquette





» verena_maren

Kleiderschrank und Sideboard
Hallo zusammen, ich ve...

» Lena18041987

re: re: Hochzeitslocation 15 Leute
@Stiflers Mom: nein, mei...

» Lena18041987

re: re: Hochzeitslocation 15 Leute
@Laz:Wieso sind 100 € pP ...

» Lena18041987

re: Hochzeitslocation 15 Leute
danke, das waren echt ein...

» Windlichtblick

re: Hochzeitslocation 15 Leute
Wurde auch schon mal an f...

» laz4056

re: Hochzeitslocation 15 Leute
100€ sind halt krass unre...

» YUT

re: Was hört ihr gerade?
http://www.youtube.com/wa...

» s'vögele

re: Hochzeitslocation 15 Leute
Winzerscshenke Kappellenb...