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Nightlife-Guru: Schwarz-Rot-Gold-Party @ Nachtschicht

Es war der erste EM-Spieltag für Deutschland mit – dank Mario Gomez – glücklichem Ausgang. Das musste gefeiert werden. In der Nachtschicht gab's eine optimistisch eingeplante 'Schwarz-Rot-Gold-Party'. Klar, dass unser Nightlife-Guru sich diesen Partynationalismus nicht entgehen lassen wollte. Wie's war:



Die Jungs an der Tür...

Ich bin heute Abend mit einer ortsfremden Begleitung unterwegs. Und meine Begleitung hat vor unserem Ausgang die Website der Nachtschicht besucht. „Einen festen Dresscode gibt es nicht, jedoch solltest Du auf saubere Schuhsohlen achten“, steht dort. Meine Begleitung hat nur Nike-Schuhe dabei, mit sauberen Schuhsohlen, natürlich, aber sorgt sich um die Tür. Ich beruhige ihn: "In die Nachtschicht kommt jeder rein."

Und überhaupt, heute ist Ausnahmezustand: Wann geht man schon in Trikots in eine Disko? Türsteher kontrollieren mich in neun von zehn Fällen. Heute nicht. Meine Begleitung und ich sind guter Dinge.



Wer war da?

Neben ein paar wenigen Trikot- und Verkleidungsverweigerern sind, so weit man schauen kann, Jogis Jungs und Mädels mit verschmierter Schminke in zehnfacher Ausführung gekommen: Schweinis, Lahms und „Gomeze“. Ob Letztere an diesem Abend wohl besonders stolz auf ihr Outfit waren? Für obenstehendes Foto musste meine Begleitung eine Unterschrift auf dem Trikot hinterlassen. Peinlich, denn natürlich hatte meine Begleitung sich irgendwann mal beschlossen, bei diesen Junggesellenenabschieds-Scheiß-Challenges niemals mitzumachen.



Inneneinrichtung & Deko

In der Hauptarea schmücken große Flaggen der EU-Länder die Wände. Ein Gast macht seinen Deutschlandflaggen-Rock von sich los und überhängt die österreichische Flagge hinter ihm damit. Oft hängen an den Flaggen mit Körnern gefüllte kleine Fußbälle eines niederländischen Bierherstellers. Auf den Bildschirmen an den Bars und über der Tanzfläche laufen Sportclips, unter anderem aus TV Total.




Catering & Getränke

Für jedes deutsche Tor gibt die Nachtschicht jedem Gast bis 24 Uhr ein Freigetränk aus. Danke, Mario! In der Nachtschicht gibt es außerdem jedes Lieblingsgetränk für den ganz großen Durst in der XXL-Version: „Meter“, „Tower“ und überdimensionale Gläser, in die zum Beispiel 0,6 Liter Havana-Cola passen.



Partyatmosphäre und Klangwaren-TÜV

Die House-Musik aus der Nebenarea reizt heute niemanden besonders. Dafür feiert man auf dem Mainfloor in Ballermann-Manier zu Songs, die auf die EM umgedichtet wurden, als hätte Deutschland den Pokal bereits in den Händen. „All you need is Löw“, „Deutschland Deutschland wird Europameister, ja, wir schaffen es, ja, ja, wir schaffen es“ in der Melodie des Nervtöters „Ei se eu te pego“ (besser bekannt als „Nossa, nossa…“). Als dann auch noch die deutsche Nationalhymne gespielt wird, erhebt sich der ganze Saal. Im Vorbeigehen an Gleichgesinnten startet man La-Ola-Wellen.



Mir fällt angenehm auf, wie sehr das Nachtschicht-Team auf Sauberkeit bedacht ist.  Tische werden sofort abgeräumt und desinfiziert und auch nachdem der erste Drink auf der Tanzfläche zu Boden geht, dauerte es keine Minute, bis das Personal, das während seiner Arbeitszeit sogar Handschuhe trägt, die Scherben wegkehrt.

Auf dem Klo um eins…

Die große Spiegelwand am Eingang der Frauentoiletten eignet sich perfekt für den obligatorischen Styling-Check. Sitzt die Deutschland-Perücke noch? Hält der selbstgebaute Fahnen-Rock? Ein Mädchen hält beim Türsteher vor den Toiletten an und teilt ihm mit: „Da gab‘s letztens mal keine Seife mehr.“ Ahja.

Aufheiterle

Ich bekomme die Unterhaltung von zwei Männern mit. Der eine zeigt dem anderen auf seinem Handy ein Bild, auf dem die Nationalmannschaft durch Smileys dargestellt ist. „Finde Özil“ lautet der Auftrag. Hier zum Selberraten:



Aufregerle

Bei fünf Euro Eintritt habe ich mich, da dann letzten Endes doch noch das entscheidende Tor fiel, als nur durchschnittlicher Deutschlandfan besonders auf das Freigetränk gefreut. Leider war es schon drei Minuten nach 24 Uhr, als die Dame am Eingang uns in dicken Buchstaben „Danke“ als Eintrittsstempel auf den Arm drückte. Schade.



Fazit

Über Kleidung, Musik und Publikum der Nachtschicht kann man sich viel Schlechtes erzählen - und mit dementsprechend niedrigen Erwartungen war ich am Samstagabend in den Nachtschicht-Keller hinabgestiegen. Obwohl ich belächle, wie sich während der EM auf einmal das ganze Volk in Schwarz-Rot-Gold-Artikel schmeißt, war ich froh, dass die Gäste der Nachtschicht sich an diesem Abend in Trikots und Co gekleidet hatten. Was manche anstatt ihrer Trikots angezogen hätten, hätte ich vermutlich gar nicht sehen wollen. Alles in allem: trotzdem viel weniger schlimm als erwartet. Aber eben genau so wie man sie sich vorstellt, eine Schwarz-Rot-Gold-Party in der Nachtschicht.


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