Im E-Werk finden in Zukunft keine Partys mehr statt. Diese Meldung sorgte in der Szene für Kopfschütteln und ließ auch fudder-Redakteur Manuel verwundert zurück. Der findet: Das E-Werk zieht sich damit auf ein antiquiertes Kulturverständnis zurück - und bezieht dennoch weiterhin öffentliche Gelder.



Was mich dabei interessiert: Wie die Geschäftsführerin und Programmleiterin Heike Piehler dazu steht, die als umsichtige Geschäftsführerin wohl wissen müsste, dass in Freiburg ein Bedürfnis für QUALITÄTSVERANSTALTUNGEN wie der "Chez"-Partyreihe besteht. Dem Anschein nach führt sie das E-Werk weiter wie einen weltfremden Elfenbeinturm.
Das bizarre an Freiburg jedoch ist: Mit 20 heulen alle rum, dass nichts passiert und erheben das Wort gegen Institutionen wie das E-Werk. Dann fliegen sie aus, kehren mit 40 wieder zurück, sitzen selbst in solchen Positionen - und wollen, dass alles so bleibt, wie es ist.
Wenn die das so sehen: Gibts dann jetzt auch keine Konzerte mehr wie von Tocotronic, Blumentopf und was da noch so war? Das E-Werk ist leider auch eine der besten Konzertlocations in Freiburg...
Konsequenterweise wäre hier die "Abnuzung" ja auch zu hoch. Gibts da Infos? Wenn nicht: Bitte recherchieren!
Danke.
@freiburgtom:
also, im märz ist wieder ein konzert von parov stelar im ewerk angesetzt. zuletzt war oropax im dezember dort....keine ahnung aber, unter welchen voraussetzungen man dort noch konzerte machen darf...
ich finde ja interessant, dass jetzt auf einmal alle empört sind, dass es im ewerk keine parties mehr geben soll. qualitative dj´s und musik gab es da schon immer.... nicht nur seit chez und ultima ratio.
Modeselektor haben mal im E-Werk bei einer Elektrolounge vor ca. 40 leuten gespielt. und sonst waren die letzten jahre der e-lounge trotz höchster qualität eher schlecht besucht, schade dass es zu der zeit nicht soviel support gab:) wahrscheinlich sind in den letzten jahren doch noch einige musikliebhaber mehr nach freiburg gezogen.....und dass ist ja schon mal ein positives zeichen.
armutszeugnis. mehr fällt mir dazu nicht mehr ein.
und hinsichtlich des abnutzungsarguments folgendes: warum finden dann im anschluss an konzerte afterparties im e-werk, ebenfalls mit "dj" statt? werden durch diese gäste etwa keine böden, wände und decken abgenutzt?
@fiorentina:
dass die e-lounge in ihren letzten jahren nicht so gut besucht war, kann ich bestätigen. immerhin kam es so kaum zur abnutzung der infrastruktur. was egal gewesen wäre, weil der laden dann ja eh saniert wurde.
soso die partys nutzen den raum zu stark ab..... na dann sind wir mal gespannnt wies aussieht nach dem ball verqueer....hehe.
Bei der nächsten Vernissage o.ä. komm ich dann mit meinen Matsch-Latschen direkt aus dem Schwarzwald und stiefle einmal über das schöne Sofa im Foyer. Vielleicht werden daraufhin dann sämtliche Veranstaltungen untersagt und der ganze Laden konserviert.
Sind im Schnitt eben nur 132, wo kommt man denn da hin wenn auf einmal knapp 400 kommen und am Ende auch noch tanzen, das hält die stärkste Diele nicht aus.
Abnutzung durch gut laufende Veranstaltungen ist leider wirklich mal grober Unfug. Umso mehr zahlende Kunden kommen um so eher hat sich die Investition amortisiert. Mehr gut besuchte Parties würden also bedeuten, dass es sich bei den eingesetzten Steuergeldern eben nicht um rausgeworfene Kohle sondern um eine wirtschaftlich sinnvolle Investition handeln könnte. Ich gehe jetzt zwar schonmal davon aus, dass mit der Sanierung alles schön nobel weniger funktional gestaltet wurde, kennt man ja, für die breite Masse der Steuerzahler ist am Ende wieder nichts dabei, weil man ja Kultur gerne auch nach einer elitären Klasse ausrichtet (Ein nettes Beispiel hierfür wäre dann wohl die Elbphilharmonie in Hamburg).
Das sind wirklich ein paar ökonomische Chefdenker die mit Steuergeldern umgehen manchmal (egal ob groß oder klein). Aber in diesem Fall kann ich nur sagen, dass die Leitung vielleicht auch mal ihrer Aufgabe nachgehen könnte im Endeffekt doch schon noch irgendsowas wie einen Betrieb zu führen (jaja ich weiß, da hat man in subventionierten Schöngeistkreisen manchmal ein Problem mit). Das würde ökonimisches Handeln vorraussetzen dafür braucht man noch nichtmal nen BWLer.
Schon frech sowas. Und nervt mich persönlich auch weil ich mehr Bock drauf hab Infrastruktur abzunutzen anstatt ner Lesung oder einem Kammerkonzert mit 40 jährigen Weinschorletrinkern beizuwohnen. Aber ich bin ja noch jung, meine Kultur heißt selbst Abnutzung, ich zahle ja noch nichtmal Steuern und überhaupt, Bumm Bumm Musik bleibt Bumm Bumm Musik und die wird nicht subventioniert.
Das übliche Problem in Freiburg, nun auch das E-Werk.
Eingesessene Institutionen, die unter einem "revolutionären Geist" gegründet wurden sitzen ihre Zeit heute nur noch ab, denn staatliche Fördergelder werden ja weiterhin kräftig gezahlt.
> Die jungen, nachkommenden Künstler haben dadurch leider verschissen, denn höchstens noch wahrgenommen wird ein Aussenstehender nur, wenn er irgendwie mit Glück einen Kontakt zu den eingespielten untertalentierten Kulturkreisen "Kultur-Mafia" Freiburg hat.
> Das führt dazu, dass sich extrem viele Künstler lieber nach ausserhalb wenden. Freiburg hat mit Kulturhauptstadt 2020 nichts gemeinsam. Kulturvertriebsstadt triffts wohl besser!
+om - ich stimme zwar zu aber war das nicht immer so, dass der Kunstbetrieb über Beziehungen und Insidertum funktioniert? Und dass gerade darum die internen Grabenkriege zeitweise so heftig sind, es menschelt halt?
Zum Ewerk selbst hab ich wenig zu sagen, ausser: Filzpantoffeln, und vielleicht ein Schild an die Tür "wegen übermässigem Erfolg heute nur Eintritt für maximal 100 Leute".
@ chris
ja, das war schon immer so, aber momentan ist es heftiger denn je. und fördergelder gibt es um so mehr mom., also warum etwas ändern, denken sich die institute. kultur sollte meines erachtens den wandel, auf neues zuzugehn, begreifen und sich nicht abschotten.
>"wegen übermässigem Erfolg heute nur Eintritt für maximal 100 Leute".
X-D
ich muss gestehen, ich habe ca 20 jahre in und um freiburg gelebt und war nicht einmal im e werk. schande über mich.
ich habe im E-Werk mal la fura dels baus (1997?) sehen können. Das war fast so beindruckend wie deren Auftritte in der legendären BAAB-Halle Anfang der 90er. (btw, könnte die bitte mal wieder jemand nach Freiburg holen?)
Ansonsten zwei oder drei mal zum Improtheater dort gewesen. Mit der Elektrogeschichte habe ich nichts am Hut, finde es aber immer Schade wenn Freunde eines Genres ihren geschätzten und geliebten Ort des Geschehens verlieren.
@Ease
super Erkläung mit gefällt der Satz:
"Mehr gut besuchte Parties würden also bedeuten, dass es sich bei den eingesetzten Steuergeldern eben nicht um rausgeworfene Kohle sondern um eine wirtschaftlich sinnvolle Investition handeln könnte."
besonders.
In diesem Sinne.
bin dabei: tanzflashmob - auf filizies oder doch lieber den guten lowa, die bislang noch jeden matsch besiegten?
tanz deine...
Wie ichs vorhin schon gesagt habe: Wir treffen uns nach einem Regentag in Hinterzarten zu ner ausgedehnten Wanderung, und direkt im Anschluss geht's dann rein ins E-Werk-Foyer und den Tango ausgepackt! Lowa sind eben die besseren Tanzschuhe.
http://www.ewerk-freiburg.de/veranstaltungen/veranstaltungsdetails.php?id=1031 &subnav[..]
Mit Lowa in übergrosse Filzpantoffeln hineingeschlüpft, und das Bohnerwachs dabei schön auf dem Boden verteilt :-)
:) juhu! diese woche?
ihr habt doch nichts gegen eigenwillige tangointerpretationen, hoffe ich. die klassische variante kenn ich nur vom gucken.
http://www.youtube.com/watch?v=omI80nCUUp4 ;)
edit: lowas sind eindeutig bethte tanzschuhe! 8)