Ticket-Chaos, gefährliches Gedränge, dehydrierte Besucher: Die "Sea of Love" 2011 war für den Veranstalter ein Desaster. Jetzt hat er die Rechte an Koko abgetreten. Und auch die Stadt Freiburg zieht Konsequenzen.




tja, hm, jetzt 5 minuten inen fiesen spruch überlegt und letztlich kommt nur ein achselzucken bei rum...
ich hab was: an der grottenschlechten organisation von 'rock am see' sieht man ja, wie gut marc oßwald festivals veranstalten kann.
da geht es weniger um das buchen namhafter bands, sondern um die infrastruktur. genau an diesem etscheidenden kriterium ist es bei bela gurath nämlich auch gescheitert.
Mir kann keiner erzählen, dass Gurath nicht doch weiterhin hinter den Kulissen mitwurschtelt und nach wie vor das Programm zusammenstellen und buchen wird. Gerade weil Koko sich in den letzten Jahren im Bereich elektronischer Musik nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Offiziell geht momentan nach dem diesjährigen Desaster natürlich nichts, da er auch nichts genehmigt bekommen würde, aber der lässt sich das Festival doch nie und nimmer komplett aus der Hand nehmen. Und außer Koko ist hier doch niemand in der Lage, das Ding finanziell zu stemmen.
Ich bezweifle, dass aus der Übernahme und dem Veranstalterwechsel heraus auch programmliche Veränderungen erwachsen werden.
Natürlich ist es an dieser Stelle noch zu früh, um eine vorsichtige Prognose zu wagen. Doch der kommerzielle Gedanke wird ganz bestimmt auch weiterhin erkennbar sein genauso wie eine inhaltliche Marschroute, die an der Aktualität der elektronischen Musik mit Anspruch und Herz vorbeigehen wird. Denn als Mitgesellschafter des Freiburger Zelt-Musik-Festivals hat die Koko & DTK Entertainment GmbH von Anfang an in Sachen (elektronischer) Jetztmusik es nicht vermocht, Akzente im Programm zu setzen. Das war zu Beginn der Nuller Jahre noch ein wenig anders, als Gäste wie Fauna Flash, LTJ Bukem & MC Konrad oder Micatone in Freiburg Halt machten - die damals auf dem Höhepunkt ihrer musikalischen Karriere waren (und im Falle von LTJ Bukem auch heute noch top notch sind).
Um eine Vorahnung zu bekommen, was in Bezug auf eine Sea of Love 2012 möglich wäre, lohnt sich ein Blick auf das bisher bekannte Line-Up des Southside Festivals. Veranstaltungsträgerin? Die Koko & DTK Entertainment GmbH. Somit lässt sich ein immerhin ein kleiner Trend ablesen. Das wären dann Fritz Kalkbrenner, Busy P, SebastiAN (live), und vermutlich noch Bands aus dem Sumpf von Supershirt, Dumme Jungs, und so weiter. Da sind dann auch Skrillex, David Guetta & Co. als Headliner nicht mehr weit davon entfernt.
Doch gerade hier bestünde für die neuen Veranstalter die Chance, einer auch inhaltlichen Neuausrichtung, ganz nach dem Leitsatz "One step back, two steps forward", denn Überschaubarkeit bringt höchste Qualität, ein Gefühl von familiärer Zusammengehörigkeit, aus der heraus sich Ausgelassensein und Euphorie entwickeln.