Der Titel spricht für sich: In „Schulfrust – 10 Dinge, die ich an der Schule hasse“ zieht die Berlinerin Viviane Cismak nach 13 Jahren Schulzeit Bilanz. Sie rechnet in ihrem Werk, das sie hauptsächlich neben der Abiturvorbereitung geschrieben hat, ab mit dem deutschen Bildungssystem. fudder-Autorin Anna Leiber sprach mit der 19-Jährigen, die ihr Abi mit einem Notendurchschnitt von 1,8 machte und jetzt Jura studiert, darüber, was in deutschen Schulen so alles schief läuft.
Du rechnest ziemlich schonungslos mit der Schule und den Lehrern ab, so dass der Eindruck entsteht, der Schulalltag sei für dich eine Qual gewesen. Stimmt das denn?


... und 5 Jhre später dann "10 Dinge, die ich an meinem Job hasse", gefolgt von "10 Dinge, die ich an der Rente hasse"
Tja, ich hab das Buch nicht gelesen, aber das was hier erwähnt wird, mag sicherlich für die Autorin zutreffen. Allerdings nicht überall, Lehrer sind halt nicht nur verbeamtete Auf-die-Ferien-Warter, wie in jedem Job gibts gute und schlechte. Als Schüler fällt das immer nur sehr stark auf, wenn man schlechte Lehrer hat, weil die Abhängigkeit vom betreffenden Lehrkörper einfach verdammt hoch ist.
dass es in deutschen schulen nicht so läuft, wie es sollte, liegt nicht nur an schlechten, unmotivierten lehrern, sondern auch an schlechten, unmotivierten schülern.
Jaja, wenn es von den Fähigkeiten nicht zur Überfliegerin reicht, dass ist es Willkür der Lehrer und eine Verschwörung der Pädagogen. Und Frauen bekommen sowieso immer schlechtere Noten. Blablabla.
"Am wichtigsten ist jedoch, dass sich Lehrer ihrer Verantwortung bewusst werden sollten. Ihre Aufgabe ist es, den Generationen von morgen Bildung zu vermitteln."
Nein, es ist die Verantwortung der Schüler, was für ihre Bildung zu tun. Hört auf zu jammern, setzt euch auf euren Hintern und tut was für euren Erfolg.
Mit den Noten für Schönschrift und dem Zentralabi hat sie recht, aber ob es mit bayrischen und Baden-Württembergischen Standards für eine 1,8 gereicht hätte...
oh je die kommt aus berlin. da kann man ja eigentlich gar nix vergleichen. berliner zustände sind keine bw zustände.
und die 1,8 dort sind, wie asdf schon sagte, keine 1,8 hier.
edit: ok, sie war vorher in hessen. aber auch das ist nicht bw. die haben ja auch erst seit ca 2 jahren ein zentralabi.
wie wäre es mit einer bzw. zwei neuen daily soaps aus berlin
"gute lehrer, schlechte lehrer" und
" gute schüler , schlechte schüler "
ich bin wirklich kein lehrer freund, aber diese ständigen forderungen, das lehrer das was eltern und gesellschaft nicht hinbekommen in den paar schulstunden rausreissen sollen ist sowas von naiv und weltfremd.
Keine Anhung, wo du solche Forderungen rausliest. "Bildung vermitteln" ist doch tatsächlich Aufgabe von Lehrpersonen, von "Erziehen"/"Gesellschaftsfähig machen"/"Kopf kraulen" ist nirgends die Rede.
Auch hat sie sich nicht über ihre Abinote beschwert, sondern selbst gesagt, dass der Stoff in Berlin oberflächlicher abgehandelt wurde als in Hessen. Dass das Abi in Hessen noch mal einfacher gewesen wäre, als in BaWü, ist bekannt - und da liegt ja auch ein Teil des Problems. Soll ja auch kein Buch sein "Ach, wie schwer hatte ich es in Süddeutschland", sondern es geht um das deutsche Bildungssytem, Berlin gehört dazu. Und dass dieses System Verbesserungen vertragen könnte, darüber sind wir uns doch einig?
also habe ein paar Freunde in Hessen und deren Abi ist nochmal um ein vielfaches Einfacher als das unsere hier in Bawü, von Bayern ganz zu schweigen...
Und die Ich-warte-auf-Ferien-Schulle(e)hrkörper gibt es genug, aber auch die Ich-bring-dir-was-für-dein-Leben bei.
Habe das Buch nicht gelesen, aber würde wagen zu behaupten das so ein Buch jeder selbst schreiben könnte der 12/13 Jahre in der Schule verbracht hat, je nachdem auch schon früher.
Letztendlich hängt es doch immer an einem selbst was zu reißen und das beste rauszuholen, da kann der Lehrer noch so blöd sein.
Bin froh das ich die Schule hinter mir habe, war verschwendete Zeit. Arbeiten hingegen geh ich gern, gibt Kohle und mach Freude :)
@ja/nein: Ja, dass man dies und jenes verbessern könnte, dass nicht jeder Lehrer ein Meisterpädagoge ist, bestreitet niemand. Aber dass alles schlecht ist, und dass man schlecht in der Schule ist, nur weil die Lehrer einem übel wollen... Das ist wie "warum verschafft mir der Staat keinen Job?" Diese grundsätzlich negative Haltung, gepaart mit überzogenen Ansprüchen geht mir auf den Senkel. Es ist nicht alles schlecht, größtenteils ist es sogar ziemlich gut. An den Details muss man arbeiten, aber alles in den Hintern geschoben wird man auch in Zukunft nicht bekommen.
Ich finde in dem Interview keine Stelle, die deine Vorwürfe an die Autorin belegen. Sie hat ein gutes Abi, Studiert und hatte ne gute Schulzeit. Auch geht es nicht um einzelne Lehrpersonen, sondern um das System. Dass du dich gern streites, wissen wir ja.
"10 Dinge, die ich an der Schule hasse" vs. "Ich habe die Schule nie gehasst "... was denn nun?
Das ist natürlich ein schön plakativer Titel und wenn man auf die Schule schimpft, kann jeder seine Zustimmung geben.
Mein Vorwurf: Ihr Tonfall. Ihre Art, die Probleme auf wohlfeile Art anzusprechen und aufzubauschen, als stünde das Ende des Abendlandes bevor.
"Aber mein Weckruf war, denke ich, ziemlich notwendig." Uiuiui, was wäre die Welt nur ohne dieses Buch.
"Auch geht es nicht um einzelne Lehrpersonen" aber es fühlen sich doch einige persönlich angegriffen.
"Dass du dich gern streites, wissen wir ja." Danke gleichfalls!
ja/nein wins the prize.
Der Föderalismus in der Bildung ist wirklich ärgerlich (Ich habe nie von jemandem gehört, dass er das für sinnvoll hält, außer von der unsäglich tumben Annette Schavan, die auch mal sagte "Wer Nachhilfe braucht, hat am Gymnasium nichts verloren.") Das Ganze setzt sich in der Universität fort :
Als ich nach Potsdam wechseln wollte, musste ich der Dame vom Prüfungsamt erklären, wie wir in Freiburg unsere Schlüsselqualiikation erworben haben (Nämlich mit Blockvorlesungen am Wochenende und zwei mündlichen Prüfungen), dort wird eine schrifliche Prüfung abgelegt. Sie sagte dann "Ja, weeß ick jetzt ooch nich..." und hat aus dem Bauch heraus entschieden, dass aus diesem Grund ein Studienortwechsel nicht möglich sei. Ich sehe schon nicht ein, dass man sich, wenn man sich an 5 Universitäten bewirbt, durch 5 verschiedene Anmeldungsformulare quälen muss. Ich will einen Ideenwettbewerb und dann wird das beste Ding bundesweit einheitlich verwendet.
Heute Lehrer in BW sein heißt ausgeliefert sein. Auf's Büro gemünzt muss man sich das ungefähr so vorstellen:
Man beginnt als Sachbearbeiter Einkauf und weil's gut läuft meint der Chef man könnte auch in den normalen 40 h den Vertrieb übernehmen. Da der Chef kurze Zeit später einen Paradigmenwechsel wünscht, kommt auch noch ein Teil der Arbeitsvorbereitung dazu. Das alles läuft mehr recht als schlecht, aber für die Firma und die Kollegen ist man bereit, die Mehrarbeit auf sich zu nehmen. Da stellt der Chef fest, dass das Geld für die Putzfrau gespart werden kann, wenn man am Freitagnachmittag einfach mal selbst den Besen schwingt. Und weil das Geld irgendwie nie für irgendwas reicht, bittet einem der Chef dann auch noch, Computer, Stifte, Papier und sonstiges Büromaterial bitte selbst mitzubringen....
Das Problem in unserem Bildungssystem sind weniger die Lehrer, denn die katastrophalen Arbeitsbedingungen vor Ort!
Berlin hat also ein sehr niedriges Niveau gegenüber Hessen... dasselbe sagen Schüler aus Mainz, wenn sie nach Wiesbaden aufs Gym wechseln...
Berliner Abi mit 1,8. In BW dann 3,4?
Meine Ex aus Sachsen hat über das Abi in Bawü gelacht. Heißt das jetzt, dass das Bawü Abi fürn Arsch ist.
Solche Ländervergleiche sind übrigens fürn Arsch. Der Schüler passt sich an. Wird mehr Leistung erwartet, wird mehr Leistung gebracht.
Ich glaube, aus den Beiträgen bisher geht gut eines hervor: Es gibt nicht das eine "deutsche Schulsystem", es gibt 16 davon. Bildung ist Ländersache, jedes Bundesland verwirklicht seine eigene Strategie.
Es ist schwer, hier von BW auf Berlin oder NRW zu schliessen. Zentralabi hat seine Vorteile, aber ich kenne auch Schulen, die ihren Schülern hammerharte Abiklausuren beschert haben. Sind deren Absolventen dann grundsätzlich schlechter einzuschätzen als die Zentralabiturienten, nur weil sie in einem Bundesland geprüft wurden, das beim Abi einen schlechteren Ruf hatte?
Für mein Empfinden geht das Buch von Viviane Cismak an der Stelle von einer falschen Grundlage aus: Sie kann lediglich das Berliner System (und mit Abstrichen das aus Hessen) kritisieren, und das auch nur aus ihrer eigenen persönlichen Sichtweise.
Sie kennt weder die Lehrerausbildungen an den Unis (auch wieder je nach Standort unterschiedlich), noch die einzelnen Arbeitsweisen der Kultusministerien geschweige denn der Schulen. Sie kennt lediglich ihre eigenen Lehrer, ihre eigene Schule. Die kann sie meinetwegen gerne kritisieren, aber ein "Weckruf für das deutsche Schulsystem" ist da meiner Meinung nach nicht daraus abzuleiten.
Ich denke mal, es gibt genug Lehrer, die ein solches Buch auch über das Verhalten ihrer Schüler schreiben könnten.
@loki: teils teils. mit sicherheit gibts viele, die sich anpassen und überall entsprechend gute noten abliefern. vermutlich hätte die autorin überall ein ähnlich gutes abi gemacht.
aber es gibt auch die, die einfach nix tun und bei uns dann mit ner 3 das abi machen ohne viel zu tun und woanders hätten sie halt ne bessere note gemacht mit dem selben aufwand.
und dann gibts noch das untere ende der skala. hier wird vll in bremen oder berlin ein abi geschafft und woanders nicht mehr.
edit: kommentar nur deshalb noch mal bearbeitet, um das blöde häkchen los zu werden.