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Asexualität: "Ich bin 28 Jahre alt und hatte noch nie Sex"

"Sex erfüllt zahlreiche Funktionen", erklärt die Wikipedia. "Er befriedigt die Libido, dient in Form des Geschlechtsverkehrs der Fortpflanzung und drückt in der Regel als wichtige Form der sozialen Interaktion Gefühle der Zärtlichkeit, Zuneigung und Liebe aus." Dorothea aus Freiburg hat kein Interesse an knutschen, fummeln und vögeln, an der angeblich "schönsten Nebensache der Welt". Die 28-Jährige ist asexuell.

Asexualität
"Ich bin 28 Jahre alt und hatte noch nie Sex.
Habe nie geknutscht. Und – das Entscheidende dabei – ich hatte auch nie ein Interesse daran. Meine vollkommene Passivität auf diesem Gebiet hat nichts mit Ideologie oder Keuschheit zu tun, sondern nur mit Desinteresse an diesen Aktivitäten. Da ist kein Begehren, kein Bedürfnis, jemandem körperlich nah zu sein oder meine Zunge in einen anderen Mund zu stecken. Ich gucke gerne hübsche Menschen an, mach' da keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen und bin kein Feind der Sexualität. Nur in meiner Welt hat das keinen Platz. Ich kann abstrakt über Sex reden, aber wenn mir bekannte Menschen konkrete Erlebnisse wiedergeben, dann wird mir doch mulmig, ich mag mir das nicht bildhaft vorstellen.

Zu begreifen, dass sexuelles Begehren schlicht nicht da ist, ist ein Lernprozess und es gibt keinen festen Zeitpunkt, ab dem man beschließen kann, dass man asexuell ist. Wie auch? Das Bezeichnende der Asexualität ist ja das Nicht-Tun oder Nicht-Wollen.

Solange man noch in der Pubertät ist, ist das vielleicht verwirrend, man kann schließlich nur feststellen: „Liebes Tagebuch, heute wieder keine Lust verspürt, mit jemandem zu schlafen. Vielleicht hinke ich in der Entwicklung etwas hinterher.“ Das könnte man im Prinzip sein ganze Leben lang jeden Tag schreiben; Die Möglichkeit, dass sich etwas ändert, ist ja immer gegeben. Wenn man asexuell ist, ist das jedoch ein dauerhafter Zustand. Es geht nicht um Angst oder um die vergebliche Suche nach dem richtigen Partner, es geht um das permanente Nicht-Wollen von Sex.

Asexuell bedeutet nicht aromantisch

DorotheaWas 'asexuell' genau bedeutet lässt sich so wenig eingrenzen, wie das bei jeglicher anderen sexuellen Ausrichtung auch der Fall sein sollte. Asexualität bedeutet tendenzielles bis absolutes Desinteresse an sexuell gearteter Interaktion. Es gibt Asexuelle, die wollen gar nicht, andere, die haben mit Knutschen keine Probleme, welche, die mit ihrem Partner schlafen würden, aber nicht unbedingt heiß drauf sind, und so weiter. Generell bedeutet „asexuell“ nicht „aromantisch“, soll heißen: wer eine_n Partner_in findet, für den das kein Problem darstellt, der ist in einer Beziehung, nur ohne Sex.

Als nicht unbedingt hübscher Teenager, wie ich das war, war mein nichtexistentes Liebesleben erstmal nicht so erstaunlich. Später wurde dann spekuliert, ob ich lesbisch sei, weil es irgendwann ja doch verdächtig wird. Da ich aber auch noch in anderen Hinsichten „anders“ war als meine Mitschüler_innen (im Saarland Hochdeutsch zu sprechen macht einen zum „Anderen“ par excellence) und eher ein Außenseiter, vermag ich jetzt nicht zu sagen, wie viel von dem Verhalten mir gegenüber mit meinem Desinteresse an Sex zusammenhing. Ich tippe mal auf: sehr wenig. Mittlerweile bin ich in einem Alter und wir in einem Zeitalter, wo man nicht mehr spekuliert, sondern fragt. Und da fangen die Probleme an.

Asexualität ist vielleicht die letzte verbliebene durchgängige Provokation. Ich will damit nicht sagen, dass überall Toleranz und Akzeptanz für alle wieauchimmer gearteten romantischen und
sexuellen Konstellationen und Formen herrscht – im Gegenteil – aber das Geständnis, dass man an Sex in jeder Form kein Interesse hat, kann selbst in den offensten Kreisen auf Unverständnis stoßen.

Selbst bei Menschen, die sich als „queer“ identifizieren, bei denen jegliche Form der Partnerschaft als selbstverständlich hingenommen wird (wie es von allen getan werden sollte) kann man als Asexuelle_r auf Unverständnis, beziehungsweise Reaktionen wie „Aber das ist doch schade für dich“, stoßen.

Die allerallerwenigsten Menschen nehmen die Information, dass man asexuell ist, dass man kein Interesse an Sex hat, einfach so hin. Es kommen immer Fragen, die meist von Neugier und oft von Provokation geprägt sind. Provozierend dahingehend, dass man sehr genau merkt, dass das Ziel der Fragen ist, eine Information zu bekommen, die darauf hinweist, dass man sehr wohl Interesse an Sex hat, es aber aus gewissen Gründe nicht ausleben kann oder will.

Ich bemühe mich immer, diese Fragen so sachlich wie ehrlich zu beantworten, was oft nicht so leicht ist. Weil es erstens – ähnlich wie bei Veganern – immer die gleichen Fragen und Gesprächsabläufe sind, und zweitens, weil sie sehr, sehr persönlich sind. Man kommt sich ein bisschen vor wie ein seltenes Tier, das von allen Seiten begutachtet wird, um herauszufinden, zu welcher Gattung es nun wirklich gehört. Auf der einen Seite will ich, dass Leute wissen, dass Asexualität existiert, auf der anderen Seite muss ich dafür auch mein Seelenleben hervorkehren und mich immer und immer wieder verteidigen. Und „nett Gemeintes“ wie „Aber du bist doch gar nicht so hässlich“ schießt nun Mal gründlich am Ziel vorbei. Um einen Sexuellen zum Umdenken zu bewegen kann man sich schon mal den Mund fusselig reden.

Asexuell sein ist eine Provokation

Provokant ist das Verkünden der eigenen Asexualität vielleicht auch deshalb, weil es entgegen der Entwicklung geht: es ist erst in Zeiten der sexuellen Freiheit zur Provokation geworden.

Beim Überlegen, was daran so „gefährlich“ wirkt, warum Asexualität so vehementen Unglauben und Nicht-Akzeptanz erfährt, kam ich zu folgender Überlegung: Sexualität wurde Jahrhunderte lang von der Kirche verteufelt, es war etwas Schmutziges und Niederes, dem sich die „wahrhaft Reinen“, sprich: Nonnen, Mönche und die Mutter Maria, entzogen. Dann kam die große sexuelle Revolution, alle, wirklich alle waren frei und gemeinsam „Niedere“. Wenn man da als Asexuelle_r sich entzieht, beziehungsweise einfach „naturgegeben“ außen vor steht und „nicht mitmachen“ will, kommt vielleicht der Verdacht auf, dass man sich als die letzte Mutter Maria sieht und nur nicht wahrhaben will, dass man genauso „Bedürfnisse“ hat wie alle anderen: dass man sich arrogant über die anderen stellt.

Das ist pure Spekulation meinerseits, ich versuche nur zu entschlüsseln, woher die nahezu allumfassende Ablehnung kommen könnte. Und dass man sich als Asexuelle_r „rein machen“ will, ist natürlich totaler Mumpitz. Ich finde die Vorstellung von Sex eklig, bei knutschenden Pärchen auf der Straße wird mir unbehaglich und ich hasse Sex-Szenen im Kino. Das macht mich nicht besser, nur anders, gibt aber auch immer den Eindruck von „Unreife“. Das finde ich ja auch unfair: Manche Leute mögen den Anblick von Spinnen nicht, ich nicht den von Zungenküssen, aber die Spinnen-Phobie ist nicht negativ belegt, sondern wird in jedem Alter als fast „normal“ angenommen.

Die Sexuellen sind eine Mehrheit, die sich zum allergrößten Teil nicht als solche sieht, sondern das Bedürfnis nach Sex „an sich“ als eine naturgegebene Sache sieht, das jeder in der einen oder anderen Form haben muss. Die Spekulationen gehen meist schnell in die Richtung eines  vermuteten Traumas, ob ich „schlechte Erfahrungen“ gemacht hätte oder einfach ein besseres Verhältnis zu meinem Körper entwickeln müsste.

Ich habe tatsächlich nicht das beste Verhältnis zu meinem Körper, ich wäre furchtbar gerne wie die Uyulala aus der Unendlichen Geschichte, die nur aus einer Stimme besteht, aber die Vorstellung, mit jemandem zu schlafen ist für mich keine Motivation, meine „issues“ zu überkommen. Ganz abgesehen davon wird bei Heterosexuellen nie versucht, ihre Sexualität in einen umspannenden Persönlichkeitskontext zu stellen. Ich kann Probleme mit meinem Körper haben UND völlig zusammenhangslos asexuell sein, wirklich! Ansonsten müssten im Umkehrschluss ja alle Sexuellen ihre Körper total super finden. Wer fühlt sich angesprochen

Es scheint, als ob Sexualität an sich eine der letzten unumstößlichen Größen der Gesellschaft ist. Das letzte Essentielle, nur dürftig hinterfragt, und als Asexuelle_r fällt man auch durch dieses letzte verbliebene Raster. Konkret hat das zuerst einmal keine praktischen Folgen im öffentlichen Leben. Im Prinzip hat man es als Asexuelle_r leicht in der Gesellschaft, weil Repression fast vollkommen unmöglich ist, denn das Asexuelle definiert sich durch einen Nicht-Akt, es ist unsichtbar. Als Asexuelle_r „passed“ man im öffentlichen Leben überall ohne Probleme. Da Sexualität aber auch als eine so unzweifelhaft Gegebenheit hingenommen wird, ist es ja auch gar nicht nötig, sich Repressionen für Asexuelle auszudenken. Wozu jemanden schikanieren und in Muster pressen, den es eigentlich gar nicht gibt? In einem Vorstellungsgespräch erzählt man eventuell noch, dass man in einer Partnerschaft ist, aber garantiert nicht, wie oft man miteinander schläft. Es gibt keine öffentliche Asexualität, außer, man schreibt sie sich aufs T-Shirt.

„Hast du's denn schon mal probiert?“

Gerade deshalb, weil Asexualität nicht präsent ist und keine nennenswerte Größe darstellt, wird der Umgang erst dann zu einem akuten Problem, wenn sie an die Oberfläche gerät. Das passiert nur im privaten Rahmen und beim wissenschaftlichen Umgang mit Sex. Deshalb provoziert es so viel Unglauben. In weinseliger Kneipenrunde, wenn Anekdoten über „das erste Mal“ oder „den ersten Kuss“ ausgetauscht werden. „Und wie alt warst du?“ „Öhhhh...ich hab noch nie mit jemandem geschlafen. Bin asexuell.“ Das unvermeidliche „Echt?“ lässt sich noch mit „Ja“ beantworten, „Warum?“ mit der Gegenfrage „Warum bist du heterosexuell?“.

Anstrengend wird es dann bei: „Hast du's denn schon mal probiert?“. Die Antwort bei mir ist „nein“, habe ich nicht und will ich auch nicht. Die Natur des Sexuellen scheint zu verlangen, unweigerlich darauf „Wie kannst du dann wissen, dass du es nicht magst?“ zu antworten.

Darauf lässt sich antworten, dass ich nicht alles ausprobieren muss, um zu wissen, dass ich das nicht will. Ich hab auch noch nie Crack geraucht. Womit nicht gesagt sein soll, dass Sex gefährlich, eklig oder gesundheitsschädigend ist, aber ICH finde die Vorstellung für mich abstoßend. Und die Beweislage zur Untermauerung der eigenen Asexualität ist, wie bereits erwähnt, eine kümmerliche. Den Trumpf „Nur ein Phase!“ „Kommt vielleicht noch!“ haben die „Ungläubigen“ immer in der Hand, damit muss man umgehen können.

Im Zweifelsfalle hilft immer, die Frage zurückzugeben. Heterosexualität kann bei der Logik genauso gut eine Phase sein. 'Keinen Sex haben wollen', das klingt bieder, es klingt prüde, es klingt sogar ein bisschen undankbar. Seit Jahrzehnten wird für die Freiheit gekämpft, für das Sprengen von konservativen Normen und als Asexueller schmeißt man metaphorisch gesprochen einfach alle diese Freiheiten von sich. Das ist natürlich nicht wahr (und gölte für Heterosexuelle in romantischen Zweierbeziehungen genauso), vielleicht ist es nur meine Paranoia, die mir Schuldgefühle macht, weil ich kein aktives Statement (in Form einer nicht-konventionellen Partnerschaft) setze.

Und es wäre so nötig. Als Studierende bewege ich mich meistens in geschützten Räumen und als partnerlose Person fällt man in öffentlichen Räumen ohnehin eher durch das repressive Raster. Da trifft es umso heftiger – weil komplett unerwartet – als ich auf der Straße im schönen, liberalen, grünen Freiburg von einem Wildfremden als „schwule Sau“ bezeichnet wurde. Ich war persönlich nicht verletzt, der Vorwurf ging schließlich komplett an mir vorbei. Ich hab kein Problem damit, für
einen Mann gehalten zu werden, erst recht nicht einen, der nicht ins hetero-normative Muster passt, aber allein, dass es Homophobie noch so offen (auf der KaJo!) gibt, lässt Zweifel, wie weit es wirklich her ist mit Freiheit, Anerkennung und Gleichberechtigung.

Für die Anerkennung der sexuellen Freiheit kann [muss] man auf die Straße gehen. Der Streit um Anerkennung – oder überhaupt erstmal Wahrnehmung – von Asexualität lässt sich schwerlich auf der Straße führen. Es gibt kein Gesetz (mehr, in Deutschland), das einen zum Sex zwingt, oder das einem im öffentlichen Raum das Leben schwer machte.

Eine größere Diskussion um Asexualität allerdings wäre hilfreich, um Diskussionen abzukürzen und zu realisieren, dass selbst auf den größten Glaubens-Fundamenten nicht absolut jeder Mensch draufsteht. Letzten Endes wird dieser Streit eher im Schlafzimmer und in Kneipen geführt wird.

Wir sind unsichtbar, aber wir sind unter euch - und circa 1 Prozent von euch."


[Dorothea ist 28 und twittert unter @wolfseule.]



Zwei Tipps von Dorothea:

  • Aven - Ein informatives Netzwerk für Asexuelle
  • "On Chesil Beach" (deutsch: Am Strand) von Ian McEwan ist ein wunderschöner, tragischer Roman über Asexuelle
   [Bild 1: fudder; Bild 2: Privat]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 48
Montag, 20.06.11 16:34
 

crack rauchen. autsch.

guter artikel, interessantes thema...


Jass hat den Kommentar am 20.06.2011 um 16:34 bearbeitet
Montag, 20.06.11 16:52
 

ja, das finde ich auch. +

Montag, 20.06.11 17:21
 

Ich finds schön, dass das Thema nicht "ich steh dazu" erschienen ist. Grade in unserer "modernen" Welt, in der überall Sex in den Medien auftaucht ist so ein (zudem noch gut geschriebener) Artikel schön, um zu zeigen, dass es auch anders geht.

[Edit: Klammer richtig gesetzt. Ergab keinen Sinn :) ]


JanP86 hat den Kommentar am 20.06.2011 um 17:22 bearbeitet
Montag, 20.06.11 17:39
 

sehr guter Artikel. Und zeigt mal wieder, wie schwer sich die meisten Menschen tun, einen anderen zu akzeptieren.

Montag, 20.06.11 17:40
 

jo, die Welt ist bunt - und interessante Dinge im Twitterfeed, ich folge schon seit langem.

Montag, 20.06.11 18:21
 

Der Artikel spricht mir aus dem Herzen. Bei mir ist es ähnlich. Und auch wenn jetzt wieder alle schreiben: Toll, dass das mal gesagt wird... ist es doch bei Gesprächen tatsächlich so, dass man immer wieder misstrauisch bis beleidigend angegangen wird, sobald man zugibt, asexuell zu sein. Und zwar gerade von Leuten, die sonst sehr tolerant sind. Ich habe schon „Das nehm ich dir jetzt nicht ab“ gehört von Freunden, die einem jede Perversion sofort gutheißen würden, weil wir ja so frei sind in dem, was wir wollen dürfen. Aber keinen Sex haben zu wollen, egal ob mit Männlein oder Weiblein, ob mit oder ohne Fesseln... das geht dann plötzlich zu weit. Das empfinden manche als persönliche Beleidigung. Dann kommt: „Hast du schon mal überlegt, zum Psychiater zu gehen?“ oder, sehr oft: „Dann hast du noch nicht mit dem richtigen geschlafen.“ Ich habe mit genug Menschen geschlafen, um das beurteilen zu können. Ich habe immer gehofft, irgendwann ‚normal’ zu werden. Nicht weil mir etwas fehlt, sondern um die Welt zu verstehen. Der Sex hat mich jedes Mal mehr angewidert.
Dass man sich aber immer wieder verteidigen muss für etwas, was niemandem schadet, niemandem wehtut, mit dem man ganz alleine seine Schwierigkeiten hat und sein Leben ausbalancieren muss (denn: verlieben tut man sich ja trotzdem...), ist ziemlich deprimierend. Ungefähr genauso wie der Vorwurf: „Du hast es doch gewollt...!“, nur weil man jemanden angelächelt oder weil sich irgendwo aus Versehen ein Millimeter Dekolletee in den Ausschnitt gemogelt hat.
Sex fehlt mir null. Aber dass ehrliche Freude, weil man jemanden sympathisch findet, ununterbrochen mit sexueller Willigkeit verwechselt wird, und dass man deswegen aufhört, Menschen anzustrahlen, das ist so mit das Schlimmste für mich.

Montag, 20.06.11 19:25
 

Interessant ist es schon. Wenn mir das jemand erzählen würde, wär ich wahrscheinlich auch total neugierig nach dem warum, weshalb, wieso, weil ich es mir einfach nicht vorstellen könnte, dass man absolut gar keine sexuelle Lust(nicht mal auf sich selber) empfinden kann.

Wenn ich mir vorstelle wieviel mehr Zeit man dann hätte und was man stattdessen alles machen könnte, wenn man nicht gerade jeden Pups twittert... ;)

Den Erklärungsversuch mit der Kirche, sexuelle Revolution etc. find ich übrigens ziemlich lächerlich. "Sex an sich", Lust empfinden u.ä. ist doch mal ganz biologisch gesehen ein natürliches Verlangen des Menschen. Allein deshalb kann man das wahrscheinlich nicht einfach so hinnehmen. Wie man darauf kommen könnte zu denken, dass "Sexuelle" sich von Asexuellen bedroht fühlen könnten entschließt sich mir völlig.

"Ansonsten müssten im Umkehrschluss ja alle Sexuellen ihre Körper total super finden. Wer fühlt sich angesprochen"

Wieso sollte dieser Umkehrschluss gelten müssen?
Übrigens: Hier, ich fühl mich angesprochen ;D

Und jetzt mal ganz allgemein: Es gibt doch schon ziemlich viele Dinge, auf die man früher von außen betrachtet aus welchen Gründen auch immer keine Lust hatte und sie eigentlich nicht probieren wollte. Aber wenn man sie dann zumindest doch ein Mal selber macht, merkt man vielleicht erst wieviel Spaß es macht bzw wie gut es sich anfühlt o.ä.
Und ich denke dabei jetzt ganz bestimmt nicht an Crack rauchen...
Deshalb kommt diese Frage wahrscheinlich auch von jedem "Sexuellen" wie automatisch.
Wenn einer sagen würde "Ich esse keine Schokolade." Würd wahrscheinlich auch jeder fragen ob er schonmal probiert hat. Ein "Nein" darauf wäre aber trotzdem leichter zu akzeptieren, weil Schokolade essen kein Grundbedürfnis des Menschen ist(bei den meisten jedenfalls ;).

Abschließend möchte ich noch sagen, dass natürlich jeder tun bzw nicht tun soll, was er will, so lange das nicht auf Kosten anderer geschieht.
Aber sich dann darüber zu beschweren, dass andere da neugierig und zum nachfragen provoziert werden oder es nicht so einfach verstehen können, braucht man sich doch eigentlich auch nicht.

Montag, 20.06.11 19:29
 

@xxxx: das ist ein trauriger post.
ich möchte dir auch nicht widersprechen.
trotzdem will ich mal in den raum stellen, dass es ja durchaus leute geben kann, die neugierig sind/verstehen wollen/die erst mal nachfragen müssen, weil sie das nicht kennen.

wenn mir einE guteR freundIn erzählen würde, dass er/sie asexuell ist, würde ich auch alles mögliche fragen.
nicht, weil ich ihn/sie umstimmen wollte oder das nicht akzeptieren könnte, sondern aus interesse.

denn: egal, wieviel sex man tatsächlich hat, ist es doch ein thema, dass einen begleitet, auf vielen ebenen. wenn das jetzt aber nur dadurch ein thema wird, weil ANDERE sich damit beschäftigen und einen damit bombardieren (ich als sexuelle person nehme vieles in den medien schon als bombardement wahr) und man es, wie Dorothea, noch nie erlebt hat oder, wie xxxx, nicht mehr praktizieren will, dann bewegt man sich zum teil in einer anderen welt.
gerade, wenn es sich um freunde handelt, will ich doch versuchen, ihre welt zu verstehen.

dass einem dabei "dumme" sätze rausrutschen können, weil man selbst sexualität als "gegeben" annimmt und auf dieser basis das unbekannte erfragt, ist unter freunden hoffentlich verzeilich. angriffe natürlich ausgeschlossen.
bei personen, die einem nicht nahe stehen, ist es vermutlich (für beide seiten) heikel.

dass aber unwissenheit und neugier das gespräch bestimmen, wenn man menschen mehr oder weniger seltene "neigungen" offenbart, ist doch verständlich und nicht nur auf sex-themen bezogen so.

ich zb bin vegetarierin und muss das auch regelmässig freunden und verwandten erklären, warum das so ist und das mir schnitzel nicht fehlen. auch ich schade niemandem und es betrifft nur mich (solange ich nicht zum essen eingeladen werde). ich halte es für das normalste auf der welt. dass es mitmenschen aber anders geht, nehme ich erstmal nicht persönlich.

damit will ich nicht sagen, dass es anfeindungen nicht gibt. menschen können überraschend intolerant sein.
aber freunden unterstelle ich in der regel wohlwollen.

Montag, 20.06.11 19:31
 

Der erste Reflex wird natürlich bei vielen Lesern sein, eine aus der Not geborene psychologische Konstruktion zu vermuten. Aber es kann schon sein - ich (männlich) hatte mein erstes Mal auch erst mit 30, und lange Zeit auch wenig (wenn auch nicht null) Interesse. Ich habe z.B. auch erst einmal einen Pornofilm geschaut, und ich empfinde auch sonst vieles, was direkt oder indirekt mit Sex zu tun hat, als "Reizüberflutung". Nicht in dem Sinne, dass es mich stark erregt, sondern eher so, dass es psychisch unangenehm ist, es zu lesen und anzuschauen.

Ich kann es mir auch lebhaft vorstellen, wie es sein muss, zu verkünden, auf so etwas für viele Menschen so Elementares und Universales gut verzichten zu können, insgeheim, denke ich, wird man manchmal heimlich darum beneidet.

Es wäre noch interessant, etwas mehr über die Beziehungen Dorotheas zu erfahren, wie intim sie waren, und wie das Gegenüber mit dem Ausmaß an Nicht-Körperlichkeit zurechtkam.

Montag, 20.06.11 19:34
 

ist denn in diesem fall mit "nicht-sexualität" gleich "nicht-körperlichkeit" gemeint?

Montag, 20.06.11 19:41
 

Nein, aber ein *Ausmaß* an Nicht-Körperlichkeit, mit dem viele Menschen schwer klarkommen, und genau so habe ich es ja geschrieben.

Montag, 20.06.11 19:49
 

ok, war ja nur ne frage. wobei ich dann "ausmaß" nicht als passende formulierung empfinde - denn es könnte ja sein, dass dafür umso mehr gekuschelt, oder whatever, wird. just saying...

Montag, 20.06.11 20:27
 

Man wird immer unter der Ignoranz anderer zu leiden haben. Ich denke, dass ist kein Gesellschaftsproblem sondern ein Problem jedes einzelnen, oft profiliert man sich doch an Leuten die anders sind. Ein guter Witz auf Kosten des Freaks scheint ja niemanden weh zu tun.

Schwierig Menschen zu finden, die die Größe zu haben einen zu akzeptieren wie man ist

Montag, 20.06.11 21:17
 

reproduktion ist eine, wenn nicht sogar die grundeigenschaft jeglichen lebens und eine unglaublich starke triebfeder des menschlichen handelns. wenn man es drauf anlegt, ließe sich fast alles in unserer gesellschaft auf den fortpflanzungstrieb herunterbrechen. daher halte ich es für nicht ausgeschlossen, dass hier genetische, hormonelle, psychologische oder sonst welche defekte verantwortlich seien könnten.

Montag, 20.06.11 21:25
 

ich habe sex. aber keine emotionen.

 

bin - unreflektiert - bißchen ungeduldig geworden im zweiten teil des artikels, fand die reaktion dann aber aufschlußreich als ich drüber nachgedacht hab. es ist aus sicht eines sexmögers únglaublich überflüssig, eine art kulturhistorische erklärung dafür zu konstruieren, warum leute es - teils sehr - bemerkenswert finden, wenn jemand kein interesse an sex hat. es fühlt sich nunmal spektakulär an und ist eine wichtige komponente der paarbindung, und paarbindung fühlt sich auch spektakulär an, fertig. den hohen stellenwert, den behausung und nahrung in unserer gesellschaft haben, muss man ja auch nicht groß theoretisch erklären. diese teile sind aus der metaebene interessant, weil sie nochmal zeigen, wie verständnislos die verfasserin dem thema letztlich gegenübersteht, was natürlich auf seine weise faszinierend ist, wie synästhesie oder farbenblindheit - eine andere art, die welt zu sehen.

ein mensch in meinem bekanntenkreis ist auch asexuell und der leidensdruck ist nicht unerheblich, weil das bedürfnis nach nähe - wie im artikel beschrieben - unverändert da ist, aber gleichzeitig als auslöser unangenehmer situationen konnotiert ist - man will nähe und das gegenüber will dann sex, den man dann wieder irgendwie vermeiden muss, peinliche situation, catch22. hat mich auch bestimmt vier, fünf jahre gekostet bis ich von der schiene runter war, dem mitmenschen aus der asexualität raushelfen zu wollen. jetzt isses halt so, aber tragisch ist das ehrlich gesagt schon. ich denke persönlich nicht, dass man da mit bohrenden fragen groß weiterkommt, aber ich habe natürlich meinem mitmenschen diese fragen jahrelang gestellt während wir beide versucht haben, meine sexualität und seine asexualität in unsere jeweiligen weltbilder unterzubringen und bin insofern "gesättigt" in der hinsicht.

Montag, 20.06.11 21:53
 

...deswegen nennt man mich auch sexmachine.

Montag, 20.06.11 21:56
 

@dietmar: wer ist "man"?

Montag, 20.06.11 21:59
 

die frau.oder plural: die frauen.

Montag, 20.06.11 22:13
 

@Dietmar - nehmen wir mal Deine Aussage stimmt: warum machst Du es dann? Ist das nichts "emotionales"?

(In der Annahmen dass der Versuch pro und kontra rational zu begründen schnell bei logischen apriori und es-ist-so-weil-es-eben-so-ist oder ich-will-es-weil-ich-es-will enden wird)

Montag, 20.06.11 22:33
 

pro und contra was? sexmachine oder sex oder asex oder emotionen oder was?

Montag, 20.06.11 22:54
 

ja/nein
und/oder
alles

klarer formuliert: der versuch Sex rational zu begruenden ist schlecht moeglich bzw wird einen der anders denkt nicht unbedingt überzeugen, Versuche gibts oben im Artikel und den Kommentaren ja genug. Im Gegensatz zum Beispiel zu einer mathematischen Beweisführung: wenn man die mal verstanden hat kann man eigentlich nicht mehr dagegen argumentieren, die Kraft des guten Arguments ist stärker.

Und darum interessiert mich wieso jemand sich auf einem (meiner Ansicht nach emotionalen Gebiet) als "ohne Emotionen" darstellt. Warum macht es jemand -ein Mensch - freiwillig - ohne Emotionen.
Denn meine These ist ja: eine rationale Begründung für Maschinensex kann es nicht geben.
Aber wenn es sie gibt interessiert mich das.

Montag, 20.06.11 23:15
 

die antwort überlass ich dann herrn müller, hab aber ne (gegen)frage, zur ergänzung:
wie emotional ist selbstbefriedigung und woran merke ich, dass es emotionen sind?


ja/nein hat den Kommentar am 20.06.2011 um 23:16 bearbeitet
Dienstag, 21.06.11 00:00
 

Sobald Lust aufkommt, ist es emotional

Dienstag, 21.06.11 00:07
 

kann lust nicht ein rein körperliches bedürfnis sein?

Dienstag, 21.06.11 00:18
 

:) jetzt wirds spannend. gibt es grenzen? empfinden wir lust/begehren/anziehung nicht ausschließlich, weil unser körper sich reproduzieren will, die art sich erhalten? kann man also persönliche psyche von der physis und dem kollektiven unbewussten/bewussten trennen?

Dienstag, 21.06.11 00:18
 

Was ich dann aber nicht versteh, ich mein, wer dann rummeckert weil er sich als asexuell empfindet und der Partner die Flenn kriegt ist ja trotzdem irgendwie selber schuld. Gibt ja in jeder Beziehung Dinge die man nicht so mag aber dem Partner zuliebe macht. Oder hab ich da was nicht verstanden?

Dienstag, 21.06.11 00:19
 

da kommt man dann auch nahtlos zum thema der projektionen.. :)

Dienstag, 21.06.11 00:37
 

ähm, vivien...du empfiehlst sex gegen den eigenen willen?
wem bitte nützt das? sicher weder der beziehung, noch der asexuellen person und auch ein "normal tickender" sexueller mensch will doch nicht, dass man mit ihm schläft, wenn man angewidert ist.

edit: also das "normal ticken" bezieht sich nicht auf den wunsch nach sex, sondern darauf, dass man sich von seinem partner nichts wünscht, was diesem solche probleme bereitet.


ja/nein hat den Kommentar am 21.06.2011 um 01:03 bearbeitet
Dienstag, 21.06.11 00:51
 

Nö, ich mein nur, dass es ja klar ist dass ein "sexueller" Mensch eben diese Bedürfnisse hat, und man da halt vielleicht Kompromisse eingehen muss.
Ich stell mir des halt ähnlich vor wie wenn Frauen es eklig finden nem Mann einen zu blasen, aber keine Ahnung ob das vergleichbar ist.
Steck da ja nicht drin.

Dienstag, 21.06.11 01:00
 

ich denke nicht, dass es der richtige weg sein kann, seine grenzen so krass zu überschreiten. wir reden hier ja nicht davon, dass jemand keinen bock hat, den abwasch zu machen. sondern mehr oder weniger von selbstvergewaltigung, nicht im übertragenen sinne.
das kann keiner wollen.

ich stelle es mir eher so vor, dass man bestimmte kriterien hat, die ein partner erfüllen MUSS, neben denen, die man sich auch noch wünscht, die jedoch möglicherweise keine rolle mehr spielen, wenn man sich mal verliebt. ein paar eckpunkte bleiben aber.
und ein asexueller mensch muss dann vielleicht einen partner finden, der ebenfalls asexuell ist oder - keine ahnung, ob das vorstellbar ist - sich darauf einigen, dass sexuelle bedürfnisse auserhalb der beziehung befriedigt werden. beides ist sicher schwierig und vermutlich ist das der hauptgrund, warum eine seltene neigung unglücklich machen kann, solange man niemanden findet, um diese zu teilen.

edit: @oral-sex: wenn es jemandem wirklich schwerfallen sollte (also starker ekel/seelischer schmerz/whatever), den partner oder die partnerin oral zu befriedigen, sehe ich auch keinen gewinn in einem kompromiss, der das "nur ab und zu" vorsieht.
ein "standard-programm" ist eine seltsame vorstellung.
zwei menschen treffen sich und arbeiten einen katalog ab. möglichst viele häckchen = super beziehung.
meine welt sieht anders aus.


ja/nein hat den Kommentar am 21.06.2011 um 01:10 bearbeitet
Dienstag, 21.06.11 01:14
 

körperliche bedürfnisse sind von emotionen nicht zu trennen. das ist dasselbe.

Dienstag, 21.06.11 01:22
 

Naja doch, wenn es viele Asexuelle gibt die in einer Beziehung leben möchten ohne die Körperlichkeit dann ist es ja irgendwie nicht dasselbe und lässt sich schon trennen.

Dienstag, 21.06.11 01:36
 

die trennen das nicht, die haben das bedürfnis nicht. das ist ein unterschied.

Dienstag, 21.06.11 01:47
 

Versteh nicht worin der Unterschied besteht.
Aber ist ja eigentlich auch wurscht.
Sex haben, Sex nicht haben-ist beides irgendwie seltsam und abstrakt und menschlich.

Dienstag, 21.06.11 02:37
 

auch das Wort "haben" wirkt in dem Zusammenhang seltsam.

edit: geht mir aber öfter so dass mir ein Wort beim mehrmaligen Lesen "seltsam" vorkommt, muss also nichts heissen.


christianhauck hat den Kommentar am 21.06.2011 um 03:00 bearbeitet
Dienstag, 21.06.11 07:29
 

unter emotionen beim sex,verstehe ich sex mit gefühl.da mich die frauen bisher nur körperlich benutzten,kamen also gar keine emotionen,also gefühle, zustande.diese frauen sagten auch irgendwann nicht mehr dietmar zu mir, sondern nannten mich nur noch sexmachine.ich war darüber eine weile traurig.doch dann entdeckte ich diesen song "sexmachine" von james brown.ich bemerkte das dieser song durchaus positiv zu verstehen ist.und somit hat es mich dann nicht mehr gestört, von diesen frauen sexmachine genannt zu werden.falls ihr diesen song nicht kennt, hier ist der link.

http://www.youtube.com/watch?v=pbaCmtuU_tw




Dienstag, 21.06.11 12:50
 

ich weiss nicht ob ich was überlesen habe, aber mir stellt sich noch eine andere frage.
wenn eine "asexuelle" frau oder ein mann einen kinderwunsche entwickelt , falls das überhaupt geht, was passiert dann ?
"überwindet" man sich dann, oder wählt man den weg der adoption ?

Dienstag, 21.06.11 13:22
 

Mir würd was fehlen.... Aber jedem das seine ;)

Dienstag, 21.06.11 14:28
 

@wolke: gibt ja auch noch die künstliche befruchtung. :) aber ja, interessant wäre es, zu wissen, ob das für die leuts thema ist..

Dienstag, 21.06.11 16:49
 

http://en.wikiquote.org/wiki/Philip_Larkin #Sourced
"I think … someone might do a little research on some of the inherent qualities of sex..."

die fussball-analogie hilft vielleicht allen, die sich schlecht hinendenken können.

Mittwoch, 22.06.11 09:41
 

Gibt's das auch im Tierreich? Die würden sich ja ultimativ aus dem Genpool streichen, wir haben ja künstliche Befruchtung wie bereits oben genannt wurde. Die Ablehnung kommt weniger von der kirchlichen Vorgeschichte als von der Tatsache, dass das wider unserem Arterhalt läuft. Und der ist ja einigermaßen an Sex gebunden. Gleiches Problem wie bei Homo-Beziehungen? Mir ist das ja egal, viel Spaß dabei. :-)

Mittwoch, 22.06.11 23:15
 

ein wirklich wichtiger artikel! ich kann asexualität ehrlich gesagt noch nicht wirklich verstehen, auch wenn ich jetzt schon öfters davon gehört habe. aber vor 50 jahren hätte ich wahrscheinlich auch gesagt, dass ich homosexualität nicht verstehe. wie soll man etwas verstehen, das einem selbst fremd ist, und mit dem man nicht konfrontiert wird, weil entsprechende personen nicht drüber reden? deshalb die vielen blöden, nervigen fragen (dass sie nerven, kann ich sehr gut nachvollziehen!) also: gründet internetforen, gründet asex-singlebörsen, macht aufklärung und kämpft für eure rechte! ich sage deswegen wichtiges thema, weil ekel vor sex ja tatsächlich ein hinweis auf traumatische erlebnisse sein kann. wie tragisch, wenn ein vergewaltigungsopfer als frigide abgestempelt wird, anstatt hilfe zu bekommen, und asexis als mögliche vergewaltigungsopfer gelten, anstatt ihre sexuelle (nicht)neigung ausleben zu dürfen. Wenn "asexuell" ein wort geworden ist, mit dem leute genau so viel anfangen können wie mit "schwul", "SM" oder "ich kann kinder einfach nicht ausstehen", dann hören auch die fragen auf.

Mittwoch, 22.06.11 23:40
 

was ich meine: was tue ich, wenn später in der schule eine schülerin mir anvertraut, dass sie sich total als außenseiterin fühlt, weil ihre freundinnen alle beziehungen/ sex haben und sie selbst sex eklig findet. wenn ich dann auch noch erfahre, dass sie tatsächlich einen jähzornigen stiefvater hat, was mache ich dann? jugendamt einschalten oder ihr sagen, keine sorge, du bist vielleicht einfach asexuel?

Mittwoch, 29.06.11 11:23
 

erm...auch wenn das jetzt vielleicht unangemessen erscheint, frage ich mich ob Asexuelle Orgasmen haben können?

Die Frage ist bitte rein wissenschaftlich aufzufassen:
Ein Beispiel: auch bei absoluter Unlust, Angstzuständen (wie z.B. bei einer Vergewaltigung) kann es zum Orgasmus kommen
(was die Opfer extrem belastet).

Mittwoch, 29.06.11 11:37
 

Jamaican, eine andere, abgeänderte Form von Asexualität, ist die Emanzipation.
Verbale Ausbrüche bishin zu lautstarken Debatten sind auch eine Form des aus sich herrausgehens, des sich lösens, fallenlassen.
Gerne auch von Zweibeinern chronisch angewendet, die entweder das eine oder folgendes zusammen haben: Fettablagerungen an ungünstigen Stellen, Beulen und Storchenhälse.


Adolf Lampe hat den Kommentar am 29.06.2011 um 11:39 bearbeitet
Dienstag, 05.07.11 13:48
 

sry, hatte es ganz vergessen:

Ein bißchen Ehrlichkeit:

Wie weit darf Verstehen gehen?

Auch ich bin ein Opfer der Sexualität und ich vermeide grundsätzlich jegliche Offenbarung.

Warum wohl?

Eben aus dem Beispiel meines vorrangegangenen Postings heraus (das schlicht respektlos ist).

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