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Aktivisten besetzen ehemaliges Jugendzentrum Z

Heute Nacht hat sich eine Gruppe von rund 20 Jugendlichen Zugang zur Unterführung am Siegesdenkmal verschafft und das ehemalige Jugendzentrum Z besetzt. Die Besetzer haben ein Ultimatum bekommen: bis 12.30 Uhr müssen sie die Räume auf Anordnung von Kulturbürgermeister von Kirchbach, der das Hausrecht hat, verlassen. [Update: 13 Uhr: Die Aktivisten haben die Besetzung friedlich beendet, jetzt mit Video]



[13:06] Die Besetzung ist beendet. Die Aktivisten haben das Z verlassen, die Räumlichkeiten sind wieder verschlossen. "Den Besetzern droht keine Strafverfolgung, weil sie sich an die Vereinbarung gehalten haben", sagte Ulrich von Kirchbach. [Wir berichten nach.]

[12:43] Die Frist zur Räumung ist seit einer knappen Viertelstunde abgelaufen, und die meisten Besetzer haben das ehemalige Z verlassen. Ein halbes Dutzend Jugendliche befindet sich noch in den Räumlichkeiten. Sie sitzen auf Sofas und spielen "Keine Macht für Niemand" auf der Gitarre.

[12:17] Mehr Infos bei den Kollegen der Badischen Zeitung: Linke besetzen das ehemalige Jugendzentrum Z

Die Besetzer bloggen auf Epsilon - Initiative für ein selbstverwaltetes und unkommerzielles Jugendzentrum und twittern unter @__epsilon

[11:30]
Es geht ruhig zu, am Eingang des ehemaligen Jugendzentrums Z. Ein paar Jugendliche sitzen oberhalb der Treppe und unterhalten sich, ein Typ mit Bart und Brille spielt Gitarre. Unten in den Räumen herrscht schon mehr Betriebsamkeit.

Das Chaos, das in den vergangenen Monaten in den Räumen des Z geherrscht hat, ist noch immer sichtbar, aber die Besetzer haben die ganze Nacht aufgeräumt. Auf einmal heißt es, alle Nicht-Besetzer müssen jetzt  die Unterführung verlassen, die Aktivisten würden jetzt im Plenum das weiter Vorgehen beraten. Auch Kulturbürgermeister von Kirchbach und Bend Binninger, Jugendsachbearbeiter vom Polizeirevier Nord sind vor Ort. Während Kirchbach mit der Presse spricht, verhandeln die Polizisten mit den Jugendlichen.

Dann sickert auch die Information von einem Ultimatum durch: bis 12:30 Uhr sollen die Jugendlichen das Z räumen. "Wir bleiben jetzt erst einmal hier vor der Tür stehender, um zu verhindern, dass noch mehr Menschen in die Unterführung kommen, was ein etwaige Räumung zu einem späteren Zeitpunkt erschweren würde", sagt Bernd Binninger von der Polizei. Als sich das Plenum drinnen kurz zerschlägt ergibt sich die Gelegenheit mit einem der Aktivisten zu sprechen, der zum Beispiel Flo heißen könnte. Er erzählt, dass die Gruppe von etwa 20 minderjährigen Schülern, die sich "epsilon" nennt, seit der Nacht in den Räumen ist.

Wie sie hereingekommen sind, ist der Polizei zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt: "Die Tür hat offen gestanden", sagt Flo. Die Gruppe wolle mit ihrer Aktion ein Zeichen setzten und für ein selbstverwaltetes Jugenzentrum in der alten Unterführung eintreten. Dabei sollen alle Gruppen von Künstlern und Jugendlichen gleichermaßen eingebunden werden. Die Kooperation mit der Stadt ist ausdrücklich erwünscht, man wolle jedoch nicht, dass wieder einzelne Personen über das Z bestimmen dürfen und sich eine Veruntreuung wiederholt.

Video: Artik und von Kirchbach äußern sich



Mehr dazu

   
Foto-Galerie: Fabian

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von fabian, caro & david | 29.07.10, 12:17 | Kommentare (10)
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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 10
Donnerstag, 29.07.10 12:52
 

Im grunde kann sich die Stadt doch freuen:
Der Müll ist aufgeräumt!

:)

(und ich hatte gedacht das sollen die Langzeit-Arbeitslosen machen....)

...also "danke" sagen nicht vergessen! ;)

+om
Donnerstag, 29.07.10 12:56
 

durchhalten!!! gute aktion! da wird endlich mal druck gemacht. die räume stehen seit 2 jahren leer und es findet sich kein konzept dafür oder unser kultur-ob kann sich seit 2 jahren nicht entscheiden und ein potenzieller kulturraum wird dadurch wegen desintresses verhindert. an allen vorhandenen oder potenziellen kulturecken beweisst der kirchbach seine unfähigkeit. tritt zurück kirchbach und mach platz für jemanden der sich damit auskennt!!!

Donnerstag, 29.07.10 13:03
 

von kirchbach & co. sollten zurücktreten. jetzt. das regional- bzw. kommunalpolitische kasperletheater ist spätestens seit der ableistung des geistigen offenbarungseides in zusammenhang mit der sogenannten lex caipi unerträglich geworden. mir scheint, dass die herren inzwischen ein stadium höchster unfähigkeit erreicht haben und, davon einmal abgesehen, ist es erschreckend zu beobachten und mitzuverfolgen, welch kultur- und kunstverständnis in diesem einfältigen verbotsverordnungserzeugerkreis vorherrschend ist.

Donnerstag, 29.07.10 13:16
 

Also ich hab mir mal den Vorschlag der Initative(n) durchgelesen:

1. wieviele Initiativen stecken den da noch drin?¿... ein Namenwirrwar für aussenstehende!
(lt. text: ".Warum nicht also eine unkommerzielle Nutzung der Räume mit Beteiligung von Multicore, Artik und jungen
Menschen, wie uns? ")

2. Grundidee finde ich persönlich gut und mutig!
Ein schöner Gedanke.
Aber das mit der gleichberechtigung der Gruppen ("Multicore, Artik und jungen Menschen") wird wohl nicht langfristig funken. Der Faktor "junge Menschen" die sich engagieren schwankt extrem -> siehe andere Jugendzentren mit "selbsverwaltung" in der Umgebung

3. Konzept ist da aber wo das Programm?!
Multicore = Proberäume
Artik = Kunst
junge Menschen = ?
wie soll das vereint aussehen?
(Bildlich gesprochen: wer hat am Ende den Schlüssel in der Hand und die Verantwortung?)
Oder soll es einen Art Verein geben?


Gibt es Vergleichskonzepte?

PS: das sind nur Fragen die mir im Kopf rum schwirrten nachdem ich den Blog gelesen habe.

Donnerstag, 29.07.10 13:28
 

-----------------------------------------------

@ "keep-it-deep:
bin VÖLLIG deiner meinung !!!

(thomas jefferson(1743-1826), der 3. präsident der usa und verfasser der unabhängigkeitserklärung sagte einst:

"schlechte kandidaten werden von bürgern gewählt, die nicht zur wahl gehen.")

-----------------------------------------------

@ "znamy":
-> gute ansatzpunkte.

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Politiker-Hasser hat den Kommentar am 29.07.2010 um 13:32 bearbeitet
Donnerstag, 29.07.10 13:31
 

@ znamy: das habe ich mich auch gefragt...

ein vergleichskonzept bzw. ein - in meinen augen schon fast idealbild - ist das "conne island" in leipzig (=> http://www.conne-island.de/ ).

die aktion der besetzung bzw. das auf diesen missstand aufmerksam machen, finde ich durchaus begrüssenswert, aber...vll. wäre es doch ein klein wenig sinnvoller gewesen, wenn die aktivisten ihre konzepterklärung und zielsetzung(en) etwas ausführlicher und (gedanklich // inhaltlich) schon so weit durchstrukturiert formuliert hätten, dass dem interessengegner kaum eine bis keine erwiderungsmöglichkeit bliebe beziehungsweise dass es mit einem blossen "ich mache von meinem hausrecht gebrauch und setze euch auf die strasse" nicht getan wäre...

andererseits ist mit politikern, die lediglich eine art gehirnblase besitzen, eine diskussion, an deren ende sie sich auch einmal nur im ansatz von den argumenten der gegenseite überzeugen lassen, kaum durchführbar.

Donnerstag, 29.07.10 13:40
 

@ keep-it-deep:

"zusammen mit der moral eines volkes geht auch sein schaffensdrang verloren." (wieder jefferson)


Donnerstag, 29.07.10 13:45
 

erst kommt das fressen und dann die moral

Donnerstag, 29.07.10 13:47
 

zu Aktion:

scheint ja wohl das es den "jungen Menschen" nicht klar genug vermittelt worden ist das Dialoge am Runden Tisch gefunden werden...(und vielleicht auch Programme.. ;)

Hoffe das die Besetzung nicht etwas an der Idee kaputt gemacht hat.
Aber meine vermutung hat sich im Video bestätigt: das mit den gleichberechtigen Gruppen muß man noch üben!

Donnerstag, 29.07.10 16:06
 

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