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Gartenstraße: Entspannte Lage bei den Hausbesetzern

In dem Häuschen in der Gartenstraße, das seit einer Woche von linken Aktivisten besetzt ist, wurde in dieser Woche munter philosophiert und sonnengebadet. Polizei und Stadt sind bemüht die Stimmung nicht aufzuheizen und halten sich zurück. Passend zur entspannten Lage hatten sich die Besetzer für eine Pressekonferenz gestern farbenfroh kostümiert. Dominik mit einem Update zur Lage.



Täglich gibt es Schinkenbrötchen aus der Nachbarschaft. Das sei nicht so toll für die Vegetarier, aber es verdeutlicht ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn, berichten die Besetzer bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Seit einer Woche halten sie nun die Hausnummer 19 in der Gartenstraße besetzt. Genug Zeit, um es sich gemütlich zu machen. So funktioniert die Toilette wieder, Strom wird von einem Nachbarn per Kabel bereitgestellt und im Hinterhof steht ein Solar-Panel, das die Besetzer aufs Dach schrauben wollen. Dann ist auch die Autonomie in der Stromversorgung erreicht.

Perücke, Clownsnase, Sturmhaube und Kuhkostüm sollen die Identität der Pressesprecher verstecken. Diese geben sich optimistisch: Die Gartenstraße 19 könnte ein Sprungbrett für weitere Aktionen sein. Es geht darum, eine Infrastruktur zum Austausch und Verbreiten der eigenen Ansichten zu schaffen. Dafür sei das Gebäude auch bestens geeignet mit seinem Infoladen und einem offenen Café. Dort lassen sich Gespräche führen, die „nicht in der FAZ-Lounge im Unihof bei Monopolpresse und Cappuccino stattfinden können“, meint ein Besetzer. Auf die Frage, ob die Besetzung einen womöglichen Abriss des Gebäudes nur beschleunigt, reagieren die Aktivisten gelassen: „Wenn dem so sei, geht es immer noch um eine aktive Zwischennutzung, damit das Gebäude nicht einfach nur leer steht.“



Ein älterer Herr aus der Nachbarschaft zeigt sich über die Harmonie schon fast verwundert. „Ich war damals in den 80ern bei der Besetzung des Schwarzwaldhofs dabei, da ging es aber aggressiver zu. Die fegen ja sogar den Gehweg.“ Man sei betont offen für Gespräche, verkünden die Besetzer mit Hinblick auf Polizei und Besitzer. Einziger Streitpunkt ist derzeit das Blockieren des Gehwegs und ein Banner, das quer über die Straße hängt.

Die Polizei setzt dabei auf Gespräche und berichtet von einem absolut problemlosen Umgang mit den Besetzern. Das Banner wurde auf Wunsch höher gehängt, damit der Verkehr nicht behindert wird, den Gehweg möchte man aber bisher nicht freigeben. „Ein Gehweg darf generell nicht blockiert werden, die Besetzer können aber eine Sondernutzungsgenehmigung bei der Stadt beantragen“, sagt Petra Zinthäfner, städtische Sprecherin. Ob die Besetzer eine Genehmigung beantragen und diese von der Stadt bewilligt wird, ist allerdings fraglich.



„Wir wissen nicht, wie lange wir hier bleiben können, aber wir sind auf jede Entwicklung vorbereitet“, meint ein vermummter Besetzer. Eine Räumung wird laut Polizei erst in Erwägung gezogen, wenn der Besitzer Anzeige erstattet. Mit diesem würde man derzeit auch kommunizieren, vermeldet die Polizei. Nach Angaben der Besetzer lebt der Besitzer in Düsseldorf und versuchte bereits in der Vergangenheit das einstöckige Gebäude durch ein größeres Bauprojekt zu ersetzen. Wie groß das Interesse seitens des Eigentümers für eine baldige Räumung ist, ist derzeit unklar. Einen Kontakt zu den Besetzern gibt es bislang nicht, auch wenn dies seitens der Aktivisten durchaus gewünscht wird.

Die Akzeptanz in der Gartenstraße scheint im Moment vorhanden zu sein, so lange das Verhältnis zu den Nachbarn und der Polizei bleibt wie es ist. Der Alt-68er aus der Nachbarschaft hätte da schon mehr Krawall gemacht. „Leerstände sind Missstände, da muss man doch was tun!“ Vielleicht haben wir es einfach mit einer neuen Generation von Besetzern zu tun. Irgendwie etwas zahmere, fröhlichere und umgänglichere.




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 27
Freitag, 30.04.10 16:52
 

Ich bin ok du bist ok, Weltfrieden

Freitag, 30.04.10 17:39
 

Wie schön! Und dann ist es auch noch Frühling :-) .

Freitag, 30.04.10 17:46
 

albern. die leute, die nach räumung und genickschüssen schreien sind autoritätsgeile idioten, aber die besetzung ist albern und kindisch und ausdruck der chronischen adoleszenz in der man als angeblich erwachsener hierzulande feststeckt.

Freitag, 30.04.10 17:53
 

Ja, aber... [hier Argument einfügen]!

Freitag, 30.04.10 19:41
 

ich persönlich finde die topfplanzen erwähnenswert :)

Freitag, 30.04.10 20:01
 

der eine hält ja einen Glimmstängel in der Hand. Wie geht das so mit Maske und Rauchen?
Und wieso gibt es eigentlich keine fair trade Zigaretten? *g*


Wurscht hat den Kommentar am 30.04.2010 um 20:03 bearbeitet
Freitag, 30.04.10 20:03
 

DAS muss man wirklich nicht räumen, man feuert ja auch kein Tränengas in einen Kindergarten, wenns Streit um die Sandförmchen gibt.


Tut mir leid, vielleicht mag dies ja Ausdruck von Protest, was auch immer, sein, aber sehe nicht was das bringen sollen. Lest doch lieber ein gutes Buch

Samstag, 01.05.10 00:39
 

Ob dem Hausbesitzer schon Geld für eine baldige Anzeige geboten wurde? Hoffentlich nicht :)

Samstag, 01.05.10 07:53
 

Täglich gibt es Schinkenbrötchen aus der Nachbarschaft. Das sei nicht so toll für die Vegetarier, aber es verdeutlicht ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn

??

bitte liebe nachbarn, keine schinkenbrötchen mehr, nacher wird euch noch vorgeworfen ihr wollt damit den durchhaltewillen der anwesenden vegetarier untergraben....

und bitte lasst sie weiterspielen,...

Samstag, 01.05.10 09:48
 

Wieso sollte dem Besitzer Geld für ne Anzeige geboten werden, ach ja da ist sie ja wieder die grosse Verschwörung des Staates .... ok mein Fehler

Samstag, 01.05.10 10:20
 

trotzphasen gehören zur normalen entwicklung eines menschen, sie findet als kleinkind, als pubertierender und als heranwachsender mit verschiedenen zwecken statt. in diesem fall kommt halt noch eine gute portion narzissmus dazu.

interessanter text dazu...

http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Haeufige_Probleme/s_485.html

Samstag, 01.05.10 11:35
 

„Ein Gehweg darf generell nicht blockiert werden, die Besetzer können aber eine Sondernutzungsgenehmigung bei der Stadt beantragen“, sagt Petra Zinthäfner, städtische Sprecherin.

********************************************

Na ja, so lange sie keinen Grill aufstellen wie die Waldsee-Kriminellen in Ihrer "Nachbarschaft", gell, Frau Zinthäfner?

Ich muss allerdings zugeben, dass ich die Strategie, die BesetzerInnen mit Schinkenbrötchen statt mit der GSG 9 zu terrorisieren, sehr clever finde.

Und möchte nochmal den Vorschlag machen, die Gartenlaube als offizielle Freiburger Touristen-Attraktion zu institutionalisieren.

Vielleicht mit festem Programm:

An Sonn- und Feiertagen kommt Harry Hochuli mit zwei bis drei Mannschaftswagen vorbei, um einen "herrschaftsfreien Diskurs" bei Kaffee und nachbarschaftlich gesponsorten Schinkenbrötchen mit den BesetzerInnen zu führen. Dieser findet im Plenum statt, und auch Touristengruppen sind herzlich eingeladen sich einzubringen. Zustimmung und Protest bitte in lautloser "Armwedel"-Kommunikation bekunden, um nicht durch undiszipliniertes Händeklatschen oder lautes Grummeln die Nachbarn zu stören.

Apropos Nachbarn - mit den in der Gartenstraße wohnhaften Journalisten von fudder und BZ wird eine herrliche Symbiose entstehen:

Pünktlich abends um zehn stellen die BesetzerInnen das rituelle Trommeln ein und unterhalten sich bei gelöschtem Licht nur noch in Zimmerlautstärke. Im Gegenzug erscheint alle zwei Tage eine exklusive Homestory über den spannenden Alltag BesetzerInnen...


JosFritz hat den Kommentar am 01.05.2010 um 11:40 bearbeitet
Samstag, 01.05.10 12:58
 

Ha am besten gleich neben dem Haus fettiger Burger braten, und schon werden die Grasfresser ausgeräuchert und die Moral ist am Ende. Zusätzlich noch Modern Talking oder Volksmusi und zack geht die Party ab.

Samstag, 01.05.10 14:59
 

"Grasfresser"?

Du hast da was missverstanden...

Samstag, 01.05.10 15:00
 

wenn die besetzer nachts zu viel lärm machen, einfach ne säule der toleranz neben die bude stellen.
und das infoteam hinschicken.

Samstag, 01.05.10 15:12
 

"die Besetzer können aber eine Sondernutzungsgenehmigung bei der Stadt beantragen"

hahaha wer sollte denn den antrag unterschreiben? da stossen wieder 2 nicht kompatible systeme aufeinander. "die besetzer" haben ja keine rechtspersönlichkeit. sie müssten sich also einen der ihren auswählen, der das macht. was ja aber nicht geht. erstens kann man nicht mit kuhkostüm zum amt laufen und den antrag mit "muh" unterschreiben, sondern nur unter aufdeckung seiner wahren identität den antrag stellen. das ist sicherlich nicht gewünscht, sonst könnt man denjenigen ja auch als unkostümierten pressesprecher vorschicken.
und zweitens handeln die besetzter ja immer als eine art borg kollektiv. ein einzelner, der den antrag in seinem namen stellt, ist ja überhaupt nicht vorstellbar.

SabineW
Samstag, 01.05.10 16:02
 

Was unterscheidet echte Revolutionäre von kontraproduktiven Freizeit-Revoluzzern?

Die einen demonstrieren offen Ihre Meinung in der Öffentlichkeit und finden so neue Anhänger, die anderen machen sich und ihre Zielsetzungen in Verkleidung als Kuh, Clowns und Möchtegern-Bankräuber bewusst lächerlich und unglaubwürdig.

Samstag, 01.05.10 18:32
 

ich wollte der kommentardynamik einen psychologischen aspekt verleihen und damit in die tiefenpsychologie eindringen, warum man als junger mensch mit visionen, irgendwann doch assimiliert wird und sich nicht mehr auflehnt. stattdessen schlagt ihr wieder den hobbyjuristenweg ein *kopfschüttel*
ich bin wirklich enttäuscht...

Sonntag, 02.05.10 09:01
 

Loki, das sind ja Methoden die die USA in Panama angewand haben!
Dort hat man General Noriega aus der Botschaft des Vatikan mit Rockmusik rausgetrieben, nachdem er dorthin geflüchtet war...

Sonntag, 02.05.10 16:11
 

wenn ich diese "möchtegern" alternativen sehe bekomme ich das Kotzen. Eine Bombe drauf und wir haben wieder unsere Ruhe!

Sonntag, 02.05.10 16:15
 

muss das kleine bhkmäxchen wieder seinen selbsthass auf andere projizieren? husch husch in den trollkäfig mit dir!

Sonntag, 02.05.10 20:52
 

Ne die Schnorrer die andere Leute mit ihrem scheiß belästigen, projizieren ihren Selbsthass auf andere. Ich schmeiße keine Steine auf Polizisten oder besetze Häuser die mir nicht gehören. Wenn sie dann mal eins auf die Fresse bekommen von der Polizei heulen sie am größten.



Sonntag, 02.05.10 20:57
 

Irgendwie öde, was Du da runterbetest.

Wenn es den gleichen Kommentar schon gefühlte 1 Million mal woanders zu lesen gab, sollte man einfach mal den Mut haben zu schweigen.

Dienstag, 04.05.10 19:26
 

SOLIDARISIEREN ANSTATT BEI FUDDER DUMME WITZE ZU SCHREIBEN!

Dienstag, 04.05.10 19:28
 

Hey bhkmax, da hast du ja beim letzten NPD Treffen gut aufgepasst. Preis für den Fascho-Spiesser des Tages geht an dich!

Dienstag, 04.05.10 20:45
 

@adapter: du brauchst nicht alles groß schreiben, das wird im internet als "schreien" interpretiert, was du aber mit sicherheit schon weißt...

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