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OB-Wahlkampfhelfer (2): Silja Fahr

Mit Politik hatte Silja Fahr (25) eigentlich schon länger abgeschlossen und mit dem Namen Günter Rausch konnte sie vor einem Monat noch gar nichts anfangen. Was die Initiative "Wechsel im Rathaus" angeblich von der üblichen Politik unterscheidet und welches Erlebnis ihre Verdrossenheit brach, erzählt sie uns jetzt.

 

Zur Person:

Die 25-jährige Silja Fahr unterstützt seit wenigen Wochen Günter Rausch aktiv im Wahlkampf. Noch während ihres Studiums der Sonderschulpädagogik entschied sie sich gegen den Lehrerberuf und zog vor drei Monaten von Offenburg nach Freiburg. Im Gegensatz zu Offenburg findet sie in Freiburg alternative und autonome Strukturen, die ausschlaggebend für die Wahl ihrer neuen Heimat waren. Mittlerweile steht sie sechs Tage die Woche am Informationsstand der WIR-Initiative am Bertoldsbrunnen und kämpft für Wählerstimmen.

Deswegen unterstütze ich Günter Rausch:

„Grundsätzlich habe ich kein Interesse an politischem Engagement. In Politik steckt man viel Energie, die später sowieso wieder verpufft, weil am Ende die Leute, die am längeren Hebel sitzen, machen, was sie wollen. Als eine Bekannte mich vor einem Monat ansprach und mir von der Initiative „Wechsel im Rathaus“ erzählte, blockte ich auch erst einmal ab.

Es dauerte eine Weile und nach einiger Überzeugungsarbeit ging ich zu einer kleinen Informationsveranstaltung der WIR-Initiative und wurde schwer beeindruckt. Dort saßen Menschen verschiedenster sozialer Schichten, verschiedenen Alters und Geschlechts und haben auf einer Ebene diskutiert. Da waren Menschen, die in einfachster Sprache ihre Anliegen vortrugen und ernst genommen wurden. Es war ein richtiges Wir-Gefühl. Wir sind Freiburg und möchten die Stadt gestalten.

Dabei wurde auch deutlich, dass es keine Initiative von Günter Rausch ist. Es ist eine Initiative von vielen unterschiedlichen Freiburger Bürgern, die Günter Rausch als Gesicht von "Wechsel im Rathaus" ausgewählt haben.

Die Bewohner eines Stadtteils müssen selbst entscheiden, ob zehn Bäume für den Bau eines Kulturhauses gefällt werden sollen oder nicht. Mitbestimmung von unten, von den Betroffenen selbst. Das ist die Idee. Das heißt allerdings nicht, dass es reicht, nur seine Meinung preiszugeben. Man muss sich auch einbringen, darum geht es in der Initiative.

Diese Herangehensweise der Politik hat mich überzeugt, deswegen unterstütze ich Günter Rausch und informiere Freiburger Passanten an unserem Wahlstand. Dass wir dabei gelegentlich als Traumtänzer gesehen werden, stört mich nicht. Denn oft kommen gerade die Menschen zu uns an den Stand, die mit der Politik schon abgeschlossen haben und sich dann dennoch inspirieren und ermutigen lassen von unserer Bürgerbewegung."








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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 2
Donnerstag, 15.04.10 11:07
 

Tja, in der Theorie gut und erstrebenswert.
In der Praxis, was nutzt so ein OB, wenn die Initiative am Stadtrat scheitert? Der muß das erst absegnen und das werden die Damen und Herren Stadträte der diversen Parteien nicht machen. Da kann der OB noch so ein energischer Vorreiter sein, am Ende entscheidet der Stadtrat. Zugunsten wem auch immer. Und was da so ausgegoren wird, wissen wir alle. Warum z.B. wird z.Z. bei einem Teil der Paduaalle/Besanconallee die Fahrbahn saniert? Das war da gar nicht nötig. Andere Strassen in Freiburg sind dagegen nur noch Schlaglochpisten mit miserablen Ausbesserungen. Die werden auch in 5 Jahren noch so sein. Wahrscheinlich ist die Stadt dafür wieder nicht zuständig.
Außerdem, so eine Basisdemokrtie hat oft ein großes Problem, jeder "Betroffene" will etwas anderes. Um bei dem Beispiel zu bleiben, natürlich will jeder, dass seine Strasse und die, die ihn/sie betreffen, zuerst gemacht wird. Und schon wird nichts passieren, weil sich alle gegenseitig blockieren.

Donnerstag, 15.04.10 14:37
 

Das mit dem Spannungsfeld OB und Stadtrat hat schon was wahres. Aber wird es dadurch besser, dass OB und Stadtrat in die selbe falsche Pfeife blasen?
Vielleicht kann ein überzeugender OB mit guten Argumenten doch dem/der eine(n) oder andreren Stadtrat/rätin ein bisschen die Augen öffnen.

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