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Warum besucht Ihr eigentlich so selten ein Klassikkonzert?

Der Kulturwissenschaftler Martin Tröndle vertritt die These, dass das klassische Konzertpublikum immer älter wird und Klassikkonzerte vom Aussterben bedroht sind. Wir wollen von euch wissen: Warum besucht ihr eigentlich keine Klassikkonzerte? Liegt es an der Musik? Findet ihr die Präsentationsform langweilig?

Foto Violine


In einem ausführlichen Interview der Badischen Zeitung begründete Martin Tröndle am Samstag seine These. Ein Auszug:

Die Pop- und Rockmusik war seit den 1960ern das Identifikationsforum für Jugendliche. Dieselbe Funktion der sozialen und ästhetischen Wertbildung hatte die Klassik im 19. Jahrhundert. Und die hat sie eingebüßt. Die Konzertsäle und Opernhäuser des späten 19. Jahrhunderts in ihrem Habitus und ihrer Repräsentationsfunktion sind für jüngere Menschen nicht mehr interessant.


fudder möchte wissen: Warum besucht Ihr keine Klassikkonzerte? Über Eure Antworten  freuen wir uns in den Kommentaren dieses Artikels!

[Foto: Ioannis Kounadeas - Fotolia.com]

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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 110
Montag, 08.03.10 16:13
 

ich höre gerne klassische musik
aber mir ist das zu teuer eine karte zu kaufen
und das publikum das um einen herumsitzt
ist zwischen 80 und scheintot
und von daher nicht gerade ansprechend für mich...

Montag, 08.03.10 16:16
 

Hey das ist mal nicht wahr. Um wiedermal eine Ausnahme gleich an den Anfang zu stellen, ich gehe sehr gerne und regelmäßig in Klassik-Konzerte und das auch schon seid der Pupertät. Von Vorträgen an der Musikhochschule bis zu den Albert-Konzerten (wenn ich es mir den leisten kann). Oder bin ich mit Mitte 20 schon wieder zu alt um hier gefragt zu sein???

Montag, 08.03.10 16:19
 

gehe gerne und regelmäßig in klassische konzerte.

@pantoffeltier: wenn du dir einmal die preise im jazzhaus oder auf dem ZMF anschaust, nimmt sich die klassische musik doch gar nicht so teuer aus? und zwar nicht nur (auch wenn besonders) wenn man student ist.

Montag, 08.03.10 16:21
 

die paar mal als ich in ein konzert ging
waren nur *mumien* um mich herum
und seitdem erspar ich mir das....
die paar junge gesichter gehen in all den falten grad mal unter :D

Montag, 08.03.10 16:22
 

dazu aber auch zwei ZEIT-artikel, die herr tröndle kennen wird:

- Zu schräg für unser Gehirn: Neue Musik ist anstrengend. Neuro- und Musikwissenschaftler erforschen, warum die Klänge von Schönberg, Stockhausen und Cage nur eine Minderheit begeistern (www.zeit.de/2009/43/N-Musik-und-Hirn)

- Zu schräg – für wen? "Neue Musik" überfordert unser Gehirn, behaupten Hirnforscher. Unsinn!, antwortet unser Musikredakteur Claus Spahn (www.zeit.de/2009/45/N-Musik-Replik?page=all)

Montag, 08.03.10 16:24
 

@ abo
bei mir kommt ja nicht nur der eintritt sondern auch noch fahrtkosten und parkgebühren drauf
da ich nicht in freiburg direkt wohne...
im verhältnis kommt mich ne gute cd billiger
vom preis her....

Montag, 08.03.10 16:32
 

um ehrlich zu sein.. die letzten 2 konzerte vom akademischen orchester waren ganz gut... und 7euronen fuer stundenten find ich auch mehr als fair. wenn ich die zeit hab geh ich auch gerne mal in klassikkonzerte.

@pantoffeltier
die beobachtung mit "scheintot" konnte ich bei meinen letzten kozertbesuchen nicht wirklich nachvollziehen. klar ist der altersdurchschnitt hoeher.. aber es gab auch eine nicht zu unterschaetzende anzahl juengerer zuhoerer.

kus
Montag, 08.03.10 16:33
 

ich persönlich würde mir gerne und viel häufiger klassische Musik anhören, wenn die Musik etwas unkonventioneller und weniger steif präsentiert würde!

- Ich fände z.B. ein Klassikkonzert bei tageins im Waldsee hochinteressant

- oder ein Klassik-Picknick im Freiburger Stadtgarten

- oder Veranstalungen, bei denen E-Musik und U-Musik mutig kombiniert werden

Montag, 08.03.10 16:54
 

@pantoffel: ok. wenn du mehr als nur das ticket zahlst, wird es natürlich ein wenig teurer. allerdings finde ich, dass ein konzert nicht mit einer cd zu vergleichen ist. der cd fehlt - wie walter benjamin sagen würde - die aura. das einzigartige des "hier und jetzt".

ich kaufe mir auch klassik-cds, aber eher, um mich auf ein konzert vorzubereiten. da geht aber jeder ander heran. manche mögen es gerade, unvorbereitet mit musik konfrontiert zu werden.

@kus: ich träume schon lange von solchen veranstaltungen und plotte schon lange herum, sowas zur not selbst mal zu machen. das finanzielle risiko ist mir zzt allerdings noch zu hoch.
die yellow lounge als beispiel zu nennen, ist natürlich ein bisschen müßig. dennoch wird immer wieder klar, dass das in anderen städten läuft. dass eine professionelle begegnung von club- und klassischer kultur sehr anregend und spannend sein kann.
in freiburg gibt's natürlich die linie zwei vom swr-orchester (ich berichtete für fudder). problem: das publikum ist immer noch kein anderes, was m.e. daran liegt, dass die konzerte, deren stücke sehr gut ausgewählt sind, im großen saal aufgeführt werden. die leute sitzen - wie im konzerthaus - auf ihren stühlen, alles ist mucksmäuschenstill, alles wie gehabt. danach wird dann irgendwelche interessante aber nicht gerade stimmungsfördernde kunstmusik gespielt. avantgardistischer jazz, filmmusikklassiker etc. - anstatt dass man sagt: erst die arbeit, dann das vergnügen, lass uns doch mal den scuba aus london einfliegen und nach der klassik ein fettes dubstepset servieren.
ich würde auch v.a. kammermusik spielen lassen und dann eben im clubkontext, so dass die leute zwischendurch an die bar gehen, smoken, saufen, sich dann irgendwo hinstellen, auf den boden setzen. e-werk ist mir auch schon wieder zu fein. rabbit oder waldsee wären besser, da größerer bruch.
hier gibt's übrigens ne gute fb-seite mit weiterführenden artikeln: http://www.facebook.com/Reflections?ref=sgm
wer derartiges veranstalten will, bitte melden.

Montag, 08.03.10 16:56
 

Der Gedanke ist nicht von mir, aber es ist schade, dass zu "Klassischer Musik" nicht getanzt werden darf. Sich übermäßig zu bewegen gilt bei solchen Veranstaltungen ja als Sakrileg. Als wäre es natürlich, bei aufwühlenden Passagen stocksteif dazusitzen. Sicher ist das auch eine Möglichkeit, die Musik konzentriert zu erfassen. Ich schlage vor: Das Parkett bleibt wie es ist und ab dem Sperrsitz darf getanzt werden.

Montag, 08.03.10 17:03
 

Ich würde auch gern öfter gehen, aber Opern/Konzerte im Theaterhaus z.B. sind im Schnitt definitiv teurer als die meisten Rockpopkonzerte, auf denen ich hier so bin.

Und zum Thema zeitgemäßere Aufführung: Da bin ich sehr sehr zwiegespalten, weil ich es bei klassischen Konzerten bisher immer noch genieße, daß da die Regel noch wunderbar funktioniert, daß man den Mund hält und zuhört während der Aufführung, was sicher eben auch an dem höheren Altersdurchschnitt und einem größeren Respekt gegenüber den Musikern liegt. Beim Ruf nach Tanzen und sonstiger Aktion denke ich eigentlich nur daran, daß sich dann automatisch auch die Vollidioten-Dichte bei Konzerten erhöht und darauf kann ich dermaßen verzichten. Dann doch lieber stocksteif dasitzen. :D

Montag, 08.03.10 17:03
 

@ ABC: Recht haste, das wäre wirklich klasse. Nicht umsonst gibt es diese Orchestermuschel im Stadtgarten. Leider wird dort keine Musik gespielt, sondern sie wird angesprüht und so weiter.
Früher waren solche Konzerte in Parks durchaus gang und gebe.

@MC: Ganz genau. Die richtig steilen dürfen dann auch ihren Namen tanzen! So ein Schmarrn! Das fehlt gerade noch, daß irgendwelche Jutetanten ihre komischen Fruchtbarkeitstänze zu Verdi oder Tschaikowski abhalten! Sowas geht mir schon bei Rockkonzerten auf den Sack!

Montag, 08.03.10 17:03
 

@marchlewo:

das schlimme ist v.a., dass die heutige konzertkultur einer historischen grundlage entbehrt. noch im 19. jh. ging's im klassischen konzert ziemlich ab: quatschen, tratschen, essen, rauchen. und instrumentalvirtuosen wurden befeiert wie der heutige rockstar. frauen fielen in ohnmacht. das würde alfred brendel kaum passieren.

man hat ja auch nie "alte" sondern immer nur aktuelle musik gespielt. erst (meines wissens nach) mendelssohn hat eigentlich damit angefangen, musikalische archäologie zu betreiben. man wäre eigentlich nicht auf den gedanken gekommen, museal 300 jahre alte zöpfe zu fideln. museal ist aber das stichwort, kommt in jener zeit doch auch das sammeln und zurschaustellen von altertümern und denkmälern auf (abgesehen von den fürstlichen wunderkammern, die's vorher schon gab).

etc.

ich wäre auch sehr für eine öffnung des klassikbetriebes. jedenfalls parallel zu jenem elitären rumgetue. das passiert ja durchaus auch. m.e. werden aber immer die falschen leute gefragt.

Montag, 08.03.10 17:11
 

@ Schotti: Ein unmusischer Quadratschädel wie Du darf auch gerne gaaanz still sitzen, weil er bei Musik ohnehin nichts empfindet und sich in der Gesellschaft angekommen fühlen.

Montag, 08.03.10 17:13
 

hab mir gerade das interview durchgelesen. sehr gut. befürchte allerdings, dass das v.a. in FR auf taube ohren stoßen wird. denn hier gilt: es war schon immer so, es war schon immer gut so und deshalb wird es auch in zukunft so bleiben.

Montag, 08.03.10 17:16
 

meine herren. es geht hier um klassische musik. ich bitte, die etikette zu wahren und in medias res zurückzukehren.

Montag, 08.03.10 17:18
 

das problem ist für mich gar nicht das hohe alter vieler klassikbesucher sondern die schlimmen schals, welche die mittelalten frauen (aber erschreckenderweise auch der weibliche "nachwuchs"!) dort tragen. meist aus seide, selbt oder von einer befreundeten künstlerin bemalt etc. woher kommt diese un-tradition eigentlich?

Montag, 08.03.10 17:22
 

@ ablogworkorange: wo bleibt da der punk in deinem herzen ("ich bitte, die etikette zu wahren und in medias res zurückzukehren")?

@ schotti: dann erarbeite doch einen verhalteskodex, wie man sich zum vortrag von werken der klassischen musik zu benehmen hat. ansonsten hat marchlewo christianopolis alles schon gesagt.

Montag, 08.03.10 17:31
 

ich finde die präsentation zu langweilig, ich kann mich nicht zwei stunden hinsetzen und einfach nur musik zu hören, konzerte müssen einen auch körperlich mitreißen , finde ich.

Montag, 08.03.10 17:42
 

Mozart, der für mich der Patron aller Künstler aller Disziplinen ist, hat auch Dinge geschrieben, die mehr oder weniger Gebrauchsmusik waren. Die Divertimenti wurden doch nur geschrieben, damit die Leute am Hof eine angenehme Geräuschkulisse hatten, wenn sie sich über die Schnittchen hermachten. Das macht sie nicht weniger perfekt, aber ein Mensch, der sie mit schuldbewusster Miene, möglichst ohne zu husten, zur Kenntnis nimmt, wäre im 18. Jahrhundert nur als lächerlich empfunden worden. Und dabei wird ja auch gerne überhört, dass er sich an manchen Stellen über sein Publikum lustig macht, indem er zB die Bläser an unpassender Stelle ein völlig unbeholfenes "TÄTERÄTÄÄÄ" reinprügeln lässt. Aber auch das wird ehrfurchtsvoll geschluckt. Das gesellschaftliche Ereignis und das Einhalten der Konvention ist wichtiger als der Kunstgenuss. Der Banause im Frack angesehener als der ungepflegte Kenner. Schau Dir doch Politiker bei Festakten an, wenn Musik gespielt wird, wie die leiden und hoffen, dass es bald vorbei sein möge. Aber da muss ich mich irren, denn so ein Minister, der versteht was von Musik, sonst wäre er wohl kaum Minister.

Montag, 08.03.10 17:45
 

@ MC und kik: Wer hier Quadratschädel ist, ist auf den ersten Blick ersichtlich. Wenn man sagt, was Sache ist, wird man von alternativer seite auf Gossenniveau angepöbelt!
Wißt ihr was? Geht zu André Rieu, da bekommt ihr genau das, was ihr wollt!

@ ABC: Dankeschön, Du hast recht. Hier geht es um Musik.
Es gab übrigens mal im Jahr 1995 ein schönes Klassikkonzert auf dem Münsterplatz, wenn ich mich recht erinnere.
Leider hat dies nie wieder stattgefunden, auch wenn der damalige Ansager es versprochen hat.
Da durfte geraucht, getrunken etc werden. War wirklich schön und mal was anderes.

Montag, 08.03.10 17:50
 

@MC & schotti:
bitte die fehde woanders austragen. wäre schade um den thread. vielleicht im nächsten "was ist dein stil?" - dann mach ich auch wieder mit.

@MC:
gut gebrüllt.

@schotti:
doch, das gab's noch einmal. 2005 oder 2006. war ein geiler sommer. konnte aber nicht, da ich an jenem abend so saumüde war, dass ich's verpennt hab.

Montag, 08.03.10 17:58
 

@ ABC: Ja? Auch wieder beim historischen Kaufhaus neben dem Münster auf der rechten Seite? Schade, daß ich das nicht mitbekommen habe. Wäre wirklich schön, wenn sowas wieder stattfindet!

Montag, 08.03.10 18:10
 

F: Warum besucht Ihr eigentlich so selten ein Klassikkonzert?

A: Weil das Orchester von videogameslive.com so selten nach Deutschland kommt x(

Montag, 08.03.10 18:21
 

@turrican-2: thx! kannt ich noch nicht! is' ja geil!

Montag, 08.03.10 18:23
 

Ich kann mit klassischer klassischer Musik nichts anfangen. Kenne mich zugegebenermaßen auch nicht übermäßig aus, aber nahezu alles, was im Klassikradio läuft, lässt mich absolut kalt. Daher auch keine Lust auf ein Konzert zu gehen.

Würden in Freiburg allerdings auch mal häufiger Acts wie Olafur Arnalds (ja, war schon mal da), Johan Johannsson, Peter Broderick, Gonzales, Eluvium etc. spielen, dann wäre ich auch bei den Konzerten dabei.
Da liegt meiner Meinung nach aber das Problem. Um ein jüngeres Publikum zu erschließen, muss man auch mal über den Tellerrand hinausschauen und frische Luft reinlassen. Klassische Konzerte sterben aus, weil dort einfach alles so furchtbar festgefahren und verbohrt ist. Man könnte ja das ältere Stammpublikum verschrecken... Dann brauch man sich aber auch nicht beschweren, warum aus den jüngeren Generationen nichts mehr nachkommt.

Montag, 08.03.10 18:31
 

@RJ: so isses.

Montag, 08.03.10 19:31
 

Öfter Klassik-Konzerte besuchen steht auf der Top-Ten Liste, von Dingen, die ich mir immer vornehme zu machen, und es trotzdem so gut wie nie auf die Reihe krieg. Wenn ich die Plakate an den StraBa Haltestellen seh, denk ich mir immer "oh, merk dir das" und 2 Minuten später hab ichs wieder vergessen.

Vll könnte fudder solche Konzerte mal in die "Wo rockts" Rubrik miteinbeziehen. Müssen ja nicht unbedingt nur die teuren Dinger im Konzerthaus oder Stadttheater sein, wo man höchstwahrscheinlich eh nicht hingeht.

Montag, 08.03.10 19:36
 

Hm, in der Regel ist es für 17 Jährige sehr schwer, einfach nur still da zu sitzen und... nichts zu tun, außer hören.
Gut, ich bin da vielleicht eine Ausnahme, denn ich höre gerne einfach nur rein Instrumentale Musik (Vorzugsweise Violine, Piano und Akkordeon)
Mich inspiriert solche Musik sehr, aber ehrlich gesagt - ich müsste währenddessen irgendwas tun. Außer das Violinenspiel ist so mitreißend, dass ich Gänsehaut bekomme, dann kann ich auch einfach nur still sitzen.

Zugegeben, mit meinen jungen Jahren fühle ich mich nicht wirklich hingerissen dazu, so ein Konzert zu besuchen.
Ich will aufs Southside, Rock am Ring, ich will meine Lieblingsbands sehen und dazu ordentlich meinen Körper bewegen. Doch da ich jetzt schon Vorlieben in diesem Genre zeige, glaube ich schon, dass ich irgendwann mal das Wagnis eingehen werde.

Noch fühle ich mich nicht dazu berufen, aber ich hoffe doch inständig, dass so etwas nicht aussterben wird. Klassische Musik ist ein Stück Geschichte, das sollte nicht verloren gehen.

Es spielen auch zwei Faktoren dazu bei, dass ich es wohl in den nächsten 10 Jahren auch nicht wirklich in Betracht ziehen werde:
1. Die Atmosphäre = Gezwungen. So etwas mag ich nicht.
2. Die Preise = Einfach zu hoch.

sarah R
Montag, 08.03.10 19:53
 

ist ja schon fast alles gesagt. wollte aber noch anmerken, dass ich, obwohl ich klassische musik mag, mich nicht wirklich gut auskenne und so nicht weiß, welche konzerte wirklich lohnenswert sind.

Montag, 08.03.10 20:07
 

@lara: wieviel bist du denn bereit für ein konzert zu zahlen? bzw.: wieviel zahlst du für die konzerte deiner lieblingsbands?

Montag, 08.03.10 20:21
 

Ich liebe Klassikonzerte und genieße gerade die Ruhe und das andächtige Lauschen der Musik... gerade dann kann ich auf dieser Musikwelle mitschwimmen! Die Welt da draußen ist doch ruhelos und schnelllebig genug.
Auch das von Euch beschriebene *Steife* gehört dazu. Kann ich dann doch meine schwarzen Kleidchen aus dem Schrank holen ;) Will heißen, ich genieße auch das für mich stilvolle Ambiente...
Und teurer als andere Konzerte sind diese auch nicht!

Montag, 08.03.10 20:30
 

Am liebsten spiele ich ja selbst bei den Konzerten im Orchester mit, wenn nicht, ist es schon nicht schlecht, da auch "steife" Konzerte etwas haben, vor allem wenn wirkliche Profis vor einem sitzen. Bei Laienorchestern, also wirklichen Laien, die mehr schlecht als recht spielen und in einer viel zu großen Masse auftreten, ist es manchmal etwas mühsam die ganze Zeit zu zuhören.
Trotzdem für neues bin ich immer offen. Open-Air Konzerte (klassisch) gibt´s doch eindeutig zu wenig.

Montag, 08.03.10 20:34
 

@Blogger:

Je nach dem. Meine drei Lieblinge, dafür wäre ich sogar bereit, über 100 Euro zu zahlen. Wirklich. Aber nur für die drei.
Ansonsten so zwischen 20 - 60 Euro ist so mein Spielraum.
Aber ab 40 Euro muss es schon einer meiner bevorzugten Bands sein.
Bei mir spielen da viele Dinge eine Rolle.

Montag, 08.03.10 20:45
 

Ich gönn mir ab und an ein klassisches Konzert, muss auch mal sein. Das SWR-Orchester kann ich da empfehlen, die haben meistens einen etwas moderneren Touch, oder aber (mein persönlicher Favorit) das Freiburger Barockorchester. Das Publikum ist in der Tat etwas älter (ich schätze mal im Durchschnitt drei mal so alt wie der durchschnittliche Fudder-User), aber die Musik ist frisch, und es ist echt spannend zu sehen, wie die Musiker ganz und gar nicht steif und verkrampft auf der Bühne sitzen. Macht Spaß und zaubert mir oft ein Dauergrinsen ins Gesicht! Und preislich finde ich auch realisierbar. Probiert's mal aus!

katerchen
Montag, 08.03.10 21:07
 

maddis: "... die letzten 2 konzerte vom akademischen orchester waren ganz gut ..."
DANKE! Zumindest was das Konzert vom 12.02.10 angeht.

Montag, 08.03.10 21:09
 

@lara:
siehste, da zahlste das doppelt bis 6(!)-fache von dem, was dich als schülerin ein klassisches konzert kosten würde. aber ich verstehe natürlich, dass man bereit ist, mehr auszugeben, wenn's tatsächlich die lieblingsmusik und nicht gelegenheitsmusik ist. aber 8 euro für 'ne karte im konzerthaus mit einem der top-orchester deutschlands ist meines erachtens tatsächlich nicht viel. das sind 2 bier, anderthalb kippenpackungen, ein kinobesuch.

genau das ist aber, so glaube ich, das problem. die hemmschwelle ist hoch, weil viele glauben, klassik ist teuer. oder elitär. man müsse sich irgendwie anziehen, um dahin zu gehen. was aber, wenn jemand keinen anzug besitzt?

d.h.: es müsste 1.) mehr aufklärung geben. den leuten gesagt werden: schaut her! ihr bekommt 'ne karte für 8 euro! und: schaut, WAS ihr dafür bekommt! hundert menschen, die ihr leben damit verbracht haben, tag und nacht ihre fähigkeit auf einem instrument zu perfektionieren, ein jetsettender dirigent, all die angestellen des konzerthauses - für 8 euro arbeiten sie 2 stunden lang für dich. (nun gut: natürlich nicht für dich allein, aber du bist ja nicht der sonnenkönig. das bin nämlich schon ich.) 2.) müssten aber eben auch jene sinnlosen etiketten fallen. d.h. nicht, dass während des konzerts lautstark gequatscht werden sollte. d.h. aber zb, dass das konzertpublikum toleranter sein sollte, v.a. jenen gegenüber, denen man ansieht, dass sie hier kein abo haben. denn: diejenigen, die am bösesten schauen und schon 100e vergräult haben, husten und prusten am lautesten. und schätzen die musik meist am wenigsten. wer (klassische) musik liebt, reagiert nicht, wie all jene bigotten pseudoliebhaber.

die schwellenangst kann aber überwunden werden, wenn klassische musik nicht mehr nur im (zb) konzerthaus dargeboten wird. ist der erstkontakt dann erst einmal hergestellt, hat die liebe und leidenschaft die möglichkeit bekommen, sich zu entfalten, wird der neue amateur (= liebhaber) sich auch unter snobistische mumien begeben, um jene klänge zu lauschen, nach denen er sich neuerdings verzehrt.

so. und jetzt hoff' ich, dass der oechsler wie abgemacht die 100 EUR überweist. gott, bin ich billig.

Montag, 08.03.10 21:30
 

@ABO:

Kann ich nur abnicken, was du gesagt hast.
Und ich WUSSTE, dass deine Frage eine Art "Falle" war (du Schlingel!).
Aber das es so billig für einen Schüler ist? Hätte ich wirklich nie gedacht.
Aber nun ja, jetzt wo ich es weiß, bleibt immer noch ein Problem:

Die Begleitung. Tut mir leid, aber ich bin echt zu alt und zu jung (versteht ihr, wie ich das meine?), um mit meinen Eltern zu gehen. Freunde kann ich sowieso vergessen.
Außerdem besitze ich nur farbenfrohe Kleider... nicht wirklich was Schickes und "angemessenes" darunter.

Montag, 08.03.10 21:32
 

Natürlich besitze ich auch nur ein paar schwarze Schuhe:
Abgelaufene Chucks, mit einem großen, schön luftdurchlässigen Loch drin.

Montag, 08.03.10 21:47
 

@ ABlogworkOrange
stimme deinem Punkt zwei voll und ganz zu, hab's einige Male schon selbst erleben dürfen.

Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Profis schon alle so abgebrüht sind, dass sie sich über einen angemessenen Schlussapplaus nicht freuen. Wenn ich dann die Abo-Besitzer auf den vorderen und selbstverständlich teuersten Plätzen (man muss ja zeigen was man hat) sehe, die aufspritzen, sobald das letzte offizielle Stück vorbei ist, damit sie ja als erstes an der Garderobe stehen um ihre Pelzmäntel abzuholen und auch ja nicht im Tiefgaragen-Stau stehen müssen, krieg ich die Krise.

Bigotte Pseudoliebhaber ist da genau der richtige Ausdruck. Und wehe, man erdreistet sich, in Jeans zu erscheinen - da sagen die teils verächtlichen, teils bemitleidenden Blicke der o.g. Pseudoliebhaber schon alles.

Ich kann mir kein Abo leisten, komme aber, wenn ich in's Konzerthaus gehe, der Musik wegen, und nicht, um zu sehen oder um gesehen zu werden.

Vielleicht muss da ersteinmal eine Generation Konzert(haus)besucher aussterben, damit das besser wird. Wenn man die Altersstruktur betrachtet, wird es sich dann womöglich nicht mehr lohnen im großen Konzerthaus zu spielen. Aber ich persönlich würde lieber vor 50 Jeanshosenträgern, die um der Musik Willen kommen, spielen, als vor der oben beschriebenen Spezies (den finanziellen Aspekt mal außer acht gelassen - die Abos der "oberen Zehntausend" bringen natürlich Kohle).

@lara
Montag, 08.03.10 22:13
 

@lara, aber auch alle anderen:

zu alt und zu jung, versteh ich.
man kann auch mal ganz mutig alleine gehen oder freunden sowas "verrücktes" vorschlagen.

hier zur wirklich spannenden PREISFRAGE:
für die konzerte des swr sinfonieorchesters im konzerthaus bekommen schüler/studenten und alle unter 26 an der abendkasse die übrigen karten für je 8 EURO!
dumm nur, dass man diese info fast nicht findet. so ist es aber, ein super preis, wie ablogwork schon sagt.

ich war selbst schon da, in jeans und tshirt, dazu turnschuhe.
es muss ja keine zerfetzte jeans plus tshirt mit satansfratzen sein und man fühlt sich sicher wohler, wenn die turnschuhe intakt sind.
aber der dresscode ist nicht so streng, wie man es sich vielleicht vorstellt und ich vermute einfach mal, junge menschen haben auch einen kleinen bonus (aka. narrenfreiheit).
was passendes wird also fast jeder im schrank haben, sofern er/sie denn einn schrank hat.

Montag, 08.03.10 22:17
 

Ich steh dazu, ich geh nicht auf klassische Konzerte weil diese Musik zu wenig in mir bewegt.
Aber ich erkenne die großen Komponisten dennoch als die Größten der musikalischen Zunft an die es gab und gibt. Was noch kommen wird, nun das weiss ich nicht.

Bollenhut tut gut
Montag, 08.03.10 22:23
 

@Bollenhut:
Da ich Mitglieder des SWR Sinfonieorchesters kenne, kann ich deine Vermutung bestätigen: Sie freuen sich über Applaus.

@fudder:
Wie wäre denn mal ein Portrait eines der 99 Mitglieder mit Fokus auf die Sicht ins Publikum (und natürlich Lampenfieber, Weltreisen, Stücke, die man dem Publikum lieber nicht zumuten will,...)?
Fände ich spannend.
Und Bedarf scheint zu bestehen.

Montag, 08.03.10 22:34
 

@lara:
hehe. dann müssten wir wohl mal "von fudder aus" ein konzert besuchen. in zweier reihen, händchen haltend.
aber: wenn's ein klassisches konzert im white rabbit gäbe, würdest du hingehen?

@bollenhut:
schön beschrieben. und: ich bin mit einigen SWR-orchestermusikern befreundet. und denen geht das elitäre getue als erstes auf den (dudel-)sack. die sind super offen, hören übrigens in ihrer freizeit oft alles andere als klassik und würden sofort neue konzepte ausprobieren. das problem ist wohl am ehesten das publikum. selbst den organisatoren darf man nicht allzu viel vorwerfen. die sind m.e. einfach zu weit entfernt von jenen szenen, die sie durch konzerte in clubs erobern wollen. die erneuerung muss sozusagen von unten kommen, wie so oft.

@mikey:
was hörst du für musik?

Montag, 08.03.10 22:36
 

Wer ist "IHR" ?

ICH gerne gerne in Klassik-Konzerte (allerdings nicht in Opern oder ähnliches Brunftgeschrei, sondern in Richtung "Freiburger Spielleyt und "Krozinger Schlosskonzerte"!) - und auch nicht ins Konzerthaus, da ich inzwischen überhaupt nicht mehr bereit bin Schuhe anzuziehen.

(Ansonsten ist es echt kein Problem, die etwas irritierten Blicke im Theater habe ich ausgehalten...)

Und sehr angenehm finde ich, dass dort selten Popcorn verzehrt wird...

Montag, 08.03.10 22:41
 

@biber:
der non-popcorn-faktor ist tatsächlich nicht zu unterschätzen. ich war am samstag seit langem mal wieder im cinemaxx, weil dort seit langem mal wieder ein film lief, der mich interessierte. und: ich war schockiert. das war schlimmer als DSDS meets "bauer sucht frau". wenn das konzerthauspublikum das eine extrem ist, stellt das cinemaxx-publikum das andere dar. und das schlimmste war wahrscheinlich wirklich das aus 20liter-eimern gefressene - anders kann man das nicht sagen - popcorn.

traumatisch.

Montag, 08.03.10 22:41
 

Nachtrag: Das war übrigens keine Ironie !

Selbst kürzlich bei den Endinger Klassiktagen hat mich niemand dumm angemacht.
Waren eben Menschen dort, die wegen der Darbietung und nicht wegen der Zurschaustellung ihrer Garderobe dort waren...

Montag, 08.03.10 22:45
 

Zitat: "Der Banause im Frack angesehener als der ungepflegte Kenner. Schau Dir doch Politiker bei Festakten an, wenn Musik gespielt wird..."

HURZ !

Montag, 08.03.10 22:46
 

ich würde ja auch öfter zu klassik konzerten gehen, aber ich habe angst dort Dr. Klaus Miehling zu treffen.
ach ja und natürlich weil die musik stinklangweilig ist...

Montag, 08.03.10 22:47
 

Früher bin ich ja nie in klassische Konzerte gegangen, nun singe ich selber in einem Chor, und finde klassische Musik toll.
Beim jüngsten Konzert mit dem Akademischen Orchester im Konzerthaus unter der Leitung von Sebastian Teewinkel, wurde die Sinfonie Nr.2 c-moll von Gustav Mahler aufgeführt.
Die BZ Kritik war für dumm-wie immer-, aber 15min Applaus sprechen für sich,-also hat es sich gelohnt.

Privat höre ich mehr klassische Musik, Guiseppe Verdi, Wiener Philharmoniker, oder den klassischen Pop, House und son Gedöns eben. Schrille Mischung, klar, aber o.K.

Montag, 08.03.10 23:06
 

Nu hab ich mich mit meinem Kommentar wohl hier in die Nesseln gesetzt. ;-)

@ABLogworke

Eigentlich alles bunt durcheinander. Am meisten bewegt mich allerdings lateinamerikanische Musik und da auch alle Genres (und deren Abwandlungen). Warum das so ist kann ich nicht genau sagen, es ist eine Gefühlssache.
Und zu Musik muss ich mich tatsächlich Bewegen können. Anders kann ich es nicht beschreiben.

Montag, 08.03.10 23:07
 

@NYHC:
klassische musik langweilig zu finden ist längst biedermeierig zum quadrat und spießbürgerlicher als eine doppelhaushälfte in kenzingen. das einzige, was musikalisch mittlerweile noch stink langweilig ist, ist, klassische musik stinklangweilig zu finden. fluch der jetztzeit. nicht mein fehler.

vor doc miehling piss ich mir aber auch regelmäßig in die hosen. klassik macht nämlich aggressiv. au0er man macht's wie die pariser haschisch-clubs im 19. jh. und pfeift sich à discretion einen jayjay nach dem anderen rein.

Montag, 08.03.10 23:15
 

ich editiere (einen wichtigen absatz):

"außer man macht's wie die pariser haschisch-clubs des 19. jh. und pfeift sich dabei à discretion einen jayjay nach dem anderen rein."

Montag, 08.03.10 23:20
 

Das halte ich für ein absolutes Gerücht ;)

Man muss eben selbst klassische Musik machen, dann lässt es einen nie mehr los!

Montag, 08.03.10 23:23
 

@ abo
in was für einer welt leben wir eigendlich wenn man jetzt schon altmodisch ist wenn man NICHT auf klassik steht???

ich geh halt lieber zu konzerten wo schwitzende Leiber aneinanderknallen wie schweinehälften im Kühllaster. Da hat man auch länger was von, nämlich Blaue flecken und Ohrensausen..

Montag, 08.03.10 23:25
 

Wie sag ich immer:

Klassische Musik hat den Filter der Zeit überstanden, der die Spreu vom Weizen trennt.

Diesen Filter muss der aktuelle musikindustrielle Schrott erstmal über sich ergehen lassen, dann bleibt schon das Gute übrig: Je älter, desto besser!

Montag, 08.03.10 23:28
 

Was soll eigentlich diese rhetorische Fragestellung?

Montag, 08.03.10 23:29
 

NYHC:
scheißwelt, ich weiß. aber deine beschreibung macht lust auf paralleluniversen:

"ich geh halt lieber zu konzerten wo schwitzende Leiber aneinanderknallen wie schweinehälften im Kühllaster. Da hat man auch länger was von, nämlich Blaue flecken und Ohrensausen.."

sehr, sehr schön formuliert. würde ich als kommentar der woche nominieren wollen.

@tachy:
gilt das auch für frauen? ("du sollst keine sexistischen aussagen tätigen. du sollst keine sexistischen aussagen tätigen. du sollst keine sexistischen aussagen tätigen. du sollst keine sexistischen aussagen tätigen. du sollst keine sexistischen aussagen tätigen. du sollst keine sexistischen aussagen tätigen. du sollst keine sexistischen aussagen tätigen. du sollst keine sexistischen aussagen tätigen. du sollst keine sexistischen aussagen tätigen. du sollst keine sexistischen aussagen tätigen." ok, das reicht, blogwork. und jetzt verpiss dich endlich nach hause, muttersöhnchen.)

Montag, 08.03.10 23:33
 

kann mich märaiää voll und ganz anschließen. hinzukommt, dass ich oft keine ahnung hab welches klassische konzert meinen geschmack treffen könnte. befass mich zu wenig mit der musik. und wenn ich freunde hätte, die mit mir dahin gehen würde, wärs ganze nochmal viel einfacher.

Montag, 08.03.10 23:40
 

Gilt Tröndles subjektives Empfinden lediglich für Publikum aus Freiburg? Können Statistiken vorgelegt werden?

Klassische Musik besteht eben (meist) nicht nur aus 3 Akkorden - ist ein wenig komplexer. Komplexe Inhalte liegen der Jugend nicht unbedingt.

Ebenso hätte gefragt werden können, warum die Jugend die "Neue Musik" nicht mag (Schönberg, Stockhausen & Co.). Dürfte auch an der Vielfalt liegen. Hören muss erlernt werden, so, wie lesen und schreiben auch.

In Zeiten musikalischer Legasthenie (Bohlen, DSDS & Co.) wird "BEWUSSTES HÖREN" zerstört.

Montag, 08.03.10 23:44
 

Vielleicht auch ein Grund:
Weil der Mensch das, was er nicht versteht, als unnötig betrachtet.

Dienstag, 09.03.10 00:44
 

Klassikkonzerte werden von mir nicht nur selten, sondern nie besucht. Und zwar nicht, weil mir Klassische Musik nicht gefällt, sondern weil ich nicht bereit dafür bin für die Summen aufzukommen, die heutzutage dafür verlangt werden.

Wie gesagt, ich habe nichts gegen Klassische Musik, jedoch gibt es Konzerte mit (für mich) durchaus attraktiveren Musikrichtungen, für welche ich eher bereit wäre, einen höheren Betrag zu bezahlen.

Dienstag, 09.03.10 01:28
 

Ziemlich arrogante Ansicht, Klassik als das absolute Nonplusultra der musikalischen Erziehung anzusehen. Passt aber genau zu dem, was ich oben schon angedeutet habe.
Dieser unglaublich angestaubte Gedanke, dass Klassik die "wertvollste" und "exklusivste" Form der Musik ist, ist dermaßen von vorgestern und genau der Grund, warum es in dem Genre bergab geht.

Man kann sich nicht auf alten Lorbeeren ausruhen und immer noch glauben, dass man einen unantastbaren Sonderstatus innehat.
Meiner Meinung nach sieht es nämlich so aus, dass andere Genres die Klassik schon längst überholt haben. Kompositorisch gibt es genügend Songwriter, die man genauso als Musikgenies bezeichnen kann, wie Mozart oder Beethoven und die sind noch nicht mal tot. Ihr Vorteil ist zudem, dass in ihren Genres keine so festgefahrene Strukturen herrschen. Der künstlerische Freiraum ist größer, was die Musik auch zwangsläufig interessanter und vielfältiger macht und damit auch mehr Leute anspricht. Es ist auch bezeichnend, dass viele Künstler aus Pop/Rock sich mehr klassische Elemente ins Boot holen als umgekehrt.

Solange die moderne Klassik eben nicht mehr zu bieten hat als Filmsoundtracks (soweit die öffentliche Wahrnehmung), kann sie auch nicht erwarten, das jüngere Publikum mehr zu begeistern. Die Klassik muss sich der Jugend öffnen und nicht andersrum. Dazu muss man halt auch mal über den Schatten springen.

Dienstag, 09.03.10 03:48
 

Also teilweise versteh ich die Argumentation einiger Leute ja nicht immer ganz. Also klassische Konzerte, hm, würd ich hingehen wenn se peppiger wären, so mit E-Gitarre und Verstärkern und so. Und Schlagzeug! Und andere Musik und ohne Geigen, am besten nur ne Band und dabei kiffen und saufen. Das ist ungefähr so wie die Aussage, ich ess gerne Austern aber aus Teig müssen sie sein und rund - am besten mit Tomatensauce beschmiert und Käse und Oliven oben drauf und tiefgefroren zum selber im Ofen aufbacken.
Herrgott, wenn ich ein Rockkonzert will, dann geh ich eben auf ein Rockkonzert!

Dienstag, 09.03.10 08:42
 

Es gibt durchaus Ansätze, etwas zu ändern und das gegenseitige Verständnis und Interesse zu wecken. Zu nennen wäre hier das Projekt "der Schrei" http://www.der-schrei.com
Leider hat Fudder damals m.W. nicht darüber berichtet, was mir unverständlich bleibt.

Für Leute, die bereit sind, ihren Horizont zu erweitern:
http://www.so-youth.de/

Und 'ne Fuddergruppe gibt es auch ;-)
http://fudder.de/nc/user/alle-gruppen/einzelansicht/gruppe/bach-beethoven-et-zetera/

Dienstag, 09.03.10 09:05
 

Alte Menschen riechen komisch...


Dienstag, 09.03.10 09:07
 

Ich steh dazu: das meiste an klassischer musik ist stink langweiliges 100 jahre altes gefiedel. bei geigen und klavier gedöns krieg ich plaque. sorry.

Dienstag, 09.03.10 09:10
 

@markus fischer wenn dir andere meinungen egal sind, dann tu du doch deine meinung hier einfach auch nicht mehr kund, dann müssen wir es nicht lesen und uns auch nicht drüber aufregen und du kannst allein in deinem kämmerchen deine meinung haben und dich freuen. liebe grüße

Dienstag, 09.03.10 09:26
 

Ich würde klassische Musik eher hören, um bestehende Wissenslücken zu füllen und um meinen Horizont zu erweitern (was für ein besch... Satz) und nicht, weil es mir so sehr gefällt.
Auch wenn es Stücke gibt, von denen ich sehr beeindruckt bin.

Die Aussagen, man will das viele Geld für eine Konzertkarte nicht ausgeben halte ich für nicht existenzberechtigt. Für Kunst und Kultur darf man ruhig auch mal etwas mehr Geld liegenlassen, einen Film im Kino mit Popcorn und Cola/Bier anzuschauen ist auch nicht gerade billig und trotzdem geht man hin.
Und ich denke, von einem Konzertbesuch hat man deutlich mehr, so ein "Erlebnis" bleibt doch definitiv länger im Kopf hängen als manch andere Unternehmung, wo man etwas mehr Geld springen lässt (und sich eventuell am nächsten Tag an nix mehr erinnern kann...).

So, werde mich jetzt mal von Apocalyptica berieseln lassen...

Dienstag, 09.03.10 09:48
 

Musikhochschule: Vortragsabende (der Studierenden) kosten keinen Eintritt (sondern Austritt, freiwillig, kollektenmaessig). http://www.mh-freiburg.de/veranstaltungen

Dienstag, 09.03.10 09:55
 

@Adapter:

Deine Äußerung zu meinem Kommentar ist so überflüssig wie ein Sandkasten in der Wüste!

Auch Dich bitte ich höflichst darum, Dir in Zukunft Deinen Teil zu meinen Kommentaren zu denken und diesen hier nicht mehr kund zu tun.

Dienstag, 09.03.10 11:22
 

bei mir isses auch das ambiente/umfeld. ich höre das zeug gerne, aber wenn ich dann da rumsitzen muss wie festgefroren artet das in arbeit aus und dann mache ich lieber was anderes. getränke verkaufen und die zuhörer rumlaufen lassen, dann ist gut.

wobei das ja viele leute inzwischen auch schon bei rockkonzerten bemängeln wenn sich die mitzuhörer ein bißchen unterhalten. ich gebe aber gerne zu dass ich da nen defekt habe, mir wird bei konzerten enorm schnell langweilig, ich war jetzt auch echt schon ewig auf keinem konzert mehr.

Dienstag, 09.03.10 11:25
 

wenn mal Apocalyptica in Freiburg spielen würde
wäre das mal ein argument für mich
den geldbeutel wieder mal aufzumachen
und mich in meine rostlaube zu setzen
und den weg in eines der horrend teuren parkhäuser zu finden ( aufm land kostet ein parkplatz halt nix nur um ein stück blech iwo zu parken )

greetz

Dienstag, 09.03.10 11:31
 

@pantoffeltier: aufm lang gibt's halt auch land en masse ;)

Dienstag, 09.03.10 11:32
 

edit: aufm lanD

Dienstag, 09.03.10 12:48
 

Kulturkampf auf fudder...

Klassische Konzerte sind auch im Balz- und Werbe-Repertoire unentbehrlich:
Frauen finden es beeindruckend, wenn Männer und mit ihnen ein klassisches Konzert besuchen, auch wenn sie selbst sonst nie klassische Musik hören.

Ich persönlich habe aus Bequemlichkeit schon länger kein klassisches Konzert mehr besucht. Die Gründe sind hier auch schon genannt worden:
Der Konzertbesucher wird immer auch genötigt, sich diversen gesellschaftlichen Zwängen zu unterwerfen. Finde ich jetzt nicht so tragisch, aber ich habe einfach mühelosere Vergnügungen vorgezogen.

Die in der Überschrift enthaltene provokative Unterstellung gefällt mir übrigens gut!

Ohne Polarisation wäre die Diskussion hier doch kaum in Gang gekommen.

Dienstag, 09.03.10 13:01
 

Zitat: "Ziemlich arrogante Ansicht, Klassik als das absolute Nonplusultra der musikalischen Erziehung anzusehen."

Aber nicht doch !

Ich habe nichts gegen Pop-Musik !

(Wenn ich etwas dagegen hätte würde ich es anwenden !)

;-)))

Dienstag, 09.03.10 13:02
 

Völlig vergessen: "Hurz !"

Dienstag, 09.03.10 13:18
 

@ABlogworkOrange:

Lass' gut sein, Schätzchen. Am Ende heulst Du nur wieder rum.

Dienstag, 09.03.10 13:25
 

Schön, wie hier Trolle umsorgt und gefüttert werden...

Dienstag, 09.03.10 13:37
 

lol@markus fischer: fragt sich, wie das "wieder" da reingerutscht ist.

bin aber überrascht, wieviele sich hier zum thema geäußert haben ...

Dienstag, 09.03.10 13:47
 

*gg*

@all
Dienstag, 09.03.10 14:27
 

verschluckt euch nicht

Dienstag, 09.03.10 15:39
 

OT: An manche der hier vertretenen Schreiber (bin grad zu faul, die Namen einzeln aufzuschreiben):
falls Ihr nicht vorhaben solltet, kurz nach Eurem 30. Geburtstag das Zeitliche zu segnen, wäre es angebracht, Eure Wortwahl in Bezug auf ältere Mitmenschen zu überdenken. Ihr werdet nämlich zwangsläufig selber mal welche...

Dienstag, 09.03.10 15:50
 

Als Apocalyptica vor ca. 8 Jahren mit einem Auftritt in der Musikschule Freiburg einen Besuch abstattete, freute ich mich wie ein Kind! Vor dem Eingang noch eine Karte erstanden, angestellt, und dann am Türsteher gescheitert, da ich noch 15 war! verdammt! Noch heute darf ich mir anhören wie geil das Konzert war...

Leider gehe ich auch nur noch sehr selten in ein klassisches Konzert. Eigentlich gibt es keinen bestimmten Grund, aber es kommt sicherlich hinzu dass wenige aus dem Freundeskreis klassisch interessiert ist und somit doch meist eine gemeinsame Abendplanung stattfindet.

Aber Gründe wie "zu teuer" kann ich nur bedingt nachvollziehen. Klar, wenn man zu professionellen Orchestern ins Theater oder Konzerthaus geht, dann kostet das auch etwas. Wenn man jedoch die von SWR3 und Co. sog. Stars auf Messegeländen oder in Stadien besucht, kostet das weit mehr! (Dafür natürlich inkl. "Schweinehälften feeling" :-) )

Die Möglichkeit die studentischen Konzerte in der Musikhochschule zu hören finde ich gut, werde ich mir mal ansehen :-)

@Markus Fischer: entspann dich doch oder such dir einen anderen Platz um Spaß zu haben...

Dienstag, 09.03.10 16:06
 

Seit wann macht Apokalyptika eigendlich klassische Musik?
Nur weil die auf "veralteten" Instrumenten spielen ist es doch noch lange keine klassische Musik.

@ davep
ich glaube kaum das bei von SWR 3 und co gefeierten Bands ein richtiges Schweinehälftenfeeling aufkommt. Eher ein "Tinnitus-von-kreischenden-Teenies" feeling...

Dienstag, 09.03.10 16:10
 

@davep:

Och, entspannt bin ich. Mach' Dir da mal keine Sorgen. ^^

Und wieso sollte ich mir die Mühe machen und mir einen anderen Platz suchen um Spaß zu haben, wenn ich den doch hier habe???

Dienstag, 09.03.10 16:11
 

@Zebra - keine Sorge: die Alten sind zwischen 30 und 50.
Siehe Fudder-Forum Spassbremse, kommentar "Das Ding".

Dienstag, 09.03.10 16:26
 

@zebra
nur keine sorge
ich bin selbst so ein älterer mitbürger...
ich geh jetzt auf die 40 zu...
fühl mich allerdings nicht so...
(ausnahme morgens beim aufstehen :D da knackts dann überall)
d.h. ich darf über alte säcke ablästern
da ich selber einer bin.... :D
greetz

freiburgzürichconnection
Dienstag, 09.03.10 17:16
 

ihr lieben. die diskussion ist lächerlich. für das, was man wertschätzt, zahlt man doch gerne. vor allem in freiburg kann man ja im kulturbereich schon von dumpingpreisen reden, vor allem am stadttheater - 7 euro für junge menschen, sogar für premierenkarten. in zürich kostet das um die 2oo euro. also tut lieber etwas nützliches anstatt hier über luxusprobleme zu debattieren und stellt so ein festival auf die beine. es gibt sicher ein paar musikstudenten die das für wenig oder kein geld machen (von wegen finanziellem risiko)...

Dienstag, 09.03.10 17:24
 

wenn das der Broda liest.....;-)

Dienstag, 09.03.10 17:42
 

Ich find´s prima.

Dienstag, 09.03.10 18:08
 

Ich hör manchmal Deutschlandfunk.
Und seit mich der GEZ- Mann gefickt hat, zahl ich sogar dafür. Das ist ein klassisches Schicksal und muss reichen.

Dienstag, 09.03.10 18:16
 

@ROFL
*grins*

Dienstag, 09.03.10 22:06
 

@ROFL, die Katz

da haste was falsch gemacht :)
das einzige mal als bei mir so ein Aasgeier vor der Tür stand
hab ich einen Knüppel genommen der bei mir immer neben der Tür steht und hab ihn aus meinem Haus gejagt....
allerdings hat er es auch gewagt den fuss in die tür zu stellen als ich die tür zumachen wollte....
von mir gibts kein geld für unterhaltungsprogramme
die ich nie ansehen würde...

greetz

Mittwoch, 10.03.10 00:29
 

@ rofl
was du hattest sex mit dem GEZ Mann? bei mir will der immer nur kontrollieren ob ich ne glotze hab...

Mittwoch, 10.03.10 06:25
 

Ach, wenn wir schon beim Thema Klassische Musik sind:

Ich hätte rund 30 Schallplatten, überwiegend Klassik, günstig abzugeben. Wer interesse hat, kann sich melden und den Müll abholen.

Meine Kostenvorstellung: 'ne große Tafel Milka Vollnuss! =)

Mittwoch, 10.03.10 16:01
 

Wer Lust hat auf eine kleine Selbsterfahrung. Am Samstag, 27. März, spielt die camerata academica freiburg um 20 Uhr im Theodor Egel Saal in Freiburg-Ebnet. Und das für umme.

Schumann, 4. Sinfonie und Brahms 1. Klavierkonzert.

kus
Mittwoch, 10.03.10 18:20
 

Hallo zusammen,

weil uns viele Beiträge dieser Diskussion sehr gut gefallen haben, werden wir daraus für die nächste fudder-BZ-Seite (erscheint am 17.3.) ein Best-of mit Auszügen aus Euren Kommentaren zusammenstellen.

Wir werden diese Zeitungsseite am Montag produzieren. Wer bis dahin noch was Kluges zum Thema beisteuern und zitiert werden möchte --> nur zu!

Samstag, 13.03.10 08:37
 

Dieser Thread (samt Pantoffeltier) hat es heute sogar in den Leitartikel der BZ geschafft:
http://www.badische-zeitung.de/meinung/kommentare/leitartikel-im-prinzip-nicht-unsexy--2[..]

Samstag, 13.03.10 08:42
 

[url]http://www.badische-zeitung.de/meinung/kommentare/leitartikel-im-prinzip-nicht-unsexy--28258160[..]

Samstag, 13.03.10 08:44
 

Dritter Versuch (im Übrigen...)
http://preview.tinyurl.com/ydmbgkx

Samstag, 13.03.10 11:33
 

sieht aus als sei die korrekte kleinschreibung von "fudder" noch nicht durchs ganze bz-imperium diffundiert

Samstag, 13.03.10 12:05
 

Ich möchte nicht zitiert werden. (!)

Samstag, 13.03.10 13:29
 

Ich kann mit Klassik im herkömmlichen Sinne auch nüscht anfangen- ja,vielleicht das ein oder andere bekanntere Stück
von z.B. Pachelbel oder so.
Mag schon sein,dass Klassik im 18.Jht. der neuste geile Scheiss war,wär aber zu dieser Zeit eher lieber bei den Zigeunern abgehangen und und hätte mir deren Underground-Punkrockgefiedel reingezogen. Naja,und die Afrikaner waren eh schon immer auf dem besten Wege zu Techno ;))

How ever...
Wer es aber ein bißchen anders mag und klassische Instrumentierung nicht scheut,empfehle ich mal in das Genre
der "Neoklassik" reinzuschnuppern.
Als bekannteste Künstler sind mal Dead Can Dance (bzw. Lisa Gerrard) oder In The Nursery zu nennen.

Wer es eher noch ein wenig elektronischer bevorzugt,
dem sei "Digitonal" wärmstens ans Herz gelegt,die ne sehr schöne Mischung aus TripHop/Frickelelektronik und Kammermusik machen ;)

....ansonsten,checkt DAS mal aus ;)

http://soundcloud.com/das-boy/jeff-mills-with-montpellier-philharmonic-orchestra-blue-potentia[..]

Samstag, 13.03.10 15:49
 

"sieht aus als sei die korrekte kleinschreibung von "fudder" noch nicht durchs ganze bz-imperium diffundiert"

... und das ausgerechnet von Dir *lol*.

Samstag, 13.03.10 15:58
 

ich bin der gralshüter der corporate identity

kus
Samstag, 13.03.10 16:38
 

Hier ist der Link zum BZ-Leitartikel: Klassikkonzerte - im Prinzip nicht unsexy

Donnerstag, 22.04.10 17:29
 

hm.

\\\"BZ: Im Internetforum \\\'fudder\\\' wurde kürzlich diskutiert, wie das Konzertleben künftig vonstatten gehen solle. Ausgangspunkt war die These des Kulturwissenschaftlers Martin Tröndle, dass das Konzertpublikum drastisch altere und in ein paar Jahrzehnten aussterben werde. Eine Krise? Was denken Sie darüber? [...]

LAUER: Ich habe das Buch natürlich auch gelesen und die \\\'fudder\\\'-Diskussion verfolgt. Eines muss ich allerdings als unveränderbar festhalten: Während der Darbietungen kann man nicht mit einem Drink in der Hand herumspazieren und sich mit Leuten unterhalten. Wenn jemand nicht eine halbe oder dreiviertel Stunde ruhig sein kann, dann ist dies keine Krise des Konzertlebens, sondern derjenige hat ein Problem. Über alles andere kann man reden.\\\"

(Quelle: \\\"Hotaki und Lauer zum Neustart der Freiburger Albert-Konzerte\\\", BZ, 22.04.10 - http://tinyurl.com/22nyt7x )


ABlogworkOrange hat den Kommentar am 22.04.2010 um 17:30 bearbeitet
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