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Die Weißwurst-Frage: Was bringt die Opfer-Wurst?

Seit die Weißwurst erfunden wurde, gibt es auch nördlich des nach ihr benannten Äquators verschiedenste Theorien, wie sie denn zubereitet werden soll, damit sie schmecke. Eine davon ist die Opfer-Wurst: die erste Weißwurst wird aufgeschnitten und kommt als erstes in das Wasser, auf dass sie und nicht ihre nachfolgenden Kollegen den Geschmack ans Wasser verlieren. Was da dran ist? Zwei junge Forscher haben's herausgefunden.



Die Theorie mit der Opferwurst hat eigentlich eine durchaus schlüssige Begründung: "Das Wurstwasser soll dann mit Salz und Aromen gesättigt sein, dadurch verlieren die anderen Würste nichts mehr", fasst Johannes Müller (16, im Bild rechts) den Mythos der Opferwurst zusammen. Er hat sich mit seinen Mitschülern Oliver Gerold und Esther Brommer (beide 16) an die Überprüfung dieses Gerüchtes gemacht.

Um die subjektive Geschmackswahrnehmung objektiv zu überprüfen, haben sie sich hauptsächlich den Salzgehalt der Würste vorgenommen: "Den messen wir über die Leitfähigkeit der Würste", erklärt Oliver Gerold. Die Idee dahinter: Je mehr Salz in Wasser gelöst ist – und Würste bestehen hauptsächlich aus Wasser – desto besser leitet es elektrischen Strom.




Um das genau zu messen, haben sie sich eine Apparatur zur Weißwurstscheibenleitfähigkeitsmessung gebaut. Die mit einem Eierschneider geschnittene Weißwurstscheibe kommt auf eine Kupferplatte, an der das eine Ende des Vier-Volt-Stromkreises angeschlossen ist. Auf die Scheibe kommt eine Plastikschablone mit sieben in einer Reihe angeordneten Löchern. Zur Isolierung ist um das weiße Wurstscheibchen noch ein Ring aus Styropor angebracht.

Dann geht die Messung los: Johannes Müller steckt das andere Ende des Stromkreises nacheinander in die sieben Löcher und Oliver nimmt am Computer die Messwerte für den Widerstand auf. "An den Seiten leitet die Scheibe weniger, denn dort geht das Salz ins Wasser. Deshalb nehmen wir den Mittelwert der Messungen", erläutert Oliver das Messverfahren.




Das Ganze haben sie mit mehreren Weißwürsten gemacht, die stets im gleichen Gefäß gekocht wurden – die einen mit, die anderen ohne zuvor ausgekochte "Opferwurst". Was sie rausgefunden haben, ist eine recht deutliche Widerlegung der Opferwurst-Theorie. Oder wie es Johannes ausdrückt: "Das ist eher eine Wurstverschwendung." Und Oliver ergänzt: "Wenn man es nicht weiß, schmeckt man auch keinen Unterschied zwischen Weißwürsten mit und ohne Opfer."

Womit auch geklärt wäre, was nach den vielen Versuchen mit den Wurstscheibchen passiert ist.




[Fotos: Lorenz Bockisch(2), Claus Zimmermann]





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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 3
whoever
Dienstag, 23.02.10 17:24
 

War doch klar! Um das Wasser ernsthaft zu sättigen muss man schon einen Weißwurst-Genozid begehen, d.h. mindestens 30 Würste bruzzeln und das möglichst lange.

Als Wissenschaftler muss man immer im Großen denken, liebe Nachwuchsforscher. Ergebnisse zählen, nicht der Weg dahin. Wenn ich testen möchte, ob irgendein Stoff karzinogen ist, gebe ich der Maus das 1000-fache der üblichen Dosis.

Dienstag, 23.02.10 22:02
 

Jo.

Dienstag, 23.02.10 22:22
 

weißwurst brühwürfel erfinden. vorher diesen als opfer bringen und damit das wasser sättigen. und weißwürste drin kochen. und schon ist man reich :)

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