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Noch 'ne Demo: 1000 Schüler und Studenten demonstrieren für Schulreform

Freiburger Studierende haben gestern erneut mit einer Demo auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht. Ziel des Protests von rund 1000 Demonstranten war diesmal das Regierungspräsidium für Schule und Bildung.



Mit der Aktion, die unter dem Motto "Klasse Bildung statt Klassenbildung" stand, zeigen die Studenten sich solidarisch mit dem Streik der Schüler. "Wir wollen den Schülern Mut machen und zeigen, dass unser Protest eine gesamtgesellschaftliche Sache ist", so Demoleiterin Lena (22), die an der PH Erziehung und Bildung auf Bachelor studiert.

Ziel des Protestzugs war die Übergabe der schulpolitischen Forderungen der Studierenden an das Regierungspräsidium Schule und Bildung in der Eisenbahnstraße. Unter den Forderungen sind unter anderem mehr Selbstbestimmung und Autonomie für die einzelnen Schulen, bundesweit gleichwertige Bildungsabschlüsse und eine Reform des selektiven viergliedrigen Schulsystems.



Auch wenn es diesmal nicht direkt um studentische Belange ging, waren es nach Schätzungen der Polizei an die 1000 Demonstranten, die sich zu Beginn der Demo vor dem Schwabentor versammelt hatten.

Zur Einstimmung traten die Freiburger Rapper von Qult mit einem eigens für den Bildungsstreik geschriebenen Song auf. Mit Texten wie „Wir wollen, dass die Bildung wieder frei ist, egal ob man schwarz, weiß, arm oder reich ist" trafen sie den Nerv der Demonstranten und ernteten für ihre Showeinlage großen Applaus.



Vom Schwabentor zog der Demonstrationszug durch die Salzstraße bis zum ersten Halt am Bertoldsbrunnen. In einem Redebeitrag wurden dort die bislang  von Politikern und Unileitungen geäußerten Solidaritätsbekundungen kritisiert: „Das sind Lippenbekenntnisse, auf die wir uns nicht verlassen können und dürfen“. Seine Kommilitonen forderte der Redner deshalb dazu auf, den Druck auf die Verantwortlichen weiter zu erhöhen.

Vor dem Uni-Rektorat legte der Demonstrationszug den nächsten Halt ein. Vor dem Eingang bauen einige Demonstranten eine "Bildungsmauer" aus Pappkartons auf, die sie anschließend symbolisch durchbrachen. Über Lautsprecher forderten die Studierenden von der Unileitung eine Reaktion auf die vor einer Woche an sie gerichteten Forderungen.



"Wir wollen Taten sehen", klang es im Chor über den Fahnenbergplatz. Anders als in der vergangenen Woche erschien diesmal allerdings niemand, um zu dem Protest Stellung zu nehmen. Der Demonstrationszug zog weiter über Friedrichstraße und Bismarckallee zum Regierungspräsidium Schule und Bildung in der Eisenbahnstraße.

Dort verselbstständigt sich der Protest, denn anders als von der Demoleitung geplant, stürmten einige Demonstranten in das Foyer des Präsidiums. Die Demoleitung erklärte infolgedessen die Demonstration offiziell für beendet.

Das Regierungspräsidium schickte dennoch einen Sprecher zu der vor dem Gebäude versammelten Menge. Er erklärte, dass das Präsidium zur Diskussion bereit sei, machte aber zum Missfallen der Studenten gleich deutlich, dass nicht alle ihre Forderungen erfüllbar seien.

Auf dem Weg zum KG II war schließlich nur noch der harte Kern des Protestzuges übrig. Der Lautsprecherwagen war bereits abgezogen und auch ein großer Teil der durchgefrorenen Demonstranten hatte sich bereits auf den Heimweg gemacht.



In den kommenden Tagen stehen sowohl an der Uni als auch an der PH weitere Veranstaltungen des Alternativen Vorlesungsverzeichnisses auf dem Plan. Durch die nahenden Feiertage stehen die Studierenden allerdings ein wenig unter Zeitdruck. Denn wenn der Protest sich über Weihnachten nicht verlaufen soll, sollten bald auch konkrete Erfolge erzielt werden.

Demoleiterin Lena zeigte sich zu Beginn der Demo vorsichtig optimistisch: "Wir sind in einer guten Position angesichts der Lage in ganz Deutschland." Sie hoffe, dass der Protest durch kleine Erfolgserlebnisse eine Dynamik beibehält, durch die er sich selbst weiter trägt."






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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 7
Donnerstag, 03.12.09 13:04
 

wer Hammer war das Polizeiaufgebot. Was das kostet:( Das Geld sollte die Stadt in die Schulen anstatt in die Polizei hängen !

Donnerstag, 03.12.09 14:53
 

Polizeiaufgebot fand ich für Freiburger Verhältnisse eher total harmlos. Aber anscheinend geht die Polizei immer mehr gegen Beteiligte der Demonstrationen vor und wirft ihnen jetzt schon Landfriedensbruch vor (Pressemitteilung der PH-Freiburg):
http://ph-freiburg.com/fileadmin/PM_UStA_PH_Freiburg_03_12_09.pdf
Echt lächerlich. Die sollen lieber mal Verbrecher fangen spielen, oder wieder Fahrradfahrende ohne Licht belästigen (Scheeeerz).

Donnerstag, 03.12.09 16:46
 

Am 5.Dezember 2009 organisieren Aktion Bleiberecht und andere Gruppen eine angemeldete Demonstration für Bleiberecht. Treffpunkt ist am Samstag, den 5. Dezember 09, um 13.00 Uhr in Freiburg an der Johanneskirche gegenüber der Ausländerbehörde.

Bericht auf Arte "Zoom Europa" zum Thema mit Familie aus Freiburg:

http://plus7.arte.tv/de/1697660 ,CmC=2959232,scheduleId=2928534.html

ab ca. Minute 30

Anschauen, Weitersagen, Kommen

Donnerstag, 03.12.09 23:12
 

langsam nervts nur noch. die "berufsrevoluzzer" haben sichs im audimax schön eingerichtet, mit volksküche, kaffeemaschine und security-dienst am wochenende. es schwingen immer mehr politische allgemeinplätze durch und die ohnehin von anfang an protzentual eher geringe solidarität der nicht-streikenden mitstudierenden schwindet zusehens.

ich persönlich wünsche mir eine räumung. dann können diejenigen, die die berechtigten proteste am bildungssystem für ihre politischen dogmatismen missbrauchen wieder zurück in die kts gehen und die übrigen studenten können effektiver und sinnvoller für ihre anliegen kämpfen.

Freitag, 04.12.09 00:36
 

@doppelhorst:
Wie soll denn deiner Meinung nach das effektivere und sinnvollere für die Anliegen kämpfen aussehen?

Freitag, 04.12.09 14:35
 

kreativ sein! statt durch stillstand mit witz und guter öffentlichkeitsarbeit glänzen. die gesamte besetzung schadet doch mittlerweile mehr als sie nützt. anstatt die möglichkeiten des netzes zu nutzen und die anliegen durch eher "guerilla-artige" aktionen zu verbreiten, sitzt man im audimax die zeit ab, verfasst hier und da mal solidaritätsbekundungen oder verliert sich in AKs in irgendwelchen details.

es gibt noch diverse andere formen des zivilen ungehorsams und vor allem die PR dieser besetzung ist unter aller kanone.

dann lieber in regelmäßigen abständen kurz vor feierabend das rektorat blockieren, unterschriften sammeln, dem MdB unseres wahlkreises ständig auf den sack gehen, eine flut von anträgen/petitionen einbringen, wo immer man als bürger/student die möglichkeit dazu hat. flashmobs, mahnwachen, leserbriefe, web 2.0, alle kanäle nutzen, mit guten und durchdachten flugblättern nochmal auf die kommilitonen zu gehen und und und...

durch die besetzung wird viel zu viel kraft sinnlos verschlissen und darüberhinaus wird die jetzige situation viel zu sehr von kräften und politischen strömungen okkupiert, die nicht nur mich sondern auch andere an der ehrhaftigkeit dieser "veranstaltung" zweifeln lassen.

Freitag, 04.12.09 18:48
 

@ doppelhorst

du hast ja brauchbare ideen, ich hoffe du hast dich bisher auch in IRGENDEINER form eingebracht und bist hier nicht nur online am vorschläge machen.

tatsache ist, dass durch die besetzungen ERSTMALS über mehrere wochen hinweg in deutschlandweiten medien über die probleme berichtet wird.
ps:
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0 ,1518,665039,00.html

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