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Kommando Rhino verstärkt Vaubanbesetzer

Auf dem besetzten M1-Gelände im Vauban wird es langsam spannend: Bis heute hat der Investor Zeit, die nötigen Unterlagen für den Kauf des Platzes bei der Stadt einzureichen. Währenddessen bekommen die "Unräumbaren" PS-kräftige Unterstützung.

Kommando Rhino Vauban

Heute läuft die Frist ab: Bis zum 31. Juli muss Investor Michael Schröder, der auf dem Gelände M1 am Eingang des Quartiers Vauban das sogenannte Green Business Center bauen lassen will, einen bankbestätigten Finanzierungsnachweis für das Bauvorhaben bei der Stadt vorlegen. Erst dann wird die Stadt aktiv und gegebenenfalls einen Notartermin vereinbaren, um das Grundstück M1 an Schröder zu verkaufen.

Heute Nachmittag lag im Rathaus noch kein entsprechender Finanzierungsnachweis vor. Für die Menschen, die das M1 seit Anfang Mai besetzen, ist dies eine gute Nachricht.

Kommando Rhino Vauban

Wie berichtet, stehen sie dem Bauvorhaben ablehnend gegenüber. Vielmehr wünschen sie sich Raum für ein alternatives Lebenskonzept, in dem es "nicht um Zahlen und Geldmachen" geht, sondern um Austausch, Kultur, Gemüsebeete, Selbstbestimmung und experimentelle Wohnformen.

Seit gestern haben die "Unräumbaren", die im Plenum gut 30 Leute zählen, Verstärkung bekommen vom Wagenkollektiv Kommando Rhino, Mercedes-Wohnbusse der 407er und 507er-Baureihe. Die Wagenlenker erweisen sich als freundliche Gesprächspartner: Eli (22), studiert in Freiburg Soziale Arbeit. Jens (28), arbeitet auf dem Münstermarkt und schreibt nebenher seine Magisterarbeit in Soziologie.

Kommando Rhino Vauban

Die beiden nutzen das besetzte M1-Gelände, um darauf aufmerksam zu machen, wie wenige Wagenplätze es in Freiburg gibt. "Natürlich ist M1 selbst als Wagenplatz ungeeignet", sagt Jens. "Schotter als Untergrund, Lärm von allen Seiten. Außerdem werden wir von der VAG videoüberwacht."

Ein Wunschplatz wäre für Eli und Jens der Fahnenmastplatz an der Ecke Merzhauserstraße / Wiesentalstraße. "Aber von dort wurden ja bereits die Schattenparker vertrieben", sagt Eli. Drei Monate lang hätte die Polizei die Wagen der Schattenparker beschlagnahmt. "Da bekommst du schon Angst um dein Zuhause", sagt Eli.

Kommando Rhino Vauban

Der Name des Kollektivs bezieht sich übrigens auf das 2007
geräumte Wohnprojekt „Rhino“ in Genf. Einer der für die Räumung Verantwortlichen war der besagte Michael Schröder, der auch jetzt wieder den Bau des "Green Business Center" plant. Die Besetzer freilich sehen in dem Bauvorhaben einen "Betonklotz mit grünem Öko-Image."

Kommando Rhino Vauban

Eli, Jens und die anderen werden abwarten. Wer weiß, vielleicht platzt ja der Deal und niemand wird sie demnächst von M1 vertreiben wollen. Doch es könnte auch sein, dass nächste Woche schon eine Räumungsklage am Scheibenwischer hängt, die Polizei kommt und sagt: "Bitte verlassen Sie den Platz in den nächsten zwei Stunden und nehmen Sie alles mit, was hier rumsteht." Man werde sehen, sagt Jens. "Die Bagger zu boykottieren - auch das wäre eine Option."

Kommando Rhino Vauban



 
   




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 19
Freitag, 31.07.09 17:07
 

Scheiße, selbst Wagenburgler sind mit 28 mit dem Studium fertig.

Freitag, 31.07.09 17:42
 

das eine hat ja, wie du ja schon selbst festtellst mit dem anderen nix, zu tun... ;-)

Freitag, 31.07.09 17:43
 

aaahhhh mist tipfehler!

Freitag, 31.07.09 19:32
 

Aufrüstung war in diesen Kreisen mal ziemlich verpönt...

Freitag, 31.07.09 19:38
 

@ Peter
Hinkender Vergleich der schon Richtung Amputation tendiert? Ja.

Sonntag, 02.08.09 15:26
 

Was hat man sich denn unter "experimentellen Wohnformen" vorzustellen?

Sonntag, 02.08.09 16:43
 

@grüneskraut

von hinken kann bei deinem vergleich ja wirklich keine rede sein - eher von unrund rollend weil der eine reifen vom rollstuhl platt ist - kann da wuchel nur zustimmen und nachquatschen.


hallo? wer hat denn das gewaltmonopol?

Sonntag, 02.08.09 21:10
 

Karti:
experimentelle Wohnformen sind, meiner Auffasung nach, Arten zu wohnen, denen allen gemein ist, dass sie nicht darauf beruhen, dass Miete an VermieterInnen bezahlt wird und eine festgelegte Zahl von Menschen in der Wohnmöglichkeit leben.

Zum Beispiel: Ein Haus oder ein Gelände steht leer und wird nicht genutzt. Eine Gruppe von Menschen sucht eine Bleibe und sie Beziehen das Haus oder den Platz mit Betten, Schränken und Fernsehern oder eben ihren Wagen.
Dort überlegen sie sich, wie sie leben wollen und was sie, außer es zu Bewohnen, noch mit dem Gelände anfangen wollen.
Da kann es passieren, dass diese Leute beschließen, dass es in ihrer Gegend zu wenige Kinos mit guten Filmen gibt, Leute mit wenig Geld keine Räumlichkeiten haben, in denen sie gemeinsam mit anderen Essen können und diejenigen, die mit Behörden zu tun haben, einfach nicht die passende Unterstützung bekommen.
Also entsteht neben den Schlaf- und Essplätzen für die BewohnerInnen ein kleines Kino, eine VoKü oder ein Info-Laden.

Das ist alles sehr nett und bereichert ein Stadtbild um vieles, was ihm vielleicht fehlt. Allerdings sehen viele Menschen in den Parlamenten das anders und Gebäude oder Plätze, die nicht genutzt werden bleiben Leer oder werden für Projekte freigegeben, die in mancherleute Augen nicht viel Sinn machen, wie zum Beispiel das Green Business Center.

Andere Beispiele für Versuche von Experimentellem Leben ist vielleicht die KTS oder die freie Antonia, die sich jedoch nicht durchsetzen konnte.
http://freieantonia.blogsport.de/

Sonntag, 02.08.09 21:58
 

*schnarchwech*

Sonntag, 02.08.09 22:57
 

@ Hannes mPUNKT: Ist mir ja alles nicht unsympathisch, aber sonderlich experimentell ist das ja nun auch wieder nicht. Ich dachte da kommt jetzt was wie "Wir tauschen wild die Kinder untereinander, die dann die Erwachsenen erziehen und alle wohnen zusammen in einem Baumstamm." Was Du beschreibst sind doch eher recht konventionelle Wohn- und Lebensformen, nur eben etwas weniger komerziell.

Montag, 03.08.09 02:03
 

hmm.. kann auch sein, das ich mich bei meinem Geschreibesel ein wenig in die "ich schwärme mal von den Alternativen"-Richtung vergalopiert habe.
Ich glaube, dass jene, die frei leben mit ihrer Forderung nach "experimentellen Wohnformen" einfach ungeformte Räume wollen, die es sowohl ermöglichen, ohne eigenes Geld zu kochen, als auch in Trommelkreisen Lieder von Blumen und Sonnenaufgängen zu singen.
Und wie du selbst sagtest ist auch daran nichts besnoders Spektakuläres... Beschreibungen für ein freies Leben sind, wie ihr vielleicht lesen konntet gern ein wenig aufgeblasen
http://pix.sueddeutsche.de/computer/644/451358/180x180_wtIOVLLmLJ.jpeg

Montag, 03.08.09 08:24
 

Wenn die Umweltzone in Freiburg kommt verschwinden die Schrottkisten eh aus dem Stadtbild.

Montag, 03.08.09 09:38
 

@ag999

Wenn die Umweltzone in Freiburg kommt verschwindet dein Schrotthirn eh aus dem Stadtbild.

Montag, 03.08.09 14:13
 

Wieso nehmen Menschen, deren Wohnungen ca. 10 Liter Altöl am Tag verlieren und einen Schadstoffausstoß wie ein Braunkohlekraftwerk haben das Wort "Öko-Image" in den Mund?
Und wieso besetzen sie was, wenn sie da garnicht sein wollen? Wegen der Aufmerksamkeit? Gäääähn. Die Volksfront von Judäa wollte heute mittag noch dazustoßen glaube ich.

Montag, 03.08.09 15:53
 

Vielleicht, weil du, wenn sie es nicht täten, frei wärst von Vorurteilen, Unwissenheit und Missgunst und dich in einem Zustand völliger Harmonie schliesslich selbst auflösen würdest?

Mittwoch, 05.08.09 12:53
 

danke wuschel - der war super :-) !!

Mittwoch, 05.08.09 13:09
 

@wuschel

was warscheinlich auch kein fehler wäre - hi hi hi

Name
Dienstag, 17.11.09 14:56
 

wie sieht eigentlich der veranstaltungsplan für dezember aus??? wann ist eigentlich kinderpunschtrinken aufm weihnachtsmarkt angesagt???

Donnerstag, 29.07.10 18:10
 

"Wenn die Umweltzone in Freiburg kommt verschwinden die Schrottkisten eh aus dem Stadtbild."

Nein, weil sie dann ja garnicht mehr (raus)fahren dürfen

"Wieso nehmen Menschen, deren Wohnungen ca. 10 Liter Altöl am Tag verlieren und einen Schadstoffausstoß wie ein Braunkohlekraftwerk haben...."

Ach, ich glaube woanders geht gerade noch viel mehr Öl verloren, und den Schadstoffausstoss haben sie ja auch nur wenn sie gezwungen werden zu fahren, was sie ja eigentlich garnicht wollen - wenn ich das richtig verstanden habe.




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