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Ergebnisse der Alkohol-Umfrage: Fünf Halbe pro Abend

"Wie häufig trinken Sie Alkohol, wenn Sie abends in der Innenstadt unterwegs sind?" Diese und 14 weitere Fragen wurden 308 Jugendliche in der Nacht auf den 1. Mai in der Freiburger Innenstadt gestellt. Wissen wollten das 23 geschulte Interviewer, die im Auftrag der Stadt auf Freiburgs Straßen unterwegs waren. Es war bundesweit die erste Umfrage dieser Art. Gestern wurden die Ergebnisse vorgestellt.



Jugendliche in Freiburg trinken beim Ausgehen zu viel Alkohol. Zu diesem Schluß kam gestern Dr. Michael Berner von der Universitätsklinik für Psychiatrie, als der Arbeitskreis Suchthilfe Freiburg gestern die Ergebnisse der Streettalk-Umfrage aus der Nacht auf den ersten Mai vorstellte.

308 Personen im Alter von 15 bis 65 wurden an diesem Abend in der Innenstadt und im Bermudadreieck befragt. Rund 93% der Befragten trinken manchmal, häufig oder immer Alkohol wenn sie abends weggehen. Dabei ist die  konsumierte Alkoholmenge hoch: 137g im Durchschnitt, das entspricht etwa 5 halben Bier. Männer trinken mehr als Frauen, Jüngere mehr als Ältere. Den meisten Alkohol konsumieren junge Männer zwischen 15 und 20 Jahren. Auch der Bildungsstand beeinflusst den Alkoholkonsum: weniger Bildung - mehr Alkohol.

Zum Ausgehritual Jugendlicher gehört das Vorglühen, also das Trinken von Alkohol Zuhause, bevor es in die Stadt geht. Rund 50 Prozent der Befragten trinken vor dem Ausgehen,  bei den 15- bis 17-jährigen sind es sogar zwei Drittel. Die Gruppe der „Vorglüher“ ist dann auch die, welche insgesamt deutlich mehr Alkohol trinkt, als die übrigen Befragten. Somit ist, nach Ansicht des Arbeitskreis Suchthilfe Freiburg erwiesen, dass das eigentliche Problem in den eigenen vier Wänden beginnt und in der Innenstadt nur noch der Tropfen dazu kommt, der das "Faß zum Überlaufen" bringt.

Auf die Frage, „Warum trinken Sie Alkohol?“ antworteten die meisten Befragten mit "Spaß".  Und wie weit geht dieser Spaß? Jeder fünfte Befragte war im vergangenen Jahr mindestens ein Mal zu betrunken, um laufen zu können.

Alkohol und Spaß ist die eine Sache. Alkohol und Gewalt eine andere. 29 Prozent der Männer waren im vergangenen Jahr in mindestens eine Schlägerei verwickelt. Bei 90 Prozent aller Schlägereien war Alkohol im Spiel. Bei den "Schlägern" war der Alkoholkonsum auch allgemein deutlich höher. Überraschend: Nur bei der Hälfte der Schlägereien kam die Polizei dazu.



Als besonders alarmierend bewertet der Arbeitskreis das Ergebnis der Fragen zum Suchtverhalten (Beispiel: "Ich habe mir überlegt wie ich meinen Alkoholkonsum reduzieren könnte"). Wenn eine dieser vier Fragen mit Ja beantworten wurde, bestehe eine mögliche Abhängigkeitserkrankung. Die Hälfte der Befragten bejahten mindestens eine Frage, bei den 15-17 Jährigen waren es sogar 68%.

Die Interviewer berichteten, dass sie bei der Durchführung der Umfrage auf eine große Bereitschaft bei den Jugendlichen gestoßen seien, an der Umfrage teilzunehmen. Es sei spürbar gewesen, dass die Jugendlichen über das Thema sprechen wollten, und selbst Handlungsbedarf empfinden würden. Das zeigt sich auch in den Aussagen der Befragten zum Alkoholverbot: nur ein Drittel der Befragten forderten dessen Abschaffung.

Die Schlußverfolgerung des Arbeitskreis aus all diesen Zahlen: zu viele Jugendliche besaufen sich; Freiburg braucht eine kommunale Alkoholpolitik.

Und sein Konzept für eine solche kommunale Alkohol- und Gewaltpräventionspolitik stellte der Arbeitskreis gleich vor. Es beruht vor allem auf Prävention, Aufklärung, Information, Mitmachaktionen und mehr Präsenz in der Innenstadt durch professionelle und geschulte Ehrenamtliche. Zudem sei ein runder Tisch nötig an dem sich Menschen aus allen betroffenen Bereichen, wie Politik, Gastronomie, Polizei, Verwaltung und Schule, zusammen setzten.

Ob das Konzept, welches rund 5 500 Euro im Monaten kosten soll, umgesetzt wird, liegt jetzt an der Stadt.



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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 33
zonk
Donnerstag, 10.07.08 17:07
 

darauf ein kühles blondes...
komme gerade ohne Bildung vom Bau und scheiss mir jetzt 6 Halbe in den Kopf. Danach gehts in die Stadt um das Fass überlaufen zu lassen. Ja und dann hau ich einfach ma n bischen zu.

der Schecker
Donnerstag, 10.07.08 17:12
 

da wären 5.500 EURO aber mal sehr gut angelegt . .

@zonk
Donnerstag, 10.07.08 17:13
 

You made my day :D

Totale Prohibition
Donnerstag, 10.07.08 17:16
 

Unsere amerikanischen Freunde sind wie immer vorbildhaft: Alkoholkauf erst mit 21 Jahren und kein Konsum in der Öffentlichkeit zur nachhaltigen Verhinderung von Gewaltkriminalität!

LEGOsteniker
Donnerstag, 10.07.08 17:20
 

Alkohol, Drogen, Nikotin ....

fudder.de das Lasterportal für Freiburg und Regio :) :) :)

Grübler
Donnerstag, 10.07.08 18:43
 

Nachdem in letzter Zeit vor allem hinsichtlich Alkohol-, Drogen-Problematik immer wieder mit Prozentzahlen, Umfragedaten usw. um sich geworfen wird, hätte ich folgenden Vorschlag, liebe Fudder-Redaktion: sucht doch (ähnlich wie beim Faktencheck von Hart aber Fair) mal einen/eine Soziologin, Ethnologin, Psychologin, eventuell auch Politologin, die oder der mal klärt, welche Probleme solche Umfragen und auch bestimmte Auswertungen und Schlussfolgerungen haben. So gibt es vor allem bei face-to-face-Befragungen insbesondere zu Drogenproblemen oft den sogenannten Effekt der sozialen Erwünschtheit, der den Interviewten so antworten lässt, wie er glaubt, dass es gesellschaftlich erwünscht sei. Damit würde der Befund "Auch der Bildungsstand beeinflusst den Alkoholkonsum: weniger Bildung - mehr Alkohol." auch umgedeutet werden können in: "Auch der Bildungsstand beeinflusst das Antwortverhalten: mehr Bildung, mehr Bedenken den wahren Alk-Konsum vor dem Interviewer zuzugeben, damit geringe Angaben".

Ich fänd so einen Gegencheck echt gut und er würde, glaube ich, gut geschrieben auch manches Missverständnis in der Blog-Diskussion aufklären.

kartoffelmann
Donnerstag, 10.07.08 20:44
 

Die bescheuerten Kids, die jedes Wochenende durch die Stadt grölen, sich dann prügeln und schließlich die Straßen vollkotzen, sind keine statistische Manipulation. Man kann sie überall sehen!

Nächstes Jahr wird wegen denen auch der Alkoholverkauf in Tankstellen verboten (siehe BZ von heute), damit geht wieder eine Ära vorbei und meine Freiheit wird ein weiteres Stück eingeschränkt.

Bis man garnix mehr darf, wie in England schon schön zu sehen.

Macht nur weiter so.

Peter_Silie
Donnerstag, 10.07.08 20:57
 

Prügeln würde ja noch gehen.

Ich finds schlimm das da jeder zweite ein Messer trägt, der da vielleicht gerademal 13 Jahre alt ist.

Das war früher anders. Als ich jung war. Wann war das doch noch gleich .....

ralf
Donnerstag, 10.07.08 21:04
 

die stadt bleibt eh dudu !

Biber
Donnerstag, 10.07.08 23:22
 

@ totale Prohibition

"Unsere amerikanischen Freunde sind wie immer vorbildhaft"

Ja wirklich !

Todesstrafe schon für Halbwüchsige und für Geistesschwache
Sterben für "Uncle Sam" schon mit 18.

Liste liesse sich bis weit über den unteren Bildschirmrand fortsetzen...

die macht der minderheit
Donnerstag, 10.07.08 23:32
 

leider immer dasselbe: ein paar idioten saufen wie die irren und können sich nicht benehmen: alkverbot für die innenstadt.
ein paar pubertäre randalieren nachts ander tanke: kein alk mehr dort.
böller-verbot war auch schon angedacht.
vielleicht würden ja härtere strafen gegen die missetäter helfen, um dem friedlichen großteil weiter seine freiheiten geben zu können.

Jimbo
Freitag, 11.07.08 02:43
 

Jaja, die Machthaber präsentieren auch gleich ein Konzept, was den Betroffenen Bevölkerungsgruppen noch mehr sozialen Druck auferlegt. Würde mich nicht wundern, wenn das Konzept schon vor der Umfrage in der Tasche war: alles in die achso heilen "geordneten" Bahnen durch ominöse nebülöse "Prävention" und "Aufklärung" ("sei nicht doof: wenn du säufst du auch bald schlagend durch die gegend läufst"). Anstatt mal in den Spiegel zu kucken und zu reflektieren an welcher Stelle man steht. Mal kritisch hinterfragen, daß diese Umfrage absichtlich nicht zum Ziel hatte die Gründe für das gefühlte Ansteigen jugendlichen Alkoholkonsums und Gewalt zu eruieren. Und wer über etwas Bildung verfügt: die Umfrage war nicht repräsentativ. Für Euch Politiker verständlich: Wissenschaftlich nix wert. Aber kann man ja auch nicht erwarten, Hauptsache mal paar Pressemeldungen und Primborium rausgehauen und sich den Anstrich der wissenschaftlichen Fundiertheit geben. Wer Hartz4, Lehrstellenmangel, Entfremdung und Perspektivlosigkeit verantwortet, sich mehr der Partei als der Demokratie verantwortlich fühlt, dem sind die Gründe für deren Folgevorgänge auch scheißegal, weil einen die Menschen nicht interessieren, sondern nur, daß Störungen beseitigt werden. Weil hachjö Wählerstimmen und so. Dazu passt, daß sich einige Machthaber von in den staatlichen Medien haben inszenieren lassen (Live-Sendung des SWR vorm Burger King etc.) wobei die öffentliche Meinung durch den SWR unterdrückt wurde.
Demokratie, was soll das sein?

der Schecker
Freitag, 11.07.08 09:24
 

@ Jimbo

also Deine Opfer-Nummer geht mir gehörig auf die Nerven!
1.) Schon mal was von Gruppenzwang gehört
2.) Ich kenne Leute, die kreieren den ganzen Tag Ihre eigene Welt und saufen nicht!!!
3.) Die eigentliche Frage ist doch: was machst Du mit Deinen Talenten??!!
4.) Alkohol = Flucht = Angst

Hinterfager
Freitag, 11.07.08 10:11
 

Ich bin genau der Meinung vom Grübler.

Wenn man sich die sache mal genauer ansieht kann man genau erkennen das diese Umfrage nur darauf rauslaufen soll dieses Bild der heutigen Jugend zu projetzieren. Saufen sich jedes Wochenende den Kragen ab, prügeln sich..... . Des ist doch lächerlich

Geht man nach Berlin Kreuzberg kann man auch eine Umfrage machen von wegen: 80% leben von Hartz 4 (ich habe keine ahnung is nur erfunden). Das mag ja dann für Kreuzberg stimmen kann aber nicht auf ganz Berlin bezogen werden. Und genauso ist es auch hier: Gehste nach Kreuzberg findeste Arbeitslose. Gehste am Wochenende in die innenstadt dann saufen da halt die Jugendlichen.

Deswegen jetzt aber im ganzen Raum Freiburg (also umgebung) ein Alkoholverkaufsverbot (an Tankstellen) zu verhängen ist doch unbegründet! Man muss bei masnahmen vor ort bleiben! Wie mit dem Bermuda Dreick.

Man muss soetwas gezielt bekämpfen und nicht einfach nen Flächenbombardemant losschiken.


Vorallem ist es ja dreist! Es ist echt dreist! Wenn man diesen Jugendlichen die Fragen so in den Mund legt da sie auch ja die richtige antwort geben.

Stelle sich einer vor man wird gefragt: Ham sie sich schon mal darüber gedanken gemacht ob ihr Alkoholkonsum zu hoch war/ist?

Naja wer hat sich das nach ner durchzechten nacht noch nicht gefragt? Deswegen aber gelcih von einer Abhänikkeitserkrankung zu reden.....

moskito
Freitag, 11.07.08 10:16
 

Ich bin noch in Zeiten groß geworden als es noch (!) keinen Alk in Tankstellen gab, und wenn, dann waren die ab 21 Uhr geschlossen. Und was tat Gott, wir sind trotzdem groß geworden und haben unsere Sauferfahrungen gemacht!

Andrés
Freitag, 11.07.08 10:29
 

ich kann jimbo in all seinen ausführungen uneingeschränkt zustimmen.

@schecker: "4.) Alkohol = Flucht = Angst"
so ein blödsinn. zumindest solange es du so generalisierend ausdrückst.
jetzt fehlt eigentlich nur noch einer, der ankommt und erzählt, dass alkohol böse ist, weils der prophet gesagt hat.

zum artikel:
"Rund 93% der Befragten trinken manchmal, häufig oder immer Alkohol wenn sie abends weggehen."
soll das jetzt schlimm sein?
abgesehen davon sind die ergebnisse kaum verwunderlich, wenn man bedenkt, dass nachts leute in einem kneipenviertel befragt wurden. haben die etwa gedacht, dass 50% oder mehr der kneipenbesucher wasser oder karottensaft bestellen?

137g alkohol trinkt der kneipengeher im bermudadreieck im durchschnitt. schlimme jugend!
wieviel gramm alkohol trinkt denn bitte der gesetzte, verdiente freiburger bürger im ehrbaren alter so in weinschorle und vierteles? so eine umfrage sollen die mal im gemeinderat, im bürgerverein freiburg mooswald, auf dem freiburger weinfest oder beim neujahrs empfang der cdu machen.

Jimbo
Freitag, 11.07.08 10:42
 

"der Schecker" zeigt ein verdächtiges Interesse an meiner Person. M.a.W.: keines an der Sache.

deleted_
Freitag, 11.07.08 13:47
 

anndrés bringt es auf den punkt.

deleted_
Freitag, 11.07.08 13:47
 

*andrés ^^

Andrés
Freitag, 11.07.08 13:48
 

der schreiber des bz (online) artikels

http://badische-zeitung.de/freiburg-acht-halbe-in-der-city-normal

schreibt sogar, dass der studie nach der männliche bermudadreieckbesucher im durchschnitt 8 halbe bier pro we-abend trinkt. (frauen 4)

8 halbe im durchschnitt? das glaub ich ja im leben nicht!
demnach müsste im durchschnitt auch jeder 3 promille haben und kaum noch jemadn in der lage sein auf 2 beinen zu stehen.

gut, da es ein durchschnittswert ist gibts etliche, die weniger trinken, aber dann gäbe es auch etliche die im gegenzug zb 16 halbe pro abend trinken müssten, um auf den durchschnittswert zu kommen.

da haben wohl einige der befragten den befragern ein paar räuberpistolen aufgetischt, was ihr eigenes schluckpotential angeht.

diese "studie" ist totaler schrott! für den mülleimer.

svw: szene

Skeptiker
Freitag, 11.07.08 14:35
 

Es macht schon arg misstrauisch, wenn das Ergebnis dieser Studie genau jetzt auf den Markt kommt und dann auch noch so eindeutig sein soll.
Da wäre nicht nur die Methodik anzuzweifeln (guter Hinweis oben zum Antwortverhalten, der Gedanke "Angeber" kam mir bei den angeblich 4 Litern Bier auch), sondern auch an gewisse ethische Standards zu erinnern: keine maßgeschneiderten Studien auf Bestellung (hier des Arbeitskreises Suchthilfe), kein Verzicht auf wissenschaftliche Redlichkeit um des guten Zwecks willen (auch wenn er so unterstützenswert ist wie verstärkte Alkoholpräventionsarbeit). Um nicht von Schlimmerem auszugehen muss man hoffen, dass den Beteiligten ihr Beitrag zur Rechtfertigung wirklich illiberaler Politik nicht bewusst war.

BüB
Freitag, 11.07.08 14:42
 

Andres und Jimbo kann man da nur rechtgeben, eine den Alkohol betreffende Umfrage in nem Kneipenviertel. Das ist ungefähr so als würde man ne Umfrage über Drogenkonsum im Colombikäfig veranstalten und das auf ganz Freiburg projezieren. Wobei wär ja ne geile Schlagzeile: "100 Prozent der Freiburger Bürger sind heroinabhängig"!
Ach ja und was mich noch wundert ist die Tatsache wieso nur 93 Prozent angegeben haben "manchmal, häufig oder immer" Alkohol zu trinken wenn sie abends weggehen. Das bedeutet ja das 7 Prozent der Freiburger abstinent lebt. Ich mein wer trinkt nicht "manchmal" Alkohol wenn er abends unterwegs ist.

Mal genau hinschauen!
Freitag, 11.07.08 16:48
 

Das sind ja tolle Uni-Wissenschaftler: was soll denn beweisen, dass der mitgebrachte Alkohol andere Wirkungen hat als der, den man zu Hause oder in der Kneipe trinkt? Findet da beim Eingang nach Bermuda eine Art misteriöse Wandlung statt?

Was die Studie auch nicht berücksichtigt: in Freiburg wird nicht erst verboten, sturz betrunken zu sein, es genügt schon der erste Schluck Bier oder Wein. Es genügt sogar schon das Mitsichführen in der Absicht zu trinken! Wo soll da der Zusammenhang zur Gewalt sein?

Kontrabass
Freitag, 11.07.08 17:09
 

Die Qualität der Studie mag anfechtbar sein. Dass von vielen Jugendlichen zu viel und immer früher Alkoholisches getrunken und immer mehr der Rausch gesucht wird, ist wissenschaftlich in vielen Industrieländern, auch in Deutschland, unbestritten. Die in Freiburg angepeilten Präventionsmassnahmen, wie sie hier erwähnt werden, gehören aber zur Kategorie Alibiübung. Sie werden kaum eine Verbesserung bewirken. Solange die Erwachsenengesellschaft und die Eltern im Besonderen ein derart schlechtes Beispiel geben, ist von der Jugend keine Kehrtwende zu erwarten. Nicht der Alkoholkonsum der Jugend müsste angepeilt werden, sondern der der Gesamtbevölkerung. Dazu gibt es bekannte wirksame Massnahmen: Preisgestaltung, Einschränkung der Erhältlichkeit, Mindestalter erhöhen und durchsetzen, Promillegrenze, Werbeeinschränkungen. Da alles auf einen Konsum-, d.h. Verkaufsrückgang hinzielt, sind diese Massnahmen bei den Politikern nicht beliebt, solange sie sich nicht einig sind und sie gemeinsam durchsetzen können. Wirtschaftliche Interessen gelten eben noch mehr als die Volksgesundheit, die Sicherheit und die Zukunft unserer Jugend.

locker bleiben...
Samstag, 12.07.08 12:24
 

glaube niemals einer statistik oder umfrage, die du nicht selbst gefälscht hast....

Phil
Samstag, 12.07.08 12:59
 

Sorry, aber die Leute der Stadt Freiburg, die sich neue Regeln ausdenken, bieten auch einfach eine herrliche Unterhaltungsshow. Wen interessier schon ein Alkoholverbot in der Innenstadt, wenn man eine Ecke weiter trinken darf und dann halt besoffen in die Verbotszone wandert? Die meisten ziehen doch schon besoffen los, oder trinken sich schön einen im Bus an (da ist das ja angeblich auch verboten, schade nur dass die meisten Bus-und Bahnfahrer sich garnicht trauen eine Gruppe Jugendliche davon abzuhalten).

Mein Vorschlag: Die Polizeibeamten die am Wochenende dumm vorm Martinstor rumstehen, lieber in die Busse und Bahnen setzen, damit da für Ordnung gesorgt ist und man sich da sicher fühlen kann. Dann würden viele Jugendliche schon vorher gebremst werden, oder einfach Heim geschickt.

Im Übrigen finde ich es seltsam dass zur Zeit so ein Geschrei um den Alkoholkonsum gemacht wird, haben scih die Leute mit 16 vor 10 Jahren etwa noch nicht abends besoffen? Oder sind da nicht auch regelmäßig welche in der Ausnüchterungszelle gelandet? Aber sicher doch!

robocop
Samstag, 12.07.08 17:18
 

die neo-rechten GrünwählerInnen werden eh alles verbieten!

Sebastian Müller
Samstag, 12.07.08 23:33
 

Also,
mann muß sich schon wundern mit wieviel Häme, Haß und Unkenntniss hier Diskutier wird. Endlich einmal haben hier seriöse Wissenschaftler von der Uniklinik und in der Drogenhilfe tätige Fachpersonen, unabhängig von der Polizei und der Stadt eine Untersuchung durchgeführt um überhaupt mal eine Aussage machen zu können was da im Bermudadreieck eigentlich passiert und wer sich da aufhält.

Dabei kommt folgendes heraus:
* gefragt wurden rund 562 Personen, davon hatten die 15 -17 Jährigen im Durchschnitt 150g Alk intus, die 18 - 20 Jährigen 122g, die 21 - 27 79g un ddie über 27 Jährigen 45g intus. Alleine das ist schon eine erschreckende Statistik weil die unter 18 Jährigen ja dem Jugendschutz unterliegen.
* Weiterhin scheint wohl Bildung gegen exzessives Saufen zu immunisieren.
* Männer trinken signifikant mehr als die Frauen.
* rund hie Hälfte der Befragten ist gefährdet Alkoholabhängig zu sein!
* 11 % der Männer war schon an einer Schlägrei in Kneipe, 30% der Männer auf Strasse beteiligt
* 30% der Männer waren schonmal zu betrunken um zu laufen
* 24% der Frauen wurden schonmal sexuell belästigt!
* diejenigen welche Angaben an einer Schlägerei beteiligt gewesen zu sein waren signifikant betrunkten (215g Alk) als dieniigen die noch nie an einer beteiligt waren (79g Alk)
* die Mehrheit befürwortet das Verbot

Diese Beobachtungen decken sich auch mit denen meiner Hausarbeit:
http://sbamueller.wordpress.com/2008/07/12/
hausarbeit-kom…en-in-freiburghausarbeit-komasaufen-in[..] ist jetzt neben einer Verlängerung als weitere Präventionsmaßnahmen gedacht:
* Die Verwaltung stellt bis Jahresende 35.000 Euro für Präventionsprojete zur Verfügung.
* Einrichtung einer kommunalen Alkoholpräventionsstrategie aus Suchthilfe, Wirten, Polizei, Schulen, Verwaltung, Freien Trägern, nach Schweizer Vorbild
* Einsatz von Geschulten Ehrenamtlichen
* Minievent zur Sensibilisierrng

Also von daher kann auch nicht die Rede sein, dass hier nur auf Polizei und Verbot gestzt wurde.

wer weitere Fragen hat dem maile ich gerne die Verwaltungsvorlage und die Informationen vom Arbeitskreis Suchthilfe zu.

Jimbo
Sonntag, 13.07.08 07:26
 

Sebastian Müller belobhudelt diese Umfrage. Ich empfehle mal einen Blick in die heutige Ausgabe von "Der Sonntag". Da sind die folgenden zwei Effekte ebenfalls erwähnt: Erstens ist nicht -wie bei solchen Umfragen normalerweise üblich- angemessen berücksichtigt worden, daß das Antwortverhalten nicht immer der Wahrheit entspricht (u.a. Profilierungssucht), zum anderen liegt ein typischer Statistikfehler, wie er Psychologen oft passiert, vor. Ein bekanntes Beispiel des Stichprobenfehlers waren Studien Ende der 60er, die einen Zusammenhang von XYY und Kriminalität behaupteten. Die Behauptung beruhte genauso wie hier (daß die Gewalt auf Alkohol beruhe) auf einem Stichprobenfehler. Korrelation bedeutet nicht Kausalität. Aber das trifft wohl bei jemandem, der glaubt mit dem Verweis auf eine Verwaltungsvorlage und dem Wiederholen der Ergebnisse der fraglichen Umfrage dieselbe in ihrem Wahrheitsgehalt zu bestärken, auf taube Ohren.
Ich habe Übrigens auch mal eine Hausarbeit geschrieben. Dabei habe ich eine Dissertation eines Freiburger Psychologen ordentlich auseinandergenommen und nachgewiesen, daß seine Behauptungen mit dem, was er tatsächlich untersucht hat, nichts zu tun haben. Also hier von renommiert/seriös auf realitätsnah zu schließen wäre meines Erachtens eine Schmierenkomödie.
Mein Literaturhinweis für alle, die mehr zu diesen Problemen wissen wollen: Walter Krämer: So lügt man mit Statistik.
Daß hier auch keine Sensibilität bezüglich des Problems besteht, sieht man an Sätzen wie "Weiterhin scheint wohl Bildung gegen exzessives Saufen zu immunisieren." die immer ein deutliches Warnzeichen für statistisch nicht belegBARE(!) Suggestionen sind.

SVW: Elend

nina
Sonntag, 13.07.08 07:38
 

"* rund hie Hälfte der Befragten ist gefährdet Alkoholabhängig zu sein!"

Weil sie auf eine Frage wie "Ich habe mir überlegt wie ich meinen Alkoholkonsum reduzieren könnte" mit "Ja" geantwortet haben? Das ist Quatsch, Sebastian. Jeder Jugendliche oder junge Erwachsene, der Alkohol konsumiert, reflektiert hoffentlich mit derlei Fragestellugen über seinen Konsum.

Steffano
Sonntag, 13.07.08 19:04
 

Das Interview in Der Sonntag heute ist geil, der Typ nimmt das Verbot und die ganzen Studien total auseinander.

Andrés
Montag, 14.07.08 09:27
 

"gefragt wurden rund 562 Personen"
- das war sicherlich auch noch "ziehen mit zurücklegen". wieviele wurden mehrfach befragt?

"davon hatten die 15 -17 Jährigen im Durchschnitt 150g Alk intus, die 18 - 20 Jährigen 122g, die 21 - 27 79g un ddie über 27 Jährigen 45g intus"
- der einzig eindeutige trend, der hier sichtbar wird, ist, dass mit zunehmendem alter der alkoholkonsum automatisch sinkt.
das ist erstens nix neues und zweitens eher grund zur entwarnung.

"* rund hie Hälfte der Befragten ist gefährdet Alkoholabhängig zu sein!"
- dass das nicht stimmen kann, sieht man doch schon an oben stehendem punkt: der alkoholkonsum lässt automatisch nach, sobald die leute älter werden. daher ist das horrorszenario von 50%iger alkoholabhängigkeit völlig an den haaren herbei gezogen.

"* Weiterhin scheint wohl Bildung gegen exzessives Saufen zu immunisieren."
- die studie sollte mal in einer studentenverbindung/ burschenschaft wiederholt werden. sebastian müller hat wohl zuviel hausarbeiten geschrieben und ist zu selten auf studi parties gegangen.

"* 11 % der Männer war schon an einer Schlägrei in Kneipe, 30% der Männer auf Strasse beteiligt"
- 562 personen wurden befragt (manche vll mehrfach). gehen wir davon aus, dass die hälfte der befragten männlich war, wären dies 281. davon sind 11% = 30,91, bzw 30% = 84,3. insgesamt also 115,21. handelt es sich um 115 verschiedene personen? in welchem zeitraum? wie definiert sich schlägerei? was bedeutet "beteiligt"? vll heisst das ja auch nur daneben gestanden. dass die zahlen 11% und 30% nicht als repräsentativ für alle kneipengänger gelten können, muss ja wohl nicht extra erwähnt werden.

"* diejenigen welche Angaben an einer Schlägerei beteiligt gewesen zu sein waren signifikant betrunkten (215g Alk) als dieniigen die noch nie an einer beteiligt waren (79g Alk)"
- scheint ein wahrnehmungsproblem zu sein. zumal zeigt uns das nicht, dass leute, die an einer schlägerei beteiligt sind betrunken sind, sondern nur, dass leute, die betrunken sind eher behaupten an einer schlägerei beteiligt gewesen zu sein.


ich kann dem herrn müller auch nur wie meine vorredner den artikel in der sonntag nahe legen.


Sara
Dienstag, 05.08.08 10:15
 

Freiburg hat ein Alkoholproblem und ich finde es wird immer auffälliger. Sogar morgens unter der Woche liegen betrunkene Leute in der Stadt rum wie Fallobst - ich finds echt erschreckend. Oder die Schamgrenze nimmt ab nicht gesehen zu werden ... jedenfall ein widerlicher Anblick.

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