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Aufwachsen am Existenzminimum

Er ist 17, besucht ein Freiburger Gymnasium und kommt jetzt in die 11. Klasse. Er will anonym bleiben, denn er spricht mit uns recht offen über die Armut, in der er mit seiner fünfköpfigen Familie lebt. Ein Interview, das den schwammigen Begriff "Hartz IV" vielleicht etwas konkreter macht.

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Wie groß ist deine Familie?

Wir leben zu fünft in einer Wohnung, die 85 Quadratmeter groß ist. Meine Mutter, 36, allein erziehend; mein 16-jähriger Bruder, mit dem ich ein Zimmer teile. Nebenan wohnt meine neunjährige Schwester. Außerdem ist vor ein paar Monaten noch eine kleine Schwester dazugekommen.

Wie sieht euer Zimmer aus?

Bis vor zwei Jahren war es eher chaotisch eingerichtet. Dann haben wir vom Sozialamt Gutscheine bekommen für reduzierte Möbel in einem speziellen Kaufhaus. Dort haben wir Fehlproduktionen von Ikea gekauft. Schrankbretter, bei denen ein paar Löcher gefehlt haben. Aber das macht ja nichts.

Welche Poster hast du aufgehängt?

Musiker, die gerade in den Charts waren. Hauptsächlich Eminem. Der war damals sehr wichtig für mich. Heute nicht mehr so. Die frühen Texte von Azad beschäftigen mich zur Zeit.

Wieviel Taschengeld bekommst du im Monat?

Vor drei Jahren haben meine Mutter und ich vereinbart, dass ich 20 € im Monat bekomme. Seit acht Monaten kriege ich das Geld nicht mehr. Ich spreche meine Mutter aber nicht darauf an. Es ist cool, wenn sie die 20 € sparen kann. Ich verdiene ja genug, knapp 100 € im Monat.

Wie verdienst du das Geld?

Ich beliefere alte Damen und Bedürftige mit Medikamenten. So bin ich als Fahrradkurier vor allem in der Wiehre unterwegs. Komischerweise bekomme ich in den Villen am Lorettoberg das kleinste Trinkgeld. Außerdem gebe ich Nachhilfe in Mathe und Deutsch.

Hartz IV klingt abstrakt. Was heißt das für euch konkret?

Das Arbeitsamt überweist meiner Mutter im Monat etwa 1500 €. Da ist das Wohngeld schon inklusive. Unsere Miete darf nur 5,20 € pro Quadratmeter betragen. Jedem in der Familie, bis auf das Baby, stehen also ungefähr 345 € zu.

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In welchen Situationen bereitet dir die finanzielle Lage Probleme?

Bei Klassenfahrten zum Beispiel. Da wird’s hart. Letztes Jahr sollten wir mit der Klasse nach Berlin fahren. Da musste ich 240 € zusammenkratzen. Das Arbeitsamt bezuschusst so was maximal mit 130 €. Um diesen Zuschuss zu kriegen, musste ich dem Arbeitsamt einige Bescheinigungen vorlegen. Der Klassenlehrer musste genau auflisten, was wieviel kosten würde: Bahnfahrt, Hotel, Essen, Ausflüge und so weiter. All das musste die Stufenleitung unterschreiben.

Kompliziert.

Es ist dann auch nicht so, dass das Arbeitsamt sofort zahlt. Die sind da eher unzuverlässig. Ich weiß nicht, wie die sich das vorstellen. Es war für uns jedenfalls wirklich nicht einfach, dieses Geld vorzustrecken.

Fühlst du dich benachteiligt?

Ich kenne es nicht anders. Ich habe schon immer von Sozialhilfe gelebt und seit 2005 eben von Hartz IV. Vor 2005 war es einfacher, mal einen neuen Schrank zu bekommen. Auch das Kleidergeld war üppiger, man bekam Essensgutscheine für die Tafel. Insgesamt wurde mehr genehmigt.

Siehst du auch positive Aspekte darin, dass du am Existenzminimum aufwächst?

Ich habe erfahren, dass man auch mit wenig Geld viel Spaß haben kann. Ich betrachte meine Umwelt vielleicht kritischer als andere.

Wieviel Geld gibst du für eine Hose aus?

Mehr als 70 € zahle ich nicht. Ich kann mir auch nicht immer eine kaufen. Manchmal muss ich einen Monat warten, bis ich eine Hose gefunden habe und genug Erspartes in der Tasche habe, um sie mir zu leisten.

Was entbehrst du?

Oft fragen mich Freunde, ob ich mit denen ins Kino gehen will und ich muss passen. Kinobesuche leiste ich mir nur selten. Am letzten Schultag wollten einige Freunde ins Laguna fahren. Da musste ich auch sagen: „Sorry, ist bei mir nicht drin.“

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Vergleiche euren Kühlschrankinhalt mit dem deiner Freunde.

Der Kühlschrank bei Freunden ist dreimal so voll wie unserer. Ich kenne auch keine Familie, die am Ende des Monats noch den Euro für die Milch zusammenkratzen muss. Es gab Monate, in denen wir die letzten vier Tage gar kein Geld mehr hatten.

Wann wird in deiner Familie über Geld gesprochen?

Im Zusammenhang mit Essen. Meine Mutter sagt dann zum Beispiel: „Haut nicht so rein. Das Gemüse muss noch ein bisschen halten.“ Generell ist es am Monatsanfang einfacher als am Monatsende. Am Anfang ist mehr Essen im Haus, weil wir da einen Großeinkauf machen.

Welchen Stellenwert hat Geld für deine Mutter?

Meine Oma hat meiner Mutter vermittelt, dass Geld nicht das Wichtigste sei. Jetzt hat sie ihre Meinung geändert. Sie sagt zu mir: „Schau, dass du rauskommst aus diesem Scheißleben. Streng dich an in der Schule.“ Sie sagt das nicht als Drohung, sondern wirklich gut gemeint.

Wenn du nachts noch mal Hunger bekommst, kannst du dann einfach in die Küche gehen und dir etwas braten?

Eigentlich darf ich nicht ran an den Monatsvorrat. Außerdem ist die Küche von dem Zimmer meiner Mutter nur von einer dünnen Schiebetür getrennt. Es würde sie also stören, wenn ich mir da nachts was bruzele. Auch wenn ich das gerne machen würde, könnte ich nicht einfach an den Kühlschrank gehen und mir eine Tomate rausnehmen.

Gehst du am Wochenende mal abends in die Kneipe?

Dafür habe ich nicht das Geld. Viel zu teuer. Ich beobachte bei vielen Leuten aus meiner Schule, dass die immer mehr trinken und kiffen. Darauf habe ich keinen Bock, auch wenn ich so vielleicht ein wenig zum Außenseiter werde. Dieses Jahr sind vier Schüler aus meiner Klasse sitzen geblieben, weil sie es abends zu weit getrieben haben. Mein Ziel ist es, das Abi mit einem Durchschnitt von 1,9 zu schaffen. Im Moment stehe ich auf 2,3.

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Du hast seit einigen Monaten eine kleine Schwester. Wird es nicht langsam zu eng auf euren 85 Quadratmetern?

Die Wohnung ist inzwischen viel zu klein. Aber das Arbeitsamt bemisst unseren Wohnraum als ausreichend. Ein eigenes Zimmer wäre schon sehr cool. Seit sieben Jahren teile ich das Zimmer mit meinem Bruder. Unsere Betten stehen, genau abgemessen, hintereinander.

Wie kommt ihr aus?

Es passt schon. Aber es gibt auch Konflikte. Er braucht zum Beispiel mehr Schlaf, als ich. Jeden Abend beschwert er sich, dass ich um 22.30 Uhr noch Licht anhabe. Manchmal wünscht man sich einen Freiraum, dann muss ich halt rausgehen.

Welche Verpflichtungen hast du im Haushalt?

Küche aufräumen, kochen, Müll runterbringen, fegen, wischen, einiges einkaufen, je nach Plan. Es gibt Tage, da bin ich, inklusive Schule, zehn Stunden am Arbeiten. Lernen muss ich am Wochenende oder morgens auf der Busfahrt zur Schule.

Sind die Umstände, unter denen du aufwächst, Ansporn für dich, viel Geld zu verdienen?

Auf jeden Fall. Da bin ich sehr ehrgeizig geworden. Ich will später einen Medienberuf ausüben, am besten etwas mit Fotografie. Ich habe neulich in einem Magazin gelesen, dass Fotografen bis zu 3900 € brutto verdienen. Mein Ziel ist es, als Fotograf einmal 8000 € brutto im Monat zu verdienen.

Deine Freunde bekommen von Eltern und Verwandten zum Geburtstag wesentlich höhere Geldbeträge geschenkt, als du. Bist du da neidisch?

Neidisch nicht. Ich bin ein bisschen verärgert, dass manche dieses Geld für Mist ausgeben. Beispielsweise kaufen die sich irgendein elektronisches Gerät, ohne sich zu informieren, ob es sein Geld wert ist oder nicht. Sie kaufen es, weil die Werbung sagt, dieses Gerät sei toll. Ich schaue mich mindestens drei Wochen um, bevor ich ein Gerät kaufe, das teurer ist als 100 €.

Soll nicht jeder mit seinem Geld machen, was er will?

Ich habe kein Problem damit, wenn jemand viel Geld hat. Aber ich finde es schade, wenn er damit schludrig umgeht.

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Was ist für dich Luxus?

Wenn ich mir ein belegtes Brötchen für 1,50 € beim Bäcker holen kann. Normalerweise sag ich mir: „Nee, ich warte jetzt noch zwei Stunden, dann gehe ich in die Pizzeria und hole mir da für 2,50 € ne Pizza.“ Für den Hunger zwischendurch sind 1,50 € einfach nicht drin. Dann gehe ich zum Penny Markt und hole mir ein Brötchen für 15 Cent.

Gibt es einen Verlust, den du wegen eurer Armut hinnehmen musstest?

Wir hatten uns einen Hund aus dem Tierheim geholt. Alles lief bestens. Nach einem Jahr aber konnten wir die Kosten für den Hund nicht mehr aufbringen: Steuern, Versicherungen, Futter, Arztkosten. Wir mussten den Hund weggeben. Ich habe ihn sehr geliebt.

   




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von david | 07.09.07, 17:36 | Kommentare (55)
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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 55
pauker
Freitag, 07.09.07 16:49
 

an dieser stellen mal ein lob für themenwahl und umsetzung! das will ich lesen!

Au Weia
Freitag, 07.09.07 17:00
 

Dieser Bericht reiht sich leider ein in die lange Schlange von Reportagen mit dem Tenor "Hartz IV ist menschenunwürdig". Nur mal ein paar Anmerkungen dazu:

1. Wie wäre es, wenn der Jugendliche sich an irgendeiner Stelle mal bedankt dafür, dass andere Menschen ihm und seiner Familie Monat für Monat 1500 Euro schenken? Das sind nämlich Menschen, die zum Teil mit einem vollen Einkommen auch nicht mehr verdienen, nur dass sie dafür 40-50 Stunden pro Woche arbeiten müssen, und vielleicht noch berufliche Ausgaben haben, die das weiter mindern. Der absolut gesehen größte Teil des Steueraufkommens wird nämlich von den Klein- und Mittelverdienern, sowie den kleinen und mittleren Gewerbe getragen - und das sind u.a. die, die nach obigen Maßstäben selbst nicht so viel haben.

2. Eine Wohnung mit 85 qm ist also für 5 Personen "viel zu klein". So eine Aussage finde ich eine absolute Frechheit! Ich kenne diverse Leute, die sich mit ihren regulären Einkommen für ihre vierköpfige Familie gerade mal (unter Verzicht auf vieles andere, Urlaube usw.) eine 80 bis 90qm-Wohnung in Freiburg leisten können.

Unter den oben geschilderten Umständen von "Armut" zu sprechen, finde ich einen absoluten Hohn. Was da als Armut bezeichnet wird, ist in Ländern, die nicht mal 2000 km von uns entfernt liegen, mehr, als die dortige obere Mittelschicht hat.

Kein Wunder, dass unsere sozialen Sicherungssysteme den Bach herunter gehen, und die normale Arbeit durch Sozialabgaben und Steuern mittlerweile so teuer ist, dass es jedes Jahr weniger Arbeitsplätze gibt. Fehlt nur noch, dass es demnächst noch den Porsche auf Berechtigungsschein gibt, weil es zu einem menschenwürdigen Leben dazu gehört, einen zu haben, schließlich hat der Nachbar auch einen, und ohne macht das Leben keinen Spaß.

Solange man Armut offenbar dadurch definiert, dass jemand weniger hat als jemand anderes, wird es Armut immer geben, außer im Kommunismus, da haben alle nix.

Wer jedenfalls ein geschenktes Hartz-IV-Leben als "menschenunwürdig" bezeichnet, sollte sich auch in Freiburg mal ansehen, was für Menschen in den Essenstreff in der DK-Straße kommen, und sich deren Lebensgeschichten anhören. Dafür spende ich gerne etwas und verzichte auch gerne mal auf etwas Gutes für mich selbst.

Ratllmanscho
Freitag, 07.09.07 17:19
 

passend der Spamschutz: Juwel

äpfelchen
Freitag, 07.09.07 17:24
 

ich hab in meinem leben noch nie 70 € für eine hose ausgegeben.

nur mal so.

Au Weia
Freitag, 07.09.07 17:27
 

Bleibt vielleicht noch zu ergänzen, dass ich ein Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens bin, was allen zusteht und zugleich ein probates Konzept für deutlich mehr Arbeitsplätze ist, bzw. dafür, sinnvolle Arbeiten für die Gemeinschaft, ob im sozialen oder ökologischen Bereich, finanzierbar zu machen.

Fünf Millionen offiziell Arbeitslose (von denen sicher 4 Millionen durchaus arbeitswillig sind) und rund 3-4 Millionen Menschen, die an Arbeit interessiert wären, aber keine finden, kann sich ein Land eigentlich nicht leisten - wenn zugleich für vieles kein Geld da ist.

Wen es interessiert, Wikipedia erläutert die verschiedenen Konzepte im Ansatz:

http://de.wikipedia.org/wiki/Grundeinkommen

Kann ich nur empfehlen zu lesen...

Ina
Freitag, 07.09.07 17:47
 

Was macht eigentlich der Erzeuger der drei Kinder? Ich finde es ein bisschen komisch, den überhaupt nicht zu erwähnen.

Ina
Freitag, 07.09.07 17:48
 

Halt, es sind ja sogar vier Kinder.

schreiberling
Freitag, 07.09.07 17:50
 

Was ich nicht ganz nachvollziehen kann ist das vierte Kind. Ist waehrend dem Interview rausgekommen, ob es geplant war oder nicht?

Auch waere es interresant gewesen, mehr ueber die Mutter zu lesen.

100 EURO im Monat sind nicht viel, Job wechseln. Mit meinen Aushilfstaetigkeiten waehrend der Schulzeit bekam ich deutlich mehr.

social
Freitag, 07.09.07 18:02
 

es gibt kaum einen staat der geld verschenkt, wir leben zum glück in einem solchen sozialstaat, da sollte man schon ein wenig dankbar sein. Dankbar auch das andere menschen arbeiten und davon was abgeben damit andere sich Hosen für 70 euro kaufen können.

Au weia
Freitag, 07.09.07 18:05
 

@ina: Auch wenn man es im konkreten Fall natürlich nicht weiß, und ich will nichts unterstellen, ist es doch so, dass in diesem Land jedes Jahr eine Summe von fast einer Milliarde Euro vom Staat ausgegeben wird, weil Väter oder Mütter ihrer Unterhaltsverpflichtung nicht nachkommen, obwohl sie genug verdienen.

Das Sozialamt kann zwar versuchen, sich das dann mit mühsamen und teuren Prozessen wiederzuholen, jedoch ist der Erfolg bescheiden, vielleicht 10 oder 20%, man müsste es mal in den aktuellen Statistiken nachsehen, ich kenne nur die bis 2005.

CoP
Freitag, 07.09.07 18:06
 

Meine Frage, die Mutter ist alleinerziehend, die Wohnung ist zu klein, haben die nicht einmal Geld für Verhütungsmittel?

Lächerlich, wäre es nur sowie in der Natur, dort machen die starken kinder, bei uns Menschen gerade anderstrum.

Wie kann man in in eine Hartz4 Welt noch 3 Kinder gebähren.

Mir total unverständlich und verantwortungslos von der Mutter

Au weia
Freitag, 07.09.07 18:17
 

@cop: Naja, sarkastisch betrachtet, könnte man auch sagen: Immerhin bekommt wenigstens sie noch Kinder, wenn schon viele andere keine mehr haben wollen oder können.

Ich finde es durchaus legitim, auch für so jemanden, Kinder zu bekommen! Und die ersten Jahre sind, dank Kindergeld usw. auch wirklich kein Problem. Richtig teuer werden die Kinder erst, wenn sie größer sind.

Wer sich in so einer Situation für Kinder entscheidet, sollte aber nicht noch herumjammern, sondern die Verantwortung für eben diese Entscheidung auch übernehmen, und sich nicht noch beklagen, dass die großzügige staatliche Unterstützung nicht noch größer ist.

Mir geht es nicht darum, soziale Leistungen zu kürzen, aber die undankbare Anspruchs-Haltung vieler Empfänger geht mir gewaltig auf den Keks - würde es nur danach gehen, hätten die, die arbeiten dürfen, können, aber auch müssen, weniger Geld im Monat als die, die stattdessen Anträge ausfüllen.

das tut weh
Freitag, 07.09.07 18:17
 

@au weia:
ja das tut wirklich weh, wenn man so einen arroganten pseudo-halbwissens-scheiß lesen muss.
1. armut ist immer relativ. das argument: "in afrika sterben die kinder und ihr beschwert euch über harz 4" ist ein totschlag-argument, und wenn du´s beherzigen würdest, verkauf deinen rechner und schick das geld den kindern, die dort verhungern.
2. das bürgergeld ist theoretisch eine schöne idee, jedoch funktioniert weder die sozialromantische variante der linken (zu teuer), noch der pseudo-liberale vorschlag der fdp und diversen cdu-ministerpräsidenten, der im grunde auf harz 4 light hinauslaufen würde.
3. kann man politisch oder volksökonomisch gedacht, harz 4 halbwegs rechtfertigen, so kann man gleichzeitig trotzdem dei individuelle armut der betroffenen darstellen (s. oben) und anprangern.
ärgerlicher schwachsinn dein beitrag!

(auf die nachfolgenden geh ich wegen unterschreitung des stammtisch-BILD-zeitung- niveaus nicht ein, bringt nix!)

naja
Freitag, 07.09.07 18:29
 

@cop: also nur reiche bzw solche, die es sich leisten können, dürfen kinder bekommen?

Kommissar
Freitag, 07.09.07 18:51
 

Davon abgesehen, dass "das tut weh" schon alles Entscheidende gesagt hat; wo bitteschön beschwert sich der Junge in diesem Interview?

Au weia
Freitag, 07.09.07 19:03
 

kommissar: Wenn jemand eine geschenkte Wohnung, die mit 85 qm für vier Personen plus Baby größer ist als manch eine Wohnung von Familien, die hart für ihre Miete arbeiten, dann ist das mehr als nur eine Beschwerde - dann ist das einfach objektiv undankbar! Oder wie würdet Ihr das nennen?

Ich könnte meine Steuern problemlos woanders zahlen, ohne mein Leben irgendwie ändern zu müssen, tue es aber bisher ganz bewusst nicht. Wie gesagt bin ich auch nicht der Meinung, dass die Sozialleistungen gekürzt werden sollten - aber etwas Dankbarkeit anstelle überzogener Ansprüche dürfte man von denen, die diese Geschenke bekommen, durchaus erwarten.

mentally, I had my 7th birthday 2 weeks ago
Freitag, 07.09.07 19:06
 

@ das tut weh:

> wenn man so einen arroganten pseudo-halbwissens-
> scheiß lesen muss.

Dann schreib diesen doch einfach nicht. Dann muss ihn auch niemand lesen.

> as bürgergeld ist theoretisch eine schöne idee,
> jedoch funktioniert weder die [...]

Dann solltest Du Dir die Gedanken des dm-Gründers Götz W. Werner zu Gemüte führen. Ob es in der Praxis genau so funktioniert, kann niemand mit absoluter Gewissheit sagen - Fakt ist aber, dass es vermutlich ein wesentlich gerechteres System als bisher wäre. Von der höheren Transparenz und dem weitaus niedrigeren Verwaltungsaufwand ganz abgesehen.

> auf die nachfolgenden geh ich wegen unterschreitung
> des stammtisch-BILD-zeitung- niveaus nicht ein

Versuch's doch einfach mal, trau Dich! Nur, weil Du zu Stammtischen gehst und BILD liest, wird hier schon niemand vorschnell über Dich urteilen.

> der im grunde auf harz 4 light hinauslaufen
> würde.

Das sog. Bürgergeld würde die Grundversorgung für alle darstellen - nicht nur, wie bisher, für einige. Wer sich darüber hinaus z.B. Jeans für 70 Euro kaufen möchte, muss dafür halt was leisten. Wie im richtigen Leben außerhalb der Vollkasko-Oase Deutschland.

Ich finde es eher nicht so prickelnd, wenn ich täglich arbeiten gehe, dementsprechend Steuern auf meine Einkünfte bezahle, und letztlich nur unwesentlich mehr im Geldbeutel habe wie jemand, der NICHT arbeiten geht und KEINE Steuern bezahlt.

Ich will damit nicht alle Empfänger staatlicher Transferleistungen über einen Kamm scheren, aber als Arbeitgeber höre ich bei Vorstellungsgesprächen für einfacher strukturierte Jobs immer wieder Aussagen wie "Warum soll ich dafür arbeiten? Wenn ich nichts mache, bekomm ich doch auch nicht so viel weniger und kann in der Zeit andere Dinge machen!"

Wir bezahlen vollkommen marktüblich für unsere Branche.

Im Übrigen stimme ich den Ausführungen Au weias vollumfänglich zu. Es kann einfach nicht angehen, dass beträchtliche Teile der Bevölkerung auf Kosten derer leben, die arbeiten, ihre Gegenwart und Zukunft verantwortungsbewusst planen und die Zeit, Mühe und Geld in ihre und die Ausbildung ihrer Kinder investieren. Die Frage ist nicht nur, wie lange wir uns das noch leisten WOLLEN, sondern auch, wie lange wir uns das noch leisten KÖNNEN.

Mehr schreibe ich zu diesem Thema hier nicht mehr, denn zumindest in einem Punkt sind wir uns einig:

> bringt nix!

In diesem Sinne...!

Au weia
Freitag, 07.09.07 19:10
 

@das tut weh: Habe ich Deine Argumente übersehen, oder hast Du keine? Natürlich ist Armut relativ! Genau deswegen verweise ich auf den Essenstreff. Da lernst Du, falls Du Dir dazu nicht zu fein bist, Menschen kennen, die in diesem Land wirklich arm sind - und arm bedeutet in dem Fall nicht, dass sie einen Monat sparen müssen, um eine Hose für 70 Euro kaufen zu können, sondern dass sie heute nicht wissen, was sie morgen essen und wo sie schlafen werden.

Dagegen ist das Leben von Hartz-IV durchaus komfortabel und in meinen Augen ein sehr faires Angebot der Gesellschaft.

Falls Du echte Argumente gegen das Grundeinkommen hast, würden mich diese interessieren. Mir geht es in erster Linie darum, dass aktuell viel zu viel Geld in die Sozialbürokratie geht. Wenn man ein Grundeinkommen definiert, egal ob so ein linkes oder ein liberales nach dem Modell von Prof. Werner (das Modell der CDU behagt mir nicht), kann man die ganze Vergabe-Bürokratie sparen und das Geld den Betroffenen zukommen lassen. Die Verwaltungskosten für die Vergabe eines Kinogutscheins an Bedürftige sind höher als der Wert des Gutscheins.

Wenn Du meine Beiträge richtig gelesen hättest, solltest Du gemerkt haben, worum es mir geht.. Schade.

fb
Freitag, 07.09.07 19:14
 

Natürlich hat man mit ALGII kein schönes Leben. Natürlich ist die Familie nicht reich. Aber die meisten Studenten die ich kenne haben eher weniger Geld als 345 € pro Monat zur freien Verfügung. Ich kenne viele Familien in Feiburg mit arbeitenden Eltern, die haben pro Kind (nach Zahlung von Miete und Versicherungen etc) weniger Geld pro Kind zur freien Verfügung. Das ist sicherlich ein Problem für die Familien. Es ärgert mich deshalb solche Berichte über ALGII zu lesen die suggerieren, dass die die Arbeiten und das bezahlen, bzw. der Staat unsozial sei.

Im Ergebnis bin mir sicher: Das größte Problem der Familie ist, dass sie nicht mit Geld umgehen kann und zu hohe Ansprüche hat:

- In meinem Bekanntenkreis hat niemand Hosen für 130 DM bekommen

- In meinem Freundeskreis wurde immer zu Hause gegessen und nicht am Kiosk oder im beim Bäcker

- Elektronische Geräte für über 200,- DM gabs zu Weihnachten oder gar nicht

- Wenn man nicht genug Geld für zum Essen hat, schafft man sich keinen Hund an.

Rafaela
Freitag, 07.09.07 19:25
 

Ich rechne mal: 36 - 17 = 19.

Die Mutter war also 19, als sie ihn zur Welt gebracht hat. Das heißt: Bestenfalls grad mal fertig mit der Ausbildung. Sie konnte also noch keine Vorsorge für ihre Zukunft treffen.

Und dann wird sie schwanger. Und zwar nicht ein, oder zweimal, sondern viermal. Und der Junge erzählt, dass er schon immer von Sozialhilfe leben muss...
Dafür kanner sich bei seiner Mutter bedanken. Kindermangel hin oder her, aber nur Kinder in die Welt setzen und keine Perspektive haben kanns auch nicht sein. So einen Tick Eigenverantwortung würde da auch nicht schaden.

Und jetzt kommt mir bitte nicht damit, dass sie mit 18 dachte, das wär der Mann für's Leben.

Peter_Silie
Freitag, 07.09.07 19:28
 

Mentally hat mit allem 100% Recht.

perle
Freitag, 07.09.07 20:56
 

yep, peter, das sehe ich genauso.

Andrés
Freitag, 07.09.07 21:18
 

TEILWEISE mögt ihr ja recht haben mit euren meinungen (andere leute, die arbeiten haben weniger; anspruchshaltung; kinder als einnahmequelle etc etc).
aber das ist doch hier gar nicht das thema. das interview sollte doch nur den alltag eines jugendlichen in der welt von hartz4 darstellen und den unterschied zum leben seiner mitschüler. fragen nach den gründen für die kinder und den verhütungsmethoden interessieren in dem zusammenhang doch nicht. schliesslich wurde ja nicht die mutter interviewt (und zu einer rechtfertigung gezwungen).
dem schüler vorzuwerfen, dass er sich in dem interview nicht für die solidarität der arbeitenden bevölkerung bedankt hat, finde ich ziemlich unmöglich! klar sollte man erwarten, dass sich die bezieher von transferleistung bewusst sind, dass sie von der solidarität der gemeinschaft leben und danach streben müssen sich selbst zu versorgen. aber zu verlangen, dass sie sich möglichst permanent für das geld der anderen bedanken wäre für diese menschen einfach würdelos.
der interviewte macht mir ausserdem nicht den eindruck, als wäre er sich der sache nicht bewusst und scheint mir bestrebt und ehrgeizig genug zu sein, aus der abhängigkeit des sozialstaats herauskommen zu wollen und zu können. das sollte einem eigentlich positiv auffallen.

mentally, I had my 7th birthday 2 weeks ago
Freitag, 07.09.07 21:29
 

Dankeschön für Euere Zustimmung!

Was mir dazu noch einfällt, das hab ich vorhin vergessen: Mich wundert es regelmäßig, wie gut manche Hartz-IV-Empfänger mit allerlei Gerätschaften der elektronischen Unterhaltungsindustrie, Zigaretten, Alkohol und (im Verhältnis zum Selbstkochen) hochpreisigen Fertignahrungsmitteln versorgt sind. Ich sehe das regelmäßig in diversen Einkaufswägen von Konsumenten aus der Nachbarschaft, von denen ich weiß, dass sie Hartz IV beziehen. Oftmals ganze Familien, über Generationen hinweg.

Da drängt sich mir der Verdacht auf, dass primär garnicht unbedingt zu wenig Geld vorhanden ist - sondern dass dessen Verwendung lediglich sehr fragwürdig gewichtet wird.

Dieses fundamentale Problem behebt man NICHT mit höheren Mitteln - denn wer Betrag x verprasst, der verprasst höchstwahrscheinlich auch Betrag x mal 1,5 und meint dann immer noch, dass er zu wenig bekomme.

Es gab Zeiten in meinem Leben, die sind so lange noch garnicht her, da hatte ich weit weniger Geld zur freien Verfügung als ein Hartz-IV-Empfänger.

Die Konsequenz war, dass ich halt NICHT das neueste Handy hatte, dass ich NICHT einen riesigen Fernseher hatte, dass ich NICHT in Urlaub fahren konnte, dass ich es mir NICHT leisten konnte zu rauchen, dass ich mir KEINE Hose für 70 oder auch nur 40 Euro gekauft habe. Und so weiter.

Um Unterstellungen, ich wüsste nicht, wovon ich rede, gleich vorzubeugen: Ich habe in Zeiten, die glücklicherweise vorbei sind, schon monatelang fast ausschließlich Leitungswasser getrunken.

Vielleicht sollte man bei knappen Mitteln einfach bei DEN Dingen anfangen, Ausgaben zu kürzen, die nicht zwingend notwendig sind und die sich selbst die arbeitende Bevölkerung nicht oder zumindest nicht so ohne weiteres leisten kann.

Sozialhilfe wird nicht bezahlt, um dem Empfänger ein opulentes Leben, womöglich noch auf dem Niveau der arbeitenden Bevölkerung zu finanzieren - sondern um sein ÜBERleben sicherzustellen. Dieses "Überleben" ist gemäß gesellschaftlichem Konsens sogar bereits recht weit gefasst, beschränkt es sich doch bei weitem nicht nur auf das Überleben im biologischen, sondern darüber hinaus im kulturell-gesellschaftlichen Sinne (Kino, Theater etc., deren Eintrittspreise in die Berechnung der Grundsicherung einbezogen sind!).

Eine 85-m2-Wohnung können wir uns übrigens nicht leisten, das nur nebenbei. Ich bin selbstständig und arbeite zwischen 40 und 65 Stunden pro Woche, meine Freundin studiert noch. Mein letzter Urlaub außerhalb Deutschlands war vor genau sechs Jahren, einen Fernseher besitze ich nach wie vor nicht. Einfach mal drüber nachdenken...!

mentally, I had my 7th birthday 2 weeks ago
Freitag, 07.09.07 21:31
 

@ Andrès:

> der interviewte macht mir ausserdem nicht den
> eindruck, als wäre er sich der sache nicht bewusst
> und scheint mir bestrebt und ehrgeizig genug zu sein,
> aus der abhängigkeit des sozialstaats herauskommen
> zu wollen und zu können.

Das habe ich ihm nicht abgesprochen, und das möchte ich ihm auch keineswegs absprechen. Ich kenne ihn ja garnicht!

Meine Ausführungen sind allgemeiner Natur.

Muss los...! Schönes Wochenende!

fionn
Freitag, 07.09.07 21:32
 

85 Quadratmeter sind vielleicht nicht wenig, aber vielleicht ist es auch nicht uninteressant wie diese auch aufgeteilt sind.
Wer zB zwei Balkone hat, n großen Flur, oder sonstige "Quadratmeterschlucker" hat nicht effektive 85 Quadratmeter zum zurückziehen, auf die es im wesentlichen ja ankommt, wenn sich jemand über die Göße seiner Wohnung beschwert...

Hosen für Jugendliche gibts ab guter Qualität (damit es auch "lange" hält das gute Stück) mit gescheitem Aussehen leider selten unter 40 Euro. Kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen.
Somit ist ein Hosenkauf auch nicht alle paar Monate fällig.

Elektrogeräte kann sich der Junge doch kaufen, er arbeitet schliesslich.

"Im Ergebnis bin mir sicher: Das größte Problem der Familie ist, dass sie nicht mit Geld umgehen kann und zu hohe Ansprüche hat" würde ich aufpassen mit solchen Beschlüssen, denn du kennst deren Lebenssituation nicht.

Gruß Fionn

PLD
Freitag, 07.09.07 21:35
 

Jeder der arbeiten geht und mit seinem
Lohn unter dem Regelsatz von ALGII liegt kann
aufs Amt und kriegt dann die Differenz.
Also hört doch bitte auf mit:" Ich kenn welche die arbeiten, haben noch mehr Kinder, noch ne kleinere Wohnung und noch viel weniger Kohle"

Der Junge kommt halt aus einem armen Elternhaus und versucht das Beste daraus zu machen. Ist doch okay!

Andrés
Freitag, 07.09.07 21:39
 

interessant in diesem zusammenhang ein artikel vom polarisierenden henryk m. broder auf spiegel online. einerseits fasst man sich ob der beschriebenen dinge natürlich an den kopf. andererseits könnte man aber auch unterstellen, dass mit diesem artikel respektive mit dieser dokumentation nur ressentiments gegen die schwachen unserer gesellschaft geschürt werden sollen, um ein neues feindbild zu schaffen.
bildet euch selbst eine meinung.

beachtenswert ist einer der ersten kommentare im spiegel-forum:
"Haette die Reportage nicht eine Familie aus dem Osten nehmen koennen? So macht es mein Weltbild kaputt."

Petra Hartz
Freitag, 07.09.07 21:40
 

fb, ich stimme dir in allem zu (sprich: ich habe diese Beobachtungen früher auch gemacht), nur eine Anmerkung: Klar haben Studenten meistens nicht viel Kohle zur freien Verfügung, aber sie haben die Perspektive - Generation Praktikum hin oder her - in einigen Jahren ausreichend Geld zu verdienen und dann auch nicht gleich wieder arbeitslos zu werden und es dann auch lange Zeit zu bleiben. Diese Perspektive haben eben Hartz IV-Empfänger häufig nicht.

Andrés
Freitag, 07.09.07 21:59
 

@mentally: ich weiss, hab ich dir auch nicht unterstellt. ich stimme deinen ausführungen auch zum teil zu. aber der tenor in diesem thread geht geht schon in die richtung. und zumindest auweia geht den interviewten mit seiner forderung nach dank doch direkt an.
insgesamt finde ich die diskussion (die ja eigentlich keine ist, da es quasi keine konträren positionen gibt) nicht differenziert genug.
und am beispiel des interviewten kann man m.e. auch sehen, dass nicht jeder hartz4 empfänger ein schmarotzer mit unverschämter anspruchshaltung ist.

gleichfalls einen schönen abend. :-)

hagbard celine
Freitag, 07.09.07 22:17
 

Hallo

Ich denke hier wird auf recht hohem niveau gejammert. Ich bestreite gar nicht, dass 345 € im Monat nicht sehr viel ist, aber zum Leben reicht das allemal. Ich selbst bin Student und habe im Monat etwa 250 € (von denen nochmal strom & telefon abgehen). Trotzdem habe ich den Monat über immer zu Essen (ja sogar Fleisch..) und kann auch nachts eigentlich immer an den Kühlschrank gehen... (außer ich hab vergfessen einzukaufen...). Hatte ich schon erwähnt, dass ich auch noch Raucher bin und oft am Wochenende weggehe. (Gut ich gebe zu, in Kneipen bin ich meist nur in der ersten Hälfte des Monats.) Und auch Kleider hab ich meistens am Leib... wenn auch keine Hose für 70 €
Wie gesagt, mit 345€ kann man keine großen Sprünge machen, aber mich regt auf, dass so oft in der Berichterstattung behauptet wird, von dem Geld könnte man nicht leben bzw. wäre der Armut nahe.
Wer mit der Menge Geld nicht klarkommt, sollte mal dringend seine Ausgaben kontrollieren. ( Es ist z.B. keine Schande bei Aldi einzukaufen...)

Tobi
Freitag, 07.09.07 22:41
 

Wohnung zu klein, angebliche Armut und "dann ist vor ein paar Monaten noch eine kleine schwester dazugekommen". Das ist ja der Hohn und in einer solchen Situation der pure Luxus!! Das kann ja nur ein Unfall gewesen sein. Oder soll hier noch ein weiteres Kind auf Kosten der Steuerzahler großgezogen werden??
Na, dann gibt es eben jetzt nur noch Hosen Für EUR 60.


no use for a name
Freitag, 07.09.07 22:42
 

da muß ich hagbard celine zustimmen. 345 euro sind nicht viel. aber da kann mann eigentlich ganz gut leben davon. ich geb im monat ungefähr 100 euro für essen (und da ist auch teures fast food wie döner oder subway dabei) und ca 100 euro für abends weggehen aus (was ja eigentlich nur luxus ist) aus. da bleiben also immer noch rund 150 euro übrig für handy klammoten und so weiter. also wenn das nicht reicht?
aber trotzdem muß ich sagen das ich respekt vor dem jungen hab. schön das er für sich arbeitet und versucht aus der scheiße raus zukommen in die er rein geboren wurd und für die er daher auch nix kann. und wenn er sich von seinen 100 euro ne hose für 70 euro kauft dann is das verdammt nochmal seine sache und er braucht sich dafür hier nicht vor irgenndwelchen leuten rechtfertigen die denken ihnen gienge es schlechter.

Rechengenie
Samstag, 08.09.07 04:40
 

Oh Mann. 345 Euro für jeden heißt ja nicht, dass das zur freien Verfügung stünde wie Taschengeld. Wenn man das Baby nicht mitzählt, ist das etwa die Summe, die vom Geld nach Abzug des Wohngeldes pro Person übrig bleibt. Und davon muss noch mehr bezahlt werden: Strom usw., Telefon (soweit vorhanden - viele HartzIV-ler verzichten auf Festnetzanschluss und lassen sich nur aufm Handy anrufen), Lebensmittel, Haushalts-, Hygieneartikel, ÖPNV, Schulbedarf,..... Ich glaube die Leute die sich an dem Satz über die 70Euro-Hose festkrallen (wohlgemerkt ist das seine Obergrenze, nicht der Standard), haben keine Ahnung, dass das nicht wie bei ihnen ist, wo man MAL auf ein, zwei Sachen verzichten muss, oder an 2-3 Ecken spart. Die Hose ist nur eins von vielen, teilweise viel grundlegenderen Dingen, die man sich auch mit Nebenjobs seltenst leisten kann mit ALG II. Da muss man in 90% aller Bereiche sparen.
Ich behaupte nicht, dass ALG II ein menschenunwürdiges Leben zur Folge hat. Aber wer sein soziales Leben einschränken muss, wer betteln und sich ständig rechtfertigen muss beim AA, wer am Ende des Monats öfter mal hungrig schlafen geht, dem ist manchmal schon elend zumute. Und genausowenug wie man pauschal das System verteufeln kann, kann man ALG II- Empfänger als undankbare Fuzzis hinstellen. Dass es oft sehr knapp ist, manchmal auch ZU knapp, heißt nicht, dass man nicht dankbar wäre für das, was man kriegt.

Biber
Samstag, 08.09.07 07:43
 

Erschreckend, diese Kälte die hier spürbar wird.
Wer unter euch kann ausschliessen jemals in diese Situation zu kommen ???
Und: Hat man keine Kinder ist man unsozial (angeblich künftige Beitragzahler, real eher künftige Arbeitslose), hat man welche, auch. Je nach Standpunkt. Und für die, die sich darüber beschweren und meinen "deren Sache": Dann sollte sich der Staat aber auch bei der Frage der Abtreibung raushalten !!!
Und: Ich zahle reichlich (!) Steuern und Sozialbeiträge, also ist das - sollte ich jemals in die Situation kommen - kein GESCHENK ! (Und selbst DANN zahlt man noch Steuern, nämlich z. B. Mehrwertsteuer:)
Und fällt niemand die Verlogenheit auf ?!
Hier gibt es viele Beschwerden, dass Leute die arbeiten (müssen) angeblich andere Leute, die das nicht tun (können) alimentieren.
Ähh - das heisst doch, dass dieie offensichtlich nicht gerne arbeiten. Kommt daher diese Unterstellung, die Harztz4-Empfänger wollen doch gar nicht ???
Und was den (unsäglichen) Vergleich mit "Dritte Welt" angeht: Wie wäre es, mal mit jenen Managern und Politikern zu vergleichen, deren Handeln alles andere als menschlich/sozial ist und deren Versorungen jenseits jeglicher Moral sind !?!?
DAS sind SOZIALSCHMARATZER

moskito
Samstag, 08.09.07 09:30
 

"Ich beliefere alte Damen und Bedürftige mit Medikamenten. So bin ich als Fahrradkurier vor allem in der Wiehre unterwegs. Komischerweise bekomme ich in den Villen am Lorettoberg das kleinste Trinkgeld."


Das hat mich auch immer gewundert als ich vor Urzeiten als Radkurier gejobbt habe. In „Prekariatshäusern“ haben alte Omas einem mit zitternden Händen ein Einmarkstück in die Hände gedrückt (ich hätte denen am liebsten 10 Mark dagelassen) und in Herdern oder Wiehre gab’s, wenn man Glück hatte, ein barsches „Danke!“

au weia. au weia...
Samstag, 08.09.07 10:34
 

@au weia:

au weia, aber wirklich, wie schwachmatisch, unsozial ,nicht von dieser Welt kann man eigentlich sein???

Go home and shut the fuck up!!!

Komm, zieh doch weg! Auf solche Dumpfbacken kann hier gut und gerne verzichtet werden!

ulrichsen
Samstag, 08.09.07 12:46
 

dieses selbstmitleid und die selbstbeweihräucherung hier geht echt aufn sack.

ein guter artikel über seine situation.
scheint n netter kerl zu sein, der was machen will, aus seiner situation heraus.
und zur mutter und ihren vier kindern...have you ever walked a mile in her shoes?

das kommentiern, was es zu kommentieren gibt. und sonst einfach klappe halten.

komischediskussion
Samstag, 08.09.07 16:47
 

[EMOTIONSMODUS AN]Was mir an dieser Diskussion auffällt ist der extrem ignorante Ton. Ich behaupte, dass 90% der Diskutanten hier nicht einmal im Ansatz wissen, was es heißt etwas entbehren zu müssen. Wenn ich hier die großkotzigen Töne von irgendwelchen Papa/mamasöhnchen lese, die daheim alles in den Anus geschoben bekommen, könnte man glatt zum "Sozialterroristen" werden und in einem Akt der stalinistischen Säuberung diese Elemente entfernen. Man kann auch die Augen vor den Problemen unserer Gesellschaft verschließen, und sagen "selbst schuld". Bleibt zu hoffen, dass einige von euch arroganten Schnöseln in der Gosse landen. Das zur Diskussion. Und Sorry, wenn ich emotional-beleidigend bin, aber das musste jetzt raus.[/EMOTIONSMODUS AUS]

Was Harz IV angeht, bin ich da zwischen zwei Seiten hin und her gerissen. Auf der einen Seite finde ich es gut, wenn die ARGE genau hinsschaut, wem sie was gibt. Andererseits ist der bürokratische Aufwand enorm und einige Vorschriften sind in meinen Augen nichts anderes als ein Instrument zur Gängelung von Menschen. Harz IV ist außerdem ein bürokratisches Monstrum. Ich war damals froh im letzten Moment von der Harz-Erfahrung verschont geblieben zu sein.

Klar, ich rege mich auch immer auf, wenn ich meine Gehaltsabrechnung bekomme und 40% davon auf direkem Wege Vater Staat schluckt - indirektes kommt ja noch dazu. Viel übrig für Luxus bleibt bei mir als arbeitender auch nicht.

der grosse traramann
Samstag, 08.09.07 20:10
 

Ich finde es nur schade, dass diese Diskussion so aus dem Ruder läuft^^ jeder hat seine Argumente, das ist ja schön und es ist ja auch nicht verwerflich, wenn aus einem Artikel, der völlig neutral die Situation des 17 jährigen schildert eine Diskussion über dieses Hartz4-Ding, von dem eigentlich die wenigsten wissen, was es wirklich ist, warum es ist und was es vorher war, zustande kommt...aber wieso enden solche diskussionen dann immer so, dass einer ein "teammate" gewinnt, sie bestätigt fühlt, nen großen sack bekommt und über den anderen herziehen muss, der dann veruscht total aggressiv zu kontern .... mal ganz low bleiben oda^^

mir hat der artikel auch nicht in allen teilen gefallen - klar, wieso ist denn das bei denne so, wieso arbeitet die mutter nichts gescheites, was genauer mit den anderen kindern los etc...aber im grunde genommen stellt der autor hier sehr kluge und gute fragen, die die teile eines 17 jährigen widerspiegeln, die wohl bei den meisten usus sind - ein klasse online artikel?
hierbei gegen die bürokratie etc zu wettern bringt glaube ich nichts. hier sollte einfach nur eine situation dargelegt werden und der bemühte junge kann bei gott nichts für diese situation, da er, wie es scheint, sehr bestrebt ist und ich denke, dass er, sollte er mal seine 8000 euro verdienen, nicht gleich alles weghaut, sondern auch sparen kann.

bei einer sache muss ich mich doch noch einmischen; jemand sagte, dass was bei uns als armut gilt in anderen ländern die obere mittelschicht usw. --- der vergleich mit anderen ländern, vor allem mit anderen ländern außerhalb der eu ist absolut sinnlos - wer schon einmal längerfristig in einem osteuropäischen land gelebt hat, weiß, dass dort ganz andere werte zählen --- ganz andere wertvorstellungen in den köpfen der leute existieren und achso;
die leute, die als in der dreikönigsstraße rumlungern...wieviele sind wirklich schuld an ihrer eigenen armut...alkohol und diverse drogen - die innerweltliche götzen haben sie zu dem gemacht, was sie sind und es ist wirklich schwer, bei diesen leuten, die sozial total abgestumpft sind, noch jemanden zu finden, der wirklich gegen seine armut ankämpft denke ich...

@au weia ... du sprachst doch von diesen leuten? kannst du uns einmal erzählen, was du erlebst hast, als du dich (herabgelassen hast und dich) zum essenstreff begeben hast und mit einigen leuten gespräche geführt hast?was haben sie dir über die armut gesagt? was ist armut wirklich?

...

mikegyver
Sonntag, 09.09.07 07:00
 

welche arroganz besitzen hier einige kommentatoren, der mutter vorzuwerfen, kinder auf die welt gebracht zu haben und dann auch noch geld vom staat zu bekommen...?

vielleicht sollten sich einige mal ganz schnell darüber klar werden, in wieweit heutzutage jeder von uns von unserem staat abhängig werden kann!!! euch will ich sehen, wenn ihr plötzlich arbeitlos oder arbeitsunfähig werdet, dann ist doch der staat auch nur gut genug, dass er euch unterstützt...oder etwa nicht? seinen lebensunterhalt aus 345,- € pro monat zu bestreiten ist wahrlich nicht einfach...da kann man sich definitiv nichts leisten. übrigens, wenn man einen nebenjob hat, darf man max. 160,- € davon behalten, der rest wird auf das alg II angerechnet!! in sofern würde der junge nur seinen lebensunterhaltsanspruch verlieren und als schüler ist es sinnvoller zur schule zu gehen, als sich mit einem nebenjob rumzuplagen und die schule deshalb vernachlässigen zu müssen!!!

Ich
Sonntag, 09.09.07 07:10
 

Es scheint doch tatsächlich Leute zu geben die glauben, wenn es weniger Arbeitslose/Hartz4 Empfänger gäbe, würden die Steuern/Sozialabgaben sinken !!! GRÖHL :-D

Die Leute die sagen das sie für ne 40 Std Woche weniger Geld bekommen als ein Hartz4 Empfänger, tragen doch noch dazu bei das die Löhne immer weiter sinken !
Wenn ein Chef 2 Arbeiter hat die die gleiche arbeit machen ,wobei der eine 10 Euronen und der andere 3,5 Euronen die Std bekommt,wen wird er wohl als erstes rausschmeißen ??? Also ICH würd den 10 Euro Menschen kicken und mir noch nen "Idioten" suchen der das ganze dann vielleicht sogar für 2,50 macht !...und ich würd warscheinlich sogar jemanden finden...weil es genügend Menschen gibt die so dumm sind dann auch noch zu meinen das sie die besseren Menschen sind weil sie wenigstens für ihr geld arbeiten !!!

Ich2
Sonntag, 09.09.07 18:10
 

nur motivierte arbeiter sind gute arbeiter, unser chef zahlt überdurchschnittlich und datt sind wir auch! qualität hat halt seinen preis und setzt sich auf dauer durch!

richter
Montag, 10.09.07 08:38
 

@mentally und au weia:

eure selbstdarstellung ist zum kotzen und weicht total vom bericht ab.

lasst es bleiben, keiner mag euch.

Sophrolaeliocattleya
Montag, 10.09.07 09:35
 

Der Junge versucht das Beste aus seinen Lebensumständen zu machen, dafür hat er meinen Respekt.

Götz Werners Bürgergeld ist übrigens eine tolle Idee, wahrscheinlich wird es zwar eine Utopie bleiben, aber sein Denkansatz ist schon wirklich brillant.

Biest
Montag, 10.09.07 10:17
 

Hallo

so jetzt muss ich auch mal was los werden...

1. Das die Mutter noch ein viertes Kind bekam okay, das kann ich in deren Situation auch nicht ganz nachvollziehen

2. Der Junge versucht zu beschreiben wie es ihm im Vergleich zu anderen geht und allen Respekt vor ihm

3. Das mann mit 17 auch mitleben will mit seinen Leuten, denke das kennt jeder

Ich finde es okay was er geschrieben hat und kann ihn verstehen, ich musste selbst lange mit Hartz4 leben und fand es furchtbar...zumal ich gerne arbeiten wollte und alles versucht habe dafür.

Die Arroganz hier von ein paar...das sind für mich Leute die keine Ahnung haben wie es ist mit Hartz und sicher bekommt ein Teil hier alles von Mama und Papa gesponsert, da wär ich mal ganz ruhig.

Dann wird hier immer auf der Wohnung rumgehackt und auf der Hose...wo gibt es den Jeans für 5 € habe ich da was verpasst??? Ne Jeans die auch nicht nach dem ersten waschen hinüber ist kostet ihr Geld...zumal hat man auch noch andere Sachen zu zahlen wie Wasser, Strom, GEZ, Versicherungen, Müll...usw. da ist erst mal ein Riesenteil von den 345€ weg.

Ihr solltet erst einmal in die Situation kommen bevor ihr Urteilt.

der soziologe
Montag, 10.09.07 23:18
 

Hier geht ja zu wie auf einem Politbasar - mit nur deutlichem rechtspopulistischem Übergewicht:
Man(n) spielt sich gerne auf als großer Urteiler und richtet z.B. über die Lebenswege einer Mutter, die halt vier Kinder bekommen hat oder eine Hose die 70€ kostet. Dann verknüpft man diese Empörung mit moralingesäuerem neoliberalem Gewäsch und deklariert das als objektives Argument. Das ist Rechtspolulismus a la FPÖ (gerne auch SPD, CDU und FPD).

Es gibt eine interessante Studie die einen starken Zusammenhang herausstellt zwischen Leistungsdenken und autoritärer (rechter) Einstellung. Demnach sind ja die Selbstständigen und der vielgelobte Mittelstand (war en und sind die Basis der Partei REPUBLIKANER) überproportional rechts eingestellt. Die Erfolgreichen denken gerne, sie seien erfolgreich, weil sie so schlau seien und nicht weil sie meist noch gute Kontakte, eine gute Bildung, ein gutes Elternhaus usw. haben und hatten. Da denkt man natürlich schnell, dass jene, die es nicht geschafft haben entweder dumm sind, es nicht verdient haben oder nicht mit Geld umgehen können oder, oder, oder Aus dieser Position kann man sich auch mal ganz gererös geben und sagen "Ja es sind natürlich nicht alle so, aber...". Genau deswegen geben die Villenbesitzer tendenziell weniger Trinkgeld.

Zum Thema Grundeinkommen hat der Soziologe Christoph Butterwegge einen klugen kritischen Beitrag verfasst.

Zum Thema Armut gibt es eine anschauliche Studie von Franz Schultheis (Hg) Gesellschaft mit begrenzter Haftung - Zumuntungen und Leiden im deutschen Alltag. Darin wird in anschaulicher Weise mit zig Interviews erläutert, wie das Leben in all seinen Facetten am unteren Ende der Gesellschaftshirachie ausschaut (Ist das deutsche "Elende der Welt" von Bourdieu - für die, dies kennen und interessiert).

P.S.: Danke an die Offenheit des 17 Jährigen!

der soziologe
Montag, 10.09.07 23:21
 

Link von oben korrigiert:

der soziologe
Montag, 10.09.07 23:23
 

Link von oben korrigiert (die zweite;):

der soziologe
Montag, 10.09.07 23:24
 

hier ist der Link im Klartext (der hatte den gefiltert - zu wenig Text?):
http://www.unternimm-die-zukunft.de/Medien-_und_Presseecho/2007/taz_-_ein_Kombilohn_fuer_al[..]

Koreander
Freitag, 14.09.07 12:46
 

Für mich ist die Entscheidung nun glasklar: Ich werde Hartz IV Empfänger, da ich dann mehr Einnahmen habe, als mit dem Hilfsjob, welchen ich momentan ausübe. Danke für den ausführlichen Bericht - nun werde ich mir bald eine Hose für 70 Euro leisten können. Danke.

Hartz-IV-Boy
Samstag, 15.09.07 09:05
 

Für mich kommt überhaupt nichts anderes als Hartz IV mehr in Frage. Wo bekommt man heutzutage noch so viel Geld fürs Nichtstun. Hartz IV ist super. Miete wird komplett gezahlt und dann auch noch 350 Euro obendrauf gelegt. Wenn ich mal etwas mehr Geld brauche, gehe ich halt irgendwo schwarz arbeiten. Alle Hartz-IV´ler die ich kenne, machen es genauso und sind äußerst zufrieden dabei. Das Einzige, was ein wenig lästig ist, sind die ca. dreimonatigen Besuche im Arbeitsamt - da muss man sich dann immer was einfallen lassen, warum man immer noch keine Arbeit gefunden hat. Aber auch das ist völlig easy, da den Typen beim Arbeitsamt es im Grunde genommen vollkommen wurscht ist, ob man eine Arbeitsstelle hat oder nicht. Der verbringen den Tag sowieso nur mit Formularen und Textbausteinen - Arbeit vermitteln die eh nicht.

Alles in allem ist Hartz IV eine Supereinrichtung und ich gedenke nicht, in absehbarer Zeit etwas anderes zu tun. Wenn ich arbeiten gehen würde, bekäme ich weniger!

Hartz-IV-Boy
Samstag, 15.09.07 09:10
 

@Biest:
Auf welchem Planeten lebst Du denn? Laberst was von GEZ-Gebühren... Ja, wenn Du die freiwillig zahlst, dann kann man Dir auch nicht helfen. Hartz-IV´ler sind selbstverständlich von GEZ-Gebühren befreit.... Wär ja noch schöner...

Schröder
Montag, 17.09.07 20:10
 

ist irgenwie traurig wie sich hier alle an der jeans aufgezogen haben. wie im artikel zu lesen ist, hat er ja für seine hose gearbeitet. eine hose für 70 € ist ja wohl nicht so übertrieben teuer. wenn ich am wochenende durch die geschäfte gehe, muss ich mich immer wieder wundern wie der einzelhandel die preise anzieht. in manchen geschäften findet man nix mehr unter 40 €. Und schaut euch die preise für lebensmittel an..... das ist doch der hammer. das eine familie mit fünf personen da nicht mehr zu recht kommt wundert mich nicht. ich bin ein kind einer aussiedler
familie. damals als meine eltern hierher kamen, gab es keine unterstützung vom staat. wir haben in einem auffang lager gelebt. meine eltern haben trotzdem versucht ihr leben auf die reihe zu bekommen. mein vater war tagelang auf montage hat bis zu 15 stunden am tag geackert nur weil er meiner schwester und mir, ein besseres leben geben wollte. fremdes land und kein geld. es gab zeiten da haben wir wasser aus joghurtbechern getrunken,weil wir nicht einmal gläser hatten. mittlerweile gehören wir zur mittelschicht. wir haben genug geld zum leben, doch es war nicht leicht. ich arbeite seit meinem 10 lebensjahr und hab keinen einzigen tag bereut. ich muss trotzdem sagen, dass die zeiten damals auch anders waren. trotzdem kann ich die mutter nicht verstehen. wie kann man sich soviele kinder anschaffen obwohl man sich diese gar nicht leisten kann? dem jungen kann man keinen vorwurf machen. ich will gar nicht wissen in welchen verhältnissen er lebt und wie oft er sein leben verflucht.

honk48494
Montag, 26.05.08 17:36
 

DER Interviewte sagt er würde schon sein ganzes LEben von Sozialhilfe bzw. Hartz 4 leben - da stellt man sich doch die Frage warum die Mutter und der Vater noch drei weitere Kinder zeugen müssen obwohl sie selber nicht für die Existenz dieser Kinder aufkommen können !

Am krassesten finde ich dass da noch ganz spät ein Kind gezeugt werden musste - wo die Famile schon seit langem von Sozialhilfe lebt !

Tut mir leid aber da hab ich kein grosses Mitleid!

Mir tun Menschen Leid die von Hartz 4 leben müssen aber nicht solche die die Situation ausnützen und noch weitere Kinder in die Welt setzen - da gibt es genügend Familen wo beide Elternteile arbeiten und sich noch weitere Kinder wünschen aber es finanziell nicht bewältigen können !

Aber egal in Deutschland zahlt der Staat ja alles

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