Gestern, beim WM-Eröffnungsspiel in München gegen Costa Rica, musste ich (Foto oben: 2.v.r.) an Alfred Hitchcock denken. Die WM startete für mich nach einem alten Lehrsatz von ihm: Mit einem Erdbeben, jetzt muss sie sich nur noch steigern. Zuletzt war ich bei der Fahrt zu einem Stadion vor zwölf Jahren so aufgeregt, als es mit dem SCF zur Abstiegsvermeidung nach Duisburg ging.

Die Eröffnungsfeier war ein seltsamer Mix aus Laptop, Lederhose und Turnfest. Man hätte sie auch "André Hellers Rache" nennen können. Ein für mich erstaunlich rührender Moment war die deutsche Hymne: Klinsi funktionierte sie mit seiner gesamten Truppe zu einer Art "Pfeifen im finsteren Walde" um, alle lagen sich jetzt schon so ängstlich an den Armen, wie man es frühestens vom Elferschießen im Halbfinale gewohnt ist. Aber angenehm bescheiden.
Für beste Stimmung nach dem Abpfiff sorgten übrigens die "Tifosi Freiburg" (links): Sechs Vollverkleidete, die nicht nur die boarischen Durchsagen der U-Bahn-Fahrerin mit Zugabewünschen feierten. Gemeinsam sangen wir "Ohne Freiburg wär hier gar nichts los" und "Freiburg ist die schönste Stadt der Welt" Eingeborene und übrige Nicht-Breisgauer im Waggon raunten müde was von "Zweiter Liga"
[Der gebürtige Freiburger Rudi Raschke ist der Autor unseres WM-Tagebuch-Blogs, das wir in den kommenden vier Wochen auf fudder führen werden. Er lebt in München und arbeitet als Redakteur des Playboy]

genial rudi! mehr davon! du hast mein lob und vor allem meinen neid ;-) und heute rockt die cote d´ivore
wenn dir mal gar nichts einfällt, dann schreib gern was über die wm auf rtl - so etwas unterirdisches hab ich noch NIEMALS gehört und gesehen.... best today: die mexikaner feiern eine riesen siesta!
die floskel vom mix aus "lederhose & laptop" ist jetzt doch ein bißchen abgegriffen. ganz o.k. geschrieben, aber irgendwie scheint rudi raschke nicht ganz zu wissen wohin er will. zwischen süffisantem steilpass & planlosem ballgeschiebe ist alles dabei.