Arbeiten bei 46°C: Das sind Freiburgs Hitze-Helden

Anna-Lena Zehendner

Bei uns in der fudder-Redaktion ist es seit Tagen konstant kuschelige 35°C warm. Da ist dem einen oder anderen fudder-Mitarbeiter schon mal das ein oder andere jammernde Wort über die Lippen gekommen. Allerdings gibt es Menschen, die bei viel höheren Temperaturen und dazu auch noch großer körperlicher Anstrengung arbeiten müssen. Wir haben uns auf die Suche nach den Helden der Hitze-Arbeit gemacht.





Werthmannstraße; 36°C.


Jörg Niederberger, 42, Müllwerker (Bild oben links):


„Seit neun Jahren mache ich diesen Job. Die Hitze macht es jedem, der momentan draußen körperlich schaffen muss, sehr schwer. Das Wichtigste dabei ist, dass man sich etwas auf den Kopf setzt, ganz viel trinkt und sich was Leichtes anzieht. Ab und zu versuche ich, mich etwas seitlich vom Wagen rauszustellen, um den Fahrtwind abzukriegen. Leider bekommt man als Müllmann im Sommer sowohl den Gestank von vorne und die pralle Sonne von oben ab.“

Rudolph Schmelzle, 46, Müllwerker (Bild oben rechts):


„Es gibt leider während der Arbeit kaum Schatten für uns. Da kann man sich nur mit einer Mütze schützen. Aber um 15 Uhr sind wir fertig mit Laden, dann geht es noch zum Entladen und danach ist für heute Feierabend. Anschließend zieh’ ich mich um, fahr nach Hause, gehe schön kalt duschen und setze mich gemütlich auf’s Sofa.“



Fahrerhaus Müllwagen; 25°C.


Michael Schmidlin, 47, Müllwagenfahrer:


„Ich mache diesen Job schon seit 22 Jahren. Seit drei Jahren haben wir endlich neue Wagen mit Klimaanlage. Vorher war das manchmal unerträglich. Den ganzen Tag die Klimaanlage ist allerdings auch nicht so der Hit. Morgens versuche ich daher immer noch ohne auszukommen.

Bis dreißig Grad lass ich mir die Hitze noch gefallen, aber am Nachmittag hält man das im Wagen wirklich nicht mehr aus. Durch die vielen Glasscheiben lädt sich der Innenraum wahnsinnig schnell mit Hitze auf.“



Baustelle Habsburgerstraße; 40°C.

Günter, 59, Bauarbeiter (Bild oben rechts):

„Viel trinken ist das A und O. Eine Mütze trage ich nicht und eincremen müssen wir uns auch nicht mehr - wir sind abgehärtet. Unser Arbeitstag geht von 7 Uhr morgens bis 19 Uhr abends und auf dieser Baustelle sind wir den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt. Wir kommen eigentlich aus dem Norden und sind hier noch bis Oktober auf Montage. Daher müssen wir uns nach der Arbeit auch noch selbst versorgen und wieder für den nächsten Tag ausrüsten.“

Alexji, 35, Bauarbeiter (Bild oben Mitte):

„Ohne Ende trinken - das ist wirklich alles, woran man denken muss. Wir bekommen die Getränke, Gott sei Dank, von unserer Firma gestellt. Ich setze mir außerdem auch immer noch eine Mütze auf den Kopp. Mit den Jahren als Bauarbeiter gewöhnt man sich jedoch an diese Hitze und die Arbeit unter solchen Bedingungen. Wenn wir nachher Feierabend haben freue ich mich besonders auf eine schöne Abkühlung unter der Dusche.“



Küche des UC-Café,  48°C.


Luca Piotrowscki, 26, Koch:


„Man muss seine Arbeit einfach machen und darf nicht zu viel über die Hitze nachdenken. Ich habe hier im Winter gearbeitet, also muss ich das auch im Sommer durchziehen. Leider haben wir in der Küche keine Klimaanlage und der einzige Ventilator bringt leider auch nicht sehr viel.

Mein Arbeitstag dauert acht bis neun Stunden - okay, manchmal auch länger, aber das ist eben Gastronomie. Ich wohne nur 100 Meter vom Strandbad entfernt. Nach getaner Arbeit gehe ich auf jeden Fall mit meiner Frau dorthin und genieße den Rest des Tages. Ich freu’ mich jetzt schon drauf.“

Du bist gefragt: Wie warm ist es an Deinem Arbeitsplatz?