App-Check: Texte übersetzen mit Word Lens

Fabian Fechner

Die Smartphone-App Word Lens übersetzt mittels Kamera und ist ein Musterbeispiel für die Nutzung von Augmented Reality. Wie das geht und ob's funktioniert:



Straßenschilder („Badeverbot nach Haiattacke“), Schlagzeilen in der Zeitung („Morgen Streik der Fluglotsen“) oder die seitenlange Speisekarte im Restaurant („Gefüllter Schafskopf“) – es gibt Situationen im Ausland, in denen man lieber versteht, was da geschrieben steht.

Mit der App Word Lens scannt man den zu übersetzenden Text einfach mit der Kamera des Smartphones und sofort erscheinen auf dem Bildschirm die übersetzten Begriffe an der Stelle des Originaltextes. Als wäre das Schild vor einem schnell mit einem in der eigenen Sprache ausgetauscht worden. Wer die Kamera bedienen kann, kommt auch sofort mit Word Lens klar, die Bedienung ist kinderleicht.

Allerdings muss man vorher festlegen, von welcher in welche Sprache die App übersetzen soll, eine automatische Erkennung gibt es noch nicht. Je leserlicher der Text ist, desto besser arbeitet Word Lens, Handschriften können allerdings nicht erkannt werden.  Kann die App den Text nicht erkennen, wird man aufgefordert zu zoomen oder näher an das Objekt heranzugehen. Das Übersetzungsergebnis ist dann nicht immer perfekt, aber man versteht den Sinn. Großer Vorteil: Das Ganze funktioniert ohne Internetverbindung.

Die App an sich ist kostenlos, man muss jedoch jedes der bis dato lediglich fünf Sprachpakete einzeln hinzukaufen. Das heißt, will man von Englisch auf Deutsch oder umgekehrt übersetzen, werden 4,49 Euro fällig, will man von Englisch ins Spanische übersetzen, kostet es  noch einmal den gleichen Betrag. Die Sprachkombinationen gehen immer von Englisch aus, man kann also kein französisches Schild auf Deutsch übersetzten. Hier herrscht  noch Nachholbedarf, und auch das Preismodell sollte gestaffelt sein, so dass der Preis ab dem zweiten Paket sinkt. Sonst ist der Service schlichtweg zu teuer.

Bei anderen, kostenlosen Übersetzer-Apps wie zum Beispiel iTranslate muss man die Begriffe zwar einzeln eingeben, dafür übersetzt die App dann aber auch in alle Sprachen. Hierfür muss man wiederum online sein, was im Ausland teuer werden kann.

Wer ohne Test von der Leistung des Programms nicht überzeugt ist, der kann kostenlos die beiden Modi „Wörter rückwärts buchstabieren“ und „Wörter löschen“ ausprobieren. Allein das ist schon beeindruckend.
  • Word Lens: kostenlos für iOS und Android, jedes Sprachpaket kostet 4,49 Euro.
 

Mehr dazu:

[Foto: Fabian Fechner]