App-Check: Mit MealSaver kannst Du übrige Mahlzeiten aus Restaurants kaufen

Marie Schächtele

MealSaver ist eine neue Restaurant-App. Für wenig Geld kann man Gerichte einkaufen, die Restaurants wegwerfen würden. Exil-Freiburger in Berlin haben einen Vorteil, denn noch gibt es MealSaver nicht in Freiburg. Hoffentlich bald. Bitte!

Für ein bis vier Euro können mit der App MealSaver bei Restaurants, Cafés und Bäckereien leckere Resteboxen gekauft werden. Mit der App möchten sich die Macher gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln einsetzen.


Geschichte

Entstanden ist das Startup vor zwei Monaten, erzählt Alexandra Pipos von MealSaver. Die Idee hatte die Geschäftsführerin Mai Goth Olsen aus Dänemark. Sie hat schon immer eine Affinität zu Land und Natur und studierte in Kopenhagen Umwelttechnologie. Dort wuchs ihr Interesse für Lebensvermittelverschwendung, aber auch für Alternativen, für Containern und Foodsharing. Mit dem Social Fund "Ananda" fand das Team einen Investor. Ananda finanziert soziale Unternehmen.

Das Konzept

Alle Restaurants in der Nähe, die Gerichte übrig haben, werden zunächst aufgelistet. Jeweils kurze Beschreibungen der Restaurants werden gegeben. Die Restaurants geben an, um wie viel Uhr bei ihnen Essen abgeholt werden kann. Hat man ein passendes Restaurant, Café oder eine Bäckerei ausgewählt, erfährt man, wie viele Foodboxen die Location bereitstellen kann. Abholzeit ist meistens kurz vor Ladenschluss. Die meisten gastronomischen Betriebe bieten ihre Boxen am Abend an. Was genau die Foodbox enthält, weiß man vorher nicht. Man hat es mit einer Art "Wundertüte" zu tun, erklärt Alexandra Pipos, "sich überraschen lassen zu können, macht aber gerade auch den Reiz von MealSaver aus".

130 Restaurants machen schon mit

Gezahlt wird per App. Die Bezahlmöglichkeiten werden aber noch erweitert. Ein Euro erhält dann jeweils MealSaver, der Rest geht an die Restaurants.

Die Foodboxen, in denen man das Essen erhält, stellt MealSaver den Restaurants zur Verfügung. Die Box ist aus Zuckerrohr. Box und Tüten sind biologisch abbaubar. 130 Restaurants sind bisher beteiligt. Doch weitere Restaurants sollen einsteigen, die Dichte an Restaurants soll erhöht werden.

Der Komfort, ein leckeres Essen zu erhalten, wird bei MealSaver mit Ressourcenschutz verknüpft. Ganz unterschiedliche Gastronomen sollen die Essen anbieten. "Wir rufen dafür bei den Restaurants an, gehen bei ihnen vorbei und bieten ihnen auch individuelle Betreuung an", berichtet Alexandra Pipos. Vielen der Restaurants ist Nachhaltigkeit ein Anliegen. "In Berlin ist es auf jeden Fall einfach, auf exotische und spannende Küche zu stoßen", sagt Alexandra Pipos. Zum Beispiel gibt es einen ausschließlich veganen Donutladen oder ein veganes Brunchbuffet.

Awareness schaffen

MealSaver will gleichzeitig Awareness für die Verschwendung von Lebensmitteln erreichen, erzählt Alexandra Pipos. Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem. Ein Drittel des Essens wird weggeworfen. In der Gastronomie sind es jährlich eine Million Tonnen an Lebensmitteln.

"Alle in unserem Team vereint die Lust, gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen", erzählt Alexandra Pipos. In der "Europäischen Woche der Abfallvermeidung" organisiert MealSaver Vorträge. Langfristig baut MealSaver ein Netzwerk auf. Mit der Tafel und Foodsharing haben die Unternehmer schon Kontakt.

Jeder Einzelne kann Ressourcenschutz betreiben

Mit MealSaver kann jeder Einzelne etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun. Fast 5000 Leute haben die App bisher runtergeladen. Mindestens eine Tonne an Lebensmitteln wurde gerettet.

Die App ist einfach und angenehm zu bedienen. Dem MealSaver-Team ist es wichtig, sich immer Feedback der Nutzer einzuholen. Die Möglichkeit zu filtern soll in der nächsten Zeit ausgebaut werden. Außerdem sollen die Standorte der Restaurants auf einer Karte angezeigt werden.

Die Idee von MealSaver ist wirklich interessant und alle, die gerne neue Küchen ausprobieren, sich ungern an den Herd stellen oder keine Zeit haben, sollten sich die App zulegen. Man muss die Restaurants eben extra anfahren, um das Essen abzuholen, man darf nicht zu festgelegt sein, was man essen möchte und für ein großes Abendessen mit Freunden muss man auch mal mehrere Stellen anfahren, falls kein Restaurant ausreichend Resteboxen zur Verfügung stellt.

MealSaver will deutschlandweit wachsen

Das Unternehmen will deutschlandweit wachsen, als erstes ist jetzt Hamburg dran. Vor drei Monaten berichtete fudder bereits über "Too good to go", eine zweite App des gleichen Formats. Doch auch "Too good to go" steht noch am Anfang und ist bisher nur in den größten Großstädten vertreten, erklärt Kirstine Mygind von "Too good to go". In Freiburg macht bei "Too good to go" immer noch nur das Restaurant "Jade Palace" mit. Schade. Potenzieller Nutzer gäbe es in Freiburg doch en masse.

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