App-Check: Landlord

Manuel Lorenz

Die iOS-App Landlord ist Monopoly mit realen Orten: Das Café, in dem man morgens seinen Espresso trinkt, die Haltestelle, an der man täglich auf die Straßenbahn wartet, die Institutsbibliothek, in der man fürs Examen lernt – all das kann man kaufen, im Spaß natürlich. Man kassiert Miete und tritt in einer Rangliste gegen seine Landlord-Freunde an.



Landlord benutzt die Daten aus dem standortbezogenen sozialen Netzwerk Foursquare, man kann also nur Orte kaufen, die in Foursquare bereits existieren – und man braucht ein Foursquare-Benutzerkonto. Das legt man sich in der Landlord-App schnell an. Dann sucht man nach Orten in seiner Umgebung – Geschäfte, Restaurants, Haltestellen – und kann kaufen, was sich noch kein anderer Landlord-User unter den Nagel gerissen hat.


Man bekommt 50.000 virtuelle Dollar Startguthaben. Davon kann man sich ein ordentliches Portfolio zusammenstellen: Die Diskothek „Nachtschicht“ im Bermuda-Dreieck zum Beispiel kostet derzeit läppische 360 Dollar, der Münsterplatz unglaubliche 10.710 Dollar. Dafür kostet er 615 Dollar Unterhalt am Tag und fährt 1635 Dollar Miete ein. Miete bekommt man immer dann, wenn sich jemand auf Foursquare an jenem Ort eincheckt. Es bringt also nichts, eine tolle Immobilie zu besitzen, wenn sie nur Kosten verursacht, sich dort aber nichts passiert. Man muss seine Umgebung gut auskundschaften, um herauszufinden, welche Objekte profitabel sind und welche nicht.

Natürlich wird man sich auch Orte zulegen, die keinen Gewinn abwerfen, die man aber sehr mag:  etwa seine Lieblingsbäckerei oder sein Stammkneipe. Wird ein Ort stark frequentiert, steigen sein Preis und die Miete. Zusätzlich kann man  seine Orte aufwerten, indem man sie mit Gadgets wie W-Lan, einem Swimming Pool, Livemusik oder einer Parkbank ausstattet. Diese ersteht man  mit Münzen, die es in der spieleigenen Lotterie zu gewinnen oder im App-Store für Cent-Beträge zu kaufen gibt.

Landlord ist noch ein bisschen fehlerhaft, das Netzwerk oft überlastet. Ende November entschuldigte sich Landlord-Erfinder James Shrager dafür auf dem Blog zum Spiel, teilte mit, dass man einen neuen Server brauche, der aber im Januar da sei, zeitgleich mit einem Update der App. Dann würde das Spiel auch raffinierter werden und an der Android-Version weitergearbeitet.

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