Animatus-Ausstellung in Basel

Nikolai Worms

Für seine aktuelle Ausstellung "Animatus" rekonstruierte der südkoreanische Künstler Hyungkoo Lee die Skelette klassischer Comic-Figuren anhand von Anatomiezeichnungen und Tierfilmen. Seine Arbeit ist eine Mischung aus Kunst und Naturwissenschaft, die uns auf den ersten Blick gehörig an der Nase herumführt.



Das Naturhistorische Museum: der Name schon vermittelt rechtschaffene Naturwissenschaft, eine Bastion unumstößlicher Fakten, der Besucher unterstellt Glaubwürdigkeit.


In Basel zeigen dort die Kuratoren noch bis zum 31. August die ungewöhnliche Ausstellung des Südkoreaners Hyungkoo Lee. Der Künstler hat genaue anatomische Studien der klassischen amerikanischen Comichelden angestellt, von den Ducks über Bugs Bunny bis hin zu Road Runner. Anhand des Materials fertigte Lee dann die detaillierten Skelette der Figuren.



Damit arbeitet er entgegen der üblichen Vorgehensweise, die in der Naturhistorik genau anders herum abläuft: Aus den Knochen bereits ausgestorbener Lebewesen rekonstruieren die Wissenschaftler ein Abbild, das wir dann in Filmen, Dokumentationen und Büchern zu sehen bekommen.

Die Skelette wirken mitunter fast schon realistisch, nochmals verstärkt durch die solide Ausstrahlung des Museums. Die Basler Naturhistoriker eröffnen mit dieser Ausstellung eine andere, spielerische Sichtweise auf die Naturwissenschaften. "Animatus" ist ein bisschen gruselig, leicht bizarr und sehr unterhaltsam.

Mehr dazu:

Was: Sonderaustellung Animatus
Wann: Dienstag bis Sonntag 10 Uhr bis 17 Uhr, noch bis zum 31. August
Wo: Naturhistorisches Museum Basel
Tickets: Erwachsene CHF 10.-, Jugendliche bis 18 Jahre / in Ausbildung bis 26 Jahre CHF 5.-, Kinder bis 13 Jahre gratis. Freier Eintritt mit dem Oberrheinischen und dem Schweizer Museumspass.