Studium

An der KHF gibt’s einen neuen Studiengang: "Angewandte Theologie und Religionspädagogik"

Gerhard Kiefer

Den Glauben zum Beruf machen: Seit diesem Wintersemester bietet die Katholische Hochschule den Studiengang "Angewandte Theologie und Religionspädagogik" an.

Als anspruchsvoll, aber sehr bereichernd beschreibt Erika Adam, Professorin für Biblische Theologie und Theologische Ethik an der Katholische Hochschule Freiburg, den Studiengang "Angewandte Theologie und Religionspädagogik". Ihre Hochschule hat ihn in Kooperation mit der Fachakademie für Pastoral und Religionspädagogik am Institut für Pastorale Bildung im Karl-Rahner-Haus an der Habsburger Straße im Wintersemester 2018/19 erstmals angeboten; die 30 Studienplätze waren auf Anhieb nahezu ausgebucht.


Ein Studium, das zu vielfältige Aufgaben befähigen soll

Dieser Studiengang führt ohne Hochschulzugangsberechtigung zum "Bachelor of Arts" (B.A.) und konfrontiert die jungen Menschen in sieben Semestern mit den aktuellen Themen sowohl der Gesellschaft wie der Kirche. Unter dem Aspekt, dass die Absolventen ihren Glauben zum Beruf machen könnten, sieht Weihbischof Michael Gerber, im Erzbistum Freiburg bislang zuständig auch für den Bereich "Pastorale Aus- und Weiterbildung" und künftig Bischof von Fulda, den neuen Studiengang schon jetzt "ein Stück weit als Erfolgsgeschichte". Auch weil dieses Bildungsangebot breit aufgestellt sei und weil es die jungen Frauen und Männer nicht nur für den kirchlichen Dienst qualifiziere, sondern auch für eine Aufgabe in sozialen Einrichtungen.

Die Absolventen sollen befähigt werden, Menschen in unterschiedlichen Le-benswelten in der Gestaltung ihres Lebens, in ihrer Suche nach Sinn und in der Entfaltung ihres Glaubens begleiten zu können. Der Bachelor-Abschluss attestiert ihnen, "die christlichen Werte als gesellschaftliches Gut ins Spiel zu bringen, sich für eine mit allen Menschen solidarische Kirche einzusetzen und Kirche aktiv und lebendig mitzugestalten". Er gilt so als erster Schritt zum möglichen Berufsziel, sich in einer Seelsorge-Einheit als Gemeindereferentin/als Gemeindereferent einsetzen zu lassen.

Für Richard Hilpert, Leiter des "Kirchlichen Studiums" am Institut für Pastorale Bildung des Erzbistums im Freiburger Karl-Rahner-Haus, realisieren Hochschule und Institut mit diesem Studiengang ein "deutschlandweit einmaliges Modell, das wir hier entwickelt haben".

Eng mit praktischer sozialer Arbeit verzahnt

Denn es werde, so Professorin Adam, mit praktischer sozialer Arbeit eng verzahnt. Deshalb folgt dem nun endenden ersten Semester ein fünfwöchiges Praktikum in Pastoral und Schule. Das Studienziel erfordert neben grundlegender theologischer Qualifikation gleichrangig die praktische pastorale, religionspädagogische und sozial-caritative Befähigung. Als besonderes Profilmerkmal dieses Studiengangs gilt seine Vernetzung mit dem Bachelor-Studiengang "Soziale Arbeit". Mit drei Zusatzsemestern erwerben die Absolventen eine zweite berufliche Qualifikation auch als Sozialarbeiter, weil sie Sensibilität entwickle für existentielle Fragen wie für soziale Probleme.

Die Katholische Hochschule nennt das "ein Zukunftsmodell", denn es setze einen "entscheidenden Impuls für die Entwicklung der Pastoral". Sie ist mit mehr als 1700 Studierenden die größte Hochschule des Sozial- und Gesundheitswesens in Baden-Württemberg. Sie wird von der Erzdiözese Freiburg, der Diözese Rottenburg/Stuttgart und den Caritasverbänden der beiden Diözesen im Land getragen. Das Institut für Pastorale Bildung (IPB) qualifiziert und fördert die Dienste, die durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) neu- oder wiederentdeckt wurden.