Öffentliche Plätze

Am Wochenende steigt Freiburgs erstes Straßentheaterfestival "EasyStreet"

Alexander Link

Sechs Straßenkünstlerinnen und -künstler geben von Freitag bis Sonntag Einblicke in ihr Programm. Für ihre Performances haben sie öffentliche Plätze in drei Freiburger Stadtteilen gewählt. Shiva Grings hat des Easy-Street-Festival mitorganisiert.

Öffentliche Plätze wie der Lederleplatz im Stühlinger, der Vorplatz am Alten Wiehrebahnhof oder der Tennenbacherplatz in der Beurbarung sind auf den ersten Blick gewöhnliche Orte. Im Alltag suchen wir sie meistens auf, um sie zu überqueren oder um etwas an ihnen zu verweilen. Die sechs Straßenkünstlerinnen und Künstler rund um den künstlerischen Leiter Shiva Grings wollen mit ihren unterschiedlichen Theatershows den Raum verfremden und den Blick des Freiburger Publikums auf diese vertraut geglaubten Plätze schärfen.


"Wir wollen, dass die Leute einen anderen Blick auf ihre Stadtteile gewinnen und aus ihrer gewohnten Umgebung herauskommen", sagt Shiva Grings. Er stammt aus Irland, macht seit 20 Jahren Straßentheater und reist dafür durch die ganze Welt. Es war schon immer sein großer Traum, in seiner Wahlheimat Freiburg ein Straßentheater Festival zu organisieren. "Weil es hier sehr viele schöne Orte gibt und die Leute offen dafür sind."

Straßentheater, um öffentlichen Raum zu beleben

Grings möchte, dass die Menschen in Freiburg die Freiräume im öffentlichen Raum wieder nutzen. "Denn aufgrund der zunehmenden Privatisierung des öffentlichen Raums, der uns allen gehört, gibt es mittlerweile so viele Auflagen für dessen Nutzung und ich fände es schön, wenn man ihn wenigstens für die Zeit des Festivals wieder zurückgewinnen könnte." Shiva Grings erzählt, dass er seine Festivalideen relativ frei entfalten kann, kritisiert aber, dass es für viele andere Straßenkünstler immer mehr städtische Auflagen gibt. Damit die Freiburger nach den Theatervorführungen über das Erlebte ins Gespräch kommen können, wird am Samstagabend um 19 Uhr die Dokumentation "Urban Nomads" im Kommunalen Kino gezeigt. Darin wird Straßentheater rund um die Welt aus der Sicht von vier Protagonisten dargestellt. Im Anschluss laden die Veranstalter zur Diskussion ein.

Akrobatik, Figurentheater und Kabarett

Das vielfältige Festivalprogramm beginnt am Freitagabend um 18 Uhr auf dem Lederleplatz im Stühlinger. Die sechs auftretenden Künstlerinnen und Künstler wohnen seit mehreren Jahren in Freiburg: Die Schweizerin Anita Bertolami macht mit kleinsten Requisiten Figurentheater, die kasachisch-deutsche Akrobatin Madam Buqu tritt ebenso als Clown auf, Shiva Grings verkörpert in seiner Comedy-Show "Trash" alle möglichen Figuren vom stummen Clown bis zum tobenden King Kong.

Der Australier Ernest The Magnifico aka Julian Bel präsentiert sich als Stuntman, Steve Stergiadis aus Kanada jongliert mit allem Möglichen während dem Fahrradfahren und Peter Weyel aus Deutschland macht Kabarett und verwandelt die Straße mit seinen Tricks in eine Manege.

Für die drei Austragungsorte haben sich Shiva Grings und sein Team drei verschiedene Themen überlegt und werden die Orte mittels Texten, Bildern, Tonaufnahmen und den von den Künstlerinnen und Künstler dargestellten Figuren verfremden. "Wie groß und vielfältig sich das jeweils umsetzen lässt, hängt von unserer aktuellen Spendensammlung ab", sagt Grings.

Wird das Freiburger Publikum auch in die Shows miteinbezogen? "Die meisten Straßentheatershows spielen ohne die vierte Wand aus dem klassischen Theater. Das Publikum kann sich auf sehr interaktive Theaterinszenierungen einstellen, aber kein reines Mitmachtheater", sagt Grings.

"Wir hoffen, mit den kostenlosen, öffentlichen Shows auch Leute zu erreichen, die sonst nicht ins Theater gehen. Es soll ein Generationen und Einkommen übergreifendes Theater sein", fasst Shiva Grings sein Anliegen zusammen.
  • Was: "EasyStreet" Straßentheater Festival
  • Wann: 14. bis 16. September 2018, Beginn ist am Freitag, 14. September um 18 Uhr
  • Wo: Am Lederleplatz im Stühlinger, auf dem Vorplatz am Alten Wiehrebahnhof und am Tennenbacherplatz in der Beurbarung.
  • Eintritt: Kostenlos. Spenden über Crowdfunding

Das Festival findet bei jedem Wetter statt, sollte es stark regnen, gibt es überdachte Räumlichkeiten rund um die Plätze.

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