Am Samstag tritt die Indie-Band Wussy aus Ohio im Swamp auf

Valentin Heneka

In den USA besitzen sie Kultstatus, in Europa sind sie weitgehend unbekannt: Die Indie-Rocker Wussy aus Cincinnati in Ohio bringen am Samstag psychedelischen Americana aus dem Mittleren Westen nach Freiburg.

Der renommierte Musikjournalist und -Kritiker Robert Christgau bezeichnete Wussy wiederholt als die beste Band Amerikas. Doch während die Musik der Band in den Vereinigten Staaten immerhin im College-Radio läuft, kennt sie in Europa auch nach über 15-jähriger Bandgeschichte kaum jemand.


Diese beginnt 2001 mit einer Mutprobe zwischen Chuck Cleaver, zuvor Sänger und Gitarrist der Indie-Band Ass Ponys und Lisa Walker, ebenfalls Sängerin und Gitarristin, die zu einigen Auftritten als Duo führt. Später stoßen Mitglieder an Bass, Schlagzeug und der Country-typischen Pedal-Steel-Gitarre hinzu, doch es bleibt das Zusammenspiel der Stimmen Cleavers und Walkers, welche ihre Songs über den Alltag der arbeitenden Leute und übernatürliche Phänomene in immer neue Höhen heben. Neben den verzerrten Gitarren, selbstverständlich.


Denn fernab aktueller Trends setzen Wussy auf gitarrenlastigen Indie-Rock ohne elektronische Spielereien oder digitale Postproduktion, wie er zuletzt in den 80er- und 90er-Jahren Erfolge feierte. Überhaupt stehen Wussy weniger für den perfekten Klang als für alles Lärmige, Seltsame und Spontane. So landete etwa auch eine falsch gesungene Zeile im Song "One per customer" auf der im Mai erschienenen LP "What Heaven Is Like". Als Inspriration für das achte Album der Band diente die Rolle der Polizistin Gloria Burgle aus der Fernsehserie Fargo, gespielt von Carrie Coon.


Bei so viel Mut zum Unperfekten wünscht man dem Quintett fast, für immer die unbekannte Lieblingsband einer Handvoll Rock-Nerds zu bleiben. Am Samstag tritt die "beste Band Amerikas" im Freiburger Swamp auf.
Was: Wussy
Wann: Samstag, 9. Juni 2018, 21 Uhr
Wo: Swamp, Talstr. 90, 79102 Freiburg