Am Samstag feiert das E-Werk den Geburtstag der Kunst – mit Konzerten, Performances und Installationen

Bernhard Amelung

Der Geburtstag der Kunst ist vielleicht das Unnötigste überhaupt. Warum du ihn am Samstag trotzdem feiern und dein Feiern selbst zur Kunst machen solltest.

Nachts ins Freibad klettern und planschen. Eine Flaschenpost ins Meer werfen. Im Handstand über eine Wiese gehen. Manche Menschen mögen so etwas als unnötig bezeichnen. Wahrscheinlich, weil sie noch nie etwas Zweckfreies getan haben und sich nicht vorstellen können, wie schön das sein kann.


Dazu gehört an diesem Samstag auch, den Geburtstag der Kunst im E-Werk zu feiern. Vielleicht ist dieses Ereignis das Unnötigste überhaupt. Das spielt aber keine Rolle. Da die Veranstaltung aufgenommen und per Livestream im Internet gesendet wird, kann man versuchen, sich ins Bild zu schmuggeln und sein Feiern selbst zur Kunst machen. Die Selbstbeschau wird zum Selbstaufbau benutzt. Schön.

Festgelegt hat diesen Tag der Franzose Robert Filliou (1926-1987). Er gehört zu den bekanntesten Vertretern der Fluxus-Bewegung. Für diese gibt es keine Grenzen zwischen den einzelnen Kunstgenres. Für diese gibt es überhaupt keine Grenzen. Alles ist irgendwie Kunst. Auch das eigene Ich geht in diesem freien Fluss auf. Psychologen beschreiben diesen Zustand als Flow. Ein Idealzustand.



Diesen erreicht man am Samstag durch die Unterstützung verschiedener Musikerinnen und Musiker, Vertreterinnen und Vertreter der Bildenden und Visuellen Kunst sowie Performance-Artisten. Namentlich treten im E-Werk auf: Das Kammerflimmer Kollektief aus Karlsruhe, das im Remix von David August auch schon einmal bei Dixons Label Muting The Noise vertreten war. Im Frühjahr dieses Jahres hat die Formation ihr neues Album "There are actions which we have neglected and which never cease to call us" veröffentlicht. Das Team um Gründer Thomas Weber vermischt elektronische Musik, Krautrock, Folk und Jazz, mit Techniken der Collage und des Samplings.



Zu ihnen gesellen sich unter anderem: Andrea Belfi, ein Experimentalmusiker aus Italien, der seine Klangwelten an Schlagzeug, Sampler und Modularsynthesizer entstehen lässt; Kristin Vodusek und Volker Böhm aus Basel; Ulrike Brand, Tobias Klich und Elnaz Seyedi spielen ein audiovisuelles Konzert, bei dem Lichtschreibkunst in Musik übergeht und Musik in Lichtschrift übersetzt wird; die Dagada Dance Company aus Freiburg macht gemeinsame Sache mit Urte, einst Veranstalterin des Vapor Club, und Das Unbehagen. Ebenfalls zu sehen sind Kunstwerke der "Regionale 18" und von Studierenden der hKDM.

Was: Art’s Birthday
Wann: Samstag, 13. Januar 2018, ab 19 Uhr
Wo: E-Werk, Eschholzstr. 77, 79106 Freiburg

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